Dror Mishani: Die schwere Hand

 
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Dror Mishani: Die schwere Hand
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Ha isch she raza lada'at
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783552058842

Informationen zum Buch

Seiten
288

Sonstiges

Originalsprache
hebräisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Anfang Dezember landete eine Boing 737 auf dem Flughafen Ben Gurion, unter den Passagieren eine junge Frau mit Kurzhaarschnitt und großen, braunen Augen.

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Avi Avraham, der „melancholische Sturkopf“, ist soeben zum Leiter des Ermittlungsdezernats von Cholon-Ayalon, Israel, ernannt worden. Beim nächsten Einsatz erkennt er die Leiche sofort: Lea Jäger. Sie war vor ein paar Jahren vergewaltigt worden, der Täter sitzt im Gefängnis. Jetzt fällt der Verdacht auf einen Mann in Polizeiuniform. Trotz heftiger Widerstände in den eigenen Reihen sucht Avi weitere Frauen, die nach einer Vergewaltigung erneut von einem Polizeibeamten vernommen wurden. Dabei stößt er auf eine junge Bankangestellte, die einige Jahre zuvor von einem Unbekannten brutal misshandelt wurde. Als er sie und ihren Mann aufs Revier bittet, kommt es zur Tragödie. Der dritte Krimi des international gefeierten Schriftstellers Dror Mishani.

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Spannender israelischer Krimi

Inspektor Avraham Avraham ist just zum neuen Leiter des Ermittlungsdezernats von Cholon-Ayalon ernannt worden, da wird er des Nächtens an einen Tatort gerufen: Lea Jäger, eine Witwe, wurde in ihrem Haus brutal ermordet - und Avi Avraham kennt sie. Sie wurde vor Jahren Opfer einer Vergewaltigung, der Täter von damals sitzt im Gefängnis. Der einzige Hinweis stammt von einem Augenzeugen, der behauptet, einen Polizisten gesehen zu haben, der sich vom Tatort entfernt hat. Und ausgerechnet dieser Polizist ist unauffindbar...

Avi arbeitet entschlossen an diesem Fall und stößt damit auch nicht wenigen Kollegen vor den Kopf. Doch dann findet er die Bankangestellte Mazal, die vor einiger Zeit von einem Unbekannten brutal misshandelt wurde. Seitdem versucht die junge Frau das Erlebte zu verdrängen und ihre in Schieflage geratene Ehe zu retten. Doch als sie gemeinsam mit ihrem Ehemann auf das Revier kommt, eskaliert alles.

Neben den Ermittlungen hat Avi aber auch noch anderes im Kopf, denn der Kollege, der dachte, dass er den Job, den jetzt Avi innehat, sicher bekommt, untergräbt ihn nun. Hinzu kommt, dass nicht nur Avis Chef kritisch gegenüber seiner Vorgehensweise im aktuellen Fall ist, sondern auch noch sein Mentor so krank ist, dass sich Avi nicht wie gewohnt mit ihm beraten kann.
Und das ist noch lange nicht alles! Avis Freundin ist gerade frisch zu ihm gezogen und hat ihn überredet, endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Währenddessen machen ihre Eltern Stress, weil sie möchten, dass sie wieder zurück nach Belgien kommt.
Wenngleich dies nur eine Nebenhandlung ist, macht es einmal mehr deutlich, unter welchem Druck Avi gerade steht...

Alles in allem zeichnet Dror Mishani gewohnt komplexe Charaktere und besonders der intelligente, einfallsreiche und ziemlich gradlinige Avi Avraham konnte mich auch im dritten Fall überzeugen.

"Die schwere Hand" wird aus zwei Perspektiven erzählt - der des Ermittlers Avi und der der jungen Frau Mazal. Mich hat die Lektüre zeitweise an die Krimis von Batya Gur erinnert, denn auch Dror Mishani zeichnet ein feines psychologisches Bild seiner Figuren - zusammen mit der nervenkitzelnden Spannung und der Erkenntnis, dass Leute, die man liebt, nicht zwingend die sind, für die man sie hält, ergibt das ein wirklich spannendes Buch.

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Fein und leise

Avi Avraham wurde vor Kurzem zum Leiter der Ermittlungsbehörde ernannt und bekommt nun seinen ersten Mordfall, den er unter eigener Regie lösen muss. Avi kennt die Ermordete, Lea Jäger, denn sie war vor einigen Jahren das Opfer einer Vergewaltigung. Derweil sich sein Chef und seine Kollege, der bei der Beförderung übergangen wurden, schnell auf den Sohn als Tatverdächtigen einschießen, ermittelt Avi in eine andere Richtung. Kann es sein, dass ein Polizist, der vorgibt die Vergewaltigungsopfer nochmal verhören zu wollen, der Täter ist?

Obwohl ich erst mit dem jetzt vorliegenden, dritten Teil der Reihe eingestiegen bin, bereitet das überhaupt keine Probleme und ich konnte problemlos einsteigen. Avi Avraham ist befördert worden und leitet nun die Ermittlungen. Er vermisst seine frühere Vorgesetzte und fühlt sich auch noch nicht wohl in seiner neuen Aufgabe, trotzdem ermittelt er beharrlich in die Richtung, die ihm die Ermittlungen vorgeben. Und lässt sich weder von seinen Vorgesetzten einschüchtern, die um den guten Ruf der Polizei fürchten, noch von seinem Kollegen, der sich übergangen fühlt und nach Ermittlungsfehlern sucht. Avi ist sowieso ein ruhiger, nachdenklicher Mensch, fast melancholisch. Hier erinnert er sehr an die skandinavischen Ermittler, aber ohne Düsternis oder gar Alkoholproblem. Nichtsdestotrotz macht ihm auch sein Privatleben ein wenig zu schaffen, so ist doch mittlerweile seine Liebe, Marianka, aus Belgien bei ihm eingetroffen. Ein Versuch, denn Marianka spricht weder die Sprache, noch hat sie einen Job in Israel, aber die Liebe überwindet Grenzen. Nur ist es eben nicht immer einfach.

Tatsächlich muss sich Avi Avraham das Buch aber mit einem zweiten Erzählstrang teilen. Hier geht es um Mali, eine junge Frau, die vor einigen Jahren in Eilat auf einem Betriebsausflug nachts vergewaltigt wurde. Der Täter ist nicht gefasst worden und die damaligen Ermittler hatten denn auch Zweifel an Malis Geschichte. Doch Mali hat heute noch Albträume von der schweren Hand des Täters, die sich auf sie legt. Dieses Ereignis hat die kleine Familie zutiefst erschüttert. Coby, ihr Mann kann keinen Job behalten und ist auf der Suche nach neuer Arbeit. Es macht ihm zu schaffen, dass er die Familie nicht versorgen kann, er zieht sich zurück und wird immer schweigsamer. Mali versucht die Familie zusammenzuhalten, hat Albträume und kann nicht mehr alleine schlafen. Nach und nach beginnt Mali zu ahnen, dass es ihrem Mann nicht nur aufs Gemüt schlägt, dass er die Familie nicht versorgen kann, sondern das weit mehr dahinter steckt.

Wer nun einen Reiseführer über Israel erwartet hat, wird enttäuscht sein, denn der Fokus von Dror Mishani liegt nicht auf seinem Land, sondern auf dem Seelenleben der Menschen. Ganz leise, feine Charakterbilder zeichnet er, die Stimmung ist ruhig und melancholisch, mit wenig, aber kontinuierlicher Spannung versehen. Es gibt keinen großen Knall und auch schon früh ahnt man, wer der Täter ist, es ist keine große Überraschung. Trotzdem liest man weiter, erkennt und blickt tief, tief in die Seelen der beteiligten Menschen: der Vergewaltigungsopfer, der Angehörigen, der Ermittler.

Fazit:
Großes Kino ganz leise erzählt – nicht auf den Knalleffekt kommt es an, denn Spannung kann auch ganz leise überzeugen. So wie in Avi Avrahams erster eigener Mordermittlung. Lesenswert!

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