John Katzenbach: Die Anstalt

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John Katzenbach: Die Anstalt
Verlag
ET (D)
2006
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Madman's Tale
ET (Original)
2004
ISBN-13
9783426629833

Informationen zum Buch

Seiten
752

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Ich kann meine Stimmen nicht mehr hören und weiß daher nicht so recht weiter.

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Handlungsort

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Vor zwanzig Jahren, als junger Mann, ist Francis Petrel gegen seinen Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Mehrere Jahre hat er dort zugebracht - bis die Anstalt nach einer Mordserie geschlossen wurde. Noch immer hört Francis Stimmen, nimmt Medikamente. Die Erinnerung an die traumatischen Geschehnisse von damals ängstigt ihn, und er beginnt aufzuschreiben, was er erlebt hat - mit Bleistift, auf den Wänden seiner Wohnung. Wer war der mysteriöse Engel des Todes, der damals sein Unwesen trieb? Gibt es ihn überhaupt? Oder existiert er nur in Francis' Schreckensphantasien?

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Francis Petrel ist mit jungen Jahren in eine Irrenanstalt eingewiesen worden. Er hat Persönlichkeitsstörungen, mit denen er im Alltag ganz gut zurecht kommt, dennoch ist er in einer geschlossenen Anstalt. Der sensible Francis tut sich anfangs sehr schwer dort, doch schon bald freundet er sich mit einem neuen Insaßen an: Peter the Fireman. Die beiden verbindet die Tatsache, dass sie im Vergleich zu den anderen Patienten weitgehend klar denken können und sozusagen noch die normalsten unter den Verrückten sind. Natürlich ist das Leben in einer Anstalt nicht besonders schön oder abwechslungsreich, allerdings haben sich die beiden ganz gut arrangiert. Auch mit den Pflegern und vielen anderen Insaßen kommen sie ganz gut aus.

Doch dann passiert eine schreckliche Mordserie. Nicht nur eine Krankenschwester wird grausam ermordet, sondern auch Cleo, eine besonders beliebte Mitpatientin. Natürlich wird die Verwaltung langsam nervös, auch die labilen Patienten werden unruhig. Als schließlich die hübsche Staatsanwältin kommt und Ermittlungen anstellen will, zeigt sich die Anstaltsleitung alles andere als kooperativ. Daher greift sie auf zwei Insaßen zurück, die sozusagen direkt vor Ort ermitteln sollen: Francis und Peter. Sie haben nun die Aufgabe, jenen Patienten ausfindig zu machen, der nicht wirklich verrückt ist, sondern nur kaltblütig. Eine schwierige Aufgabe, die den beiden sehr gefährlich wird...

Der Roman ist überwiegend spannend und auch unterhaltsam, hat aber doch ziemliche Längen aufzuweisen. Interessant ist die Erzählperspektive. Der Leser erfährt die gesamte Geschichte als eine Art Rückblende, die Francis dabei erlebt, als er die Geschichte seinens Lebens 20 Jahre später an die Wände seiner Wohnung kritzelt. Eine wesentliche Schwäche des Buches liegt meiner persönlichen Meinung nach darin, dass die Staatsanwältin ausgerechnet zwei tatsächlich psychisch kranke Menschen als Ermittler einstellt - man nimmt das Katzenbach einfach nicht ab. Muss man sich nicht unbedingt antun.

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Die Bezeichnung „Psychothriller“ mag vielleicht etwas irritieren, denn ein typischer Thriller mit viel Blut und rasanter Handlung ist dieser Roman gewiss nicht. Doch gerade das hat mich, die ich ein wenig thrillergeschädigt bin, sehr angesprochen. Von Katzenbach habe ich schon „Das Opfer“ gelesen, was ich okay, aber nicht berauschend fand. Von „Die Anstalt“ bin ich dagegen nahezu restlos begeistert.

Es dauerte nicht lange, bis der flüssige Schreibstil mich in seinen Bann gezogen hatte. Ich fand das Buch auf keiner Seite langatmig oder gar langweilig, im Gegenteil, ich habe selten so etwas Spannendes gelesen. Manches Mal habe ich mich sogar ein klein wenig gegruselt. Besonders gelungen fand die Verknüpfung der beiden Handlungsstränge. Man merkt richtig, wie Francis in der Gegenwart immer mehr dem Wahnsinn verfällt, während er sowie seine Mitstreiter Peter und Lucy in der Vergangenheit dem Täter immer näher auf die Spur kommen. Aber nicht nur die Suche nach dem Mörder bestimmt die Handlung, auch das Leben in der Anstalt wird ausführlich beschrieben, was ich sehr interessant fand. Die Charaktere sind sehr plastisch dargestellt und eine Nebenfigur wie Cleo sorgt für das richtige Salz in der Suppe.

Vom Ende war ich nicht enttäuscht; ich hatte die ganze Zeit einen anderen Verdacht, der sich aber nicht bestätigt hat. Letztendlich habe ich das Buch mit einem zufriedenen Gefühl zugeklappt.

„Die Anstalt“ mag zwiespältige Meinungen hervorrufen, für mich ist es eines der besseren in diesem doch zuweilen sehr gleichförmigen Genre. Von Katzenbach werde ich sicherlich noch weitere Romane lesen.

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Francis „C-Bird“ Petrel ist erst 21 Jahre alt als die Stimmen in seinem Kopf überhand nehmen. Nachdem er mit einem Küchenmesser vor seiner Familie herumgefuchtelt hat, wird er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Als kurz darauf eines Nachts eine Krankenschwester ermordet aufgefunden wird, versuchen er und ein anderer Patient, Peter „the Fireman“ die ermittelnde Staatsanwältin zu unterstützen, die glaubt, dass es sich um einen Serienmörder handelt.

Die ganze Geschichte wird als Rückblick erzählt, es sind ca. 20 Jahre vergangen und die Klinik in der alles geschah ist geschlossen. Als anlässlich der Umgestaltung des Geländes eine Feier stattfindet, trifft Francis dort einen alten Mitpatienten wieder und wird von ihm animiert die ganze Geschichte, so wie sie wirklich stattgefunden hat und nicht so wie sie im Nachhinein dargestellt wurde, zu erzählen bzw. aufzuschreiben. Francis der eine unscheinbares Leben führt, brav seine Medikamente nimmt und zur ambulanten Therapie geht, beginnt tatsächlich alles aufzuschreiben und versinkt dabei immer mehr in der Vergangenheit.. Die Erinnerungen nehmen in gefangen und sein aktuelles Leben löst sich in seinen Bestandteile auf, während er die Wände seines Appartements mit den Details von damals vollkritzelt.

Mit erschreckender Eindringlichkeit wird das Leben in der Psychiatrie und auch der Innenleben des Patienten Francis geschildert. Während die Grenzen zwischen Wahnsinn und normalem Verhalten immer mehr verwischen zweifelt man als Leser immer mehr daran ob Francis jetzt die objektive Wahrheit erzählt oder etwas was seinen Wahnvorstellungen entspringt. Man versucht den Mörder zu entdecken und ist sich nicht sicher ob er unter den Patienten zu suchen ist, vielleicht ist er auch ein Arzt oder ist der mörderische Engel womöglich eine verdrängte Persönlichkeit von Francis selbst?

Spannend und mitreißend erzählt, auch wenn die Krimihandlung manchmal hinter den Alltäglichkeiten der Klinik zurückbleibt, während man als Leser immer wieder die Wahrnehmungskriterien ändern muss, um mit Verrücktheit und Normalität gleichzeitig Schritt zu halten.

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Wer der Meinung ist, zu einem guten Thriller gehört eine genaue Beschreibung des Täters und des Motivs, sollte von diesem Buch die Finger lassen. Hauptperson ist Francis, ein junger Schizophrener, aus dessen Sicht die vergangenen und gegenwärtigen Geschehnisse größtenteils geschildert werden. Der ständige Kampf mit seinen Stimmen im Kopf, die Beschreibung der Mitinsassen, der Pfleger und der Atmosphäre in der Anstalt verleiht der Geschichte eine Spannung, die die Suche nach dem Engel zeitweise fast nebensächlich erscheinen lässt.

Ärgerlich ist aber die Übersetzung und das Lektorat:

Selten habe ich so viele Fehler innerhalb kurzer Zeit gelesen, manchmal hatte ich schon den Verdacht, hier war eine Übersetzungsmaschine am Werk. Nur ein paar Beispiele:

Beginnend ab Seite 39 werden das ganze Buch hindurch lebende(!) PatientInnen auf Bahren herumgetragen.

Ein Hüne mit über 1,95m Größe wiegt um die 1 1/2 Zentner (Seite 41).

Ein Mann hat Ofenröhren-Beine (Seite 75).

Ein Ausschnitt vom eierschalenblauen Himmel (737) usw.

Und das sind nur krasse Beispiele. Immer wieder denkt man beim Lesen: Das klingt ja komisch, der Satzbau ist merkwürdig. Viel Mühe wurde hier offenbar nicht in die Übersetzung investiert.

Auch eine/n LektorIn scheint das Buch nicht gesehen zu haben: Es wimmelt von unlogischen Geschehnissen, die auch im Laufe der Geschichte nicht aufgeklärt werden. Peinlich, kann ich da nur sagen.

Fazit: Wer über die schlechte Übersetzung und die 'Unlogiken' hinweglesen kann, hat eine gute Story aus einer mal etwas anderen, ungewöhnlichen Sicht.

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