Nele Neuhaus: Eine unbeliebte Frau

Nele Neuhaus: Eine unbeliebte Frau

Hot
 
4.3 (2)
 
0.0 (0)
1430   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Nele Neuhaus: Eine unbeliebte Frau
Verlag
ET (D)
2009
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783548608877

Informationen zum Buch

Seiten
382

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
Pia Kirchhoff lehnte am Zaun der Koppel.

Community

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Eine Ladung Schrot aus dem eigenen Jagdgewehr beschert dem Frankfurter Oberstaatsanwalt ein schnelles, wenn auch sehr hässliches Ende. Die schöne junge Frau, die tot am Fuß eines Aussichtsturms im Taunus liegt, ist viel zu unversehrt, um an den Folgen eines Sturzes gestorben zu sein. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff sind sich einig: Der erste Todesfall war ein Selbstmord, der zweite jedoch ein Mord. Bald häufen sich sowohl die Motive als auch die Verdächtigen. Doch was hat den Staatsanwalt in den Tod getrieben?

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.5  (2)
Charaktere 
 
4.5  (2)
Sprache & Stil 
 
4.0  (2)
Gesamtbewertung 
 
3.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0

.

Kurz nachdem ein bekannter Staatsanwalt erschossen aufgefunden wurde - offenbar Selbstmord -, wird die Kriminalpolizei zu einem weiteren Leichenfund gerufen. Eine junge, attraktive Frau ist tot unterhalb eines Aussichtsturms entdeckt worden. "Gestürzt oder gestoßen?" ist die erste Frage, mit der sich Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff von der Mordkommission beschäftigen müssen, und ziemlich schnell ist klar, dass es Fremdverschulden war.

Fragt sich nur, wer und aus welchem Grund. Das herauszufinden ist gar nicht so einfach, denn egal, wo sich die beiden umhören, scheint kein Mensch diese Isabel Kerstner gemocht zu haben. Eingebildet, arrogant, verlogen, so scheint der Tenor zu sein. Männern hat die Blondine wohl auch häufig die Köpfe verdreht, und wenig gearbeitet, aber viel Geld ausgegeben. In "ihrem" Reitstall war sie der große Star, doch hat man ihr dort weniger Bewunderung als Hass und Eifersucht entgegengebracht. So viele heftige Gefühle sind für die Ermittler einigermaßen überraschend und verkomplizieren die Ermittlungen, doch nach und nach kristallisiert sich heraus, dass die Tote tatsächlich einiges zu verbergen hatte ...

Mit Bodenstein und Kirchhoff hat Nele Neuhaus ein sympathisches Ermittlerduo geschaffen, das sich gut ergänzt und auch nicht über die Maßen auf Gegensätzlichkeit konstruiert ist. Man erfährt genug über das Privatleben der beiden, um eine Beziehung zu ihnen aufbauen zu können, wird aber nicht mit deprimierenden Leichen im Keller oder alkoholseligem Weltschmerz belästigt. So mag ich das.

Der Fall ist verzwickt und weitreichend, die Spannung wird konstant aufrechterhalten und die Seiten blättern sich quasi von selbst um - ich habe das Buch innerhalb eines einzigen Nachmittags und Abends verschlungen. Allerdings muss ich im Nachhinein doch ein paar Kritikpunkte anbringen: eine ziemlich eklige Handlungseinlage hätte ich nicht gebraucht, zumal diese nichts zur Lösung des Falles beiträgt, und den "blast from the past", dem Oliver von Bodenstein in Form einer früheren Bekannten begegnet, hätte ich auch nicht unbedingt gebraucht (und schon gar nicht eine weitere Figur, die für mich doch ein bisschen sehr künstlich hineingezwängt wurde). Und ich weiß auch nicht, ob mir die Auflösung in Teilen nicht doch ein bisschen zu gewollt war.

Davon abgesehen war es ein guter, unterhaltsamer Krimi mit dem kleinen Plus, dass er nicht allzu weit weg von mir spielt; die ganz große Neuhaus-Begeisterung hat sich bei mir aber nicht eingestellt.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

"Eine unbeliebte Frau" ist der erste Band über das Team Bodenstein und Kirchhoff. Nachdem ich bei einer Leserunde bereits den dritten Teil "Tiefe Wunden" gelesen habe und mir der in meiner Heimat, dem Taunus, angesiedelte Roman sehr gut gefallen hatte, habe ich vor kurzem nun auch die beiden Vorgängerbände gekauft.

Der Grund, weshalb ich überhaupt auf diese Krimis aufmerksam wurde ist, dass sie, wie schon gesagt, im Taunus spielen. Es ist einfach etwas anderes, wenn man sich die Handlungsorte einer Geschichte bildlich vorstellen kann, weil man sie kennt, statt dass alles der Fantasie überlassen bleibt. Wenn dann zum Beispiel in Frankfurt am Mainufer eine Leiche gefunden wird, oder die beiden Ermittler durch Kelkheim fahren, weiß ich ziemlich genau, wo das ist, ja ich könnte mich sogar ins Auto setzen und wäre in ein paar Minuten da.

Diese vertrauten Orte ließen das Geschehen in den Büchern für mich zusätzlich noch realer wirken. Wer weiß, was hier tatsächlich für Verbrechen passieren ohne dass ich es mitbekomme. Nele Neuhaus hat immerhin bei der Polizei vor Ort recherchiert. Ganz aus der Luft gegriffen werden diese Ereignisse also nicht sein. Und dabei kommt es einem so vor, als könnte hier, im friedlichen Taunus, weit abgeschieden von der Wirklichkeit, nichts passieren...

Natürlich kann man die Bücher auch lesen, wenn man nicht hier wohnt. Das tut den Geschichten mit Sicherheit keinen Abbruch. Die Autorin schafft es nämlich, den Leser bis zum Schluss an der Nase herumzuführen. Was habe ich nicht alles für Vermutungen angestellt, wen habe ich nicht alles schon als Täter gesehen! Dabei war ich teilweise sogar schon auf der richtigen Fährte, wenn auch aus völlig falschen Gründen, habe mich dann aber von den Gedanken der beiden Ermittler wieder umstimmen lassen.

In diesem Buch, das ist mir teilweise auch negativ aufgefallen, kamen sehr, sehr viele Personen vor. So viele, dass ich zwischendrin auch einfach den Überblick verloren habe, wer wer ist und wer warum verdächtigt wurde oder auch nicht. Für die Geschichte war zwar jede einzelne Figur notwendig und gerade diese Vielfalt an Verdächtigen machte auch die Verworrenheit und Genialität des Falls aus, trotzdem erschwert es hin und wieder das Verständnis. Bei mir hat am Ende der positive Aspekt den negativen in den Hintergrund gedrängt, aber ich möchte das hier dennoch nicht unerwähnt lassen.

Gut gefallen haben mir vor allem die beiden Protagonisten, Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein. In diesem Band erfährt man noch nicht allzu viel von ihrem Privatleben, es ist eher so, dass man immer wieder einen kurzen Blick darauf werfen kann. Sympathisch sind sie aber auf jeden Fall. Dabei ist es sehr erfrischend, dass es zwar eine weibliche und eine männliche Figur ist, es zwischen diesen beiden aber überhaupt nicht knistert. Kein bisschen. Denn Pia ist frisch getrennt und Oliver glücklich verheiratet. Zwar schielt er auch zwischendurch auf andere Frauen, bleibt seiner Cosima aber dennoch treu. Von Ermittlern, die entweder psychische Wracks sind oder die eine Beziehung zu ihrem sehr attraktiven Partner anfangen, habe ich nämlich ehrlich gesagt die Nase voll.

Auch sonst ist die Handlung sehr glaubwürdig und die Menschen sehr authentisch. Sogar der typisch hessische Dialekt wurde einer Zeugin in den Mund gelegt, worüber ich mich köstlich amüsiert habe. Schwarz-weiß Malerei findet man in diesem Buch definitiv nicht, jeder hat auch seine Schattenseiten, niemand ist nur schlecht. Nun gut - fast niemand. Die Eigenarten und die verschiedenen Typen hat Nele Neuhaus so wunderbar beschrieben, dass sich das ganze fast liest wie der Bericht einer aufmerksamen Beobachterin. Es fiel mir teilweise schwer zu glauben, dass alles wirklich erfunden ist.

Für Menschen, die wie ich über eine sehr bildhafte Fantasie verfügen, könnte es teilweise vielleicht ein bisschen zu blutig zugehen, auch wenn die Autorin diese Szenen nicht allzu genau beschreibt. Mir war es nicht zu viel, sondern meiner Meinung nach genau angemessen und nicht mehr und nicht weniger, als für die Geschichte wirklich notwendig war. Und im Verhältnis zu anderen Autorinnen hat sich Nele Neuhaus in meinen Augen auch zurückgehalten...

"Eine unbeliebte Frau" ist ein wirklich spannender Krimi, bei dem man als Leser bis zum Schluss miträtseln kann. Erfreulich klischee-frei und mit sympathischen und sehr real wirkenden Ermittlern.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue