Karen Winter: Wenn du mich tötest

Karen Winter: Wenn du mich tötest

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Karen Winter: Wenn du mich tötest
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783426305126

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Peter Dunn sah von seinem Bier auf, als die Tür des Kinlochbervie Hotels aufschwang und ein Schwall kühler, feuchter Luft hereinwehte.

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Handlungsort

Kontinent
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Nach Kinlochbervie, einem Küstenort in den schottischen Highlands, verirrt sich niemand zufällig. Deswegen sorgt der deutsche Tourist Julian im einzigen Hotel der Gegend durchaus für Aufsehen. Verdreckt, durchnässt und völlig verstört bittet der Backpacker um Hilfe. Seine Frau Laura, mit der er einige Tage am Strand der einsamen Sandwood Bay verbracht hat, ist verschwunden. Die Polizei steht vor einem Rätsel, und bald gerät Julian selbst unter Verdacht. Dann wird südlich der Bay die Leiche einer Frau angespült; nackt und kaum mehr zu identifizieren ...

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Spannender Psychothriller, bis zum Schluss jedoch nicht überzeugend

Der deutsche Julian Tahn erscheint abends ziemlich abgekämpft in einem Hotel in Kinlochbervie in Schottland und fragt nach einem Zimmer. Kurze Zeit später verlangt er auch nach der Polizei und meldet seine Frau als vermisst. Der Detective John Gills übernimmt den Fall und kommt bald einer Geschichte auf die Spur, mit er zu Beginn auf keinen Fall gerechnet hätte.

Das Buch wird zwar in der dritten Person, jedoch immer mit unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Als Leser darf man so mehr oder weniger direkt John Gills über die Schulter gucken, Julian Tahn's Gedanken folgen, aber auch einige andere Personen direkt mitverfolgen. Dadurch erhält man als Leser einen schönen Gesamtblick auf die Figuren und das Geschehen und kann die Motive und Handlungen der einzelnen Personen gut nachvollziehen.

Dabei schafft es die Autorin, dass ich als Leser sehr lange Zeit komplett im Dunkeln tappte und als ich dann dachte, jetzt würden sich die Puzzlestücke zu einem klaren Bild formen, gab es nochmal einige überraschende Wendungen. Durch geschickte Andeutungen, kleine Sprünge in die Vergangenheit, die aber mehr Fragen aufwerfen, als Dinge offenbaren, hielt das Buch konstant die Spannung aufrecht und ich konnte es einmal begonnen kaum noch aus der Hand legen.

Dabei verzichtet die Autorin auf besondere Brutalität oder Gewaltorgien, sondern verlegt sich komplett auf die psychologische Führung durch das Thema: es wird sehr viel angedeutet, durch die Stimmungen spürbar gemacht, aber zu keinem Zeitpunkt wird das Buch irgendwie brutal oder wartet mit Gewalt auf.

Schön wird dabei auch die Atmosphäre der schottischen Umgebung, in der sich die Geschichte abspielt mit eingefangen und trotz der Dramatik und Spannung hat mir das Buch richtig Lust darauf gemacht auch endlich einmal Schottland zu bereisen.

Was mich leider nicht überzeugen konnte, war dann die Auflösung am Ende. Nachdem eine unglaubliche Dramatik und Spannung aufgebaut wurde, endet die gesamte Geschichte irgendwie ziemlich lapidar, wenn auch ohne Zweifel tragisch. Für mich verpuffte gefühlt am Ende alles zu einem kleinen nichtssagenden Häufchen zusammen und irgendwie blieb ich etwas ratlos zurück. Auch die Dramaturgie zwischen den Eheleuten Tahn wurde gut aufgebaut, die Erklärungen jedoch fand ich zum Teil eher irritierend und gerade das Verhalten der beiden eher befremdlich.

Alles in allem ein spannender Thriller, den man einmal begonnen, nur noch schwer aus der Hand legen kann, der mich aber leider durch das eher nichtssagende Ende nicht komplett überzeugen konnte.

Dafür vergebe ich drei Sterne.

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Was geschah an der Sandwood Bay?

Kinlochbervie, ein Fischerdorf im äußersten Nordwesten der schottischen Highlands.
Die deutschen Touristen Julian und Laura verbringen einige Tage zeltend an der Sandwood Bay, bekannt für ihren kilometerlangen Sandstrand. Doch eines Morgens ist Laura spurlos verschwunden und Julian begibt sich einigermaßen verstört und auch äußerlich mitgenommen in das einzige Hotel des Ortes: er meldet seine Frau als vermisst und bittet um Hilfe.
Detective Sergeant John Giles wird mit dem Fall betraut - er kommt dafür aus dem knapp 100 Meilen entfernten Inverness in die Gegend, in der er aufgewachsen ist. Schnell kommen dem Ermittler Zweifel an dem, was ihm Julian erzählt hat. Verschweigt der Backpacker ihm etwas? Julian tritt nicht unbedingt sympathisch auf - mal verloren wirkend, mal aufbrausend und wütend. Gab es Eheprobleme und Julian wurde womöglich handgreiflich? Schnell steht er als Verdächtiger fest, zumal südlich von Kinlochbervie eine weibliche Leiche angespült wird...

Den Kern dieses Buches stellt die Ehe von Julian und Laura, die in Rückblenden beleuchtet wird. Nicht nur Detective Sergeant Gills versucht akribisch alle Fäden in die Hand zu nehmen, um die Geschehnisse in der Bucht nachvollziehen zu können. Welchen Grund könnte der Ehemann gehabt haben, seine Frau zu töten? Gills bleibt - trotz des vermeintlichen Täters - hartnäckig und handelt auch durchaus einmal gegen die Anweisungen seines Vorgesetzten. Doch etliche Wendungen bestätigen den engagierten Ermittler und haben auch mir als Leserin sehr gut gefallen, denn so bleibt der Roman sehr lange spannend und wartet mit einem überraschenden Ende auf.

Vielleicht ist die Bezeichnung "Psychothriller" nicht hundertprozentig glücklich, die Lektüre lohnt sich in meinen Augen aber umso mehr. Hier bekommt man ein gut entwickeltes Psychogramm einer Ehe, sensibel entwickelte Figuren, mit John Gills einen überzeugenden Detective Sergeant, über den wir gerade so viel erfahren, dass ich gerne noch mehr über ihn gelesen hätte, und eine dichte Atmosphäre, die den Lokalkolorit der Atlantikküste der Highlands einfängt.

Fazit: Sollte die Autorin Karen Winter weitere Fälle um den Polizisten Gills planen sollte: ich würde sehr gerne weitere lesen!

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Wo ist Laura Tahn?

Ein Pub im kleinen schottischen Ort Kinlochbervie. Plötzlich steht der deutsche Rucksacktourist Julian völlig durchnässt in der Tür. Er meldet seine Frau Laura als vermisst. Merkwürdig ist nur, dass er des öfteren Streit mit seiner Frau hatte und auf einer Bootsfahrt mit dem heimsichen Fischer war ein Messer im Spiel.
John Giles, Sergeant bei der Polizei in Inverness nimmt sich des Falles an. Er ist in Kinlochbervie aufgewachsen und kennt die Gegend und die Bewohner. Bei seinen Ermittlungen kommt einiges zu Tage, mit dem keiner gerechnet hat.

Schafe, Fischerboote, grüne Wiesen und einsame Buchten. John Giles ermittelt in der rauhen schottischen Landschaft mit ihren knurrigen Bewohnern. Eindrucksvoll und detailliert beschrieben folgt man ihm bei seinen Nachforschungen, wobei der Autor sehr geschickt Fährten legt, die aber ein paar Seiten weiter wieder eine andere Richtung einnehmen.

Die Ehe von Laura und Julian war alles andere als perfekt. In Rückblenden erfährt man so einiges über die beiden. Bereits vor Antritt der Reise gab es Probleme. Aber hat Julian seine Frau wirklich umgebracht? Es deuten viele Hinweise auf ihn als Täter aber genauso viele Zweifel streut der Autor. Welche Rolle spielt das verlassene Auto, das man nicht unweit des Zeltes des Paares findet? Bei der Untersuchung des Zeltes selbst findet die Polizei Spuren, die viele Fragen aufwerfen und immer wieder gibt es Hinweise, die den Ehemann als Täter in den Fokus bringen.

An der Seite des Ermitlters John Giles befindet sich nach einiger Zeit die Pflichtverteidigerin von Julian. Samantha Merryweather bringt eine Lockerheit mit, die John gut tut. Sie ist ein etwas schriller Vogel und ein durch und durch sympathischer Charakter.

"Wenn du mich tötest" ist ein Psychothriller und ein Psychogramm einer Ehe. Spannend, einfühlsam, mit einem durchgehenden Spannungsbogen in einem angenehm zu lesenden Stil geschrieben, hat mir das Buch äußerst gut gefallen.

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