Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen

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Gisa Klönne: Der Wald ist Schweigen
Verlag
ET (D)
2005
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783550086335

Informationen zum Buch

Seiten
368

Sonstiges

Erster Satz
Der kleine Mann trug staubige, abgetretene Gummilatschen, Adidas-Shorts und ein Hemd, das verblichen war.

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Handlungsort

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Es könnte idyllisch sein: Ein entlegenes Tal im Bergischen Land, ein einsames Forsthaus und ein Aschram, in dem sympathische Aussteiger ihr Glück suchen. Da findet die junge Försterin Diana Westermann auf einem Hochsitz mitten im Wald eine von Krähen zerfressene Männerleiche. Der Fall wird der Kölner Kommissarin Judith Krieger übertragen - als letzte Möglichkeit, zu ihren einst legendären Fähigkeiten zurückzufinden. Seit Jahren trägt sie schwer an einer schrecklichen Erinnerung. Kettenrauchend und chronisch müde macht sie sich an die Arbeit, überzeugt davon, daß die Lösung des Falls im Yoga-Aschram »Sonnenhof« zu finden ist. Aber Judith macht Fehler, und so ist es ihr unerfahrener Kollege Manfred Korzilius, der die ersten Ermittlungserfolge vorweisen kann. Judith wird vom Dienst beurlaubt. Doch damit erwacht ihr Kampfgeist: Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und sich endlich ihrer Vergangenheit zu stellen. Die Kommissarin quartiert sich im Sonnenhof ein und nimmt die Bewohner, vor allem die unnahbare Laura, unter die Lupe. Da wird im Wald eine zweite Leiche gefunden.

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Eine verstümmelte Leiche wird auf einem Hochsitz im Wald gefunden. Keiner weiß, um wen es sich bei dem Toten handelt, geschweige denn, wer der Mörder sein könnte. Judith Krieger wird zusammen mit Manni auf den Fall angesetzt. Es ist ihre letzte Chance zu beweisen, dass sie nach wie vor eine gute Kommissarin ist.

Es handelt sich um einen typischen Kriminalroman. Es gibt eine Leiche, vorerst keinen Täter und die Ermittler sind psychisch angeknackst. Also alles ganz normal und eh wie immer.

Anfangs kam ich nicht so wirklich in das Buch hinein. Ständig wechseln die Erzähler und ich tat mir schwer, jedes Mal herauszufinden, um wen es sich handelt. Vor allem da die Namen meist nicht erwähnt wurden, sondern nur von “sie” oder “er” die Rede war. Außerdem lernt man gleich am Anfang eine Vielzahl von Personen kennen. Da ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten.

So richtig konnte ich mich mit den Charakteren nicht identifizieren bzw. konnte ich mich auch nicht in sie hineinversetzen. Es ist doch alles sehr abstrakt beschrieben. Vermutlich soll dies die Spannung erhöhen, aber in meinen Augen führte das nur zu einem oberflächlichen Erzählstil.

Durch die Leserunde, in der ich das Buch gelesen habe, war schnell klar, wer der Täter ist. Alleine hätte ich das Rätsel wohl nicht so schnell gelöst. Trotzdem handelt es sich keineswegs um einen komplizierten, verstrickten Fall. Ein engagierter Kommissar hätte den Fall wohl auch in ein paar wenigen Tagen lösen können. Somit baut die Autorin einen sehr einfachen Sachverhalt aus, um genug Material für ein ganzes Buch zu haben. So kommt mir das zumindest vor.

Ich glaube nicht, dass ich noch ein Buch der Serie lesen werde, da mich auch die Hauptperson Judith nicht überzeugen konnte.

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Die junge Försterin Diana Westermann findet auf einem ihrer Hochsitze im Bergischen Land eine schon ziemlich mitgenommen aussehende Leiche. Kommissarin Judith Krieger, die noch mit dem Trauma kämpft, dass vor einiger Zeit ihr bester Freund und Kollege bei einem Einsatz erschossen wurde, übernimmt den Fall als einen der ersten nach ihrer Rückkehr in den Beruf. Erstmals ermittelt sie gemeinsam mit dem jungen, ehrgeizigen Manni Korzilius, mit dem die Chemie zunächst so gar nicht stimmt.

Die Ermittlungen führen Judith sehr schnell zum "Sonnenhof", einem Yoga-Ashram am Waldrand, wo einige Aussteiger sich Meditation, Buddhismus und Bio-Landbau verschrieben haben. Haben die Leiter des Zentrums etwas zu verbergen? Ist der junge Mann, der sich Vedanja nennt, nur unsympathisch oder hat er wirklich etwas auf dem Kerbholz? Welches Geheimnis hütet die siebzehnjährige Laura, die von ihrer Mutter in den Ashram gegeben wurde?

Als die Identität des toten Mannes geklärt ist, gibt auch seine Ehefrau den Beamten Rätsel auf. Fortschritte sind kaum zu verzeichnen, und zum Leidwesen ihres Vorgesetzten kann sich Judith Alleingänge bei den Nachforschungen nicht verkneifen...

Nicht schon wieder so eine traumatisierte Ermittlerin? Ja, das war auch zunächst mein Gedanke. Dieser viel bemühte Krimiheldentypus wird hier aber wie auch die anderen Figuren realistisch mit Leben erfüllt, außerdem ist Judith Krieger nur eine von mehreren Protagonisten, aus deren Sicht die Geschehnisse erzählt werden (übrigens im Präsens, was den Leser mitten ins Geschehen hineinreißt).

Durch die verschiedenen Handlungsebenen hat man zwar mehr Teile des Gesamtbildes in der Hand als die Ermittler, doch vieles bleibt lange Zeit undurchschaubar und die Auflösung war erst sehr spät zu erahnen. So mag ich das bei einem guten Krimi.

Judith, die Einzelgängerin, und Manni, der junge Karrieretyp, passen so gar nicht zusammen, sind auch beide nicht die großen Sympathieträger, es gibt zahlreiche Konflikte sowohl auf menschlicher als auf beruflicher Ebene. Auch die anderen Erzähler kämpfen mit vergangenen und aktuellen Problemen, niemand ist durch die Bank der strahlende Held mit weißer Weste, andererseits überfrachtet Gisa Klönne ihre Figuren auch nicht mit theatralischem Psycho-Kram, sondern bleibt nah an der Realität.

Wieder ein Beweis, dass es in Deutschland sehr gute Krimiautor(inn)en gibt!

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Pilzsucher entdecken im Wald eine junge Frau. Verstört, verschwitzt und blass. Sie ist die Försterin des Waldes und hat ein schreckliches Geheimnis entdeckt, verborgen auf dem Hochsitz ganz in der Nähe. Ein Toter nackt in der Kälte. Ein aufgedunsener Körper, gesichtslos, von Krähen zerfressen, umgeben vom Geruch des Todes, verwesendes Fleisch, blonde Haarsträhnen vom Schädel herabhängend. Und das an einem freundlichen Herbstsonntag mitten im idyllischen Bergischen Land unweit von Köln. Die hinzu gerufene Kommissarin quält sich mit dem Fall. Ihr eigenes Leben, geprägt von Verlust und zu vielen Zigaretten, ist ihr bei den Ermittlungen eine große Bürde. Und dann noch dieser junge Kollege, mit seinem vor Energie strotzenden Gehabe und gegelter Frisur. Kein Ersatz für ihren toten Partner.

Die Autorin malt ein bizarres Bild vor einer wahrlich malerischen Kulisse. Der Wald entblößt nach und nach seine düsteren Geheimnisse. Doch bis zur Lösung des Falles wird dem Leser so manch erschreckendes Rätsel gestellt.

Die Autorin überzeugt durch intelligent verknüpfte Handlungsstränge. Sie versteht es, den Leser zu verwirren, durch die häppchenweise Freigabe von Informationen, durch das Zurückhalten von Zusammenhängen und das Legen falscher Spuren. Jedes Kapitel schildert die Geschehnisse aus der Sicht einer anderen Figur. So wird der Leser vertraut mit den Gedanken einer jungen Frau im klosterähnlichen Meditationszentrum. Ihre Gefühle und Ängste, ihre Verbindung mit dem Toten und ihr Verhältnis zu den Mitbewohnern im Ashram. Der Leser wird in den nächtlichen Wald entführt, gemeinsam mit der Försterin. Die unheimliche Dunkelheit des Waldes, das Gefühl nicht allein zu sein, beobachtet zu werden, bedrücken den Leser, genau wie die Figur.

Durch die einfache flüssige Sprache, dem sehr kurzem Satzbau und der gewählten Zeitform wird eine Spannung aufgebaut, die sich durch das ganze Buch hindurch zieht, um am Ende nochmals anzusteigen. Es gibt Sätze die teilweise nur aus einem Wort bestehen. Die gewöhnungsbedürftige Zeitform Präsenz schafft die Illusion, mitten im Geschehen zu stecken, dabei zu sein, wenn die Untersuchungen laufen. Die Atmosphäre, die geschaffen wird fesselt den Leser bis zum Schluss. Einige wenige Längen sind jedoch auch enthalten, die vor allem depressiv stimmen. Ein Zeichen dafür, wie sehr der Leser im Geschehen ist, mit der nikotinsüchtigen Kommissarin mitfühlt, wenn sie über Vergangenes sinniert und trübselig ihr Schicksal bejammert.

Ein sehr unterhaltsamer und vor allem spannender Krimi, mit viel Stimmung und intelligent platzierten Erzählsträngen. Scharfsinnige Dialoge und bunt gezeichnete Figuren vor einer atmosphärischen Kulisse machen das Buch mehr als lesenswert und Vorfreude auf das nächste Buch der Autorin – wieder ein Krimi mit der hier agierenden und leider pausenlos rauchenden Kommissarin.

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Mitten im Wald wird auf einem Hochsitz eine nackte Leiche aufgefunden, das Gesicht von Krähen zerhackt. Mit der Aufklärung wird Judith Krieger betraut, zusammen mit ihrem jungen, unerfahrenen Kollegen Korzilius. Doch die erfahrene Kommissarin ist nicht bei der Sache: Seit ihr bester Freund und Kollege Patrick vor zwei Jahren im Dienst erschossen wurde, ist sie wie betäubt. Ihr Kollege weist erste Erfolge auf, ihr selbst unterlaufen Fehler bei der Ermittlung worauf sie beurlaubt wird. Doch ihr Kampfgeist erwacht und sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig: Der ganze Krimi ist im Präsens gehalten, was eine eigene Art von Eindrücklichkeit vermittelt. Hinzu kommt die Vorliebe der Autorin zu ungewöhnlichen Vergleichen. Zum Beispiel S. 21 ,Er lächelt, was sein Gesicht wie eine Kreuzung von Boris Becker und Kermit dem Frosch aussehen lässt.' oder S. 60 ,Die Depression frisst sich in ihre Wohnung, unaufhaltsam wie Sand in ein Ferienhaus...'. Doch nach ca. 100 Seiten hat man sich daran gewöhnt (vielleicht sind auch nur die Vergleiche besser geworden :-)) und die beklemmende Stimmung des Buches hält einen gefangen. Zu diesem Zeitpunkt legt sich auch die Verwirrung, die durch die Einführung zahlreicher Personen entstanden ist, so dass man gelegentlich etwas den Überblick verliert. Die Autorin legt mehrere Fährten, doch bei genauem Lesen ist einem recht schnell klar, wer hinter dem Mord steckt.

Spannend bleibt das Ganze dennoch, was sicherlich nicht zuletzt auch der guten und ausführlichen Darstellung der handelnden Personen zu verdanken ist. Deren Gefühls- und Gedankenwelt werden den Leserinnen und Lesern beeindruckend nahegebracht.

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