Bewertungsdetails

Krimis & Thriller 2555
Vargas in Hochform
Gesamtbewertung 
 
4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
4.0
Inhalt laut Amazon:
Welcher Kommissar hat ihn nicht, den „Feind aus alten Tagen“? -- Als der Pariser Kommissar Adamsberg durch Zufall auf einen Mordfall an einem jungen Mädchen stößt, der sich in der Nähe von Straßburg zugetragen hat, erinnert ihn dies an das Tatmuster eines Serienmörders, der nie gefasst und schon seit etwa 15 Jahren für tot gehalten wurde. Es ist Adamsbergs „Dämon“ aus seiner Zeit als junger Polizist, der einstmals so einflussreiche und mächtige Richter Fulgence. Dieser „Richter Gnadenlos“ hatte nicht nur einen dunklen Hintergrund, sondern war vor vielen Jahren auch verantwortlich dafür, dass Raphael, der Bruder Adamsbergs, eines Mordes beschuldigt wurde, diese Anklage nie verwand und danach spurlos verschwand.
Doch dies alles ist zunächst nur eine Ahnung und -- in den Augen seiner Kollegen -- ein Hirngespinst. Unterdessen wird Adamsberg zusammen mit einigen Mitarbeitern für zwei Wochen in die kanadische Provinz Québec zu einem internationalen Polizeilehrgang geschickt. Als er dort eine Affäre mit einer jungen Französin beginnt und diese kurze Zeit später ermordet aufgefunden wird, hat die Vergangenheit Adamsberg endgültig eingeholt. Die Tote weist die gleichen Wunden auf wie vor Jahrzehnten die Opfer des Serienmörders.


Komisch, von der reinen Handlung her gesehen, ist dieser Krimi gar nichts besonderes. Die Idee mit dem "alten Feind", dem ein Komissar sein ganzes Berufsleben lang auf der Spur ist, ihm aber nichts beweisen kann, ist nun wirklich nicht besonders originell. Ein Komissar, der selbst eines Verbrechens verdächtigt wird, auch nicht. Das haben wir doch schon oft genug gelesen, oder?
Eigentlich schon, aber so wie Vargas das bringt, nun doch nicht. Sie macht aus ihrem Stoff etwas ganz eigenes, lässt einen vergessen, dass man die groben Handlungselemente eigentlich kennt. Adamsberg, der "Wolkenschaufler", ist eine Person, wie man sie nur bei Vargas findet, und so unglaublich seine Intuitionen und Gefühlseingebungen eigentlich sind, so ist er doch vollkommen glaubwürdig. Das gilt auch für die anderen Personen und die ganzen skurrilen Begebenheiten. Objektiv betrachtet müsste ich eigentlich ungläubig den Kopf schütteln und das Buch beiseite legen, aber eine objektive Betrachtung kann ich bei diesem Roman nicht anbringen. Vargas' Erzählkunst zieht mich dermaßen in die sonderbare Welt Adamsbergs hinein, dass jeder Versuch einer objektiven Außenbetrachtung zum Scheitern verurteilt ist.
Vargas' Bücher haben tatsächlich eine ganz eigene Magie, und dieses ist eines der besten von denen, die ich bisher kenne.

Einen kleinen Punktabzug gibt es für die deutsche Übersetzung. An einigen Stellen war ich sprachlich nicht ganz zufrieden, vor allem der kanadische Dialekt wirkte manchmal doch etwas angestrengt. Eigentlich müsste man Französisch lernen, nur allein um Vargas im Original lesen zu können.
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