Helene Luise Köppel: Die Affäre Calas

Helene Luise Köppel: Die Affäre Calas

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Helene Luise Köppel: Die Affäre Calas
Verlag
ET (D)
2007
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783746623702

Informationen zum Buch

Seiten
400

Sonstiges

Erster Satz
Als ich zum ersten Mal vom Fall Calas hörte, hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass diese furchtbare Geschichte, die sich vor fast zweihundertfünfzig Jahren in Toulouse ereignete, mit meinem Leben verknüpft sein könnte, ja geradezu schicksalhaft mit ihm verbunden.

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An ihrem 33. Geburtstag erfährt die junge Anwältin Sandrine Feuerbach, daß ihre Tante Charlotte in Toulouse gestorben ist. Sandrine fährt sofort von Nürnberg nach Südfrankreich zur Beerdigung, wo etliche Überraschungen auf sie warten. Nicht genug, daß die Tante ihr zwei Anwesen Frankreich hinterlassen hat, in ihrem Testament offenbart sie das Geheimnis der Herkunft ihrer Familie. Sandrine ist eine echte Calas, und damit wird die grausame "Affäre Calas" des Jahres 1761 zu einem Teil ihrer Familiengeschichte. Damals war der älteste Sohn der Familie unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen. Die mysteriöse Bruderschaft der Weißen Büßer beschuldigte den Vater, seinen Sohn ermordet zu haben, weil er vom protestantischen zum katholischen Glauben konvertieren wollte. Als Sandrine alte Papiere findet und mit Hilfe ihres Jugendfreundes Henri weitere Nachforschungen anstellt, versucht jemand, sie zu ermorden, und Henri verschwindet spurlos. Alle Spuren führen zu zwei noch heute einflußreichen Geheimbruderschaften, die bereits beim Fall Calas nicht vor Mord zurückschreckten.

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Spannender und gut recherchierter Thriller um die Affäre Calas

Sandrine Feuerbach reist, nach dem sie von dem Tod von ihrer Tante erfahren hat, nach Toulouse, um an ihrer Beerdigung teilzunehmen, die Formalitäten zu klären und ihr Erbe anzutreten. Da sie ein sehr inniges Verhältnis mit ihrer Tante hatte, ist ihr schon von Anfang an klar, dass sie die Alleinerbin des Vermächtnisses ihrer Tante sein würde. Jedoch findet sich in der Hinterlassenschaft ihrer Tante auch noch ein Familiengeheimnis, auf dessen Spur sich Sandrine begibt. Ohne es zu bemerken gerät sie dabei in einen Strudel aus Verrat, Intrigen und Lügen, der sie bald in Todesgefahr bringt.

Aus der Ich-Perspektive erfahren wir von Sandrine wie sie von der Erbschaft ihrer Tante erfährt, wie sie schön langsam dem Familiengeheimnis auf die Spur kommt und wie sich damit ihr Leben rapide verändert. Schön zu beobachten ist dabei, wie Sandrine sich schließlich im Laufe der Geschichte, auch aufgrund der Gefahren etc. verändert und wie es einem Menschen ergeht, dessen gesamtes Leben durch ein Erbe so gut wie auf den Kopf gestellt wird.

Sandrine ist dabei eine sehr sympathische junge Frau, in die ich mich als Leser richtig gut hinein versetzen konnte und die mir von der ersten Seite an sehr nah war. Auch die Figuren neben Sandrine konnte man als Leser kennenlernen und welche Figur auf welcher Seite steht, war so eindeutig nicht zu bestimmen. Im Laufe des Buches kristallisierten sich bei vielen Personen noch Charaktereigenschaften heraus, die vorher noch nicht so präsent waren und einige der Figuren dann doch in einem ganz anderen Licht darstehen ließen.

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht. Positiv erwähnen möchte ich hier auch die Zitate von Voltaire, mit denen jedes Kapitel beginnt und den Leser auf den Inhalt des Kapitels einstimmt und die doch relativ kurzen Kapitel, die mir die Möglichkeit gaben doch mal eine Lese-Pause einzulegen, auch wenn das Buch gerade noch so spannend war.

Helene Köppel schafft es sehr gelungen, einen Bogen aus der Gegenwart in die Vergangenheit zur Affäre Calas zu spannen und am Ende alles miteinander in Verbindung zu bringen. Außerdem liefert sie historische Informationen und religöse Hintergründe, von denen ich bis dato noch gar nichts gehört hatte, wie die Anbetung der Schwarzen Madonna und die Weißen Büßer. Gleichzeitig darf man diesen Thriller aber nicht in die Reihe der gerade in Mode gekommenen Kirchenthriller einsortieren, sondern eher als Thriller, der ein sehr genaues, wenn auch sehr trauriges Bild von Menschen in Machtpositionen und mit einem gewissen Ansehen, zeichnet.

Sehr positiv finde ich auch den Anhang am Ende des Buches, in dem die historischen Fakten aufgelistet werden und nochmal ein Überblick darüber gegeben, was Tatsache und was Fiktion ist.

Ein sehr spannendes Buch, dass mir einige aufregende Lesestunden beschwert hat und das ich gerne weiter empfehlen werde!

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"Die Affäre Calas" hat mich vom ersten Augenblick an gefesselt, eine gelungene Mischung aus Thriller, Historischem Roman und Mystery, die sich Helene L. Köppel da ausgedacht hat. Dabei ist die Affäre Calas ein Fall, der tatsächlich passiert ist und der seiner Zeit sehr viel Aufmerksamkeit erfuhr, nicht zuletzt durch den engagierten Einsatz von niemand geringerem als dem Schriftsteller und Philosophen Voltaire, der ihn neu aufrollte.

Die eigentliche Geschichte spielt sich aber nicht im 18. Jahrhundert ab, sondern in der Gegenwart, die immer noch von der Affäre Calas überschattet ist. Auf mehreren Zeitebenen werden die Ereignisse rund um die Ich-Erzählerin Sandrine beleuchtet, die durch eine Erbschaft immer weiter in einen Strudel geheimnisvoller und auch gefährlicher Machenschaften hineingezogen wird. Geheime Bruderschaften, verschlüsselte Gemälde, schwarze Madonnen und nicht zuletzt die Chemieexplosion 2001 in Toulouse scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen, aber ehe die unglaubliche Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit aufgedeckt werden kann, ist es noch ein weiter Weg.

Die Figuren sind allesamt sehr lebendig und intensiv gezeichnet; keine künstlichen Supermänner und -frauen, sondern sehr realitätsnahe Charaktere mit all ihren Ängsten, Sehnsüchten und Gefühlen. Dies gilt insbesondere für die Hauptfigur Sandrine, aber auch die Nebenfiguren sind sehr liebevoll ausgefeilt, wie zum Beispiel Steffi, die bodenständige, fränkische Freundin von Sandrine oder auch Sokrates, ein geheimnisvoller Freund... Besonders gut gelungen ist es der Autorin, die südfranzösiche Atmosphäre zu vermitteln; als Südfrankreich-Fan fühlte ich mich sofort zuhause und konnte manche Szene direkt vor mir sehen, so echt wirkte die Darstellung auf mich.

Natürlich hat der Roman alles, was ein guter Thriller braucht; spannende Szenen, Rätsel, überraschende Wendungen, Action und ein Schuss Beziehungsdrama. Darüber hinaus haben mir insbesondere die tiefschürfenden Informationen zum geschichtlichen Hintergrund gefallen, denn die Autorin hat jede Menge historische Recherchen insbesondere in Bezug auf Kirche, Mystik und Kunst einfliessen lassen. Dabei wird es nie langweilig, da immer der Bezug zum eigentlichen Geschehen hergestellt ist und die Ausflüge in die Historie die Geschichte vorantreiben. Das Ende ist auf seine ganz besondere Art gelungen und hat mich sehr berührt.

Für mich ist der Roman ein wunderbares Stück Spannungsliteratur der anspruchvolleren Art und mir hat die Lektüre einige sehr anregende und informative Lesestunden bereitet. Sicher ist es eines der besten Bücher dieses Genres, die ich in den letzten Jahren gelesen habe - gerne mehr davon!

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