Wolfgang Burger: Heidelberger Lügen

Wolfgang Burger: Heidelberger Lügen

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Wolfgang Burger: Heidelberger Lügen
Verlag
ET (D)
2006
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492244916

Informationen zum Buch

Seiten
271

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
Hätte sie das Kind nicht bei sich gehabt, wäre mir vielleicht manches erspart geblieben.

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Handlungsort

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Kriminalrat Gerlach und seine Töchter haben sich in Heidelberg eingelebt, und eigentlich könnte sein Leben endlich in ruhigeren Bahnen verlaufen. Doch dann verspricht er einer jungen Witwe, deren Mann unter seltsamen Umständen ums Leben kam, bei der Aufklärung zu helfen. Tatsächlich scheint es bei dem Autounfall nicht mit rechten Dingen zugegangen zu sein, denn in das Geschehen war auch eine Frau verwickelt, mit der Kriegel seinerzeit verabredet war. Gerlach vermutet ein Eifersuchtsdrama, doch dann taucht ein Aktenkoffer voller Geld auf, der offenbar dem Toten gehört hat. Der ausgesprochen sympathische Kriminalrat muss in einem Fall ermitteln, der ihn rund um die Uhr fordert. Weshalb er wieder einmal zu wenig Zeit für seine Zwillingstöchter hat, die sich gerade zum ersten Mal verlieben, nur leider in denselben Jungen.

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Nein, für Kriminalrat Gerlach war es kein guter Tag. Zuerst hatte er Streit mit seiner verheirateten Geliebten, im Büro wartet ein Haufen Papierkram und nun sitzt da auch noch diese weinerliche Frau mit einem Baby und findet ihr Auto nicht mehr. Tapfer, wie unser mürrischer Held ist, greift er der verzweifelten Vanessa Kriegel unter die Arme und stöbert ihr Auto im absoluten Halteverbot auf. Obwohl er eigentlich besseres zu tun hat, verspricht er ihr auch noch, herauszufinden, was ihr Mann kurz vor seinem tödlichen Autounfall vor einem halben Jahr in einem Hotel bei Heilbronn suchte - obwohl er doch eigentlich in Frankreich auf Geschäftsreise sein sollte. Gerlachs Neugierde hält sich noch in Grenzen und da er sich zuerst um eine Wasserleiche, einen entflohenen Sträfling und seine widerspenstigen Töchter kümmern muss, schiebt er diese unangenehme Aufgabe erst mal vor sich her.

Fast ist es wie ein Besuch bei alten Freunden: Kriminalrat Gerlach ist mir schon im ersten Teil "Heidelberger Requiem" sehr ans Herz gewachsen mit seiner immer menschlichen, manchmal schnorrigen Art. Dieses Mal nervte mich kurzzeitig Gerlachs Frauenbild: Mauerblümchen sind ihm eher unsympathisch, er mag die "Vollweiber" wie Theresa, seine Geliebte. Überspitzt ausgedrückt: Frauen also, die eher Sexbomben sind, erotisch gurren und ansonsten ziemlich oft herumzicken und sich ständig verspäten. Eine durch und durch männliche Schwäche, die ich sowohl Wolfgang Burger als auch Alexander Gerlach gerne verzeihe. Die Handlung ist durchdacht, der Leser wird allerdings zum Zuschauer, weniger als zum Mitdenker. Rätseleien über den/die Täter(in) bringen einen nicht weiter, das Konzept ist so ausgelegt, dass die Auflösung fast ganz am Schluss erfolgt. So bleiben allerdings auch Enttäuschungen der ganz schlauen Leser aus, die jeden Sherlock Holmes mit ihren detektivischen Fähigkeiten in den Wahnsinn treiben würden.

Immer wieder schön sind auch die Nebenfiguren, die wahren Charakter entwickeln. In "Heidelberger Lügen" überzeugte mich vor allem Lorenzo, der eine Lebensart hat, die so manchen neidisch machen wird. Wolfgang Burgers Roman bietet aber noch viel mehr: Witz, Spannung und den Verzicht auf Schwarz-Weiß-Malerei. Jeder Protagonist - und sei dessen Rolle auch noch so winzig - lebt durch seine Eigenheiten, seine Schwächen und Stärken. Die Bösen sind genauso wenig Monster, wie die Guten wahre Engel zu sein scheinen. Der Autor baut einige kleinere Rätsel ein, die nicht unbedingt gelöst werden - die das ganze aber nochmals authentischer machen.

Meine Empfehlung gilt nicht nur den Fans des Autors oder Menschen, die etwas Lokalkolorit von Heidelberg abhaben wollen, sondern auch jedem Krimileser, der sich auf eine ausgefeilte Geschichte einlassen möchte. Es ist nicht unbedingt notwendig, vorher den ersten Teil "Heidelberger Requiem" zu lesen, aber es ist einfach schöner!

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