Joanne K. Rowling: Ein plötzlicher Todesfall

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Joanne K. Rowling: Ein plötzlicher Todesfall
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783551588883

Informationen zum Buch

Seiten
576

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Erster Satz
Barry Fairbrother wäre lieber zu Hause geblieben.

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Handlungsort

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Als Barry Fairbrother mit Anfang vierzig plötzlich stirbt, sind die Einwohner von Pagford geschockt. Denn auf den ersten Blick ist die englische Kleinstadt mit ihrem hübschen Marktplatz und der alten Kirche ein verträumtes und friedliches Idyll, dem Aufregung fremd ist. Doch der Schein trügt. Hinter der malerischen Fassade liegt die Stadt im Krieg. Krieg zwischen arm und reich, zwischen Kindern und ihren Eltern, zwischen Frauen und ihren Ehemännern, zwischen Lehrern und Schülern. Und dass Barrys Sitz im Gemeinderat nun frei wird, schafft den Nährboden für den größten Krieg, den die Stadt je erlebt hat. Wer wird als Sieger aus der Wahl hervorgehen – einer Wahl, die voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen steckt? J.K. Rowlings erster Roman für Erwachsene ist aufwühlend, berührend und spannend. Ein großer Roman über eine kleine Stadt von einer der besten Erzählerinnen der Welt.

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Kleinstadtgeflüster

In definitiv un-potter-iger Weise schaut JKR in ihrem ersten Buch nach HP hinter die Fassade eines idyllischen Kleinstädtchens. Es ist einer dieser malerischen Orte, durch die man im Urlaub bewundernden Blickes streift und sich wünscht, dort zu wohnen, weil die Welt da noch so wunderbar in Ordnung zu sein scheint mit den Blumenampeln an den Häusern und dem kleinen Feinkostladen, in dem jeder jeden kennt. Aber weit gefehlt.

Der unerwartete Tod eines Gemeinderates bringt eine Kette von Ereignissen ins Rollen. Natürlich werfen gleich mehrere Kandidaten unterschiedlichster Motivation und politischer Einstellung ihren Hut in den Ring, als es darum geht, einen Nachfolger für Barry Fairbrother zu finden. Von dieser Nachbesetzung hängt möglicherweise die Zukunft der "Fields", einer heruntergekommenen Siedlung am Rande von Pagford ab, deren Zugehörigkeit zu Pagford bzw. der Nachbargemeinde immer wieder die Gemüter erhitzt.

Doch das ist nicht das einzige, was sich nach Fairbrothers Tod in Pagford bewegt. Anonyme Verleumdungen im Internetforum des Gemeinderates sorgen für zusätzliche Aufregung, und natürlich müssen Barrys Familie, Freunde und Bekannte mit ihrer Trauer zurechtkommen.

Fairbrothers tödliche Hirnblutung ist der Ausgangspunkt für diese Studie der modernen britischen Gesellschaft, die Rowling mit scharfem Blick und sehr viel Einfühlungsvermögen in ihre Charaktere gezeichnet hat. Eine Fülle verschiedenster Personen kommen ins Spiel, deren Leben eng mit Pagford und miteinander verflochten sind. Mir hat es großen Spaß gemacht, zu sehen, wie sich nach und nach die Querverbindungen zwischen den einzelnen Protagonisten enthüllen und welche heftigen Gefühle oft gerade in den nach außen hin abgeklärten, coolen Menschen stecken.

Die Darstellung der Figuren fand ich sehr glaubhaft und realistisch, quer durch die Gesellschaftsschichten und Altersklassen - die Nöte und Probleme von Teenagern sind genauso großartig eingefangen wie die Sorgen ihrer Eltern, die sich ganz allmählich einschleichende Desillusionierung eines Paares in mittleren Jahren, häusliche Gewalt, Drogenprobleme, dysfunktionale Familien und Liebesbeziehungen oder auch das krampfhafte Aufrechterhalten einer perfekten Fassade.

Es ist relativ schwer, das Buch irgendwie zusammenzufassen oder in einer Rezension auf einzelne Aspekte einzugehen, weil die Autorin sehr viel hineingepackt hat, aber sie hat es geschafft, den Roman damit nicht zu überfrachten, sondern stets alle Fäden in der Hand zu behalten und sie zu einem regelrecht dramatischen und überraschenden Finale zusammenzuführen. Am Ende habe ich sogar einige Tränen vergossen.

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Intensive und nachdenklich machende Gesellschaftsstudie


In dem beschaulichen Ort Pagford stirbt das Gemeinderatsmitglied Barry Fairbrother überraschend an einer Hirnblutung. In dem von außen hin beschaulich wirkenden Ort bricht darauf hin ein Krieg hinter den Kulissen aus mit dem Ziel den freigewordenen Platz im Gemeinderat zu besetzen und entsprechend die Politik des kleinen Ortes bestimmen zu können. Denkt man zuerst, dass dieser Sitz im Gemeinderat keine so großen Auswirkungen haben könnten, entfaltet sich nach und nach ein erschreckendes Bild und gerade die ärmsten der Bevölkerung scheinen diesem Krieg zum Opfer zu fallen.

Als ich mit dem Lesen des Buches begonnen habe, hatte ich keine Ahnung, worauf ich mich hier einlasse. Am Anfang dachte ich noch an eine Art Kriminalroman, aber serviert bekam ich eine intensive und gut ausgearbeitete Gesellschaftsstudie, die mich teilweise sehr erschreckt hat. Sehr gut versteht es J. K. Rowling durch einen allwissenden Erzähler hinter die Fassaden der einzelnen Bürger von Pagford zu schauen und da teilweise erschreckende Dinge ans Tageslicht zu befördern. Nach und nach setzen sich die einzelnen Mosaiksteine, die für mich zu Beginn oft gar keinen Sinn ergeben haben, zu einem Gesamtbild zusammen und ich war teilweise wirklich entsetzt was hinter den Mauern der gutbürgerlichen Fassaden passiert.

Obwohl sehr viele Personen auftauchen und kein Namensregister vorhanden ist, wurde jede einzelne Figur so gut eingeführt, dass ich sehr schnell einen sehr guten Überblick hatte und auch mit den oft wechselnden Perspektiven von einer Figur zur anderen sehr gut zurecht gekommen bin. Gelungen finde ich dabei auch, dass nicht nur Erwachsene in den Fokus rücken, sondern auch genauso viele Jugendliche, deren Gedanken und Bedürfnisse ebenso gut dargestellt werden, wie die von den älteren Figuren. Spannend auch zu lesen, dass jede der Generationen ihre eigenen Kämpfe führt und weder die Jugendlichen noch die Erwachsenen mit fairen Mitteln spielen.

Gekonnt wurde ein sozialer Brennpunkt zum Hauptstreitthema erkoren, dabei wird aber schon bald klar, dass es weder der einen noch der anderen Seite wirklich um das Thema an und für sich geht, sondern ganz andere Beweggründe im Vordergrund stehen. Schnell wird klar, dass eigentlich nur Barry wirklich hinter dem Thema und seinem Anliegen stand und alle andere ganz andere Interessen haben.

Gut gefallen hat mir dabei auch die Rückblenden in Form von Erinnerungen an Barry Fairbrother über die man nach und nach auch ein sehr gutes Bild über den Verstorbenen bekommt. Je mehr ich über ihn gelesen habe, desto trauriger wurde ich.

Das Ende ist wie das gesamte Buch: Ernüchternd und erschreckend, aber es hat mich sehr stark zum Nachdenken gebracht und einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Dieses Buch ist auf keinen Fall mit irgendeinen Harry Potter Band vergleichbar, aber wieder ein eindeutiger Beweis für die große Schreibkunst der Autorin.

Mit "Ein plötzlicher Todesfall" hat J. K. Rowling für mich auf jeden Fall bewiesen, dass sie auch Bücher für Erwachsene schreiben kann und dabei auch kritische Themen sehr gut umsetzt. Das Buch ist eine sehr gut umgesetzte und in ihrer realitätsnähe sehr gute Gesellschafts- und Sozialstudie und damit für mich ein absoluter Buchtipp. Ich freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin.

Dafür gibt es volle 5 Punkte.

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