Hannah Coler: Cambridge 5. Zeit der Verräter

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Hannah Coler: Cambridge 5. Zeit der Verräter
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783809026822

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die Sitzordnung kam einer Hinrichtung gleich

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Cambridge ist ein Ort der Spione. Hier werden Freundschaften geschlossen und verraten. Der charismatische Geschichtsprofessor Hunt weiß das nur zu gut, seine Freunde von einst sind schon lange keine mehr. Vielleicht interessiert er sich deshalb so für die Promotion der deutschen Studentin Wera, die fasziniert ist von der Spionagegruppe der »Cambridge 5«: Fünf Studenten, die sich in den 1930er Jahren vom russischen Geheimdienst anheuern ließen und jahrzehntelang erfolgreich Informationen weitergaben. Diese Zeiten scheinen lange vergangen. Doch dann wird Hunt in einen Mordfall verwickelt. Hat er etwas zu verbergen, oder will man ihm die Schuld zuschieben? Und welche Rolle spielt Wera wirklich? Die Zeit der Spione ist anscheinend noch lange nicht vorbei ...

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Spionage damals und heute

Die englische Kleinstadt Cambridge ist den meisten von uns als berühmte Universitätsstadt bekannt. Weniger bewusst war zumindest mir, dass Cambridge auch ein Zentrum der Spionage war und ist. Der berühmteste – oder berüchtigt, je nach Standpunkt – Spion dürfte Kim Philby gewesen sein, dessen Leben die Autorin hier nachspürt. Seine Geschichte bettet sie in eine zweischichtige Rahmenhandlung ein, indem sie die junge deutsche Studentin Wera in der Gegenwart ihre Dissertation über Philby schreiben lässt. Weras Doktorvater Hunt ist heute Professor in Cambridge, in den 70er Jahren hat er selbst hier studiert. So ergibt sich die dritte Zeit- und Handlungsebene des Buches. Alle drei Ebenen zusammen zeichnen ein spannendes und vielschichtiges Bild von Cambridge und der Spionage-Thematik im 20. Jahrhundert.

Mir persönlich hat dieses Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich zu Beginn vielleicht noch etwas anderes erwartet hatte. Wer hier einen Spionage-Thriller voller Action erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Wer sich auf eine spannende, vielschichte Handlung in eher ruhigem Erzähltempo einlassen kann und mag, der wird gut unterhalten werden und dabei auch noch so einiges lernen können. Die verschiedenen Zeitebenen und natürlich vor allem die Verknüpfung der Gegenwart mit den Ereignissen aus den 70er Jahren bieten auch einigen Raum zum Miträtseln und Spekulieren. Geübte Krimileser werden hier zwar vielleicht schnell einen Verdacht haben, aber ob und wie sich dieser bestätigt, bleibt bis zum Ende hin offen und die Spannung somit erhalten. Die Geschichte von Kim Philby liest sich wie ein Roman, ist aber der wahre Kern der Geschichte und damit umso interessanter. Ich muss zugeben, mir waren weder er noch die titelgebenden „Cambridge 5“ vorher ein Begriff und ich bin froh, dass diese Wissenslücke nun auf so unterhaltsame Weise geschlossen wurde!

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Chapeau, ein tolles Debüt!

Cambridge, eine der bekanntesten Universitätsstädte der Welt, ist für seine akademische Tradition und den hohen Standard seiner Hochschulen bekannt. Nicht allzu bekannt dürfte hingegen sein, dass Cambridge schon seit langer Zeit im Fokus internationaler Spionage steht. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts hat der sowjetische Geheimdienst fünf junge Studenten, die 'Cambridge Five' angeworben - unter ihnen Kim Philby, Sohn eines britischen Diplomaten, der in den Kolonien des Vereinigten Königreichs tätig war. Viele Jahre haben die Agenten wichtige Informationen an ihren russischen Führungsoffizier weitergereicht - bis heute ein schwarzer Fleck in der britischen Geheimdienst-Geschichte.

Wera, eine junge deutsche Studentin, kommt 2014 nach Cambridge - mit dem Ziel, dort über Kim Philby zu promovieren. Als ihr Doktorvater Hunt, der in den 70ern an einer kleinen studentische Revolte beteiligt war, eines Mordes verdächtigt wird, stellt sich die Frage, ob die Zeiten der 'Cambridge Five' wirklich so weit entfernt sind, wie viele glauben...

Hinter dem Pseudonym Hannah Coler steckt eine deutsche Autorin, selbst Historikerin, die an verschiedenen deutschen und britischen Universitäten gelehrt und für Dokumentationen des ZDFs und der BBC gearbeitet hat, und erzählt eine nahezu unglaubliche Geschichte.
Sind wir erschrocken, wenn wir erfahren, dass der US-amerikanische Auslandsgeheimdienst NSA skandalöserweise die Handys befreundeter Regierungschefs abhört, so sind wir mehr als naiv. Es mag unvorstellbar sein, was Geheimdienste den lieben langen Tag so machen - vor allem in politisch sicheren und stabilen Ländern Westeuropas oder Nordamerikas, aber ich denke, dass auch heutige Agenten einiges zu tun haben... Und damit meine ich selbstverständlich keine 007-Verschnitte.

Sehr gekonnt verstrickt Hannah Coler drei Zeitebenen - wobei die Geschichte der 'Cambridge Five' anhand der Texte, die Wera für ihre Doktorarbeit verfasst, erzählt wird. Das hat beinahe den Charakter von Infoboxen - mit dem entscheidenden Vorteil, dass sie niemals trocken oder gar langweilig daherkommen.
Die Handlung in den 70ern nimmt den kleinsten Teil ein - und dennoch ist sie entscheidend für den Fortgang. Der größte Teil widmet sich jedoch den Geschehnissen rund um Hunt und seinem kleinen Team aus Doktoranden. Nach und nach erfahren sie wie auch der Leser, wie die Welt der Geheimdienste funktioniert. Wie wenig schillernd das Leben der Agenten verläuft - ganz entgegen all der James Bond-Filme, die so beliebt sind. Im Gegenteil, gerade an den 'Cambridge 5' zeigt sich, wie nervenaufreibend diese streng geheimen Tätigkeiten sein können. Und auch sechzig, siebzig Jahre später hat sich da wahrscheinlich nicht viel daran geändert...

"Cambridge 5. Zeit der Verräter" ist kein Thriller oder Spannungsroman, wie man der Erwähnung solcher Begriffe wie Agenten oder Geheimdienste vielleicht denken mag. Dennoch hält dieses Buch in meinen Augen eine extrem spannende Geschichte parat, die aus der Welt der Spionage erzählt. Auf wahren Begebenheiten beruhend, lernen wir vor allem rückblickend auf die Zeit Philbys zum Beispiel einiges über unbedingtes Schweigen, taktische, teils pikante Ablenkungsmanöver, extremen psychischen Stress und heftigen Verrat. Und je mehr sich die Zeitebenen verzahnen, desto mehr begreift man, dass sich bis heute wenig daran geändert haben dürfte.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass Hannah Coler einige charismatische Figuren entworfen hat - ebenso wie eher unauffällige, was möglicherweise in der Natur der Sache liegen mag. Aber das muss jeder selbst herausfinden... Ich würde jedenfalls sagen, dass ich allesamt interessant und vor allem auch glaubhaft (und das will bei einem derartigen Thema echt etwas heißen!) fand. Und als kleines Schmankerl kann man fast mit Christopher Clark einen Espresso trinken...

Chapeau, ein ungewöhnlicher Roman mit einem packenden Thema! Ich hoffe sehr, dass wir nach diesem tollen Debüt noch mehr (Romane) von der Autorin zu lesen bekommen!

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Spione in Cambridge

"Universitäten sind bis heute Ziel für Geheimdienste aller Couleur, aber Cambridge hat dabei immer eine besondere Rolle gespielt"
So wird im Klappentext die Autorin Hannah Coler zitiert und besser kann man den Roman nicht in einem Satz zusammenfassen!
Genau darum geht es in der Geschichte - um Spionage damals und heute in einer altehrwürdigen englischen Universitätsstadt, die gleichzeitig auf eine lange Tradition als Brutstätte von Geheimagenten zurückblickt.
Und so verläuft die Handlung des Romans auch auf unterschiedlichen Zeitebenen. Er beginnt in der Gegenwart und zentriert sich dort auf den charismatischen, doch zynischen Geschichtsprofessor Hunt, der sich vom Revolutionär und Gegner des Establishments in den frühen 70er Jahren zum, wenn auch widerwilligen, Mitglied eben dieses Establishments entwickelt hat. Ein, wie unzählige Beispiele nicht nur in Großbritannien belegen, ganz und gar nicht untypischer Werdegang!
Die zweite Handlungsebene wird durch die junge deutsche Doktorantin Wera geschaffen, deren Dissertation von Hunt persönlich betreut wird. Wera hat sich vorgenommen, über Kim Philby zu promovieren, einen der fünf Spione, die zusammen als "Cambridge 5" bezeichnet werden, und der der wohl bekannteste, schillerndste, ruchloseste Spion war, den England je hervorgebracht hat. Gleichzeitig jedoch spionierte jener Philby über Jahrzehnte bis zu seiner finalen Enttarnung für den russischen KGB!
Hunt steht Weras wagemutigem Unterfangen zunächst skeptisch gegenüber, doch lässt er sich nach und nach faszinieren von den Ergebnissen ihrer Recherchen, die sich verweben mit seiner eigenen Vergangenheit und der seiner ehemaligen Kommilitonen aus der gemeinsamen Studienzeit in Cambridge, von denen er sich jedoch längst weitgehend distanziert hat.
Als einer von ihnen eines gewaltsamen Todes stirbt, und dies ausgerechnet in Hunts Arbeitszimmer, sieht letzterer sich unversehens als Hauptverdächtiger - und die Geschichte entwickelt sich zu einem spannenden Krimi, der überraschende Geheimnisse aufdeckt und an dessen Ende dem Leser klar wird, dass Spionage nach dem Ende des Kalten Krieges keineswegs der Vergangenheit angehört sondern weiter gedeiht, wenn sich auch die Schwerpunkte verlagert haben....

Die Autorin, eine bekannte Historikerin, die unter dem Pseudonym Hannah Coler schreibt, erweist sich als profunde Kennerin des Themas, dessen sie sich in dem Roman angenommen hat. Sie erzählt eine verzwickte, nur schwer durchschaubare Geschichte auf unterschiedlichen Ebenen geschickt und flüssig, versteht es hervorragend, den Leser gefangen zu nehmen und eintauchen zu lassen in eine dem Laien weitgehend unbekannte, gefährliche und schillernd-faszinierende Welt, die vielen nur aus den Romanen eines John le Carre, eines Graham Greene oder eines Ian Fleming, dem geistigen Vater des unverwüstlichen James Bond, bekannt sein dürfte. Und die, so mag der erstaunte Leser am Schluss feststellen, die Fiktion sogar noch übertrifft.

Darüberhinaus gibt Hannah Coler auch noch einen ebenso aufschlussreichen wie kritischen Einblick in Alltag und System einer elitären und ehrfurchtgebietenden Universität wie Cambridge und die Mechanismen, die hinter den Kulissen wirksam werden, um das System aufrechtzuerhalten, und die ein Bild werfen auf die britische Gesellschaft von heute, die sich, und das überrascht, seit dem Jahr 1934, als Philby & Co. ihre Geheimdiensttätigkeiten begonnen haben, und das auch den Beginn der zweiten Handlungsebene des Romans darstellt, kaum verändert hat!

Alles in allem haben wir es mit "Cambridge 5" mit einem anspruchsvollen, ob der komplexen Thematik nicht leicht und gewiss nicht nebenbei zu lesenden, jedoch vorzüglich geschriebenen und recherchierten Roman zu tun, für den ich eine klare Leseempfehlung ausspreche!

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Cambridge – Ort der Spione

Jeder hat wohl schon einmal von Cambridge gehört. Doch meist verbindet man Cambridge mit der Universität, Dem King’s College oder dem Trinity College. Wer es bisher aber noch nicht wusste, weiß es spätestens nach dem Lesen des Buches, dass Cambridge auch ein Ort der Spione ist.

Die Autorin und Historikerin Hannah Coler (Pseudonym) entführt uns in diesem Buch in die Welt der Geheimdienst und Spione. Dabei verknüpft sie geschickt Fiktives mit realen Ereignissen. Der historisch belegte Teil um die Cambridge 5 wechselt mit dem Geschehen in der jetzigen Zeit ab. Zwischendurch gibt es noch Einschübe über die Studentenproteste vor dem Garden House Hotel in den Siebziger Jahren, als Hunt, Jenny, Phelbs, Georgina und Stef Studenten in Cambridge waren, und über die Gedankengänge einer unbekannten Spionin.

Professor Hunt erwartet viel von seinen Doktoranden David, Jasper und Wera. David, der Sohn von Steph, scheint ihm besonders ans Herz gewachsen zu sein. Der Amerikaner Jasper nimmt das Leben leicht, ist aber überzeugt, dass er alles schaffen kann. Die Deutsche Wera ist von dem Spion Jim Philby fasziniert und will ihre Doktorarbeit über ihn schreiben. Hunt ist charismatisch, fordert viel und hat keine besonders gute Meinung über andere Menschen. Obwohl es sein unangenehmen Seiten hat, mochte ich ihn, denn er hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg.

So lernen wir den Part um Jim Philby und die Cambridge 5 aus Weras Arbeit kennen. Es ist interessant, wie er alle genarrt hat und sowohl für den MI6 als auch für die Russen tätig war. Er und seine Freunde waren unzufrieden mit den Verhältnissen und ließen sich daher in den dreißiger Jahren vom russischen Geheimdienst anwerben.

Nicht nur in den siebziger Jahren sind die Geheimdienste in Cambridge präsent, um Studenten anzuwerben, auch in der jetzigen Zeit ist Cambridge ein Ort der Spione. Dann gibt es einen Mord und Professor Hunt scheint in die Sache verwickelt, denn er und der Tote waren schon lange keine Freunde mehr.

Das Buch ist als Roman herausgegeben worden, doch es ist spannend wie ein Thriller.

Ich kann diesen Roman nur empfehlen.

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Paranoia: Cambridge 5, Zeit der Verräter von Hannah Coler

Es mag ein spannendes Thema sein, doch bisher konnten mich die Spionageromane nicht locken. Hin und wieder habe ich reingeschnuppert, aber ich finde das Konzept der Spionage und Gegenspionage, die ständige Paranoia und Geheimniskrämerei immer eher ein wenig verwirrend denn spannend. Nichtsdestotrotz hat mich der Klappentext von Hannah Colers Roman magisch angezogen und als Schmankerl habe ich das Buch auch noch in einer Leserunde lesen dürfen. Eine perfekte Situation, um aufkommende Verwirrung während des Lesens gleich mal zu diskutieren und auszumerzen, so dass ich die Geschichte um die Cambridge 5 genießen konnte.

Kim Philby und die Cambridge 5, ein berühmt-berüchtigte Gruppe von fünf Studenten aus Cambridge, die in30er Jahren von der Sowjetunion als Spione angeworben wurden, sind das Thema von Wera, einer deutschen Studentin. Sie zieht nach Cambridge, um dem Thema möglichst nah zu sein, aber auch, da Professor Hunt, sich bereit erklärt hat, hierfür ihr Doktorvater zu sein. Doch das Thema ist heikel, denn Philby mag zwar in der Sowjetunion als Held gefeiert werden, in Cambridge hingegen wird über ihn lieber geschwiegen. Und dann findet Wera eine Leiche – hat sie mit ihren Recherchen etwa jemanden aufgeschreckt?

Krimi/Thriller oder doch eher Roman? Hannah Coler, im Übrigen ein Pseudonym einer bekannten Historikerin, die auch schon einige andere Bücher veröffentlicht hat, gelingt es, die Geschichte der Cambridge 5 mit einer spannenden Handlung zu kombinieren. Im Prinzip setzt sich das Buch aus drei Handlungssträngen zusammen, die miteinander verwoben werden.

Zum einen wird die Geschichte um die Cambridge 5, aber mit Fokus auf Kim Philby, über Weras Arbeit transportiert. Auch wenn den Ausschnitten ihrer Arbeit die wissenschaftlichen Noten fehlen – zum Glück für mich, denn so liest sich ihre Arbeit sehr spannend – kann diese im Anhang nachlesen. So ist ihre Arbeit eher eine Biografie um den berühmten Meisterspion, denn ein wissenschaftliches Pamphlet. Neben den realen Tatsachen werden auch Vermutungen über Philbys Entscheidungswege aufgegriffen und untersucht, z. B. welche Gründe Philby dazu bewogen haben, Großbritannien zu verraten, doch auch auf Philbys Umfeld, wie Dr. Arnold Deutsch, der Philby für die Sowjetunion angeworben hat, wird ein tieferer Blick geworfen.

Der zweite Handlungsstrang spielt in den siebziger Jahren und dreht sich wieder um fünf Studenten, einer von Ihnen Hunt, aber auch Jenny Green, die beide später in Cambridge unterrichten. Doch auch die anderen drei sind noch in Cambridge zu finden und haben ihren Weg gemacht: Denys, Master des College samt Gattin Georgina und Stef, ein Computergenie mit eigener Firma. 2014 finden wir dann Wera, die neben Jasper und David, eine der Doktoranden bei Hunt ist. Wera wird nach und nach in das Cambridger Leben reingezogen und muss überrascht feststellen, dass Cambridge nicht nur in den Dreißigern ein beliebtes Rekrutierungsgebiet der Geheimdienste war, sondern es immer noch ist.

Ganz leicht gelingt es der Autorin die Paranoia über das ganze Buch auszubreiten. Man ist sich einfach nicht mehr sicher, wer jemand ist oder wer er vorgibt zu sein. Irgendwann verdächtigt man jeden der Spionage und wechselt auch fröhlich zwischen den Geheimdiensten. Ein Rätselraten par excellence beginnt und auch wenn man vielleicht doch eine/n der Spione schon von Anfang an im Verdacht hatte, ist man am Ende von anderen doch wieder überrascht.

Die Abwechslung mit den Auszügen aus Weras wissenschaftlicher Arbeit lassen die Spannung und das Rätselraten nur noch größer werden, sie fügen sich ein und wechseln hab, ganz ohne zu stören. Das Ende ist dann aber logisch und entwirrt die Rätsel, wenn auch ganz kleine Kleinigkeiten übrig bleiben, über die man noch nachdenken kann. Ein ganz kleines Manko für mein Krimiherz ist, dass das Ende dann doch recht unspektakulär daher kommt. Hier hätte die Autorin noch ein fulminantes Ende einbauen können, doch in diesem Sinne passt das Ende wieder hervorragend. Es ist eben kein Krimi/Thriller, es ist ein Roman um die spannenden Verwicklungen Cambridges in die Geschichte der Geheimdienste.

Fazit:
Ein spannender Roman um die Cambridge 5, aber auch um die immer noch anhaltende Verwicklung von Cambridge in die Geschichte der Geheimdienste. Wer weiß schon genau, wer ein Spion ist? Schaut Euch Eure/n beste/n Freund/in lieber nochmal genauer an!

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