Anni Bürkl: Göttinnensturz

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Anni Bürkl: Göttinnensturz
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783839214190

Informationen zum Buch

Seiten
282

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
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Frühling im Ausseerland: In Berenikes Teesalon herrscht Hochbetrieb. Dann gibt es eine ermordete Dirndl-Schönheit im Wolfgangsee. Was geht im idyllischen Ausseerland vor, dass ausgerechnet die traditionellen Trachten als Mordwerkzeuge gebraucht werden? Mittendrin Berenikes Liebhaber, der Kriminalpolizist Jonas Lichtenegger, bei dem ein Burnout droht. Als weitere Todesopfer auftauchen und Jonas sich immer mehr von Berenike entfremdet, ermittelt sie auf eigene Faust.

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Berenike ermittelt zum vierten Mal

Im beschaulichen Ausseerland im Salzkammergut findet Berenike, die einen Tee- und Literatursalon betreibt, einen Tag nach dem Schützenfest eine weibliche Leiche im Wasser: erwürgt mit der eigenen Schürze des Dirndls, welches die Tote trägt. Außerdem hat der Mörder eine Tarotkarte bei der Toten abgelegt. Der Kriminalpolizist Jonas Lichtenegger, der Liebhaber von Berenike, ermittelt, ob der Tod der Frau in Zusammenhang mit einer Schlägerei während des Schützenfests in Zusammenhang steht. Kurz darauf taucht eine weitere Leiche auf, ebenfalls mit einem Teil der Tracht umgebracht. Jonas, der kurz vor einem Burnout steht, entfernt sich im Zuge der Ermittlungen immer weiter von Berenike, so daß diese auf eigene Faust ermittelt.

„Göttinnensturz“ ist der vierte Roman um die Tee- und Literatursalonbesitzerin Berenike Roither, die eher unfreiwillig immer wieder als Privatermittlerin tätig wird. Ich habe bisher nur den ersten Band „Schwarztee“ der Reihe gelesen: für die Krimihandlung selbst ist es nicht notwendig, die vorherigen Bände gelesen zu haben, aber ich glaube, es erleichtert dem Leser, Berenike besser zu verstehen, wenn man mehr über ihre Vergangenheit weiß, welche im ersten Band eine zentrale Rolle spielt.

Da es sich bei dem Buch um einen Regionalkrimi handelt, werden in dem Buch auch typische österreichische Dialektwörter verwendet, mit denen ich weniger Probleme hatte, da ich durch österreichische Kollegen einige der Wörter bereits kannte. Mir nicht bekannte Worte habe ich im Internet nachgeschlagen, was mich nicht störte, denn ich mag es lieber, wenn Regionalkrimis auch den sprachlichen Charakter der jeweiligen Gegend widerspiegeln. Ich hätte mir allerdings eine Karte mit den Handlungsorten gewünscht, weil ich dadurch die örtliche Orientierung innerhalb des Romans besser nachvollziehen kann. Außerdem wäre eine Karte auch für die Auflösung der Bedeutung der Tarotkarten sinnvoll gewesen.

Ich hatte relativ früh einen Verdacht, um wen es sich bei dem Mörder handeln könnte; mit dem Verdacht lag ich auch nicht falsch, allerdings hat die Autorin es ausgerechnet am Schluß geschafft, meinen Verdacht gehörig ins Wanken zu bringen. Über das Motiv war ich mir allerdings bei meinem bevorzugten Verdächtigen lange nicht im Klaren, da die Autorin in der Handlung bewußt eine falsche Fährte gelegt hat.

Ich finde, daß man das Buch gründlich lesen muß, da dem Leser sonst das eine oder andere Detail verloren gehen könnte. Zum Schluß werden nicht alle Fragen beantwortet: die wichtigsten Fragen werden aufgelöst, aber zu dem einen oder anderen Punkt hätte ich gerne noch eine Antwort gehabt. Die Auflösung der Bedeutung der Tarotkarten in den Mordfällen hätte ich mir gerne etwas detaillierter gewünscht, da ich diese als Tarot-Laie beim ersten Lesen nicht gleich verstanden habe.

Berenike ist nicht die typische strahlende Heldin, sondern eher das Gegenteil: sie ist ein unsicherer Mensch, die sich seit 5 Jahren mit ihrem Teesalon im Salzkammergut ein neues Leben aufbaut. Ihre Unsicherheit hängt mit ihrer beruflichen (und unschönen) Vergangenheit als Eventmanagerin in Wien zusammen: wenn sie seither mit zu viel negativen Dingen konfrontiert wird, zieht sie sich gerne in die Esoterik (und zu einer guten Tasse Tee) zurück. Wobei sie im Gegensatz zum ersten Band schon etwas selbstbewußter geworden ist. Außerdem sehnt sie sich nach Geborgenheit, umso mehr trifft es sie, daß sich ihr Freund Jonas während der Ermittlungen immer mehr von ihr entfremdet. Wenn es allerdings hart auf hart kommt, dann behält sie einen klaren Kopf und geht den Schwierigkeiten nicht länger aus dem Weg.

Mir hat der Krimi insgesamt gut gefallen und ich freue mich auf ein Wiedersehen in Berenikes Teesalon. Den zweiten und dritten Band werde ich in jedem Fall in Kürze ebenfalls lesen.

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Berenikes 4. Fall

Inhalt
Bei einem Spaziergang mit ihrer Freundin entdeckt Berenike voller Unbehagen die Leiche einer jungen Frau am Wolfgangsee, erwürgt mit ihrer Dirndlschürze. Ausgerechnet am Vorabend war sie mit der ermordeten Dirndl-Schönheit in eine handgreifliche Auseinandersetzung wegen des geplanten Trachtenfests geraten. Ihr Freund, der Kriminalpolizist Jonas Lichtenegger, übernimmt die Ermittlungen in dem Fall. Doch schon bald überschlagen sich die Geschehnisse und weitere Mordfälle ereignen sich. Besteht etwa eine Verbindung zum traditionellen Frühlingsfest? Berenike, die sich eigentlich aus allem raushalten wollte, beginnt schließlich doch auf eigene Faust zu ermitteln …

Meine Meinung
Bei „Göttinnensturz“ handelt sich um den mittlerweile vierten Band der Reihe um Berenike Roither, die im Ausserseeland einen florierenden Tee- und Literatursalon betreibt.
Sehr schön stimmt das Cover mit dem Dirndl auf die Ausgangsthematik des Regional-Krimis ein, der im beschaulichen österreichischen Salzkammergut angesiedelt ist. Das alljährlich im Frühjahr stattfindende, traditionelle Narzissenfest steht vor der Tür, doch die schöne Idylle wird durch eine Gegendemonstration wegen der Einladung von Alt-Nazis als Ehrengäste des Trachtenfests getrübt. Sehr gelungen thematisiert die Autorin in ihrem Krimi, wie rasch konservatives Traditionsbewusstsein und rechtsradikale Tendenzen ineinanderfließen können. Ein brisantes Thema, das sogar unserer Hauptfigur recht unangenehme Probleme beschert.
Berenike hat mir als Protagonistin mit ihrem lebendigen, eigenwilligen, aber durchaus sympathischen Charakter gut gefallen. Da ich die vorherigen Krimis nicht gelesen habe, war es manchmal etwas schwierig für mich, Berenikes sonderbares Verhalten nachzuvollziehen, das wohl auch in ihrer problematischen Vorgeschichte begründet liegt. Immer wieder findet man Querverweise auf ihre bisherigen Fälle, die für das Verständnis aber nicht notwendig sind, mich aber sehr neugierig gemacht haben. Zunehmend distanziert und voller Mißverständnisse gestaltet sich die momentan schwierige Beziehung zu ihrem Freund, dem Kriminalpolizisten Jonas Lichtenegger, der mit seinem Job und den Ermittlungen zu den Mordfällen überfordert zu sein scheint und einem Burnout-Syndrom sehr nahe ist. Berenike, die kurzfristig sogar selbst unter Tatverdacht gerät, mischt sich daher bald auf ihre ganz eigene Art in die Aufklärung der Mordfälle ein, um den Täter auf eigene Faust zu stellen.
Die als „Mörderisches Logbuch“ gekennzeichneten Eintragungen stammen aus der Feder des scheinbar psychisch kranken Täters und lassen uns aus seiner Perspektive zeitversetzt an den Ereignissen und seinen Motiven teilhaben. Um wen es sich dabei handelt, habe ich leider bis auf vorübergehende Zweifel etwas zu früh erraten können. Dennoch hat mir das Miträtseln des vielschichtig angelegten Krimis mit den außergewöhnlichen Mordfällen und einigen unerwarteten Wendungen bis hin zum fesselnden Showdown Spaß gemacht. Die Auflösung ist in sich schlüssig und im Wesentlichen nachvollziehbar, auch wenn man bei einigen Details schon spezielle Kenntnisse zu Tarot mitbringen sollte und nicht alle aufgeworfenen Fragen völlig aufgeklärt werden.
Die Beschreibungen der verschiedenen Schauplätze sind sehr stimmungsvoll und auch die eingestreuten österreichischen Ausdrücke tragen zum besonderen Flair dieses Regionalkrimis bei. Sehr hilfreich für die bessere Orientierung wäre übrigens noch ein Kartenausschnitt mit den unterschiedlichen Schauplätzen gewesen.
Fazit
Ein unterhaltsamer Regional-Krimi mit einer interessanten Protagonistin und sehr kuriosen Mordfällen, bei dem ich dem Täter allerdings sehr früh auf die Spur gekommen bin.


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Schicksalskarten bunt gemischt


Dieser Krimi ist teil einer Reihe, in deren Mittelpunkt die Teestubenbesitzerin Berenike steht. Sie scheint-wie in vielen klassischen Kriminalromanen- die Mordfälle anzuziehen. Im Roman wird klar, dass sie früher eine erfolgreiche Managerin war und nun als Aussteigerin im Salzkammergut die Teestube mit viel Liebe und gutem Management führt. Die Morde sind ihr aber gefolgt. Die erste Leiche bleibt nicht lange allein. Der zuständige Polizist reagiert ziemlich heftig auf die Einmischung von Jonas, Berenikes Freund, der als Kriminalist von dieser zu Hilfe gerufen wird.
Eigentlich könnten die beiden gut zusammenarbeiten, aber das Verhältnis ist kompliziert und voller Mißverständnisse.hinweise zur Aufklärung der Morde bietet ein mysteriöses Tagebuch und das Schicksal, denn der Mörder hinterläßt an jeder Leiche eine Tarotkarte.

Ich habe die anderen Bücher der Reihe nicht gelesen, nach diesem Buch habe ich allerdings Lust, mehr über das Schicksal der Hauptpersonen zu erfahren. Diese erschienen mir auch sehr im Mittelpunkt zu stehen, sowie ein bestimmtes politisches Denken, welches in der Gegend, die den Hintergrund des Romans bildet, scheinbar eine große Rolle spielt. Von der Seite her fand ich die Ansätze des Romans sehr interessant.
Die Teestube ist so liebevoll geschildert, dass wohl jeder dort gern Gast wäre. Obwohl das Salzkammergut ja eine wundervolle Gegend ist, konnte ich im Roman davon nichts merken. Die Schilderungen der Natur wurde letztlich von Tatorten oder Beziehungsproblemen überschattet. Das Lokalkolorit war mir etwas zu schwarz, aber vielleicht ist es so? (Tradition und Trachten sind für mich eher bunt. )
Allerdings war es interessant einige Begriffe kennenzulernen, die scheinbar rein regional sind. Diese unbekannten Wörter haben den Lesefluss ab und zu aufgehalten, ich habe das aber nicht als störend empfunden.

Besonders gut gemacht fand ich die Darstellung des Zusammenhangs der Morde durch die Art der Ermordung .Leider ist nicht alles konsequent durchgehalten worden.
Die Handlung wäre noch spannender, wenn ich Ahnung vom Tarot hätte, denn hier half auch kein googeln. Es wäre vermutlich besser, wenn man für die nicht mystisch geschulten Leser irgendwo Hinweise auf Tarot finden könnte, damit man (und wenn es im Nachhinein ist) mitraten kann. Dafür hätten an anderer Stelle Hinweise weniger deutlich sein können.

Nach dem Cover des Buches hätte ich nicht gedacht, dass sich dahinter ein Krimi verbirgt. Ich wäre normalerweise daran vorbei gegangen, wenn ich keine Empfehlung erhalten hätte. Nicht das ich etwas gegen Dirndl hätte, aber leider werden diese meist für Liebesromane auf der Alm genutzt. Nun, es ist optisch schön, und zumindest das Tattoo ist ungewöhnlich. Vielleicht doch eine Rehabilitation des Dirndls?

Fazit:

Für mich ein interessanter Krimi mit zwei liebenswerten Protagonisten. Er macht auf alle Fälle neugierig auf die anderen Fälle aus dieser Reihe.

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