Joan Weng: Noble Gesellschaft

 
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Joan Weng: Noble Gesellschaft
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783746632766

Informationen zum Buch

Seiten
304

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Das menschliche Herz ist aus Glas.

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Handlungsort

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Berlin im Herbst 1925: In der noblen Gesellschaft ist ein Dienstmädchen verschwunden. Ein alter Bekannter erzählt Carl von Bäumer, Starschauspieler der UFA, bei einem Galadinner davon – und schon am nächsten Tag ist er tot. Handelt es sich wirklich um Selbstmord? Carl glaubt nicht daran und forscht nach den Hintergründen. Gemeinsam mit Kommissar Paul Genzer taucht er tief ein in Berlins Gesellschaft der Zwanziger Jahre. Und plötzlich befinden sie sich in einem Verwirrspiel aus Rache, Diamantenschmuggel und jahrzehntealtem Hass.

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Noble Gesellschaft

Berlin 1925: Carl von Bäumer, Starschauspieler der UFA, und sein Freund Paul Genzer, Kommissar bei der Berliner Polizei, ermitteln gemeinsam in einem mysteriösen Fall. Ein Dienstmädchen ist plötzlich spurlos verschwunden, und ein Toter gibt Rätsel auf. Wurde er ermordet, oder hat er sich selbst erschossen? Carl und Paul gehen der Sache nach - jeder auf seine ganz eigene Art und Weise.

Mein Leseeindruck:

Obwohl dieses Buch bereits der zweite Band ist, kann man den Krimi auch problemlos als Einzelband lesen.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ich mag grundsätzlich Geschichten sehr gerne, die in den 1920er Jahren spielen. Brisant wird es hier zusätzlich dadurch, dass Carl und Paul eine gleichgeschlechtliche Beziehung führen, was in den 1920er Jahren in Berlin sicherlich nicht ungefährlich war.

Paul und Carl sind zwei sehr außergewöhnliche Protagonisten. Ich habe beide als sehr interessant empfunden und würde gerne mehr über sie lesen.

Außergewöhnlich fand ich auch den Schreibstil der Autorin. Für einen doch eigentlich ernsthaften Krimi habe ich den Schreibstil als relativ leicht und locker empfunden. So hat sich dieses Buch sehr flüssig lesen lassen.

Es gibt zwar relativ viele Charaktere, die eine wichtige Rolle spielen, aber um den Überblick nicht zu verlieren, gibt es ein sehr hilfreiches Personenregister gleich vorne im Buch. Das hat mir sehr gut gefallen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich viel Spaß und Freude hatte mit diesem Buch und es mir schöne Lesestunden geschenkt hat. Ich freue mich auf weitere Abenteuer mit Paul und Carl!

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Die Zwanziger Jahre in Berlin

INHALT
Der schöne UFA-Schauspieler Carl von Bäumer (23) ist zu einem Galadiner in Berlin eingeladen und trifft dort auf einen alten Bekannten, das ehemalige Fliegerass Max von Volkmann. Am nächsten Tag wird dieser allerdings tot aufgefunden und eine Welle von Selbstmorden beginnt. Oder waren es geplante Morde? Carl von Bäumer und sein Lebensgefährte, Kommissar Paul Genzer, ermitteln...

MEINUNG
Joan Wengs zweiter Kriminalroman um das homosexuelle Pärchen Bäumer-Genzer ist etwas besser als der Erstling. Obschon die Krimihandlung wieder in den Hintergrund rückt und der Roman mehr eine Gesellschaftsstudie nach dem Motto "Wer mit wem?" ist, so hat mich dieses Mal Wengs sensationelles Gespür für das damalige Lebensgefühl restlos überzeugt. Die Zwanziger Jahre in Berlin waren eine besondere, weil umtriebige Zeit. Das Gefälle zwischen Arm und Reich war groß und in der Oberschicht liebte man es mondän; wilde Partys, Drogen und leichte Mädchen inklusive. All das und noch viel mehr beschreibt Weng in ihrem Roman recht ausführlich und atmosphärisch reich. Dabei ist es egal, ob sie sich mit Personen aus der Ober- oder Unterschicht beschäftigt. Beide Male schafft sie es gekonnt, den Leser in deren Lebenswelt zu entführen und damit ein bisschen Berliner Luft der Zwanziger zu atmen.
Kleinkriminelle, Leinwandgrößen als auch Adlige, nichts und niemand wird vernachlässigt, was ich als großes Plus ihrer Geschichte erachte. Auch die Diskriminierung von Homosexuellen (Unzuchtparagraf) wurde nicht ausgespart. Gerade weil es unter den gut Situierten einige illegale Männerbeziehungen gab. Auch die beiden sympathischen Hauptprotagonisten Carl von Bäumer und Paul Genzer leben ihre Liebe heimlich. Der Schönling Bäumer mit seiner Vorliebe für Wagner und gute Manieren ist das genaue Gegenteil vom ehrlichen und hemdsärmlichen Kommissar Genzer, der sich nicht nur im Job, sondern auch für die Familie seines kleinen Bruders und Lebemanns Willi aufreibt. Dieses kongeniale Duo, bei dem der gelangweilte Schauspieler dem Kommissar immer wieder eine Nasenlänge voraus ist, verfügt über einen besonderen Charme und sorgt durch seine Schrullen regelmäßig für Heiterkeit.

Wengs Sprache ist reich an bildhaften Beschreibungen und lebt von den typischen Wortschatz der Zeit; Berliner Dialekt und Redensarten inklusive. Als Leser muss man hier genau lesen, um den ganzen Zauber von Wengs Geschichte zu erfassen.
Und hat man sich im Laufe der Handlung einmal an die ständig wechselnden Erzählperspektiven gewöhnt, dann hat auch dies seinen Reiz. Nur darf man dabei nicht den Blick aufs Wesentliche bzw. die gerade handelnden Personen verlieren, aber dafür gibt es ja ein dem Text vorangestelltes Personenlexikon.
Einzig zwei Punkte haben mich auch dieses Mal wieder gestört, nämlich die stiefmütterlich behandelte Krimikomponente und die Länge der Geschichte. Meines Erachtens hätte das Buch gut und gerne auch 100 Seiten weniger haben können und wäre dadurch besonders im 2/3 nicht so langatmig bis dröge gewesen.

FAZIT
Eine Steigerung zum ersten Fall, die Laune macht. In diesem Roman werden die Zwanziger Jahre gelebt.

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