Paul Auster: Die New York Trilogie: Stadt aus Glas | Schlagschatten | Hinter verschlossenen Türen

Paul Auster: Die New York Trilogie: Stadt aus Glas | Schlagschatten | Hinter verschlossenen Türen

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Paul Auster: Die New York Trilogie: Stadt aus Glas | Schlagschatten | Hinter verschlossenen Türen
Verlag
ET (D)
1985
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
City of Glass | Ghosts | The Locked Room
ET (Original)
1985
ISBN-13
9783499125485

Informationen zum Buch

Seiten
374

Serieninfo

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Mit den Büchern: Stadt aus Glas. Schlagschatten. Hinter verschlossenen Türen.

Jeder der drei Romane der "New York-Trilogie" wirkt zunächst wie eine klassische, spannungsgeladene Kriminalgeschichte, die den Leser mit raffiniert ausgelegten "Ködern" in den Bann zieht. Aber bald scheinen die vordergründig logischen Zusammenhänge nicht mehr zu stimmen. Die Rollen der Täter und der Opfer, der Verfolger und der Verfolgten verschieben sich auf rätselhafte Weise. Schritt für Schritt wird der Beobachter - der Detektiv, Autor, Leser - aus seiner sicheren Distanz gelockt und in ein Spiel mit seinen eigenen Erwartungen verstrickt.

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Teil 1: Stadt aus Glas

Alles beginnt mit einer falschen Telefonnummer. Daniel Quinn, Autor von Kriminalromanen, wird von einem geheimnisvollen Anrufer mit dem Privatdetektiv Paul Auster verwechselt und wird in die Wohnung eines „neuen Klienten“ eingeladen. Quinn nimmt die ihm zugefallene Rolle an und lernt so Paul Stillmann kennen, der als Kind von seinem Vater viele lange Jahre in einem dunklen Zimmer eingesperrt worden war und immer noch darunter leidet. Sein Vater, der als die Sache ans Licht kam, in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde, soll nun frei gelassen werden. Paul Stillmann befürchtet, dass sein Vater ihm nach dem Leben trachtet und bittet „Paul Auster“ um Schutz. Quinn nimmt den Auftrag an, der dann jedoch sein Leben mehr als ihm lieb ist beeinflusst ...

Der erste Satz:

„Mit einer falschen Nummer fing es an, mitten in der Nacht läutete das Telefon dreimal, und die Stimme am anderen Ende fragte nach jemandem, der er nicht war.“

Meine Meinung zum ersten Teil:

Hier bin ich sehr zwiegespalten. Auf der einen Seite schreibt der Autor phantastische Dialoge und einen ebenso phantastischen Monolog, doch die Geschichte an sich zeigt Schwächen und verläuft am Ende irgendwie im Sand.

Der Anfang gefiel mir sehr gut. Stillmann-Sohns abgehackte Erzählung zog mich total in Bann, von mir auch hätte er noch über Seiten weiter von seinen Erlebnissen berichten können. Auch später, als Quinn Stillmann-Vater kennenlernt, entwickeln sich wunderbare Dialogen zwischen den beiden Fremden.

Doch das hat leider nicht ganz gereicht, um mich über das ganze Buch hinweg zu begeistern. Insbesondere das Ende ist schwach. Während die Geschichte um Quinn und Stillmann-Sohn noch sehr interessant mit Quinns fast zwanghaftem Rollenspiel zu lesen ist, versickert der Schluss in der Leere. Es fehlt irgendwie ein Höhepunkt oder wenigstens entscheidendes Ereignis, daher hat mich der Schluss auch sehr enttäuscht.

Teil 2: Schlagschatten

Privatdetektiv Blue bekommt von White den Auftrag, Black zu beschatten. Den Grund für den Auftrag kennt er nicht, doch er macht sich sofort an die Arbeit. Während Blue Black beobachtet (der zunächst gar nichts Außergewöhnliches macht), wird er zunehmend von ihm fasziniert und schließlich verrennt er sich in eine gefährliche Idee ...

Der erste Satz:

„Zunächst ist Blue da.“

Meine Meinung zum zweiten Teil:

Am besten an dieser Geschichte fand die Idee mit den Farbennamen – Mr. Green, Mrs. Gray oder Mr. Gold, das ist originell zu lesen. Aber die Geschichte selbst sagte mir gar nichts. Andere Rezensenten vergleichen die Stimmung mit der in Kafkas Büchern, dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Während bei Kafka für mich immer eine gewisse Gefahr im Hintergrund mitschwingt, lässt mich Auster hier nur ratlos und etwas gelangweilt zurück. Der zweite Teil der Trilogie ist eindeutig schwächer (und so kurz, dass sich vielleicht auch gar keine Geschichte entwickeln kann/soll) als der erste.

Teil 3: Hinter verschlossenen Türen

Fanshawe ist Pauls Sandkastenfreund. Im Lauf der Zeit haben sich die beiden aus den Augen verloren und so ist Paul sehr überrascht, einen Anruf von Sophie, Fanshawes Frau, zu erhalten. Sophie erzählt Paul, dass ihr Mann spurlos verschwunden ist und bittet ihn, dessen Manuskripte an sich zu nehmen. Paul besucht Sophie und verstrickt sich tief in das Leben seines Freundes – so sehr, dass er immer stärker dessen Stelle einnimmt. Doch Paul weiß genau, dass Fanshawe noch am Leben ist und damit sein neues Leben mit seinem Auftauchen gefährdet. Inzwischen völlig besessen macht sich Paul auf die Suche nach Fanshawe und erfährt dabei, dass er Teil eines Spieles ist ...

Der erste Satz:

„Es scheint mir jetzt, dass Fanshawe immer da war.“

Meine Meinung zum dritten Teil:

Diese Geschichte fand ich ganz phantastisch! Der Autor schildert, wie Paul langsam aber unaufhaltsam in ein anderes Leben hineingleitet und wie er dieses neue Leben für sich vollständig annimmt. Alles erscheint unausweichlich, und hier hat der Autor auch eine überraschende Wendung am Schluss eingebaut. Obwohl die Erzählung nicht wirklich spannend ist, erzielt sie eine gewisse Sogwirkung, denn als Leserin wollte ich unbedingt wissen, was denn nun mit Fanshawe los ist und wie es mit Paul weiter geht. Super!

* * *

Da ich die drei Geschichten so unterschiedlich beurteile, ist es schwierig, eine Gesamtwertung abzugeben. Vielleicht hätte ich die erste Geschichte auch anders erlebt, wenn ich sie nach der dritten gelesen hätte. Ich bereue es jedenfalls nicht, das Buch gelesen zu haben, wenn es auch teilweise zäh war.

Der Schreibstil gefiel mir bei allen Geschichten, sie sind gut zu lesen und haben auch stellenweise einen gewissen trockenen Humor. Ich werde sicher noch ein weiteres Buch von Paul Auster lesen – allerdings werde ich mir seine Bücher aus der Bücherei holen und nicht kaufen, das wäre mir zu riskant.

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