Jens Lossau: Die Schlafwandler

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Jens Lossau: Die Schlafwandler
ET (D)
2007
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783797310354

Informationen zum Buch

Seiten
365

Sonstiges

Erster Satz
Der Raum, in dem Lina Kessler sterben würde, besaß keine Fenster, durch die sie in die Vergangenheit hätte blicken können.

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Lina könnte ihr Glück genießen: Ein Comic über eine Gruppe von Raben in einem KZ macht sie und ihren Freund Ferdinand über Nacht berühmt. Doch offenbar steckt in ihrem Buch mehr, als die junge Frau ahnt. Jemand will sie um jeden Preis zum Schweigen bringen. Als sich das Netz aus mörderischen Intrigen zusammenzieht, muss sie sich der Wahrheit stellen - und beginnt ihre Rache für etwas, das fast schon vergessen war.

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Schon die beginnende Freundschaft zwischen Ferdinand und Lina ist von düsteren Vorzeichen geprägt: In der Schule beweist Lina Zivilcourage und setzt sich für den stillen Ferdinand ein, al er von einer Gruppe Jungendlicher bedroht wird. Sie steuern in eine gemeinsame Zukunft und nichts ist für die beiden schlimmer, als blind als Schlafwandler durch die Welt zu gehen. Ferdinand trägt Dämonen der Vergangenheit in sich, Lina leidet unter ihren gleichgültigen Eltern und so befreien sie sich durch einen Comic über drei Raben in einem KZ, der sie schnell berühmt macht. Doch mit dem Comic ziehen weitere Düsternis und Bedrohung in ihr Leben.

Jens Lossau schreibt hier kein Buch über die deutsche Vergangenheitsbewältigung und doch ist man erschüttert, je mehr man sich dem Ende nähert. Die Atmosphäre ist beklemmend und verstörend und durch diese deprimierende Grundstimmung ich brauchte viele Pausen zwischen den einzelnen Kapiteln.

Die Hauptcharaktere sind keine typischen Helden: Lina mutierte für mich von einer wunderbaren, verträumten, introvertierten Hauptfigur zu einer verstörten jungen Frau, die sich verzweifelt an ihren Freund klammert und ihre eigene Persönlichkeit immer mehr aufgibt. Ferdinand, der stille Ferdinand, teilt seine innersten Nöte nicht mit seiner Freundin, frisst alles in sich hinein und so zieht es beide in einen Strudel, der sie gegen ein schlimmes Ende wirbeln wird. Linas Eltern werden oft sehr überspitzt dargestellt und ich hoffe von Herzen, dass es solche Menschen nicht gibt (befürchte aber das Gegenteil).

Das Motiv der Raben zieht sich natürlich durch den Roman und bald wird auch der Zusammenhang zum Titel klar. Jens Lossau schreibt so eindringlich, bedrückend und mit viel Atmosphäre, dass ich mir ständig alles sehr gut vorstellen konnte - das Lesen des im Buch erzählten Comics wurde fast überflüssig (fast, weil ich ihn so gerne gelesen hätte), aber Bilder würden wohl - wie viele Verfilmungen - die eigenen Vorstellungen einschränken und vielleicht sogar zerstören.

Vom Ende des Buches war ich völlig erschüttert. So düster es begann, so endet es. "Die Schlafwandler" war für mich eine der Entdeckungen des Jahres und ich möchte das Buch jedem ans Herz legen, der von stupiden, handlungsarmen Thrillern die Nase voll hat.

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