Fred Vargas: Der vierzehnte Stein

Fred Vargas: Der vierzehnte Stein

Hot
 
4.2 (2)
 
0.0 (0)
2288   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Fred Vargas: Der vierzehnte Stein
Verlag
ET (D)
2005
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Sous les vents de Neptune
ET (Original)
2004
ISBN-13
9783746622750

Informationen zum Buch

Seiten
480

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
An die schwarze Kellerwand gelehnt, betrachtete Jean-Baptiste Adamsberg den gewaltigen Heizkessel, der zwei Tage zuvor jede Tätigkeit eingestellt hatte.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)
Durch Zufall stößt Adamsberg auf einen gräßlichen Mord. In einem Dorf wird ein Mädchen mit drei blutigen roten Malen gefunden, erstochen mit einem Dreizack. Eines ähnlichen Verbrechens wurde einst sein jüngerer Bruder Raphaël verdächtigt. Doch seitdem sind 30 Jahre vergangen, der mutmaßliche Mörder ist längst begraben. Wer also mordet weiter mit gleicher Waffe? Für Adamsberg beginnt ein atemloser, einsamer Lauf gegen die Zeit.

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.2
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0  (2)
Charaktere 
 
4.5  (2)
Sprache & Stil 
 
4.0  (2)
Gesamtbewertung 
 
4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Vargas in Hochform

Inhalt laut Amazon:
Welcher Kommissar hat ihn nicht, den „Feind aus alten Tagen“? -- Als der Pariser Kommissar Adamsberg durch Zufall auf einen Mordfall an einem jungen Mädchen stößt, der sich in der Nähe von Straßburg zugetragen hat, erinnert ihn dies an das Tatmuster eines Serienmörders, der nie gefasst und schon seit etwa 15 Jahren für tot gehalten wurde. Es ist Adamsbergs „Dämon“ aus seiner Zeit als junger Polizist, der einstmals so einflussreiche und mächtige Richter Fulgence. Dieser „Richter Gnadenlos“ hatte nicht nur einen dunklen Hintergrund, sondern war vor vielen Jahren auch verantwortlich dafür, dass Raphael, der Bruder Adamsbergs, eines Mordes beschuldigt wurde, diese Anklage nie verwand und danach spurlos verschwand.
Doch dies alles ist zunächst nur eine Ahnung und -- in den Augen seiner Kollegen -- ein Hirngespinst. Unterdessen wird Adamsberg zusammen mit einigen Mitarbeitern für zwei Wochen in die kanadische Provinz Québec zu einem internationalen Polizeilehrgang geschickt. Als er dort eine Affäre mit einer jungen Französin beginnt und diese kurze Zeit später ermordet aufgefunden wird, hat die Vergangenheit Adamsberg endgültig eingeholt. Die Tote weist die gleichen Wunden auf wie vor Jahrzehnten die Opfer des Serienmörders.


Komisch, von der reinen Handlung her gesehen, ist dieser Krimi gar nichts besonderes. Die Idee mit dem "alten Feind", dem ein Komissar sein ganzes Berufsleben lang auf der Spur ist, ihm aber nichts beweisen kann, ist nun wirklich nicht besonders originell. Ein Komissar, der selbst eines Verbrechens verdächtigt wird, auch nicht. Das haben wir doch schon oft genug gelesen, oder?
Eigentlich schon, aber so wie Vargas das bringt, nun doch nicht. Sie macht aus ihrem Stoff etwas ganz eigenes, lässt einen vergessen, dass man die groben Handlungselemente eigentlich kennt. Adamsberg, der "Wolkenschaufler", ist eine Person, wie man sie nur bei Vargas findet, und so unglaublich seine Intuitionen und Gefühlseingebungen eigentlich sind, so ist er doch vollkommen glaubwürdig. Das gilt auch für die anderen Personen und die ganzen skurrilen Begebenheiten. Objektiv betrachtet müsste ich eigentlich ungläubig den Kopf schütteln und das Buch beiseite legen, aber eine objektive Betrachtung kann ich bei diesem Roman nicht anbringen. Vargas' Erzählkunst zieht mich dermaßen in die sonderbare Welt Adamsbergs hinein, dass jeder Versuch einer objektiven Außenbetrachtung zum Scheitern verurteilt ist.
Vargas' Bücher haben tatsächlich eine ganz eigene Magie, und dieses ist eines der besten von denen, die ich bisher kenne.

Einen kleinen Punktabzug gibt es für die deutsche Übersetzung. An einigen Stellen war ich sprachlich nicht ganz zufrieden, vor allem der kanadische Dialekt wirkte manchmal doch etwas angestrengt. Eigentlich müsste man Französisch lernen, nur allein um Vargas im Original lesen zu können.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Adamsberg kann in seiner Laufbahn auf eine außergewöhnliche Aufklärungsquote verweisen. Die verdankt er einer besonderen Nase für Ungereimtheiten - zwar stets zugunsten der Polizei, aber Kollegen und Mitarbeiter, die mit vagen Ahnungen nicht viel anfangen können, mögen Adamsbergs unkonventionelle Ansichten nicht besonders. In einem Fall allerdings, der ihn seit Jahren verfolgt, wurde er für sein Gespür bisher nur ausgelacht: Vor Jahren wurde sein Bruder eines Mordes beschuldigt, den er nicht begangen hatte und niemand wollte glauben, wer alternativ als Täter infrage kommen könnte. Nun geschieht wieder ein Mord nach demselben Muster - aber durch einen Täter, der seit Jahren tot ist?

Sprachlich ein sehr gut erzähltes Buch. Varags muss nicht lange erklären und schreiben, um ihren Personen ein Gesicht zu verleihen; sie werden durch Worte oder Gesten viel lebendiger. Mir gefiel auch sehr, dass in der Übersetzung eine eigene Sprache für das den Franzosen ungewohnte Quebequois gefunden wurde; ungewöhnliche Begriffe, seltsame Redewendungen, an die sich die Pariser Brigade bei ihrem Canada-Besuch gewöhnen musste. Ein Besuch, der es in sich hat. Denn für Adamsberg hat die DNA-Schulung einen höchst unangenehmen Nebeneffekt, den er nur mit Hilfe seiner vielseitig talentierten Mitarbeiterin Retancourt übersteht.

Einer der wunderbaren Fälle, wo man sich am liebsten gleich die anderen Bücher desselben Autoren unter den Nagel reißen möchte. Ich wusste nicht, auf was ich mich einlasse, außer, dass es skurril sei. Und was das für einen Vargas-Krimi bedeutet, wusste ich auch nicht. Dafür aber hat mich das Buch sehr überrascht. Die Personen sind einzig in ihrer Art, seien es der geradezu hochnäsig ruhige Adamsberg, sein hoch gebildeter, aber ängstlicher Kollege Danglard oder die Kollegin Retancourt, die in gar keine Schublade passt, sondern mit zahlreichen unbekannten Fähigkeiten überrascht.

Das Ende wirkte zunächst merkwürdig, aber ein anderes hätte nicht gepasst. Denn Vargas scheint mir eine ganz eigene Art des Krimis gefunden zu haben und die verdient auch ein ganz eigenes Ende. Die Art, wie dieser Fall gebaut ist, machte zwar eine ungeheure Aufbauarbeit nötig, aber es ist gelungen, das Ganze nie konstruiert erscheinen zu lassen.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue