Thomas Krüger: Erwin, Mord & Ente

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Thomas Krüger: Erwin, Mord & Ente
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783453411524

Informationen zum Buch

Seiten
304

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Erwin Düsedieker verbrachte einen sonnigen Nachmittag in seiner vergoldeten Luxus-Badewanne.

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Erwin Düsedieker ist ein herzensguter Mensch, doch er gilt als beschränkt: Der Sohn des ehemaligen westfälischen Dorfpolizisten Friedhelm Düsedieker stapft gern mit Gummistiefeln an den Füßen und Papas alter Dienstmütze auf dem Kopf über Äcker und Wiesen. Begleitet von Lothar, seiner treuen Laufente. Ein Polizist könnte Erwin nie sein. Eines Tages aber strauchelt er in einen Kriminalfall mit geradezu höllischen Dimensionen und muss ihn lösen – zusammen mit Lothar, der sich im Zuge des Abenteuers als wahre Ermittlungsente entpuppt …

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Erwin und die Ente

Bramschebeck, ein kleines verschlafenes Dorf in Ostwestfalen ist die Heimat von Erwin Düsedieker, Sohn des ehemaligen Dorfpolizisten Friedhelm Düsedieker. Erwin lebt seit dem Tod seiner Mutter allein in der ehemaligen Polizeiwache, die nun nach ihrer Auflösung ein normales Wohnhaus ist. Erwin gilt im Dorf als beschränkt und ihm ist das auch ganz recht. Ja, er ist sogar froh darüber, muss er dadurch nicht mehr unter dem Druck leiden ein Polizist sein zu sollen bzw. zu werden, wie sich das sein seliger Vater doch so sehr gewünscht hätte. Aber Erwin ist nicht der Mensch für solch eine Aufgabe. Seither widmet er sich sehr gerne dem Lösen von Fällen, wenn diese auch etwas anders geartet sind als Kriminalfälle. Seine Ermittlungen beziehen sich beispielsweise auf literarischer Ebene. So widmet er sich gerne dem Studium seiner Bücher, wobei er den Bildern den Vorzug vor dem Text gibt.

Als Erwin nun so in seiner vergoldeten Badewanne, ja man höre und staune, liegt und über den Tod Marats nachdenkt, wird er alamiert durch seine Laufente Lothar. Dieser verbrachte seine Zeit dümpelnd auf dem Gartenteich und wurde durch die Ankunft eines Besuchers aufgeschreckt. Arno Wimmelböcker begehrt Einlass. Arno ist auch nicht der Hellste, aber ein Freund von Erwin. Aufgeregt berichtet er durch die Tür, denn Arno würde nie ein fremdes Badezimmer betreten, Erwin von den Ereignissen bei Bauer Thiesbrummel. Arno verkörpert so richtig das Klischee des westfälischen Bauern. Rede nur wenn es sein muss und bloss nicht zuviel. Außer natürlich wenn man da so Knochen und so bei Jasper findet.

Also begibt sich Erwin zusammen mit Lothar im üblichen Outfit, Gummistiefel, Parka, Traininshose und Polizeimütze, auf den Weg zum Hof Thiesbrummel. Arno hält sich lieber abseits. Am Fundort trifft Erwin auf die Polizei in Form von Lars-Leberecht Heine. Dieser begrüßt Arno überfreundlich und zieht ihn mächtig auf. Heine hat verwandtschaftliche Beziehungen nach Bramschebeck und macht sich, wie früher schon die anderen Kinder, einen Spaß daraus Erwin dumm dastehen zu lassen. Bezeichnet ihn vor dem anderen als Hauptkommissar und tut als wäre er Gott weiß wie dicke mit Erwin. Dieser lässt dies fast gänzlich an sich abperlen. Erwin ist zwar behindert, aber nicht blöde.
Als die Polizei verschwunden ist, bleibt Erwin noch eine Weile dort und erhält von Lothar angekohlte Papierfetzten. Später macht er sich auf zu Anni, die den Dorfladen führt und Erwin auf ihre Art hilft wo sie kann. So besorgt sie ihm sein geliebtes Schaumbad, ohne dass irgendwer davon erfährt, genau wie auch keiner ihm Dorf von Erwins Badewanne weiß, oder von seinen Büchern, die auch Anni besorgt hat. Anni ist nicht mehr die jüngste, aber unermüdlich führt sie ihren Laden.

Erwin hatte inzwischen den Papierfetzen auseinandergefaltet und den Text, der in gebrochener Schrift gedruckt ist, entziffert. Kann aber mit den Zeilen nichts anfangen. Arno, der am Abend noch in der Kneipe war, hat Neuigkeiten. Die Knochen sollen von einer jungen Flüchtlingsfrau aus dem letzten Krieg sein, heißt es. Eine Bombe soll sie getötet haben. Das Gerücht über eine Bombe kennt Erwin schon seit er denken kann. Aber die Geschichten sind immer unterschiedlich. So macht Erwin sich so seine Gedanken, die sicher etwas anders geartet sind als die von Lars-Leberecht Heine. Aber der hält sich ja für oberschlau.

Mir fiel der Einstieg in das Buch gar nicht schwer. Zwar ist ein erstaunlicher Gegensatz zur Erzählweise und der Figur Erwins, aber gerade dies macht auch einen Reiz des Romans aus. Während der Erzähler seine Betrachtungen über Erwin und Konsorten in eher gehobener Sprache ausführt, man kommt dadurch erst zu dem Trugschluß in Erwin einen gebildeten Mann erkennen zu können, ist Erwin zwar kein absoluter Dummkopf, im Gegenteil auf seine Art ist er sogar recht schlau, aber im Dorf als einfältig, als Dorftrottel angesehen. Arno toppt ihn sogar noch in seiner Einfalt. Eine nette Umschreibung Arnos lautet: Arnos Fantasie wurde in der Regel das Opfer seines Phlegmas.

Erwin, zwar behindert, kommt alleine zurecht und wird von der Dorfschwester unterstützt. Seine großen Leidenschaften sind seine Bücher und das Baden. In der Laufente Lothar hat er einen Gesprächspartner mit dem er vieles bereden kann. Er weiß, dass er nicht als der Gescheiteste gilt, aber bisher scheint ihn das nicht allzu viel auszumachen. Hauptsache man lässt ihn in Ruhe.

Ich denke, wenn man sich auf Erwins Gedanken einlassen kann, auf seine Art die Welt zu betrachten, dann macht das Lesen Spaß. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Geschichte nicht noch in ernstere Bahnen abschweifen könnte. Hoffentlich dreht niemand Lothar den Hals um und lässt die Leiche im Backofen verschwinden.
Dem Buch beigefügt ist eine Karte, auf der man wunderbar die Wege von Erwin und Lothar verfolgen kann. Zusätzlich enthält es ein Sonnett: Betrachtung einer weißen Laufente.

Ich hab übrigens eine Hörprobe von Erwin, Mord & Ente gelesen von Dietmar Bär genossen und bin mir sicher, sobald ich das Buch durch habe, muss ich mir das Hörbuch genehmigen.

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