Karla Schmidt: Die rote Halle

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Karla Schmidt: Die rote Halle
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492272940

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Erster Satz
Dave rennt, rennt zum Rhythmus der Worte in seinem Kopf, ein scheppernder Leierkastenwalzer, </i>Maul-hal-ten, Maul-hal-ten<i>, stolpert, fängt sich, rennt weiter, riecht Erde und faulendes Laub, links fliegt die Kleingartenanlage vorbei.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Kostümbildnerin Janina Zöllner fliegt mit ihrem Sohn Simon nach Berlin, um an der Abschiedsinszenierung des Choreographen Josef Rost im stillgelegten Flughafen Tempelhof mitzuwirken. Der Tänzer Dave Warschauer ist ebenfalls engagiert. Janina hat den Vater ihres Sohnes seit fünfzehn Jahren nicht gesehen, und obwohl er Janina nicht wiedererkennt, verliebt sie sich ebenso verzweifelt in ihn wie beim ersten Mal. Die Inszenierung gerät ins Stocken, als eine Tänzerin auf mysteriöse und brutale Weise stirbt. Als dann auch noch Simon verschwindet, begreift Janina, dass sie ihren Sohn nur retten kann, wenn sie selbst zur Täterin wird.

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(Aktualisiert: 22 Februar 2012)
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3.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0

Ziemlich kranke Charaktere

Zum Inhalt:
Janina Zöllner ist Kostümbildnerin beim Theater. Die letzten Jahre hat sie mit ihrem Sohn Simon in Kanada gelebt, nun kehrt sie für eine Inszenierung ihres früheren Maestros Joseph Rost nach Berlin zurück. Nicht nur das Stück hat es in sich: eine Adaption des grausamen Märchens "Die roten Schuhe". Auch der Ort der Inszenierung ist passend gewählt, die Handlung spielt in den Anlagen des stillgelegten Berliner Flughafens Tempelhof. Und zu allem Überfluss für Janina ist der männliche Hauptdarsteller Dave Warschauer genau der Mann, den sie nie wiedersehen wollte, der Vater ihres Sohnes, der allerdings nichts von Simon weiß, da er sich damals mit einer anderen Frau verlobt hat, bevor Janina ihm von ihrer Schwangerschaft erzählen konnte.
Als wäre das alles noch nicht genug, stellt sich schnell heraus, dass Rost kurz vor dem geistigen und körperlichen Zusammenbruch steht und eigentlich gar nicht mehr in der Lage ist, eine derartige Inszenierung auf die Beine zu stellen. Und dann ist da noch DeeDee, die verkrüppelte Tänzerin und Komponistin der Musik für das Stück, die auch bei den Ereignissen von 16 Jahren schon dabei war.

Meine Meinung:
Das erste Buch der Autorin "Das Kind auf der Treppe" fand ich schon ziemlich grausig und hart an der Grenze dessen, was ich überhaupt lesen möchte.
Dementsprechend bin ich mit eher gemischten Gefühlen an diese neue Lektüre gegangen.
Zeitweise hatte ich beim Lesen ein Gefühl wie bei einem schrecklichen Verkehrsunfall: Eigentlich will man nicht gucken, will die grausigen Details nicht sehen - aber man schaut doch und ist irgendwie abgestoßen und neugierig zugleich.
Missbrauch von Jugendlichen, Selbstverstümmelung, Mord, Wahnsinn - all das findet man auf den gerade mal 300 Seiten des Buches. Vielleicht etwas zu viel, aber auf jeden Fall kan man sich nicht über fehlendes Tempo in der Geschichte beschweren.
Die Charaktere sind größtenteils ziemlich kaputte Gestalten, die einzeln für sich irgendwie funktionieren, beim Zusammentreffen mit den anderen ahnt man aber von vornherein die kommende Katastrophe.
Der Handlungsort, der alte Flughafen Tempelhof, passt wunderbar zur Geschichte und hat durch die Beschreibung seinen ganz eigenen Gruselfaktor.
Mir persönlich nicht so gut gefallen haben die Zeitsprünge in der Geschichte, allerdings neige ich auch dazu, Überschriften zu überlesen, so dass ich bei einigen Kapitel anfangs immer erst etwas verwirrt war.

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Die rote Halle

Besonders gut hat mir an diesem Thriller der Einblick in die Theaterarbeit gefallen. Auch wenn die Besessenheit und Hingabe, mit der in dieser Geschichte an dem Ballettstück gearbeitet wird, vielleicht überzeichnet ist, so hat es mich doch fasziniert, wie die einzelnen Personen Hand in Hand das Stück zur Aufführung bringen wollen.

Am Anfang erschienen mir manche Charaktere auch etwas überzogen, ich denke insbesondere an Josef Rost und die Musikerin bzw. Tänzerin DeeDee, aber im Lauf der Geschichte gewannen sie an Glaubwürdigkeit, so dass mich das exaltierte, sprunghafte und manchmal sehr rüpelhafte Benehmen nicht weiter gestört hat. Ich konnte nachvollziehen, warum sie gerade dieses Stück auf die Bühne bringen wollten und was ihnen daran so wichtig war.

Sympathisch waren die Personen mir dabei trotzdem nicht, und zwar keine von ihnen. Auch die Kostümbildnerin Janina blieb mir etwas fremd und bei ihr konnte ich auch nicht immer verstehen, warum sie was tut oder unterlässt. Trotzdem waren die verschiedenen Künstlernaturen faszinierend dargestellt und ihr Aufeinandertreffen war spannend zu beobachten.

Die Geschichte springt manchmal in zwei verschiedenen Zeitebenen hin und her, das hat mich am Anfang irritiert, aber daran gewöhnte ich mich schnell. Es gibt einmal die Handlung, die im Heute spielt und einen Handlungsstrang in 1996, der in kurzen Einschüben mitläuft und Hintergrundinfos zu den Geschehnissen bei den Proben bringt und Beziehungen zwischen den Protagonisten erklärt. Das fand ich spannend gemacht.

Die Spannung ist von Anfang an da und steigert sich im Lauf der Geschichte immer weiter. Ich habe das Buch in relativ kurzer Zeit gelesen – das ist immer ein Zeichen, dass die Geschichte mich fesseln kann.

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