Bewertungsdetails

Wer sich mit den falschen anlegt, lebt gefährlich
Gesamtbewertung 
 
3.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0
Eine Leiche wird in einem leer stehenden Haus gefunden, ein Täter wird nie wirklich überführt, doch der Fall lässt den Ermittler nicht wieder los.

Ich habe schon so manchen japanischen Roman gelesen und gemocht, die meisten gingen allerdings in die Richtung magischer Realismus, dies war mein erster echter Krimi. Falls der Stil allerdings exemplarisch für japanische Krimis ist, könnte es mein letzter gewesen sein, ich kam nämlich nicht wirklich mit dem Roman zurecht.


Eines meiner Probleme war ein ganz persönliches von mir, ich kann mir die Namen von Buchfiguren nicht merken. Während ich aber in Fantasyromanen mit entsprechend obskuren Namen keine Probleme habe, eine Person bei erneutem Auftauchen trotzdem korrekt einzuordnen, fällt mir das bei asiatischen Namen ungleich schwerer. So habe ich mehrmals erst verspätet eine Figur wiedererkannt und ihr Verhalten dadurch nur schwer in die Handlung einordnen können. Das wurde mir durch einen anderen Faktor noch zusätzlich erschwert: Die Geschichte erstreckt sich insgesamt über fast 20 Jahre, viele der dadurch notwendigen Zeitsprünge werden aber nicht einmal durch einen Einleitungssatz beim Kapitelwechsel angekündigt (Ein Jahr später…), sondern man stellt nur plötzlich fest, dass zum Beispiel der Student von gerade mittlerweile seinen Abschluss hat und Angestellter geworden ist oder ähnliches. Diese lange Zeitdauer hat für mich aber im Gegenzug auch viel japanische Stimmung transportiert, die Anfänge der IT und Computerspiele in den 1980er Jahren spielen eine wichtige Rolle und ich fand es sehr interessant die Erzählung mit meinen eigenen Erfahrungen aus der Zeit zu vergleichen.


Eher schwierig fand ich, dass das Buch keine echten durchgehenden Protagonisten hatte. Die Kapitel wurden aus der Sicht von immer mal wieder wechselnden Personen geschildert, die sich zum Teil kannten, zum Teil aber auch nicht. Gemeinsam war ihnen, dass sie alle wie Satelliten um die eigentlichen Hauptpersonen, „die Bösen“ (oder zumindest sich verdächtig verhaltenden bzw. unsympathischen) kreisten.


Erst in den letzten Zügen passten dann so einige Sachen zusammen, die ich zuvor als nebeneinander herlaufend wahrgenommen hatte. Dass es tatsächlich passt, zeigt, dass der Autor selbst nie den Faden verloren hat, sondern nur seinen Leser bzw. seine Leserin geschickt über versteckte Seitenpfade ins Ziel geführt hat, da muss ich ihn für sein handwerkliches Geschick loben.

Ich hatte eine weniger komplexe, dafür kurzweiligere Geschichte erwartet, die mehr klassische Krimi-Elemente und weniger psychologische Elemente enthält. Auch wenn es mir nicht gefiel, bin ich mir sicher, dass das Buch für den passenden Leser bzw. die passende Leserin eine Entdeckung sein kann und ganz viele zwar nicht vergnügliche, aber faszinierende Lesestunden bietet.


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