Tanja Kinkel: Götterdämmerung

Tanja Kinkel: Götterdämmerung

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Tanja Kinkel: Götterdämmerung
Verlag
ET (D)
2003
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783426628164

Informationen zum Buch

Seiten
544

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Es ist immer das gleiche lähmende Gefühl, mit dem sein Traum beginnt, der Albtraum, der sich seit seiner Kindheit in ihn gekrallt hat und ihn nicht mehr loslässt, der Traum, der sich nur hin und wieder für ein Jahr oder zwei ruhig verhält und dann wieder drohend seine Zähne zeigt.

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Zuerst scheint es nur Routine zu sein: Der Journalist Neil LaHaye recherchiert für ein Buchprojekt über Aids. Dabei stößt er immer wieder auf den Pharmakonzern Livion - und schließlich mitten hinein in ein Wespennest von politischen und wissenschaftlichen Verstrickungen, die direkt ins Pentagon führen. Doch was steckt dahinter? Die Suche nach der Wahrheit führt Neil zu Beatrice Sanchez, die in einem Sicherheitslabor weitab der staatlichen Kontrollen mit dem Unvorstellbaren experimentiert ...

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(Aktualisiert: 21 November 2013)
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Götterdämmerung

Neil LaHaye ist ein Journalist ganz nach meinem Geschmack:
einer, der nach der unbequemen Wahrheit sucht und sie ausspricht, auch wenn sie einflussreichen Leuten nicht passt. Dem Geld und sein Ruf egal sind, als er eine Verbindung zwischen höchsten Regierungskreisen und einem äußerst einflussreichen Pharmakonzern entdeckt und aufdecken will.

Tanja Kinkel schafft es, ohne erhobenen Zeigefinger und trotzdem mit einer deutlichen Botschaft von Neils Recherchen zu erzählen. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, so spannend sind die Einzelheiten, die der Journalist nach und nach ans Licht bringt. Die Arroganz und Skrupellosigkeit des Pharmabosses, der sich gern "Mr. President" nennen lässt, haben mich zur Weißglut gebracht und ich habe befürchtet, dass LaHaye immer noch Schlimmeres herausfindet und gehofft, dass er trotz aller Widrigkeiten das Komplott an die Öffentlichkeit bringen kann.

Gerade dann, als die Spannung fast nicht mehr auszuhalten ist - ein Bruch: LaHaye verliebt sich. Ausgerechnet in Beatrice, die Tochter von Sanchez, dem Forscher, der den Journalisten erst auf die Spur seiner Story gebracht hat. Normalerweise ärgern mich Liebesgeschichten, die die eigentliche Handlung aufhalten, aber hier war das anders. Die Bootstour durch Alaska, die Neil und Beatrice unternehmen, ist mit ihren Naturschilderungen ein Genuss nach dem ersten Teil des Buches, und man hat das Gefühl, dass diese Liebesgeschichte einfach erzählt werden muss. (Das bestätigt sich später auch inhaltlich, wozu ich allerdings hier nichts verraten möchte.)

Als das Paar nach der Reise wieder in die Zivilisation zurückkehrt, überschlagen sich die Ereignisse und man kann wieder gar nicht so schnell blättern, wie man lesen möchte. Zusammenhänge tun sich auf, die einem den Atem rauben, Dinge geschehen, die einen zu Tränen rühren und Neil in tiefe Zweifel stürzen.

Und dann der Schluss: ein Paukenschlag. Zuerst hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht, aber dann habe ich bemerkt, dass es für das Buch das einzig richtige ist.

Tanja Kinkels umfangreiche Recherchen in den USA und in Alaska, auf medizinischem und politischem Gebiet merkt man dem Buch an. Es lässt einen nicht los - auch nach dem Lesen nicht.

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(Aktualisiert: 29 Oktober 2006)
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Götterdämmerung

Eigentlich ist Tanja Kinkel ja vor allem für ihre historischen Romane bekannt - umso neugieriger war ich auf diesen Medizinthriller. Und ich war auch sofort gefangen in der Story über den US-amerikanischen Schriftsteller und Journalisten Neil, der wegen seiner regierungskritischen Veröffentlichungen als berühmt-berüchtigter Antiheld gezeichnet wird. Durch die Begegnung mit einem aidskranken Jugendfreund kommt er auf den Gedanken, über die Entstehung der HIV-Seuche zu schreiben undt trifft bei seinen Recherchen auf Beatrice Sanchez, mit der er einen Gedankenaustausch per e-mail beginnt.

Spätestens ab hier steigt der Spannungsbogen stetig an und eine medizinische Verschwörungstheorie jagt die andere. Dabei fand ich es faszinierend, Neil bei seinen journalistischen Recherchen zu begleiten und insbesondere seine in einer ausgefeilten und geschliffenen Sprache geführten Interviews haben mir sehr gut gefallen.

In der Mitte hat mich die Handlung dann nach einigen unvorhergesehenen Wendungen plötzlich mit einer wunderschön erzählten Liebesgeschichte in den Weiten Alaskas überrascht. Dieser Teil kam mir fast wie abgetrennt vom Rest vor und ich tat mich einigermaßen schwer, mich anschliessend wieder in den Thriller hineinzuversetzen. Spätestens im letzten Drittel nimmt der Roman für die Hauptfiguren alptraumhafte Züge an und die Szenarien werden zusehends verwirrender. Was mich nicht auf den Schluss vorbereiten konnte, und hier liegt nämlich der Hund begraben:

Der Schluss ist schockierend und für meinen Geschmack einfach zu dick aufgetragen. Hier hat die Autorin den berühmten gordischen Knoten durchschlagen, anstatt sich die Mühe zu machen, aus den bisher verfolgten Strängen einen passenden Schluss zu stricken. Außerdem drückt sie sich damit um die Beantwortung der Frage, die sich eigentlich wie ein roter Faden durch den Roman zieht: Wie weit darf/kann/soll/muss investigativer Journalismus gehen. Das gibt Punktabzug, und daher kann ich für diesen ansonsten spannenden und sprachlich sehr schön zu lesenden Thriller vier Sterne geben.

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