Hans-Henner Hess: Das Schlossgespinst

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Hans-Henner Hess: Das Schlossgespinst
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783832163488

Informationen zum Buch

Seiten
366

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Sommer in Meiningen. Jahrhunderthoch »Gunther« bringt alles Leben zum Erliegen, nur der Fickel frohlockt. Endlich passt die Welt sich mal seinem Tempo an und er kann sich mit angenehmeren Dingen beschäftigen als mit Mord und Totschlag. Doch die Gespenster der Hochkultur stören ihn in seiner Ruhe. Der berühmte Komponist und ewige Junggeselle Johannes Brahms brach am Hof des Meininger Theaterherzogs einst ein Herz – und anderthalb Jahrhunderte später steht Kriminalrat Recknagel vor einer prominenten Leiche und kämpft gegen seinen Brechreiz. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ausgerechnet »Terminhure« Fickel soll sich jetzt mit den Folgen eines historischen Techtelmechtels herumschlagen. Und das nur, weil die Oberstaatsanwältin Gundelwein gerade viel zu sehr mit ihrer eigenen Karriere beschäftigt ist, als sich um einen schnöden Mord zu kümmern. Immerhin macht der Fickel bei seinen Ermittlungen die eine oder andere bittersüße Bekanntschaft, nicht nur mit dem Bratwurstschnaps. Alle Spuren führen zum Historischen Verein und ins Schloss Elisabethenburg, in dem merkwürdige Dinge vor sich gehen …

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Anwalt Fickel ermittelt zum dritten Mal

Ganz Meiningen stöhnt unter dem heißen Sommer, bei Gericht geht es ebenfalls träge zu, als Anwalt Fickel ein neues Mandat bekommt: die 97-jährige Elfriede Langguth, auch Rote Elfriede genannt, pocht auf die Rückgabe einer unbekannten Partitur von Brahms durch den Historischen Verein. Kurz darauf wird die alte Dame tot in ihrem Bett aufgefunden, alles deutet auf einen natürlichen Tod hin. Wenn da nicht das Bauchgefühl des Kriminalrat Recknagel wäre, das ihm sagt, dass hier vielleicht nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Zumal es mehrere Personen gibt, die von dem Tod der Roten Elfriede profitieren.

Zum dritten Mal rutscht Anwalt Fickel in einen Mordfall, natürlich wieder nicht ganz freiwillig, denn das wäre eindeutig gegen seine Natur. Wobei ich sagen muss, dass er diesmal eine für ihn ungeahnte Energie und Motivation zeigt, und das ausgerechnet im heißesten Sommer! Ob das nur an den weltbesten Rouladen liegt, die ihm die Hauptverdächtige serviert? Wer so gute Rouladen kocht, kann schließlich keinen Menschen umbringen. Dabei hält der Fall und die Auflösung einige Überraschungen bereit, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe.

Die Krimis um den Anwalt Fickel sind eher gemütlich, kein Wunder, kennt er sich doch besser mit Skat spielen und Kakteen aus als mit Paragraphen und macht um anstrengende Arbeit gerne einen großen Bogen. Aber dennoch machen die Regionalkrimis viel Spaß, was nicht nur an den überraschenden Fällen liegt, sondern auch an dem Humor, der immer mit einem Augenzwinkern daherkommt. Gut gefällt mir, dass sich dieser Humor und auch die Ostalgie, die liebevoll auf die Schippe genommen wird, im dritten Band immer noch nicht abgenutzt hat, was auch daran liegt, dass der Humor nicht platt daherkommt.

Was mich an sympathischen Buchreihen immer besonders freut, ist das Wiedersehen mit den bekannten Figuren: ob es sich dabei um den Fickel handelt, der hier unfreiwillig auf den Hund kommt, den Kriminalrat Recknagel mit seinem Bauchgefühl, das ihn immer wieder gut berät oder die Oberstaatsanwältin Gundelwein, die Exfrau vom Fickel, die sehr ehrgeizig und zackig ist.

Ich habe mich wieder sehr gut mit diesem Buch amüsiert und nebenbei noch einiges aus dem juristischen Bereich gelernt. Nun freue ich mich auf den vierten Band mit dem Fickel.

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Das Schlossgespinst - Hans-Henner Hess

Das Schlossgespinst – Hans-Henner Hess

Der Autor Hans-Henner Hess entführt uns mit seinem Regionalkrimi „Das Schlossgespinst“ in die thüringische Stadt Meiningen. Dort wird die 97-jährige, ehemalige Bürgermeisterin Elfriede Langguth, genannt die „Rote Elfriede“, tot aufgefunden. In ihrem Testament hat sie ihr Hündchen Erich als Erben und ihre persönliche Assistentin Astrid Kemmerzehl als Nebenerben ernannt.
Rechtsanwalt Fickel, seines Zeichens Terminvertreter im Meininger Gericht, rutscht eher zufällig als Nachlassverwalter in diesen Todesfall hinein.
Die Suche nach dem Mörder beginnt!

Was für ein Krimi! Im Laufe der Geschichte kommt es natürlich zu allerhand Verwicklungen, die die Suche nach dem Mörder nicht einfach machen. Die Hauptfigur, Anwalt Fickel, der lieber seine Ruhe hat, ist eher untypisch für seinen Stand, und leistet es sich, im Hochsommer mit Badelatschen, Shorts und Hawaiihemden – natürlich unter der amtlichen Robe – vor Gericht aufzutauchen. Sein unscheinbarer Kumpel, der Archivar Eddi Abe, genannt der „Maulwurf“, liebt seinen Beruf. Fickels Ex-Frau Gundelwein nimmt ihren Job sehr ernst und ist stolz auf ihre Karriere. Und das Hündchen Erich spielt in dieser Geschichte eine gewichtige Rolle!

Sämtliche Protagonisten wurden vom Autor Hans-Henner Hess ausführlich vorgestellt, so daß man den Eindruck hat, neben ihnen zu stehen. Es werden auch kleine Lerneinheiten verteilt, die für Nicht-Juristen äußerst interessant sind. Den Mund wässrig macht uns der Autor mit seinen Abschweifungen in die thüringische Küche! Die Kultur kommt auf keinen Fall zu kurz.

Mein Fazit:

Ein Regionalkrimi, gespickt mit Ostalgie, Humor und leichtem Sarkasmus, den ich sehr für den Feierabend empfehlen kann. Aber Vorsicht: Nicht über die Namen stolpern!

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Ein Regionalkrimi, der voller Pointen steckt

Mitten in den juristischen Burgfrieden hinein, platzt eine Leiche und der Meininger Anwalt Fickel bekommt schon bald alle Hände voll zu tun, um neben einer kniffligen Erbangelegenheit auch noch einem perfiden Mörder auf die Schliche zu kommen. Dass er dabei wie gewohnt überhaupt keine Ahnung von nichts hat, wird schnell klar. Trotzdem stürzt sich Fickel voller Enthusiasmus in die Ermittlungen und stößt dabei auf alte Geheimnisse, die es in sich haben.

„Das Schlossgespinst“ ist der dritte Fall des Meininger Anwalts Fickel, der als „Terminhure“ am Gericht sein Dasein fristet. Und obwohl er nicht der hellste Stern am Anwaltshimmel ist, gelingt es ihm stets auf merkwürdige Art, den einen oder anderen Kriminalfall zu lösen. Ein vergnügliches Unterfangen, von dem nicht nur die Meininger Gesellschaft profitiert, sondern auch der Leser, der sich vor Lachen manchmal kaum halten kann. Zu komisch sind die Bilder, die ihm sein Kopfkino suggeriert, wenn ebendieser Anwalt in einem absinthfarbenen Rokokokleid seine Recherchen anstellt.

Neben ausreichend humorvollen Szenen hat der aus der Feder von Hans-Henner Hess stammenden Regionalkrimi aber noch mehr zu bieten. Interessante Informationen über die eine oder andere juristische Plänkelei, Wissenswertes über historische Fakten und ein Blick in die Meininger High Society, deren Figuren in diesem Fall allerdings frei erfunden sind. Ergänzt wird das Ganze mit ostalgischen Spitzfindigkeiten, deren Erklärungen in erläuternden Fußnoten zu finden sind und nicht zu vergessen, mit einer Vielzahl schrulliger Figuren, die jede für sich genommen, einzigartig sind.

Fazit:
Ein Regionalkrimi, der voller Pointen steckt und mit einem ungewöhnlich ambitionslosen Anwalt bestens zu unterhalten versteht.

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Dazugelernt im juristischen Bereich

Der dritte Fall für den Fickel hat ihn anscheinend richtig ins rotieren gebracht. Bedingt durch ein Sommerloch bei Gericht, wird er als Anwalt für die Rote Elfriede eingesetzt und kommt damit unfreiwillig an mehrere weitere Fälle, aber auch an leckere Rouladen! Vor allem als die Rote Elfriede plötzlich verstirbt und Kriminaler Recknagel mitsamt seinem Bauchgefühl -trotz ihres hohen Alters von 97 Jahren -nicht unbedingt an einen natürlichen Tod glaubt, wird der Fickel auch noch als Nachlassverwalter eingesetzt und der Tod der Erblasserin muss ja nun auch noch aufgeklärt werden. ...

Die beiden Vorgänger Bände kannte ich leider noch nicht und wusste so eben auch nicht, was so einen Fickel ausmacht. Entsprechend war ich überrascht festzustellen, dass er kein Musteranwalt ist, sondern sich gerne durch das Leben zu schlawienern scheint. Auch kann man wohl behaupten, dass der Fickel eine Art Homo Oekonomikus par excellence ist, der nur eben so viel wie nötig tut... Eine ganz eigene, trockene Art von Humor gehört ebenfalls zu seinen Eigenheiten und haben mich als Leser des öfteren schmunzeln lassen.

Zuerst musste ich mich in die Geschichte einfinden, war dann aber ab dem zweiten Teil der Story drin und mein kriminalistischer Spürsinn sah schon die Auflösung des Falles vor sich.
Allerdings habe ich da die Rechnung ohne die ein oder andere überraschende Wende gemacht, die die Story sehr interessant werden lassen. Und die Besonderheiten der dargestellten Charaktere haben einen hohen Unterhaltungswert gehabt!

Gefallen hat mir außerdem, dass man während der Lektüre einiges, nicht nur an regionalen Besonderheiten, sondern auch an rechtlichen Grundlagen aufgeschnappt hat. Die ungewöhnliche Arbeit mit Fußnoten und einfallsreichen Erklärungen und Ostdeutschen Hintergründen hat mir ebenfalls sehr zugesagt.

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