Jean-Luc Bannalec: Bretonische Verhältnisse

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Jean-Luc Bannalec: Bretonische Verhältnisse
ET (D)
2012
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783462044065

Informationen zum Buch

Seiten
304

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Es war ein fabelhafter Sommertag, dieser 7. Juli.

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Handlungsort

Region
Kontinent
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Im malerischen Künstlerdorf Pont Aven wird an einem heißen Julimorgen der Besitzer des berühmtesten Hotels am Platz brutal erstochen aufgefunden. Kommissar Dupin, eingefleischter Pariser und zwangsversetzt ans Ende der Welt, übernimmt den Fall und stößt in der bretonischen Sommeridylle auf ungeahnte Abgründe ...

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Bretonischer Regionalkrimi

Wegen „gewisser Verfehlungen“ wurde Kommissar Dupin vor zwei Jahren und sieben Monaten von der Hauptstadt, wo er sein ganzes Leben zuvor verbracht hatte, ans Ende der Welt, ins Finistère, versetzt. Noch immer ist er mit den bretonischen Eigenheiten nicht ganz warm geworden, doch fühlt er sich nach und nach in Concarneau immer heimischer, aber das würde er nie zugeben.

Dupin ist ein bisschen eigenbrötlerisch und arbeitet am liebsten allein. So kann es schon einmal passieren, dass er die Erkenntnisse aus seinen Ermittlungen nicht an die Kollegen oder Vorgesetzten weitergibt. Oder er legt mitten im Telefongespräch einfach auf, weil ihm gerade eine Idee in den Sinn gekommen ist. Wegen seiner kauzigen Art muss man über Dupin auch das ein oder andere Mal schmunzeln. Ihm zur Seite steht seine unersetzliche Sekretärin Nolwenn, die dank ihrer Wurzeln in der Bretagne Land und Leute kennt wie kein anderer und über weitreichende Beziehungen verfügt. Die übrigen Mitarbeiter bleiben etwas blass.

Für Dupin ganz wichtig ist sein „café“. Davon kann er Unmengen vertilgen. Und so ist er gar nicht erfreut, als er eines Morgens bei seinem ersten Kaffee durch das Klingeln des Telefons gestört wird. In Pont Aven wurde eine Leiche gefunden. Es handelt sich um einen allseits beliebten 91-jährigen Hotelbesitzer, brutal erstochen. Wer bitte soll so jemanden ermordet haben?

Dupin begibt sich an den Tatort. Er befragt die Angestellten, die Gäste des Hotels, die Angehörigen des Toten. Doch keiner weiß etwas, keiner hat etwas bemerkt. Nur ganz langsam bröckelt die Fassade und durch das Zusammensetzen verschiedener dahingeworfener Satzfetzen kommt Dupin einem jahrhundertealten Familiengeheimnis auf die Spur. Wenn ich mir einiges auch schon bald zusammenreimen konnte, war ich von den genauen Zusammenhängen am Ende doch überrascht.

„Bretonische Verhältnisse“ hat keine rasante oder blutrünstige Handlung, auch die Spannung hält sich in Grenzen. Hier geht es eher beschaulich zu. Wichtig ist das Kombinieren der verschiedenen Details, deren Kenntnis der Kommissar erlangt. Dazu kommen wunderschöne schwärmerische Beschreibungen der Landschaft, der Straßen, Häuser und Menschen in diesem einmaligen Landstrich, die den Leser immer wieder von diesen wichtigen Details ablenken, ihn dafür aber gedanklich direkt in das Finistère versetzen. Jean-Luc Bannalec hat die Eigenheiten und die Atmosphäre der Bretagne sehr schön eingefangen. Ich fühlte mich wie in einem meiner Urlaube dort. Man riecht das Meer, sieht das besondere Licht vor sich, die Ortsschilder mit den unaussprechlichen Namen… Durch das Einstreuen landessprachlicher Wendungen kommt richtig schön ein französisches Flair auf, aber keine Angst, man muss nicht perfekt Französisch sprechen. Die französischen Begriffe im Buch erschöpfen sich fast schon in „Monsieur le Commissaire“ und „au revoir“.

Fazit: Wer Frankreich, insbesondere die Bretagne, und Kriminalromane mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Aber auch, wenn man keine besondere Beziehung zu Frankreich hat, macht man mit diesem Krimi nichts falsch.

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wie aus einem Tourismusprospekt

Kommissar Dupin landete nach einem unerfreulichen Vorfall (er stößt wohl gerne mal Vorgesetzte vor den Kopf) in Concarneau, für den Pariser natürlich tiefste Provinz. Mittlerweile hat er sich allerdings eingelebt, auch wenn ihm klar ist, dass er von den Bretonen niemals vollständig akzeptiert werden wird und weiterhin Probleme mit der Aussprache bretonischer Namen hat. Als im malerischen Pont-Aven ein Hotelbesitzer, so alteingesessen, dass er praktische eine Institution war, ermordet wird, ist er sich der Brisanz des Falles allerdings bewusst.

Ich habe das Buch als Urlaubslektüre in die Bretagne mitgenommen, bei dem Titel würde es sicherlich perfekt passen. Ich hatte zuvor schon mitbekommen, dass es sich bei dem Autor wohl eher um ein Pseudonym als um einen echten Franzosen handelte, habe das aber zunächst ignoriert, das ist ja kein Hinderungsgrund für einen guten Krimi.

Bannalec mixt alles zusammen, was zu einem ordentlichen Krimi gehört, lässt seinen Kommissar sogar über die Stereotypen von Alkoholikerermittlern etc. philosophieren, bringt eine Menge Lokalkolorit ein und macht eigentlich alles richtig. Das Problem ist nur, dass man es merkt. Die angeblich individuellen, nicht stereotypen Eigenschaften des Kommissars erfüllen nur andere Klischees und seine Beziehung zu seinen Kollegen und Vorgesetzten erinnert mich ein wenig an Donna Leons Commissario Brunetti: ein Chef, den er am liebsten ignoriert, eine Sekretärin, die alles für ihn herausfindet und Assistenten, denen er keinen Hinweis auf seine Theorien gibt. Dass Dupin allerdings angeblich immer noch keine Ahnung hat, wie er den Namen seines Vorgesetzten aussprechen soll, mag ich ihm nicht abnehmen.

Was das Lokalkolorit angeht, bin ich ebenfalls nicht glücklich geworden mit dem Buch. Die Ortsbeschreibungen sind treffend, ich war sogar schon in den beschriebenen Lokalen und bin halbwegs mit den Beschreibungen einverstanden (das Ar Men Du wurde zwischenzeitlich etwas umgebaut, vielleicht stimmt deswegen meine Erinnerung nicht ganz mit den Beschreibungen überein und so extrem gut aussehend wie Bannalec es tut, fand ich den Besitzer dann doch nicht), aber irgendwie wirkt das alles zu inszeniert, um mir wirklich zu gefallen. Ich hatte die ganze Zeit den Eindruck eine Auftragsarbeit des Fremdenverkehrsvereins zu lesen, was mich letztlich unzufrieden machte. Wenn es den Tourismus in der Gegend ankurbelte freue ich mich allerdings für jeden neuen Gast, der die Bretagne durch Bannalec lieben lernte.

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