Jonas Winner: Die Zelle

 
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Jonas Winner: Die Zelle
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783426512760

Informationen zum Buch

Seiten
336

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Berlin.

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Handlungsort

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Sammy ist elf und gerade mit seinen Eltern nach Berlin gezogen. Im Luftschutzbunker der alten Jugendstilvilla, die die Familie im Grunewald bezogen hat, macht er eine verstörende Entdeckung. Ein vollkommen verängstigtes Mädchen, nicht viel älter als er, ist dort unten in einer Zelle eingesperrt, die man mit Gummifolie ausgekleidet hat. Nur durch einen winzigen Schlitz hindurch kann er sie sehen. Am nächsten Tag ist die Zelle leer, das Mädchen verschwunden. Und für Sammy kann es dafür eigentlich nur einen Grund geben: seinen Vater.

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Dieser Thriller ist einer der etwas ruhigeren Sorte

In den Sommerferien zieht der elfjährige Sammy mit seinen Eltern nach Berlin in eine Jugendstilvilla mit einem großen Grundstück, auf dem sich noch ein Luftschutzbunker befindet. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder Linus, der bereits einige Wochen zuvor mit dem Vater und den Möbelpackern vorausgefahren ist, konnte Sammy noch keine neuen Freundschaften schließen. Um die Langeweile zu vertreiben, erkundet er sein neues Zuhause und sieht zufällig, wie sein Vater die Gartenhütte betritt, die er immer schön sorgfältig wieder verschließt. Sammy schleicht ihm nach und findet so den Zugang zu dem Bunker, in dem er eine erschreckende Entdeckung macht. Durch eine schmale Öffnung in einer Wand schaut ihm ein verängstigtes Mädchen entgegen, eingesperrt in eine Zelle, die mit Gummifolie ausgekleidet worden ist. Sammy verspricht dem Mädchen, Hilfe zu holen und obwohl das Mädchen Sammys Sprache weder versteht noch spricht, schafft sie es, ihm begreiflich zu machen, dass er auf keinen Fall seinen Vater holen darf. Als Sammy am nächsten Tag wieder vor der Zelle steht, ist diese leer und das Mädchen spurlos verschwunden. Sammy wird klar, dass nur sein Vater dahinterstecken kann …

Welch grauenhafte Vorstellung, dass der eigene Vater ein Mädchen gefangen halten könnte. Von einem Tag auf den anderen bricht Sammys Welt zusammen. Jonas Winner hat ein Horrorszenario geschaffen und lässt von diesem aus der Sicht des elfjährigen Sammy berichten. Verstörend und unbegreiflich kam mir das Ganze vor und ich hatte eine Gänsehaut beim Lesen. Ich bekam unweigerlich sofort Mitleid mit dem armen Sammy. Es ist schon schwer, wenn beide Elternteile beruflich so eingespannt sind, dass für die Kinder keine Zeit bleibt. Diese Aufgaben übernimmt in diesem Fall das Au-Pair-Mädchen, welches sich auch bereits in London um die beiden Jungen gekümmert hat. Sammys Vater ist Komponist für Filmmusik und seine Mutter arbeitet an der Oper, was bedeutet, dass die beiden Eheleute sich eher selten sehen. Der Umzug nach Berlin trifft Sammy ganz besonders hart, weil er all seine Freunde aufgeben musste und somit niemanden um sich hat, mit dem er sich die Zeit in den Ferien vertreiben kann. Sein Bruder Linus ist ein paar Jahre älter und möchte sich mit seinem kleinen Bruder nicht abgeben. Folglich hat Sammy auch niemanden, dem er sich anvertrauen kann, als er dieses Mädchen in der Zelle entdeckt.

Dieser Thriller ist einer der etwas ruhigeren Sorte, dessen Hauptaugenmerk auf dem Familienleben liegt. Hier tun sich Abgründe auf und man möchte die ganze Zeit rufen: „Halt, hier läuft was falsch. Kann nicht mal jemand eingreifen?“ Und dann wiederum gibt es Szenen, da standen mir die Haare zu Berge ob der unerträglichen Grausamkeit. „Die Zelle“ lässt sich schon eher als Psychothriller betiteln. Über ein paar Seiten gibt es einige Längen, die auch für mich der Grund sind, warum ich einen Stern abgezogen habe. Ansonsten verspricht der Roman viel Spannung und wartet zum Schluss noch mit einer großen Überraschung auf. Vier Ratten gibt es von mir.

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Wow! Ein Thriller, aber was für einer!

Das Cover wirkt düster und sehr schlicht, was super zu einem Thriller passt. Die rote Schrift vom Namen des Autors harmoniert mit den grauen und schwarzen Farben des Hintergrunds. Sehr gelungen, wenn auch sehr ähnlich zu Fitzeks Büchern.

Charaktere:
Der Hauptcharakter ist der kleine, 11-Jährige Sammy, der etwas entdeckt, dass ihn furchtbar verstört. Ein verängstigtes Mädchen, im Luftschutzbunker unterm Haus. Dann ein Vater, der sich verändert, Eltern die ihm nicht glauben und dann diese Halluzinationen... Was bildet er sich ein, was ist Realität?
Sammy wirkt für sein Alter recht erwachsen, man würde ihn vom Verhalten her teils nicht als 11-Jährigen einschätzen, was auch ein kleiner Kritikpunkt meinerseits darstellt.
Man fiebert,sympathisiert und ängstigt sich auch mit ihm, was sich oft sehr subtil in den einzelnen Szenen zeigt.

Andere Personen im Buch bleiben eher blass, was aber für die Geschichte nicht weiter schlimm ist. Bei einer Person ist man aber die ganze Zeit am rätseln ... was hat es bloß mit dem Vater und seiner seltsamen Musik auf sich?

Meine Meinung:
Ich kannte bislang noch kein Buch von Jonas Winner, meine Erwartungen waren jedoch recht hoch. Das Cover exzellent, Inhalt klingt vielversprechend, muss nur noch die Ausarbeitung stimmen ...

Wir werden hineingeworfen in Sammys Welt, was sehr gut gelingt. Der Schreibstil ist hervorragend bildlich und lässt einen mitfiebern. Gerade in den etwas schockierenden Szenen kann das bei dem ein oder anderen jedoch zur Rebellion des Magens führen.

,,Dann kommt es aus der Öffnung mit den vielen Löchern heraus.
Ihr Fleisch.
Es schiebt sich hervor wie Hackfleisch. Mit winzigen Splittern des Knochens darin. Er dreht unmerklich den Kopf und sieht, dass sie zu der Öffnung schaut, aus der ihr Daumen hervorquillt. Ihre Lider flattern, ihr Gesicht ist grau, sie scheint kurz davor zu sein, das Bewusstsein zu verlieren.
Und er weiß, er wird dafür bezahlen..." S. 251

Wie so oft kann ich auch hier sagen ,,Die Mischung macht's", denn es handelt sich hier nicht um einen normalen Thriller, ich würde eher Psycho-(Horror)-Thriller dazu sagen, was mir sehr gut gefällt. Der Thriller schockt, er verstört und lässt einen die halbe Nacht durchlesen.

Der Plot ist einfach gut gewählt. Man weiß nicht, kann man Sammy überhaupt glauben, halluziniert er vielleicht auch einfach nur? Oder ist es sein Vater, der lügt? Als der Leser an einen Punkt ankommt, wo man sich sicher ist, wer der Übeltäter ist, wird man wieder getäuscht. Das Ende ist noch mal richtig spannend und lässt einen ohne Worte zurück.

,,Ich werde nie vergessen, wie du geschrien hast. Ich bin in das Zimmer gestürzt, aber da war es schon zu spät. Er hatte dich hochgenommen und vor sich in die Luft gestemmt, geschüttelt, er hat dir [...] dabei eine Rippe gebrochen. Du hast geschrien. Es muss entsetzlich geschmerzt haben. Die Splitter. Sie haben dir direkt in die Eingeweide gebohrt." S.221

Fazit:
Wow! Ein Thriller, aber was für einer! Ein beklemmender Plot, der fesselt, mit vielen Schockmomenten.
Ich bin sprachlos - ein gutes Zeichen.

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