Elizabeth George: Gott schütze dieses Haus

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Elizabeth George: Gott schütze dieses Haus
Verlag
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
A great Deliverance
ISBN-13
9783442099184

Informationen zum Buch

Seiten
382

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Handlungsort

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Jahrhundertelang hat ein Nest im englischen Yorkshire im Dornröschenschlaf verbracht - bis ein brutaler Mord die Spinnweben zerreißt: Der Pfarrer des Dorfes entdeckt die enthauptete Leiche seines treuesten Schäfchens William Teys in seiner Scheune. Neben dem Toten kauert Roberta, seine leicht debile Tochter, und behauptet: "Ich wars." Danach verstummt sie...

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Das malerische Dörfchen Keldale sieht aus wie einer dieser Orte, an denen die Welt noch in Ordnung ist, doch eines Tages wird ein Bauernhof am Dorfrand Schauplatz eines grausigen Verbrechens: William Teys, der Besitzer, wird enthauptet in der Scheune aufgefunden, neben ihm hockt seine Tochter Roberta, blutbespritzt und mit einer Axt in der Hand, und sagt: "Ich war's, und es tut mir nicht leid." Das war das Letzte, was das stark übergewichtige Mädchen sagte. Inzwischen befindet sie sich in der Psychiatrie und verweigert jegliche Kommunikation.

Die Polizei vor Ort ist völlig ratlos und ersucht Scotland Yard um Hilfe. Inspector Thomas Lynley wird direkt von der Hochzeit seines besten Freundes weg in den Norden geschickt. Mit an Bord ist seine neue Ermittlungspartnerin Barbara Havers, die in so ziemlich allem das krasse Gegenteil des adeligen, gutaussehenden und zumindest äußerlich stark vom Glück begünstigten Lynley ist, was für einige Reibung zwischen den beiden sorgt.

Bei den Ermittlungen wird schnell klar, dass sich auch hier hinter beschaulichen Fassade so einiges an heftigen Emotionen und düsteren Geheimnissen verbirgt, und Lynley ist sich ziemlich sicher, dass Roberta unschuldig ist, doch wie soll er das beweisen, wenn die junge Frau beharrlich schweigt?

Die Ausgangssituation mit dem ungleichen Ermittlerpaar, das jeweils so privat seine Problemchen hat, ist zwar nicht unbedingt wahnsinnig originell, aber schon im ersten Band hebt sich die Reihe durch Georges ausdrucksvolle Sprache und die gelungene Charakterzeichnung von der breiten Krimimasse ab. Sowohl Lynley, der trotz seiner Oberschicht-Herkunft angenehm unarrogant daherkommt, als auch die aufbrausende Havers, die mit ihren kranken bzw. geistig verwirrten Eltern ein ordentliches Päckchen zu tragen hat, werden schnell sympathisch, ebenso Gerichtsmediziner Simon St. James, dessen Assistentin (und Lynleys Beinahe-Freundin) Lady Helen Clyde sowie seine Frau Deborah (die Verflossene von Lynley). Zudem gelingt es der Amerikanerin George ausnehmend gut, very British zu schreiben.

Aber bei all dem Lokalkolorit und den persönlichen Verwicklungen von Lynley und Havers kommt der Kriminalfall auch nicht zu kurz. Ich hatte zwar etwa bei der Hälfte des Buches eine Ahnung, wohin sich alles entwickeln könnte, die sich dann auch bestätigt hat, aber trotzdem fand ich es spannend, zuzusehen, wie Lynley und Havers nach und nach ihre Schlüsse ziehen und sich die losen Fäden verknüpfen.

Vielleicht nicht das allerbeste Buch aus der Serie, aber auf jeden Fall ein gelungener Auftakt.

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Fesselnder Erstling

Gegensätzlicher hätte George das Ermittlerteam um Lynley und Havers nicht aufbauen können: Aristokratischer Lebemann trifft auf verbitterte Vorstadtfrau. Während Lynley sich über die Einteilung zwar wundert, platzt Havers fast vor Hass und Vorurteilen auf diesen "Lackaffen". Probleme mit sich selbst haben nicht nur einige Bewohner am Tatort in York, die haben auch die Protagonisten, und das nicht zu knapp.

Zwar sind Lynley und Havers auch in der Schublade der Ermittler gelandet, denen kein privates Glück vergönnt ist, aber die beiden ergänzen sich trotz der verbalen Giftpfeile von Havers hervorragend. Einen anderen Partner hätte man keinem der beiden an die Seite stellen können: Sie funktionieren irgendwie komplementär, weil keiner ohne seine eigenen Probleme die Augen für die des anderen hätte - so jedenfalls wirken die beiden auf mich.
Trotzdem blieb das Buch bei mir nicht als seitenlange Oper voller Selbstzweifel hängen. Ich finde das Buch klug geschrieben und sehr gut erzählt. Wer die Augen offenhält, kann sehen, wohin der Hase läuft und zumindest im Ansatz den ungeheuerlichen Hintergrund der Tat erkennen. Es kommen am Ende genug Details ans Licht, die den Atem stocken lassen.

Georges Erstling reiht sich in die Familie der Bücher ein, die den Leser verstört hinterlassen. Nicht, weil das Buch schlecht geschrieben ist, nicht, weil es merkwürdig konstruiert ist - sondern weil am Ende das Begreifen steht, dass sich an diesem (ohnehin schlimmen) Fall ausgerechnet ein Mensch mitschuldig gemacht hat, der für Hilfe und Erlösung steht: Mit unglaublicher Naivität denkt sich der Betreffende seine Umwelt schön und heil und zerstört mit seiner konsequenten Ignoranz drei Menschenleben.

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#1 Rezensent
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Ein bis zum Schluß spannender Krimi, der ein sehr ernstes Thema behandelt.

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Bei weitem das langweiligste Buch, dass ich seit langem gelesen habe, gut dass es nicht so viel Seiten hat. Um den eigentlichen "Mord" ging es am wenigsten, deshalb empfand ich das Buch überhaupt nicht spannend. Eifersucht, verschmähte und unerfüllte Liebe, unverarbeitete Kindheiterlebnisse und viel zu lange, uninteressante Beschreibung der Charaktäre der Ermittler. Die Kapitel waren viel zu lang und unstrukturiert. Elizabeth George wollte unbedingt viel Tiefgang in diesem Buch hochkommen lassen.

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Elizabeth George schafft es in diesem Krimi nicht nur die Frage wer hat umgebracht sondern insbesondere warum wurde umgebracht zu beantworten. Hier werden alle Beteiligten in die Mangel genommen und genau das macht den Krimi so lesenswert. Man möchte über alle Personen wissen, warum diese sich so entwickelt haben und wie sie sich entwickeln werden.
Ein absolut spannender Krimi, der gesellschaftliche Widersprüche ausleuchtet! Meiner Meinung nach das beste Buch von Elizabeth George!!

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In ihrem Buch schafft Elizabeth George es sehr gekonnt, die Dramatik und die Spannung eines Krimis schichtweise und vor allem sehr detailliert und strukturiert aufzubauen. Liest man diese Seiten vorerst unberührt, erscheint es einem, als wäre eine Geschichte, die in jedem zweitklassigen TV-Krimi vorkommen könnte, nur "gnadenlos aufgemotzt" worden. Nein, Elizabeth George schafft es, genau diese Geschichten so darzustellen, als wären "Du und ich" in ihnen gefangen. Sie fasst einen ganz normalen Alltag im Leben eines Menschen auf, der sich im Laufe des Romanes so weiterentwickelt, dass man sich trotz des Ausmaßes in diese Extremsituation der jeweiligen Hauptpersonen hineinversetzen kann. Nehmen wir das Opfer, nehmen wir den Mörder, jeder hat eine Geschichte und vor allem dadurch einen psychologischen Hintergrund, der das Handeln, auch wenn es moralisch noch so verwerflich ist, verständlich macht. Das macht literarische und psychologische Kenntnis aus, die als Grundlage für Elizabeth George's Romane dient, die sie dann zusätzlich noch detailliert und strukturiert aufbaut!

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