Oliver Kern: Geist des Bösen

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Oliver Kern: Geist des Bösen
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783802592904

Informationen zum Buch

Seiten
450

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Das Fauchen ließ ihn herumfahren.

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Handlungsort

Kontinent
Handlungsorte
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In der Nähe von Stuttgart wird die Leiche eines Nigerianers gefunden. Im Gesicht trägt er seltsame Schnittwunden. Kristina Reitmeier und ihr Team vermuten einen Streit unter Drogenhändlern, aber diese Spur endet in einer Sackgasse. Liegt vielleicht doch ein Mord mit ausländerfeindlichem Hintergrund vor? Oder war die Tat gar religiös motiviert? Die Stuttgarter Polizei kann nichts ausschließen, als auf einmal eine unglaubliche Entdeckung alles auf den Kopf stellt …

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Der Geist des Bösen in und um Stuttgart

"Geist des Bösen" ist der zweite Fall rund um Kommissarin Kristina Reitmeier, die in der Nähe Stuttgarts ermittelt. Obwohl ich den Vorgänger "Die Kälte in dir" bislang nicht kenne, bin ich sehr gut in die Geschichte gekommen. Alle nötigen Details zu Kristina Reitmeier und ihrem Team bindet der Autor Oliver Kern geschickt in die Handlung mit ein.
Alles startet mit einem tot aufgefundenen Nigerianer in einer alten, leerstehenden Waiblinger Ziegelfabrik. Da sich eine kleine Menge Kokain bei ihm findet, liegt der Verdacht, dass es sich um einen Mord innerhalb des Drogenmilieus handelt, schnell auf der Hand. Doch warum hat Cassidy Osuij seltsame, posthum zugefügte Schnittwunden im Gesicht? Bald überschlagen sich die Ereignisse und werfen immer mehr neue Fragen auf: was hat es mit dem Voodoozauber eines Befragten auf sich? Warum reist Cassidy Osuij mit seinem nigerianischen Pass als Tourist nach Deutschland und nach Ende des jeweiligen Visums für eine kurze Sperrfrist nach Großbritannien, wo er doch mit seinem zweiten, britischen Pass überhaupt keine Schwierigkeiten mit einem Aufenthalt innerhalb der EU hätte? Warum erzählt seine deutsche Frau hanebüchene Geschichten und gibt sich so arglos gegenüber den Ermittlern? Warum wirken die Schwiegereltern des Toten doch verhältnismäßig erleichtert über die traurige Nachricht? Hinzu kommt, dass bei der Suche nach Antworten ein weiterer Mensch zu Tode kommt - von einem Polizisten verfolgt, gerät er unter ein Auto. Die anfängliche Sorge vor einer Berichterstattung, die ihnen Rassismus unterstellen könnte, und die Zusammenarbeit mit einem wirklich unsympathischen Kollegen vom Drogendezernat sind das eine - und dann sehen sich Kristina Reitmeier und ihre Kollegen auch noch mit Neonazis konfrontiert. Waren die Ermittlungen Richtung Drogenmilieu also doch die falsche Fährte?
Mir hat dieser Krimi von Beginn an sehr gut gefallen: zum einen war der Fall einfach sehr spannend, so dass nicht nur die Ermittler sehr lange im Dunklen tappten, sondern ich mit ihnen. Zum anderen mochte ich die Charaktere gerne, auch wenn zum Beispiel Kristina Reitmeier durchaus ein bisschen sperrig ist. Die Kommissarin macht es ihren Kollegen mit ihrer ruppigen Art wirklich nicht immer einfach, aber mit den entsprechenden Einblicken in ihr - wie auch Daniel Wolfs - Privatleben, ist auch ihre Figur und der Umgang im Team sehr authentisch.
Ehrlich gesagt wusste ich vorab nicht so genau, was mich bei dieser Lektüre erwartet - zumal ich zugeben muss, dass ich LYX nicht als Verlag von 'klassischen Kriminalromanen' kannte. Aber mir hat dieser komplexe Krimi, der wirklich schnell und bis zum Ende super spannend erzählt ist, richtig gut gefallen. Zumal Oliver Kern, der Autor, einige wirklich gekonnte Finten legt und die Handlung so die ein oder andere Wendung nimmt...

Fazit: Für mich ein klarer Lesetipp im Krimi-Genre! Die Zeit bis zu einem weiteren Fall werde ich auf jeden Fall mit dem Nachholen des ersten Falles überbrücken.

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Viele Spuren - unerwartete Auflösung

Kommissarin Kristina Reitmeier wird zu einem Mordschauplatz gerufen. Ein toter Schwarzer, aufgefunden an einem offensichtlichen Drogenumschlagplatz in der Nähe von Waiblingen. Hatte der Tote ebenfalls mit Drogen zu tun, war es ein Streit unter Dealern oder Süchtigen? Ober gibt es einen rechtsradikalen Hintergrund, immerhin war der Tote Nigerianer? Die Ermittler haben einige Hinweise zu verfolgen, aber eine wirklich heiße Spur scheint es erst einmal nicht zu geben.

Neben dem vielschichtig verlaufenden Fall spielt in diesem Buch auch das Privatleben der Ermittler eine wichtige Rolle. Kristina ist seit einiger Zeit getrennt, lebt aber noch in der früheren gemeinsamen Wohnung. Als ihr Ex eines Abends unverhofft vor der Tür steht, wirft sie das ziemlich aus der Bahn. Auch sonst ist sie nicht gerade ein ausgeglichener Charakter, sondern fällt eher durch aufbrausendes Verhalten und unüberlegte Worte auf.
Kommissaranwärter Daniel Wolf leidet noch unter einem Verlust, der aber in den Hintergrund rückt, als er die Anthropologin Naima kennenlernt. Doch auch diese Beziehung scheint unter keinem guten Stern zu stehen.

Neben all diesen privaten Verwicklungen müssen sich Kristina, Daniel und ihr Team ziemlich konzentrieren, um in dem verzwickten Fall des toten Nigerianers den Durchblick zu finden. Am Ende entwickeln sich die Ermittlungen in eine ganz unerwartete Richtung und sorgen somit für Spannung bis zum Ende.

Es handelt sich um den zweiten Fall für das Ermittlerteam Kristina und Daniel. Ich habe den ersten Band noch nicht gelesen, es gab aber ausreichend Hinweise, um das Verhalten der Personen nachvollziehen zu können, ohne dass einem die Spannung für den ersten Fall komplett genommen wird. Weitere Fälle sind in Planung und ich bin gespannt, wie es für die beiden beruflich und privat weitergeht!

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Tatort Waiblingen

In einem bekannten Drogentreffpunkt wird die Leiche des jungen Nigerianers Cassidy Osuji gefunden. Die Polizei findet bei ihm ein Päckchen Kokain und geht daher von einem Verbrechen im Drogenmilieu aus. Oder doch eine Tat mit fremdenfeindlichen Hintergrund? Als die ermittelnden Beamten von Cassidys Vergangenheit erfahren, stellen sie fest, daß das Motiv ganz anders liegen könnte.

In diesem Buch ermitteln die Kommissarin Kristina Reitmeier und ihr Kollege Daniel Wolf bereits zum zweiten Mal, daher gibt es auch immer wieder Rückblicke auf den ersten Fall. Die Handlung ist spannend und kompakt, der Autor legt geschickt mehrere Spuren aus, von denen ich lange nicht wußte, ob sie überhaupt etwas mit dem Fall zu tun haben oder miteinander zusammen hängen.
Ebenso finden ein paar sehr actionreiche Szenen Einzug in das Buch. Die Beschreibungen von Örtlichkeiten und Stimmungen empfand ich ebenfalls als sehr gelungen. Das Ende des Buches ist nochmals spannend und gut gelöst.

Kristina Reitmeier mag ich zwar als Romanfigur, aber durchweg sympathisch war sie mir nicht. Sie ist eine Figur mit Ecken und Kanten, die unter der Einsamkeit nach einer zerbrochenen Beziehung leidet – gerade kurz vor Weihnachten, die Zeit, in der der Roman spielt.
Ihre Eifersucht und ihr aufbrausendes Temperament stehen ihr oftmals im Weg, andererseits fand ich es auch toll, daß sie sich nicht so schnell einschüchtern läßt. Zudem hat sie noch mit den Dämonen aus dem letzten Fall zu kämpfen.

Kommissar-Anwärter Daniel Wolf muß in diesem Buch körperlich einiges einstecken. Für ihn ist die Zusammenarbeit mit Kristina nicht immer leicht, aber wenn es hart auf hart kommt, raufen sich die Beiden zusammen. Daniel hat allerdings eine Schwäche: seine Alleingänge haben ihm schon mehrmals Probleme eingebracht.

Aber auch die anderen Charaktere, wie die Kollegen von Kristina und Daniel oder aus dem Umfeld des Toten sind detailliert beschrieben, so daß man sich nicht immer sicher sein kann, ob der erste Eindruck auch wirklich richtig war.

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Unvorhersehbar und sehr spannend!

Dieses ist schon der 2. Band, in dem Kristina Reitmeier und Daniel Wolf ermitteln. Es ist nicht das erste Mal, dass ich mittendrin einsteige und obwohl ich jetzt auch neugierig auf den ersten Teil bin, hat er mir beim Lesen nicht gefehlt. Alle wichtigen Informationen hat mir Oliver Kern zwischendurch präsentiert. Immer dann, wenn es nötig war, hat er sie in den Text eingebaut.

Ich wusste zunächst gar nicht so genau, was mich erwartet. Der Prolog, der mich nach Afrika führte, war sehr geheimnisvoll. So etwas mag ich sehr und im Nachhinein hat er die Geschichte absolut „rund“ gemacht. Ziemlich schnell wird dann die Leiche des Nigerianers entdeckt und die wilden Spekulationen konnten beginnen. Denn genau wie das Ermittlerduo hatte ich überhaupt keine Ahnung, warum der junge Mann aus Nigeria sterben musste. Und das sollte auch lange so bleiben!

Oliver Kern hat einen genialen Plot konstruiert und fast bis zum Schluss alle Möglichkeiten offen gelassen. Ich bekomme zwar immer mehr Informationen und kann so nach und nach die Puzzleteilchen zusammen fügen. Und dennoch laufe ich immer wieder in Sackgassen, muss umkehren, die Richtung wechseln. Schon lange hat mich kein Autor mehr so an der Nase herum geführt und dafür verdient Oliver Kern ein dickes Lob!

Der Schreibstil ist nicht dauerhaft so fließend, wie ich es gerne hätte und bei zu viel Action wird es etwas wirr. Dafür sind die Dialoge sehr authentisch. Die Charaktere sind ebenfalls sehr glaubhaft und interessant, mit vielen Ecken und Kanten. Genau wie die beiden Ermittler, die ganz spezielle Typen sind. Die etwas ruppige Kristina ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, macht aber mit ihrem scharfen Verstand einiges wett. Daniel ist das genaue Gegenteil, etwas ungestüm, aber herzallerliebst. Und er riskiert einiges, um seinen Job gut zu machen. Mir gefallen die Beiden, es hat mir sehr viel Spaß gemacht, sie zu beobachten. Das ist eine weitere Besonderheit. Oliver Kern erzählt die ganze Zeit in der dritten Person, aber ich schaue abwechselnd Kristina und Daniel über die Schulter. Diese Perspektivenwechsel fand ich äußerst interessant und so war ich den Beiden immer ein kleines Stückchen voraus.

Der Spannungsbogen bleibt konstant oben, es gibt keine Längen oder unnötige Informationen. Der Showdown legt dann noch mal einen Zahn zu und ich musste Nachtschicht einlegen, weil ich ab einem bestimmten Punkt auf gar keinen Fall mehr aufhören konnte, zu lesen. Die Auflösung hat mir sehr gefallen, sie war stimmig und macht dem Titel alle Ehre. Und am Ende gibt es dann noch eine kleine „Überraschung“!

Fazit: „Geist des Bösen“ brilliert mit einem exzellent konstruierten Plot, einem konstanten Spannungsbogen und mit einem sehr überraschenden Ende!

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