Jörg Maurer: Hochsaison

 
4.8 (2)
 
0.0 (0)
655   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Jörg Maurer: Hochsaison
Verlag
ET (D)
2009
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783596186532

Informationen zum Buch

Seiten
400

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Der Kameramann auf der Großen Olympiaschanze wusste gar nicht, wo er zuerst hinschwenken sollte, so babyaugenblau war der Himmel an diesem Neujahrstag, so dröhnend spannte er sich über das Werdenfelser Tal, ­ so anzüglich glitzernd und dampfend buhlte jeder Einzelne der schneebedeckten Berge um die Aufmerksamkeit der sechsundzwanzigtausend Sportbegeisterten, die zum Neujahrsspringen gekommen waren.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei Thalia kaufen

Handlungsort

Kontinent
Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Sterben, wo andere Urlaub machen
Nach dem Bestseller ›Föhnlage‹ der zweite Alpenkrimi mit Kommissar Jennerwein.
Beim Neujahrsspringen in einem alpenländischen Kurort stürzt ein Skispringer schwer – und das, wo Olympia-Funktionäre zur Vergabe zukünftiger Winterspiele zuschauen. Wurde der Springer etwa beschossen? Kommissar Jennerwein ermittelt bei Schützenvereinen und Olympia-Konkurrenten. Als ausgerechnet in einem Gipfelbuch per Bekennerbrief weitere Anschläge angedroht werden, kocht die Empörung im Ort hoch: Jennerwein muss den Täter fassen, sonst ist die Hochsaison in Gefahr…

Karte

Move Map
Start/Ziel tauschen

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.8
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.5  (2)
Charaktere 
 
5.0  (2)
Sprache & Stil 
 
5.0  (2)
Gesamtbewertung 
 
4.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Hochsaison im Werdenfelser Land

Vorweg: Dies ist der zweite Alpenkrimi mit Kommissar Hubertus Jennerwein. Er ist in sich abgeschlossen. Man muss den ersten also nicht gelesen haben, um dem Geschehen folgen zu können.

Die Handlung ist in einem Kurort im Werdenfelser Land (Garmisch-Partenkirchen) angesiedelt. Es beginnt mit dem Neujahrs-Skispringen. Winter ist dort logischerweise Hochsaison. Grob gesagt, teilt sich das Buch in zwei Handlungsstränge. Einmal schreibt ein Unbekannter schon im Voraus Bekennerbriefe an Kommissar Jennerwein. Die Täter des anderen Stranges kennt der Leser, der Kommissar jedoch nicht. Es werden mehrere mehr oder weniger schwere Verbrechen verübt. Die Polizei geht zunächst von einem Serientäter aus, der all diese Taten verübt hat und den sie den „Marder“ nennt. Witzig ist es, wie den Ermittlern kleine Fehler und Nachlässigkeiten unterlaufen, obwohl sie auf der richtigen Fährte sind, durch die Fehler aber in die Irre geleitet werden.

Anfangs verwirrten mich die vielen Personen und Schauplätze etwas, doch später fand ich den roten Faden in der Handlung. Von da an war es ein sehr schönes Lesevergnügen. Jörg Maurer hat hier einen heiteren Krimi geschaffen, der angefüllt ist mit Klischees aller Art und deshalb sehr humorvoll wirkt. Die bayerischen Ausdrücke bzw. Dialoge gefielen mir recht gut, das passte einfach. Es wurden immer wieder neue Verdächtige präsentiert, wobei ich den echten Marder dann schon relativ früh im Verdacht hatte. Aber da waren ja noch weitere Täter, die verfolgt werden wollten. So hielt sich die Spannung dann doch bis zum Schluss. Konsequent hat Maurer das Buch beendet, indem er alle angefangenen Sachverhalte zu einem schlüssigen Endpunkt geführt hat.

Sehr gut gefällt mir auch das Cover mit der Kuh, die aus dem Fenster schaut inmitten der für das Werdenfelser Land typischen Lüftlmalerei.

Mein Fazit: ein solider regionaler Krimi mit viel Humor

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Alpenkrimi vom Feinsten

Auch der zweite Alpenkrimi aus der Feder von Jörg Maurer hat mir sehr gut gefallen. Ein raffinierter Plot, eine kräftige Portion Lokalkolorit, schrullige Figuren und, das ist neu, der Duft der großen weiten Welt kennzeichnen diesen Kriminalroman aus Garmisch-Partenkirchen.

Für letzteres sorgt das Neujahrsspringen, das einen überregionalen Touch in die Geschichte bringt und das idyllische Alpenörtchen in ein Pflaster für Verbrecher von internationalem Rang verwandelt. Dabei geht es natürlich wieder bitterböse zu und die Promis von Weltrang bekommen allesamt ihr Fett ab – werden gleichzeitig aber auch, ohne etwas davon zu ahnen, Teil der Handlung. Sehr originell gemacht von Jörg Maurer!

Wer lieber auf altbekannte Gesichter trifft, der darf sich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit Hubertus Jennerwein freuen, dem unauffälligen Hauptkommissar, dem der Autor gnadenhalber eine erstaunliche und seltene Macke angedichtet hat, die seine Arbeit als Kriminaler wesentlich beeinflusst. Aber auch andere beliebte Figuren aus dem Vorgängerband bekommen ihren Auftritt und mischen hier mit.

Interessant, wie sich hier zwei (oder mehr?) Kriminalfälle streifen und die Ermittler immer wieder vor Rätsel stellen; nur der Leser bekommt ab und zu mal einen mehr oder weniger deutlichen Hinweis auf die Lösung, weswegen ich sehr schnell zum Hobby-Profiler mutierte und einem der Täter prompt auf die Schliche kam. Dennoch ist die Geschichte so raffiniert verflochten, dass ich am Ende noch die eine oder andere Überraschung erleben konnte.

Die Würze des Buches liegt allerdings nicht nur in dem Fall an sich, sondern vor allem in der schwarzhumorigen, süffisant-bösen Art, wie hier mit dem Bayerntum umgegangen wird. Der Autor trifft mitten ins Herz der bajuwarischen Seele und macht vor nichts halt – nicht mal die Weißwurst ist ihm heilig...Dieser schräge Blick auf die bayerischen Befindlichkeiten hat mir sehr viel Spaß gemacht und mich ständig zum Lachen gebracht. Daneben gibt’s noch jede Menge weiterer Schmunzelfaktoren, zum Beispiel eine Eventagentur, bei der man Pierre Brice als König Ludwig II. erleben kann... das war für mich der Brüller schlechthin.

Trotz Figurenrecycling und identischem Ermittlerteam darf man „Hochsaison“ getrost als in sich abgeschlossenen, eigenständigen Kriminalroman betrachten, den man losgelöst vom Vorgängerband durchaus gut lesen kann. Sehr viel mehr Freude macht es allerdings, sich der Sogwirkung dieser Alpenkrimis hinzugeben und beide hintereinander in der passenden Reihefolge wegzulesen, so wie ich das gemacht habe. Mir bleibt nur zu sagen: bitte mehr davon!

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue