Linus Geschke: Die Lichtung

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Linus Geschke: Die Lichtung
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783548286365

Informationen zum Buch

Seiten
384

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ich wollte die Mappe nicht öffnen.

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Handlungsort

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Sommer 1986: Eine Kölner Clique verbringt ein Party- Wochenende in einer Blockhütte im Bergischen Land. Zwei Tage lang Bier, Musik, Baggersee und Flirts. Am Ende sind zwei junge Menschen tot – das Mädchen vergewaltigt und erstochen, der Junge brutal erschlagen. Der Doppelmord wird nie aufgeklärt. Der Kölner Zeitungsredakteur Jan Römer soll Jahre später über den ungelösten Kriminalfall schreiben. Römer erinnert sich gut, denn das Wochenende im Wald war das Ende seiner Jugend – er gehörte selbst zu jener Clique. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Mütze will er herausfinden, was damals wirklich geschah. Zu spät merkt er, in welche Gefahr er sich dadurch bringt...

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Die Lichtung

Jan Römer ist Journalist und erhält von seinem Chef den Auftrag in einer Mordsache zu recherchieren, die viele Jahre zurückliegt. Im Jahr 1986 kamen zwei junge Menschen im Bergischen Land während eines Wochenendes in einer Blockhütte ums Leben, ein Junge und ein Mädchen. Das Mädchen wurde sogar vergewaltigt. Der Täter wurde nie gefasst. Jan ist hin- und hergerissen. Einerseits reizt ihn diese neue Aufgabe, andererseits aber möchte er in Kürze seiner Frau und seinem Sohn in den Urlaub folgen und dann gibt es da auch noch die Tatsache, dass Jan den damaligen Sachverhalt nur zu gut kennt. Er selbst war Teil der Clique, die damals im Bergischen Land war. Er kennt bzw. kannte alle, die dieses Wochenende überlebt haben und auch die damaligen Opfer.

Dennoch siegen in Jan wohl die berufsbedingte Neugier und sein Ehrgeiz, das was damals geschah nun endlich endgültig aufzuklären. Bei seinen Nachforschungen unterstützt ihn eine ehemalige Kollegin und Freundin, genannt Mütze. Schon nach den ersten Kontakten zu den alten Freunden, stellen sich gegenüber Jan und seiner Familie erste Bedrohungen ein und so ist schnell klar, dass sich hier jemand in die Enge getrieben fühlt. Jan aber gibt nicht auf und ermittelt weiter.

Der Autor Linus Geschke entführt seine Leser in „Die Lichtung“ zurück in die 80er Jahre und lässt Erinnerungen an die Neue Deutsche Welle aufleben. In Rückblicken erfährt der Leser was damals geschah. Dabei werden alle Mitglieder der Clique beleuchtet und es bieten sich verschiedene mögliche Täter. Ganz geschickt lenkt der Autor so die Vermutungen des Lesers hinsichtlich der Frage wer der Täter ist mal in die eine und mal in die andere Richtung. Dabei entsteht ein hoher Spannungsbogen, der sich erst ganz am Ende der Geschichte auflöst. Das ist wirklich toll gemacht.

Auch Jans Privatleben kommt hier nicht zu kurz, wobei ich ihm manchmal etwas mehr Entscheidungsfreude gewünscht hätte, was diese Dinge anbelangt. In seinen Nachforschungen erschien er mir da wesentlich geradliniger. Aber so ist eben auch jeder Mensch anders und wieso sollte der Protagonist einer Geschichte nicht auch seine Ecken und Kanten haben? Diese machen ihn schließlich zu dem, der er ist.

„Die Lichtung“ ist ein spannendes Krimidebüt und ich hoffe schon bald mehr zu lesen von Linus Geschke und vielleicht spielen dabei ja auch Mütze und Jan wieder eine Rolle.

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Packendes Verwirrspiel

Jan Römer ist Journalist. Kurz vor der Sommerpause erhält er von seinem Chefredakteur den Auftrag, einen 27 Jahre alten Fall neu aufzurollen und zu beleuchten. Was sein Vorgesetzter nicht weiß: Jan war damals selbst unmittelbar mit dabei, es waren er und seine Clique, die im Sommer 1986 ein Wochenende im Bergischen Land verbrachten, welches für zwei von ihnen tödlich endete.
Jan selbst hat die Erlebnisse von damals lange verdrängt, dennoch nimmt er den Auftrag an. Er fühlt sich verpflichtet, die Wahrheit über den nie aufgeklärten Doppelmord ans Licht zu bringen. Gemeinsam mit seiner ehemaligen Kollegin und Freundin Stefanie, genannt Mütze, macht er sich daran, die Vergangenheit aufzurollen.

Es handelt sich hier um den ersten Kriminalroman des Journalisten Linus Geschke, was man aber wirklich nicht merkt. Sehr routiniert baut er die Spannung auf, spielt gekonnt mit verschiedenen Fährten und blendet immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit. Gerade diese Rückblenden haben mir sehr gut gefallen, das Feeling der 80er Jahre kommt hier hervorragend rüber, ich fühlte mich wunderbar in diese Zeit versetzt, auch wenn ich selbst damals noch zu jung war, um sie aktiv mitzuerleben. Aber auch ich weiß noch, dass Twix einmal Reider hieß und die Musik dieser Jahre ist natürlich sowieso bis heute unvergessen.

In der Gegenwartshandlung hangelt sich Jan Römer von einem seiner ehemaligen Freunde zum nächsten und von Treffen zu Treffen schwankte mein Verdacht darüber, was damals wohl vorgefallen sein könnte und wer dafür verantwortlich war. Ein großes Lob an den Autor, dass ich bis zum Ende nicht sicher sein konnte!

Die Handlung konnte mich also absolut überzeugen, die Figuren mit kleinen Abstrichen ebenso. Jan Römer ist ein glaubwürdiger und realistischer Protagonist. In vielen kleinen Szenen handelt er meiner Meinung nach sehr authentisch und gefiel mir damit besser als manch überzogen perfekt dargestellter Held. Die damalige Clique lernt man nach und nach kennen, so dass ihre Handlungen damals und ihre jeweilige Entwicklung mich ebenfalls überzeugen. Einzig Jans Freundin und Helferin Mütze blieb für mich etwas blass und konnte mich nicht wirklich für sich einnehmen.

Insgesamt für mich aber ein spannender und super geschriebener deutscher Krimi, dessen Fortsetzung auf jeden Fall auf meinem Wunschzettel landen wird!

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Spannung pur!

Jan Römer, seines Zeichens Zeitungsredakteur für die Bereiche Reise und Sport beim Magazin „Die Reporter“, findet eines morgens auf seinem Schreibtisch Unterlagen zu einem Fall vor, über den er im nächsten Magazin einen Bericht schreiben soll. Eigentlich gehört das Thema ins Ressort „Zeitgeschichte“ aber da der Kollege der dafür zuständig ist einen Unfall hatte, wird sein Fachbereich auf die übrigen Kollegen verteilt.

Nachdem Jan die Aufschrift auf der Mappe gelesen hat, erleidet er einen Schwächeanfall.

Auf der Mappe mit den Unterlagen steht geschrieben:
Ungeklärter Kriminalfall, Bergisches Land, 1986.

Niemand in der Redaktion weiß, dass Jan damals ein Teil dieser Clique war für die an einem heißen Tag im Sommer 1986 die unbeschwerte Jugend von jetzt auf gleich zu Ende war und 2 der Jugendlichen tot sind.

Fazit:

Mit „Die Lichtung“ hat der Autor Linus Geschke seinen Debüt-Krimi geschrieben. Nach Auskunft auf seiner Homepage, die ich kürzlich besuche habe, hatte er vorher lediglich 2 Sachbücher geschrieben. Bis zu diesem Zeitpunkt an dem ich das las, dachte ich, dass der Autor ein alter Hase in diesem Genre sei. Nachdem ich das Buch beendet habe kann ich nur sagen „Chapeau“ – ein super gelungener Auftakt.

Der Leser erfährt die ganze Wahrheit über das August-Wochenende in 2 Handlungssträngen. Im Gegenwart-Strang erzählt Jan wie es ihm jetzt und heute mit der Sache geht, wie er es angeht das Verbrechen zu durchleuchten und die Kontaktaufnahme zu den Freunden die heute noch leben. Der zweite Strang führt den Leser in den August 1986 zurück. Beide Stränge sind in der Ich-Form geschrieben und laufen zum Ende des Buches logisch ineinander.

Am Anfang werden alle damaligen Freunde lediglich namentlich aufgeführt, nach und nach lernt der Leser jedoch alle Beteiligten ausführlich kennen. In jedem Kapitel gibt es Hinweise darauf, wer der Mörder gewesen sein könnte, wie sich alles zugetragen haben könnte – und im nächsten Kapitel wirf man seine Theorien wieder über den Haufen. Zumindest mir ist es so ergangen, dass ich bis zum Schluss völlig im Dunkeln tappte wer der Mörder war und die Auflösung hat mich tatsächlich überrascht. Die Spannung wird wirklich bis zum letzten Moment gehalten und das Buch hat „Lesenacht“-Character.

Mir hat es Spass gemacht nach Köln ins Jahr 1986 zu reisen. Der ein oder andere erwähnte NDW-Song (Neue Deutsche Welle für jüngere Generationen :-D ) blieb mir wieder eine ganze Zeit lang im Gedächtnis. Der Haupt-Protagonist Jan ist für mich glaubhaft geschildert, seine langjährige (platonische) Freundin „Mütze“, die ihm bei der Recherche hilft, ist nicht ganz so präsent aber sie war ja auch nicht die Hauptperson. In Mützes Character steckt ganz sicher noch Potential drin und im Herbst 2015 erscheint der 2. Krimi mit Jan Römer – hoffentlich treffen wir Mütze dort wieder.

So macht Krimi Spass!

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Bist du für die Geister deiner Vergangenheit bereit?

Zum Inhalt:

Im Sommer des Jahres 1986 wollen eine Gruppe Jugendlicher ein ausgelassenes Wochenende in einer Hütte im Bergischen Land verbringen, was als entspannter Ausflug voller Essen, Alkohohl und Liebe begann endet in einem Alptraum, an dem die Jugendlichen noch 27 Jahre später zu kauen haben: Zwei Jugendliche wurden getötet, für die pupertierenden Kinder von damals ist der Fall eindeutig, doch ist die offensichtliche Wahrheit immer die richtige Wahrheit? Denn 27 Jahre später wird Jan Römer mit der Aufklärung des Falls beauftragt und muss in eine dunkle Vergangenheit abtauchen, die auch in schmerzlich betrifft.

Zum Buch:

Die Geschichte wird aus der Sicht Jans erzählt, der in der Gegenwart als Journalist arbeitet, in Rückblenden erfahren wir, was sich damals zugetragen hat. Mir haben diese Einschübe sehr gut gefallen, so werden die Geschehnisse nicht nur aus Zusammenfassungen der Beteiligten ersichtlich, sondern der Leser bekommt einen umfassenden Blick auf die vergangen Ereignisse und kann sich so ein besseres Bild machen.

Die Figuren waren auch soweit alle gut getroffen, nur Mütze wirkte alles in allem ein wenig blass, trotz dass sie im Roman eine wichtige Rolle zugeteilt bekam.
Auch Jan, der Erzähler, ist gut getroffen und auch seine privaten Probleme lassen ihn authentisch wirken.

Mir ging es sicher wie dem einen oder anderen, ich konnte mich bis zum Schluss auf den Täter festlegen, da die Fährten so geschickt gelegt wurden, dass es am Ende jeder
gewesen sein könnte, zwar konnte man sich an der einen oder anderen Stelle auf einen Verdächtigen festlegen, wurde aber mehrere Seiten später wieder verworfen.

Auch das Ende, also der große Showdown im Wald, war logisch und wirkte nicht übertrieben bzw. an den Haaren herbeigezogen.

Die Spannung ging zu keiner Zeit flöten, ich hatte dadurch keine Probleme bis zum Ende durchzuhalten.

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Ein bedeutungsvoller Sommer

Die Lichtung

Die Ehe von Jan Römer ist nicht mehr die beste. Seine Frau Sarah ist mit Sohn Lukas schon im Urlaub an der Nordsee. Jan hat vergessen, den Urlaub rechtzeitig zu beantragen und kann deshalb erst eine Woche später folgen. Doch dann bekommt er den Auftrag, einen Bericht über einen 27 Jahre zurückliegenden ungeklärten Mordfall zu schreiben. Jan kann es nicht fassen – nach all den Jahren holt ihn die Vergangenheit wieder ein: die beiden Mordopfer sind seine Freunde aus der Jugend gewesen. Jetzt will Jan die Wahrheit herausfinden und macht sich mit Mütze, einer ehemaligen Kollegin, die seit einer Erbschaft das Leben als Privatier genießt, auf die Jagd nach dem Mörder. Er trifft die alten Freunde wieder und die alten Gefühle kommen hoch ...

Linus Geschke hat es geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Zeile an seinen Krimi zu fesseln. Mir wurde fast schon schwindlig, so lebendig und realtiätsnah hat er die Story von Jan und seiner Clique geschildert. Der Leser erlebt immer wieder Zeitsprünge von der Gegenwart ins Jahr 1986, wird aber nie davon überrannt. Es ist unbeschreiblich, wie leicht man Jans Gedanken folgen kann. Es ist, als erinnere man sich selbst daran. Ein bißchen ist das auch so, denn Geschke hat die 80er unglaublich gut eingefangen und lebendig werden lassen. Immer wieder mal eingestreute Songtitel und Namen von Musikern holen noch mehr das Feeling dieser Zeit zurück. Dabei ist die Dosierung perfekt – man wird es nicht satt, es passt genau.

Die Protagonisten zeichnet er mit wenigen, aber exakten Pinselstrichen gerade so klar, dass dem Leser genug Raum für sein eigenes Kopfkino bleibt. Dabei hat jede Figur ihren ganz eigenen Charakter und ihre ganz eigene Persönlichkeit. Das wahre Leben wird hier widergespiegelt. Erste Liebe, Unstimmigkeiten unter Freunden, Pubertätsprobleme – es ist alles eingebaut und macht die Story umso lebendiger. Die eine oder andere Person möchte man am liebsten selbst kennenlernen. Oktay beispielsweise ist ein ganz besonderer Typ, der sich sicher auch in den 80ern pudelwohl gefühlt hätte. Und Mütze ist natürlich der Hit schlechthin! Schwimmt im Geld und lässt andere trotzdem gern die Restaurantrechnung übernehmen – aber sie ist wach und hört zu, hilft und ist einfach eine Powerfrau.

Geschke kommt mit „nur“ zwei Leichen, von denen man sehr früh erfährt, sehr weit. Die Spannung baut sich sanft auf, hat immer wieder kleine und mittlere Spitzen, um im Showdown mit einem Überraschungseffekt ihren Höhepunkt zu finden. Bis dahin hat der Leser ein Kaleidoskop an Gefühlen durchlebt. Man spürt das Herzklopfen der Verliebten, trauert mit Jan um seine verlorenen Freunde, grübelt mit ihm über seine wackelige Ehe nach, staunt über so manche Figur und Handlung und lacht immer wieder, denn Geschke fängt auf wunderbare Weise Situationen so gut ein, dass man ihre Absurdität, der man selbst im wahren Leben immer wieder begegnet, geradezu genießen kann.

Ich habe es sehr genossen, mit Jan die 80er wieder revuepassieren zu lassen und mich an meine eigene Clique und unsere gemeinsame Zeit, an das Lebensgefühl damals und die Jugend ansich zu erinnern. Mit ihm herauszufinden, wie es zu der Tat kommen konnte, wer zu dieser Tat fähig war und wie sich seine Freunde von damals entwickelt haben und wie und wer sie heute sind – das hat großen Spaß gemacht. Für mich ist „Die Lichtung“ mein Lesehighlight 2014!

Von daher: Fünf blitzeblanke Sterne und eine dringende Leseempfehlung!

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Schön ist die Jugendzeit - sie kommt nicht mehr



so heißt es in einem alten Lied und Jan, ein Kölner Journalist, ist eigentlich ganz froh darüber, gab es doch in seinen Jugendjahren ein Ereignis - den Tod zweier Altersgenossen - das er am liebsten für immer vergessen möchte. Der Verdrängungsmechanismus funktioniert erfolgreich: aber nur, bis sein Chef auf die Idee kommt, Jan zu genau diesem, inzwischen 27 Jahre zurückliegenden Fall recherchieren zu lassen. Er ist nämlich nie aufgeklärt worden.

Wie damals ist gerade Hochsommer und Jan sollte eigentlich in Kürze seiner Familie an die Nordsee folgen. Doch zusammen mit Freundin Mütze - Recherchegenie und echter Kumpel in Zeiten der Not - legt er los. Sie waren damals eine ganze Clique, die in der Südstadt ihr (Un)Wesen trieb, eine Clique auf einem Ausflug ins Bergische Land, von dem zwei nicht lebend zurückkehrten. Die Folge - zerbrochene Freundschaften und Jugendlieben in Hülle und Fülle, denn nach diesem Wochenende konnte nichts mehr so sein wie zuvor. Daher ist der Aufwand, die alten Freunde wieder aufzutreiben, kein geringer.

Schnell wird klar - nicht zu jedem war die Zeit gnädig, nein, wirklich nicht. Jan hat bei weitem nicht nur angenehme Erlebnisse beim Wiedertreffen der alten Freunde und zudem kehrt die Gewalt schnell wieder zurück...

Ein spannendes Buch, das atmosphärisch in Köln und sein Umland eingebettet ist - man möchte wirklich Köln-Touristen raten, dieses Buch als Lektüre mitzunehmen und den Wegen in der Südstadt, in Ehrenfeld und in Sülz zu folgen - man würde so einiges "echt Kölsche" mitnehmen können.

Leider sind die Charaktere nicht ganz so eindringlich geschildert wie die Stadt und bleiben zu einem großen Teil recht blass, was bei der spannenden inhaltlichen Ausrichtung und den durchaus eindrucksvollen Rückblenden ins Jahr 1986 doch recht schade ist. Auch einige besonders verheißungsvolle Erzählstränge verlaufen leider ins Nichts und so war das Buch trotz eines veritablen Showdowns für mich nicht ganz so spannend wie erhofft.

Aber in Jan und seinem Umfeld steckt viel Potential und so freue ich mich schon von ganzem Herzen auf den in Aussicht gestellten 2. Band, der hoffentlich recht bald folgen wird!

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Schön ist die Jugendzeit - sie kommt nicht mehr

so heißt es in einem alten Lied und Jan, ein Kölner Journalist, ist eigentlich ganz froh darüber, gab es doch in seinen Jugendjahren ein Ereignis - den Tod zweier Altersgenossen - das er am liebsten für immer vergessen möchte. Der Verdrängungsmechanismus funktioniert erfolgreich: aber nur, bis sein Chef auf die Idee kommt, Jan zu genau diesem, inzwischen 27 Jahre zurückliegenden Fall recherchieren zu lassen. Er ist nämlich nie aufgeklärt worden.

Wie damals ist gerade Hochsommer und Jan sollte eigentlich in Kürze seiner Familie an die Nordsee folgen. Doch zusammen mit Freundin Mütze - Recherchegenie und echter Kumpel in Zeiten der Not - legt er los. Sie waren damals eine ganze Clique, die in der Südstadt ihr (Un)Wesen trieb, eine Clique auf einem Ausflug ins Bergische Land, von dem zwei nicht lebend zurückkehrten. Die Folge - zerbrochene Freundschaften und Jugendlieben in Hülle und Fülle, denn nach diesem Wochenende konnte nichts mehr so sein wie zuvor. Daher ist der Aufwand, die alten Freunde wieder aufzutreiben, kein geringer.

Schnell wird klar - nicht zu jedem war die Zeit gnädig, nein, wirklich nicht. Jan hat bei weitem nicht nur angenehme Erlebnisse beim Wiedertreffen der alten Freunde und zudem kehrt die Gewalt schnell wieder zurück...

Ein spannendes Buch, das atmosphärisch in Köln und sein Umland eingebettet ist - man möchte wirklich Köln-Touristen raten, dieses Buch als Lektüre mitzunehmen und den Wegen in der Südstadt, in Ehrenfeld und in Sülz zu folgen - man würde so einiges "echt Kölsche" mitnehmen können.

Leider sind die Charaktere nicht ganz so eindringlich geschildert wie die Stadt und bleiben zu einem großen Teil recht blass, was bei der spannenden inhaltlichen Ausrichtung und den durchaus eindrucksvollen Rückblenden ins Jahr 1986 doch recht schade ist. Auch einige besonders verheißungsvolle Erzählstränge verlaufen leider ins Nichts und so war das Buch trotz eines veritablen Showdowns für mich nicht ganz so spannend wie erhofft.

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