Walter Satterthwait: Eskapaden

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Walter Satterthwait: Eskapaden
Verlag
ET (D)
1997
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Escapade
ET (Original)
1995
ISBN-13
9783423202848

Informationen zum Buch

Seiten
476

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Der Große Meister jagte den schweren Lancia auf der glatten Straße durch unübersichtliche Kurven, als hätte ihm der liebe Gott persönlich ein Telegramm gschickt, das ihm Unsterblichkeit zusicherte.

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Sommer 1921. Die englische Gesellschaft ist fasziniert von der Welt des Übersinnlichen. Auf Schloß Maplewhite in Devon findet eine Wochenendparty mit Séance statt. Unter den Gästen sind Sir Arthur Conan Doyle und sein Freund Harry Houdini, der amerikanische Entfesselungskünstler. Letzterer ist wild entschlossen, das »Medium« Madame Sosostris als Schwindlerin zu enttarnen. Aber es wird noch vor der Séance gefährlich gespenstisch. Eine Gesellschafterin sieht gleich drei Geister, einen vor und zwei nach dem Frühstück, auf Houdini wird ein Anschlag verübt, und der Graf von Axminster wird in einem von innen verschlossenen Raum ermordet aufgefunden.

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Aus der Hand legen verboten!

Harry Houndini steuert einen schweren Lancia wagemutig durch die Landschaft von Devon. Neben ihm sein Sekretär Phil Beaumont, der verständlicherweise Angst hat, den Landsitz von Lady und Sir Purleigh nicht mehr lebend zu sehen. Dabei ist das ein interessantes Ziel, treffen sich dort doch am Wochenende 13 Gäste, um an einer Séance teilzunehmen. Houdini will das Medium als Schwindlerin entlarven, das vom berühmten Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle mitgebracht wird. Doch bereits lange zuvor bietet der Aufenthalt reichlich Grund zu Ärger und Aufregung: Gespenster, ein Anschlag und ein rätselhafter Tod mischen die Gesellschaft ordentlich auf.

"Aus der Hand legen verboten!" Gäbe es Hinweisschilder für Bücher, müsste man auf "Eskapaden" dieses kleben. Das Wochenende auf Maplewhite bietet alles auf, was im Krimigenre Rang und Namen hat. Dazu gehört Sir Arthur Conan Doyle, der zwar als Schriftsteller viel Ansehen genießt, derzeit jedoch statt der Vernunft lieber dem Glauben an die fragwürdigen Fähigkeiten eines Mediums nachhängt. Dazu gehört der Mord am alten Lord, der "ordnungsgemäß" in einem von innen verschlossenen Raum stattfindet. Freilich muss man sich fragen, ob einige Gäste des Wochenendes heimliche Liebschaften unterhalten und obendrauf setzt sich ein mysteriöser Verfolger auf die Fährte von Houdini - ein Zauberer, den jedoch noch nie jemand ohne Bühnenkostüm gesehen hat.

Die Schilderung des Ganzen gerät auf eine originelle Art zu einem richtigen Zuckerl: Abwechselnd wird von Beaumont und der Gesellschafterin Jane Turner erzählt. Während Beaumont, eigentlich ein Detektiv der renommierten Detektei Pinkerton, bereits kräftig Fragen stellt und sich Gedanken um Vorgänge auf Maplewhite macht, erzählt Jane Turner in Briefen ihrer guten Freundin von den Vorkommnissen auf dem Landsitz. Durch diesen Erzählkniff setzt sich auf den unterschiedlichen Erlebnissen ein kompakteres Bild zusammen und die Unterschiede in der Sichtweise bringen immer wieder amüsante Differenzen zutage. Turner tobt sich in ihren Briefen nach Herzenslust über ungehobelte Wochenendgäste aus und Beaumont stellt dem US-Amerikaner Houdini das Gastland auf seine Art vor: Verrückte würden höchstwahrscheinlich angetroffen, schließlich sei man in England. Irgendwann greift Turner selbst beherzt in die Ermittlungen ein, zumal sie selbst nicht nur ins Fadenkreuz von überraschend vielen Gespenstern geraten zu sein scheint.

Die Mischung aus Humor und Spott schätze ich sehr an "Eskapaden". Langweilig wird es auf den über 400 Seiten niemals und zudem habe ich mich stets gefragt, wem die Ehre der Aufklärung gebühren würde: Beaumont oder Houdini? Ausgerechnet Doyle, der Sherlock Holmes äußerst scharfsinnig ausgestattet hat, ist schnell aus dem Rennen und am Ende wird sogar, very british, eine Wette auf den erfolgreichen Ermittler abgeschlossen. Es kann auch im Showbusiness nur einen geben: Den großen Houdini!

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Eskapaden wird in 2 Strängen erzählt. Zum einen in der Ich-Form von Pinkerton Ermittler Phil Beaumont, zum anderen in Brief-Form von der Gesellschafterin Jane Turner. Das aufzuklärende Verbrechen selbst, wird von den beiden eigentlich getrennt, aber am Ende durch Houdini vereint gelöst, natürlich auf vielen skurrilen Umwegen. Die Stärke Satterthwaits liegt in diesem Buch in der Zeichnung der Nebenfiguren. Die männliche Hauptfigur Phil Beaumont ist zwar ganz nett beschrieben, scheint aber fatalerweise mit Joshua Croft aus seinen modernen Krimis identisch zu sein. Jeder Satz aus seinem Mund hätte auch von diesem ausgesprochen werden können. Nun mag ich zwar die lakonische Art in der er (bzw. beide) sich verhält, finde diese Gleichheit aber etwas einfallslos. Harry Houdini hingegen, mit seiner Überheblichkeit in seinem Metier und seiner Weltfremdheit, sobald es sich um etwas dreht, was nicht dazu gehört, ist ebenso amüsant beschrieben wie Sir Arthur Conan Doyle, der zwischen Vernunft und festem Glauben an alles Übersinnliche schwankt. Meine Lieblingsfigur ist allerdings der bolschewistische Lord (!), der vor meinem inneren Auge von John Cleese gespielt wurde.

Gesamturteil: Amüsant, mitreissend, skurril. Ein Muss für Satterhwait-Liebhaber

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