Bewertungsdetails

Krimis & Thriller 1940
Unterhaltsames und modernes Steinzeitabenteuer
Gesamtbewertung
 
4.7
Plot / Unterhaltungswert
 
5.0
Charaktere
 
4.0
Sprache & Stil
 
5.0
Einst in der Steinzeit: Eine plattgedrückte Leiche liegt im Gras - doch warum ist kein Blut zu sehen? Auch persönliche Gegenstände, die das Opfer immer bei sich trug, fehlen. Der junge, intelligente Höhlenmaler Steinroller wird zum ersten Kommissar der Weltgeschichte ernannt, um diesen Mordfall aufzuklären. Zur Seite stehen ihm seine Frau Weichhaar und sein Assistent Otterfang, ein Meister im Spurenlesen.

Das fröhliche, bunte Cover mit dem Mammut, das an Manny aus den Ice-Age-Filmen erinnert, machen bereits deutlich, dass man in dem Buch weniger mit einer realitätsgetreuen Beschreibung des Lebens in der Steinzeit und mehr mit einem spaßigen und verrückten Abenteuer rechnen darf. Der Schreibstil des Autors ist locker und lässt sich angenehm flüssig lesen. Die größte Stärke des Buches ist allerdings die Verknüpfung zwischen moderner Welt und Steinzeit und die kleinen Anspielungen auf zukünftige Entwicklungen, die es immer wieder gibt.

Es tauchen viele moderne Begriffe und Verhaltensweisen auf: So gibt es den schwulen Modedesigner, der von der Sippe für seinen "Fummel" eher belächelt wird und der eine große Handtaschensammlung besitzt oder auch eine Veganerin, die versucht, andere von ihrem Lebensstil zu überzeugen. Steinroller muss sich neben seinen Ermittlungen mit sehr neuzeitlichen Problemen wie Gaffern, Drogenabhängigen und der bösen Schwiegermutter herumschlagen. Wie nebenbei werden dann im Laufe der Handlung bedeutende Erfindungen gemacht, wie z.B. das Taschenmesser, das Fernglas oder das Spiel "Jäger ärgere dich nicht".

Gut gefallen haben mir auch die witzigen, sprechenden Namen, die Aussehen oder Eigenschaften der Figuren widerspiegeln: Löwenkopf ist ein Mann mit auffällliger Haarpracht, Speerschleuderer der beste Jäger der Sippe und Blumenblatt die oben angesprochene Veganerin. Auch der Name Weichhaar spricht für sich selbst.

Die Hauptfiguren waren mir schnell sympathisch und ich habe mich beim Lesen keine Sekunde gelangweilt. Die viele lustigen Kleinigkeiten erinnern an die Bücher von David Safier und ich bin mir sicher, dass man beim erneuten Lesen noch mehr Anspielungen auf die heutige Zeit entdeckt. Die witzige Art, auf die in dem Buch viele Stereotype verarbeitet werden, kann allerdings durchaus auch zum Nachdenken über unsere aktuelle Gesellschaft anregen. Die ganze Geschichte ist gleichermaßen niedlich wie lustig, so dass die Aufklärung des ersten Mordfalls der Menschheitsgeschichte schon fast zur Nebensache wird. Doch auch dieser wird schließlich gelöst und die Auflösung brachte mich erneut zum Schmunzeln.

Alles in allem handelt es sich bei "Steinroller" um eine wirklich unterhaltsame, kurzweilige Geschichte für zwischendurch, die vor allem durch die Verbindung von steinzeitlichem Setting und Bezügen zu unserer Zeit aus der Masse der humorvollen Bücher hervorsticht. Ich habe viel gelacht und empfehle das Buch gerne weiter.
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