Greg Iles: Die Toten von Natchez

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Greg Iles: Die Toten von Natchez
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Bone Tree
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783352006654

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Sonderagent John Kaiser stand am Fenster des FBI-Taktikraums im Hampton Hotel und starrte auf die Lichter von Natchez, die jenseits der dunklen Wasser des Mississippi funkelten.

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Penn Cage, der Bürgermeister von Natchez, Mississippi, und seine Verlobte, die Chefredakteurin Caitlin Masters, sind einem Anschlag entkommen, hinter dem die Doppeladler stecken, eine rassistische Organisation, die seit den sechziger Jahren ihr Unwesen treibt. Aber die Gefahr ist keineswegs beseitigt. Forrest Knox, ausgerechnet der Chef der State Police, ist der wahre Kopf der Doppeladler. Er will verhindern, dass Penn Beweise vorbringt, welche Morde die Doppeladler begangen haben. Doch Penn hat eine Spur, um die Toten zu finden. Sie führt in die Sümpfe des Mississippi River, zu einem geheimnisvollen Ort, an dem ein ganz besonderer Baum steht.

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Rassismus und die politischen Morde der 60er in den USA

"Die Toten von Natchez" ist der zweite Band der Pann Cage-Trilogie des Autoren Greg Iles. Vielleicht bekommt der ein oder die andere leichte Panik, wenn er/sie bemerkt, dass dieses Buch immerhin gute 1000 Seiten umfasst, ebenso wie der Start in die Reihe, "Natchez Burning". Aber - so viel sei schon einmal vorweg genommen - der Autor versteht sein Handwerk über die Maßen, so dass die Seiten nur so dahinfliegen...

In diesem Roman geht es um amerikanische Geschichte - und zwar wirklich nicht die am hellsten leuchtende:
Wir befinden uns in Mississippi, einem klassischen Südstaat der USA, genauer gesagt in Natchez, einer Stadt im Südwesten, die als älteste Siedlung des Bundesstaates gilt. Penn Cage, seines Zeichens Rechtsanwalt und aktueller Bürgermeister der Stadt, und seine Verlobte Caitlin, eine äußerst engagierte Journalistin, sind gerade noch rechtzeitig einem Anschlag einer rassistischen Organisation, die sich Double Eagles nennt, entkommen. Penn, dessen Vater in großen Schwierigkeiten steckt, möchte diesem helfen und gerät dadurch mit Forrest Knox, dem rassistischen Polizeichef, in einen üblen Konflikt. Der einflussreiche Polizist möchte mit allen Mitteln verhindern, dass Penn die Double Eagles in Verbindung mit Morden und anderen Verbrechen bringen kann...
Greg Iles widmet sich mit diesem Thriller einem sehr düsteren Kapitel, nämlich dem Rassismus, der in den 60er Jahren in den Südstaaten schwelte und auch heute noch ein großes Thema ist. Gemeinsam mit den Ermordungen John F. Kennedys, Bobby Kennedys und Martin Luther Kings eines der beherrschenden Themen dieser Jahre... Anhand des Buches kann man durchaus auch Entwicklungen und Stagnationen, den alten Süden betreffend, nachvollziehen - ebenso wie heutige soziale Probleme, die in einem der ärmsten US-Bundesstaaten eine große Rolle spielen.

Bemerkenswert ist, dass die Handlung lediglich innerhalb weniger Tage spielt und dennoch so viel Stoff bietet, dass ich keine Seite als zu viel empfunden habe. Das liegt natürlich am lebendigen, detailreichen, aber nie überbordenden Stil des Autoren, der es wirklich versteht, die Spannung hoch zu halten und seinen Figuren und dem gesellschaftlichen Rahmen genug Platz einzuräumen. Ganz im Innersten geht es um eine Verschwörung und natürlich gibt es auch den ein oder anderen Zufall, aber das schmälert die Leistung von Greg Iles kein bisschen. Es handelt sich um Unterhaltungsliteratur, die richtig gut gemacht ist, mit einigen Überraschungen aufwartet und nach Beendigung der Lektüre ist eines klar: ich möchte unbedingt den dritten Teil lesen, denn nicht nur der Autor hat eine Mission!

Fazit: "Die Toten von Natchez" bezeugt, was für ein glänzender Autor Greg Iles ist, der für seine Trilogie ein wichtiges gesellschaftlichen Thema wählt und dieses packend erzählt. Unbedingt lesen!

(Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass man "Die Toten von Natchez" ohne die Kenntnis des ersten Bandes "Natchez Burning" lesen kann. Aber ich denke nicht nur, dass es zum Verständnis trotz allem hilfreich ist, wenn man den komplexen ersten Band bereits kennt, sondern ich halte es vor allem für absolut lohnenswert, wenn man beide Bücher liest!)

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spannende Fortsetzung

~~„Die Toten von Natchez“ ist der zweite Band einer Trilogie. Er schließt zeitlich nahtlos an den Vorgänger an. Selten hatte ich bei einer Fortsetzung so dringend den Wunsch davon abzuraten, dieses Buch zu lesen OHNE vorher „Natchez Burning“ zu kennen. Wer hier als Quereinsteiger sein Glück versucht, wird sicherlich schon auf den ersten 100 Seiten verzweifeln und wahrscheinlich den Spaß an diesem Buch verlieren, bevor es richtig losgeht. Der Autor bemüht sich zwar, in dieser langen Anfangssequenz die Geschehnisse des 1000-seitigen ersten Teiles zu komprimieren und zu erklären, aber diese Informationen kommen in so geballter Fülle und sind so trickreich und verschlungen wie die ganze Geschichte mit seinen vielen Protagonisten nun mal ist, so dass ich mir nicht vorstellen kann, wie man das alles verstehen und in logische Zusammenhänge bringen soll. Für mich hingegen war es hilfreich, denn meine Erinnerungen wurden nochmals aufgefrischt und ich konnte deshalb gut und schnell wieder einsteigen. Und bald nimmt die Story wieder ganz gehörig Fahrt auf.
„Die Toten von Natchez“ ist ein fetter blutiger Thriller in dem Greg Iles sich nicht scheut die ganz großen ungelösten Kriminalfälle der USA in epischer Länge anzupacken und seine eigenen Theorien mit tatsächlichen Fakten und Erkenntnissen zu vermischen. Allen voran natürlich die Morde an den drei K’s - wie sie hier genannt werden - JFK, RFK und Martin Luther K. Aber auch der Ku-Klux-Klan kommt nicht zu kurz und die blutigen Unruhen nach dem verheerenden Kathrina-Sturm fehlen ebenso wenig. Die aus dem ersten Teil bereits bekannten Doppeladler sind eine verschworene Verbrecherbande, die bereits seit über einem halben Jahrhundert im Süden der Vereinigten Staaten ihr Unwesen treiben und nach den anfänglichen rassistisch motivierten Morden jetzt mit ihren Söhnen und Enkelsöhnen in allen Bereichen des organisierten Verbrechens angekommen sind. Sie haben bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft ebenso ihre Männer in maßgeblichen Positionen, wie sie Freunde und Partner in allen Wirtschaftsbereichen und der Politik haben. Eine Hand wäscht hier die andere und vor Erpressung, Unterschlagung, Mord und Totschlag wird nicht zurückgeschreckt. Und es scheint fast aussichtlos ihre Gemeinschaft aufzubrechen, ihnen irgendetwas nachzuweisen oder sie gar zur Rechenschaft zu ziehen für ihre Taten. Wer ihnen in den Weg kommt wird vernichtet. Auf die eine oder andere Art und Weise.

Umso unverständlicher mutet es dem Leser an, dass die „vornehmlich Guten“ in dieser Geschichte erst einmal alle eigene Wege gehen, um die Doppeladler zu bekämpfen. Da jeder eine andere Motivation hat und ein anderes Ziel anstrebt, sind jede Menge „Einzelkämpfer“ unterwegs und es ist von vorne herein klar, dass das nicht für jeden gut ausgehen wird und dass sie sicherlich diese Verbrecherorganisation nur gemeinsam vernichten können.

Während Bürgermeister Penn sich mit dem örtlichen Sheriff zusammentut und versucht, seinen Vater zu finden und zu schützen ist eben derselbe unterwegs, um den Gegner mit allen Mitteln zu schwächen und zu verhindern, dass die Doppeladler noch mehr Einfluss erlangen. Die Journalistin Caitlin ist auf der Jagd nach der ganz großen Story und wenn möglich gar dem Pulizerpreis und geht dafür viel zu viele Risiken ein und überblickt nicht immer, in welche Gefahr sie sich und andere mit ihren Enthüllungen bringt. FBI-Agent Keiser indessen will unbedingt die Morde an den drei K’s auflösen. Und jeder verheimlicht jedem wichtige Informationen und Beweise. Die Gegner, allen voran Forest Knox, sind durchtrieben, menschenverachtend, einflussreich und zahlreich und keineswegs zu unterschätzen. Und so wird der blutige Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Recht und Ordnung in diesem zweiten Band ähnlich vehement fortgesetzt, wie im ersten Band.

Ja, es gibt ein paar Zufälle, die die Story auf ziemlich deutliche Weise vorantreiben. Ja, nicht jede Handlung der Protagonisten ist nachvollziehbar. Ja, man mag nicht glauben, dass eine Verbrecherbande wirklich solche Machtbefugnisse in der amerikanischen Gesellschaft hat, dass sie Präsidenten und Prediger und Bürgerrechtler ebenso ungestraft töten kann, wie Polizisten und Reporter. Aber trotz all der kleinen Schönheitsfehler hat es Greg Iles geschafft, dass ich mich über 1000 Seiten nicht gelangweilt habe. Seine Charaktere sind glaubhaft und kraftvoll, die Story spannend und mit überraschenden Wendungen. Man merkt, dass der Autor sein Herzblut und jede Menge Recherchearbeit in diesen Dreiteiler gesteckt hat. Man muss an der Geschichte dran bleiben aber man bekommt dafür einen unterhaltsamen, typisch amerikanischen, sehr gehaltvollen Thriller.

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