Benjamin Constable: Die drei Leben der Tomomi Ishikawa

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Benjamin Constable: Die drei Leben der Tomomi Ishikawa
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Three Lives of Tomomi Ishikawa
ET (Original)
2013
ISBN-13
9783839001578

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Schlagworte

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Handlungsort

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Tomomi Ishikawa ist tot. Sie hat sich umgebracht, so steht es in dem Abschiedsbrief an ihren Freund Ben Constable. Doch Tomomi weigert sich hartnäckig, in Frieden zu ruhen. Stattdessen hinterlässt sie Ben eine Menge rätselhafte Botschaften, die ihn, ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd, durch Paris, New York und Tomomis Vergangenheit führen. Ben würde gerne glauben, dass es sich bloß um ein Spiel handelt, dass die Geschichten, die Tomomi ihm hinterlassen hat, nur Ausgeburt ihrer Fantasie sind, doch dann offenbaren sie ihm ein grausames Geheimnis. War Tomomi Ishikawa in Wahrheit eine Serienmörderin? Und ist sie tatsächlich tot? Bald weiß Ben nicht mehr, was Fiktion und was Realität ist.

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Verückt, abgedreht und doch auch poetisch!

Am Ende lässt der Autor viele Möglichkeiten die Handlung weiter zu spekulieren und sich zu fragen, welche dieser Überlegungen am wahrscheinlichsten ist. Genau das gefällt mir vielleicht an "Die drei Leben von Tomomi Ishikawa" am besten. Ben Constable setzt uns keine beliebige Handlung vor, sondern spielt mit dem Leser, genauso wie Tomomi mit Ben. Was wie ein Roman über wahre Freundschaft beginnt, bewegt sich nach und nach auf Abgründe zu, an die man zu Beginn gar nicht gedacht hatte. Vor allem Tomomi erscheint nach und nach in einem ganz anderen Licht. Über sie erfährt man Dinge, die man als bester Freund niemals erfahren wollte. Und doch fand ich gerade diese Passagen von einer wunderbaren fast schon poetischen Schönheit, sie gehörten zu meinen absoluten Lieblingskapiteln des Romans. Und gerade diese Poetik macht die Dinge die dort beschrieben werden, auf der anderen Seite umso erschreckender. Trotzdem verschwimmen Wahrheit und Fiktion immer mehr, bald weiß man auch als Leser nicht mehr, was man glauben soll. Ist das alle nur erfunden und wer ist Tomomie eigentlich wirklich?

Ben ist für mich eine Figur die ich zwar mochte, aber irgendwie auch sehr naiv. Er hinterfragt vor allem Tomomi in keinster Weise, sondern rennt im Grunde blind los, ohne sogar zu überprüfen ob Tomomi wirklich tot ist, wie sie in ihrem ersten Brief behauptet. Selbst der Leser kann sich dessen eigentlich nie ganz sicher sein. Und genau hier liegt für mich die große Stärke von Constables Roman. Er setzt nichts vor sondern lässt genügend Spielraum und wirkt an manchen Stellen gerade dadurch irgendwie auch ein klein wenig verstörend.

Normal ist anders und sowieso furchtbar langweilig - finde ich zumindest. Genau deshalb konnte mich der Roman dann auch begeistern. Je abgedrehter es wurde, desto besser gefiel es mir. Ich habe mich einfach fallen lassen und bin dadurch ganz und gar in die Handlung eingetaucht. Je weniger man hinterfragt desto besser.

Für mich ein Buch mit dem ich mich trotz oder gerade wegen der schrecklichen Dinge, die er beschreibt, sehr wohl gefühlt habe. Es fiel mir jedoch auch schwer, meine Gedanken dazu in Worte zu fassen. Andererseits habe ich gerade deshalb gedanklich noch lange nach dem Lesen, darüber nachgedacht. Für mich ganz persönlich hat sich das Lesen jedenfalls definitiv gelohnt und ich werde den Autor im Auge behalten, ich denke da ist noch eine Steigerung möglich!

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Außergewöhnliche Geschichte

Ben Constable ist ein Mann Mitte 30, lebt in Paris und ist ein wenig eigenbrötlerisch. Er hat eine Katze mit dem kreativen Namen Cat, allerdings ist der Kater unsichtbar und imaginär. Mit Tomomi Ishikawa verbindet ihn eine langjährige Freundschaft und er dachte, er kennt sie gut. Doch als er eines Tages einen Brief von ihr erhält, in dem sie ihm schreibt, sie hätte sich umgebracht, muss er feststellen, dass er nicht wirklich viel von ihr wusste. Sie hinterlässt ihm ihren Laptop, auf dem sich einige rätselhafte Dokumente finden. Zum einen führen ihn diese auf eine Art Schnitzeljagd durch Paris und später durch New York, zum anderen beschreiben einige der Geschichten Morde, die Tomomi angeblich begangen hat –sind diese Geschichten ihrer Phantasie entsprungen oder tatsächlich so geschehen? Ben weiß bald nicht mehr, was er eigentlich noch glauben soll.

Das Buch macht es dem Leser zu Beginn nicht unbedingt leicht. In ausschweifenden Briefen setzt sich nach und nach das Geschehen zusammen und man lernt die beiden Hauptfiguren kennen, die eine allerdings nur noch passiv durch ihre Briefe und die Erzählungen und Gedanken ihres Freundes Ben.

Die Beschreibung der vielen besonderen kleinen Orte in einer Stadt wie Paris fand ich sehr spannend, beim Lesen wünschte ich mir, die Stadt besser zu kennen und beim nächsten Besuch auf ähnliche kleine Besonderheiten zu stoßen, wie sie hier immer wieder dargestellt werden und wie sie so wohl in keinem handelsüblichen Reiseführer zu finden sind.

Die Geschichten von Tomomi hingegen schockieren und brüskieren, man mag sich kaum vorstellen, dass sie tatsächlich wahr sein könnten.

Die Frage, was Realität ist und was Fiktion, zieht sich von Anfang an durch das Buch, dies beginnt natürlich schon mit dem Namen des Autors, der gleichlautend zu dem des Protagonisten ist.

Das Ende lässt dann auch entsprechend viel Spielraum für Auslegung und Interpretation, so dass das Buch auch nach dem Zuklappen zumindest bei mir noch für einiges Nachdenken sorgte – eine wirklich außergewöhnliche Geschichte, auf die man sich allerdings einlassen können muss.

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Schönes Verwirrspiel

Was will uns eigentlich hier wer glauben machen? Tomomi Ishikawa ist tot. Schreibt sie. Und wir glauben es, einen ganzen Roman lang. Obwohl wir mehr und mehr vom Glauben abfallen, immer mehr zweifeln, an verschiedenen Anzeichen zu entdecken meinen, dass sie nicht tot sei.

Tomomis Freund Ben Constable verwaltet ihren Nachlass in Form eines Laptops. Darauf gespeicherte Textfragmente, kurzgeschnittene Mordsgeschichten, lassen ihn zu einer Art Schnitzeljagd aufbrechen. Denn Ben ist sich nicht so ganz klar über den Verbleib seiner Freundin. Von Paris geht er dabei nach New York, trifft dort Beatrice und sucht fleißig und akribisch stochernd weiter. Immer näher an der Lösung wird die Geschichte immer verwirrender. Ist Tomomi wirklich tot? Und was hat es mit den Geschichten auf sich? Sind sie wahr, sind sie erfunden?

Constable lässt seinen Constable eine sehr schöne, vor allem aber immer spannender werdende Geschichte erzählen. Manche Nebenfigur ist dabei besser gestaltet als die Hauptakteure.

Ein empfehlenswertes Buch. Einzelne Passagen, vor allem die Morde, sind besonders gut.

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Außergewöhnliches Leseabenteuer

Meine Meinung
Der Roman „Die drei Leben der Tomomi Ishikawa“ von Ben Constable ist ein äußerst unterhaltsames und zugleich genial ausgeklügeltes Verwirrspiel, bei dem immer wieder die Grenzen von Realität und Fiktion zu verschwimmen scheinen.
Schon der äußerst geschickte Einstieg nach dem einleitenden Gespräch zwischen Tomomi und Ben gibt Rätsel auf, und lässt einen vermuten, dass wir es hier mit einer Geschichte in einer Geschichte zu tun haben. So hat mich die mysteriöse Handlung schon ab der ersten Seite in ihren Bann gezogen und zugleich unglaublich viele Fragen aufgeworfen. Was steckt hinter dem ganzen? Was darf ich alles glauben? Was soll mir hier suggeriert werden?
Sehr rasant und fesselnd ist die abenteuerliche Schnitzeljagd zu den unterschiedlichsten Schauplätzen in Paris und New York, auf der wir Ben begleiten. Wir werden regelrecht mitgerissen von dieser verwirrenden Spurensuche nach Tomomi und ihrer Vergangenheit und werden zugleich mit Enthüllungen über das Leben dieser seltsamen Frau konfrontiert, die uns nachdenklich, schockiert und irritiert innehalten lassen.
Gemeinsam mit Ben müssen wir uns ein ums andere Mal verwirrt fragen, ob es sich hier überhaupt um Wahrheit, Einbildung oder bewusste Manipulation handelt. Die außerordentlich raffinierte Geschichte ist bis zum Ende hin komplex konstruiert und absolut nicht vorhersehbar. Immer neue Geheimnisse und überraschende Wendungen lassen unterschiedliche Sichtweisen und Deutungen der Ereignisse zu. Dieser vielschichtige Roman ist eine echte Herausforderung für uns Leser, die mich sehr begeistern konnte, da ich es liebe bei Geschichten zu spekulieren und mitzurätseln.
Hervorragend ist auch der wundervoll bildhafte und abwechslungsreiche Schreibstil des Autors, der sowohl mit melancholischen als auch mit sehr humorvollen Momenten angereichert ist, und oft eine faszinierend dichte Atmosphäre heraufbeschwört. Sehr facettenreich und lebendig sind auch die Schilderungen der verschiedenen Schauplätze, die mich mit den vielen Details begeistern konnten und Lust darauf machen, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.
Auch die beiden Protagonisten Ben und Tomomi sind äußerst vielschichtig und liebevoll ausgearbeitet. Sie bleiben stets etwas undurchsichtig und mysteriös, und gaben mir mit ihren komplizierten Persönlichkeiten viele Rätsel auf.
Ein echtes, zugegeben ziemlich skurriles Highlight ist für mich auch Bens „imaginäre“ Katze Cat, die nur von ihm gesehen werden kann und ihm immer in heiklen Situationen unterstützend zur Seite springt.
So endet dieser verwirrende Roman nach einem erneuten Überraschungsmoment auch äußerst vieldeutig und lässt uns mit vielen offenen Fragen zunächst etwas ratlos zurück.
Der Autor überlässt es uns Lesern, nochmals das Gelesene zu überdenken, die Antworten zwischen den Zeilen zu finden und ein für uns stimmiges Gesamtbild zu erhalten!

Fazit
Ein verwirrendes, anspruchsvolles und sehr außergewöhnliches Leseabenteuer – witzig, berührend, skurril und nachdenklich stimmend! Eine aufregende Schnitzeljagd inmitten von Wahrheit, Realität und Fiktion! Sehr lesenswert!

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