Wolf Haas: Komm, süßer Tod

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Wolf Haas: Komm, süßer Tod
Verlag
ET (D)
1998
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783499228148

Informationen zum Buch

Seiten
222

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
Jetzt ist schon wieder was passiert.

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Handlungsort

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Der Rettungsfahrer Hansi Munz kann es nicht fassen, wie gierig das Liebespaar vor dem Krankenhaus übereinander herfällt. Doch die Küssenden sinken nicht vor Leidenschaft zu Boden, sondern weil sie das Opfer eines wahren Kunstschusses geworden sind. Den neuen Kollegen bei den Kreuzrettern, Brenner, lässt dieser Mord kalt - er hat den Privatdetektiv an den Nagel gehängt. Doch sein Chef ist froh, dass er einen ehemaligen Schnüffler in seinen Reihen hat. Im erbitterten Kampf um die Nummer eins im Wiener Rettungswesen will er den üblen Machenschaften der Konkurrenz ein für allemal einen Riegel vorschieben.

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Ein Ex-Detektiv als Rettungsdienstler

Brenner hat genug von der Schnüffelei und verdient seine Brötchen inzwischen bei den Kreuzrettern, einem von zwei Rettungs- und Fahrdiensten in Wien. Er wohnt direkt über der Einsatzzentrale und findet das neue Leben ganz attraktiv. Rote Ampeln überfahren, wagemutige Kurven schlagen und rasen. Ganz schick, damit sein Geld zu verdienen. Da kann man auch die "Scheißhäusltouren" aushalten, bei denen man Patienten zur Dialyse karrt und ähnliche Transportservices durchführt. So richtig nerven tun nur die Fahrer vom Rettungsbund, die den Kreuzrettern immer mehr gute Fahrten abknöpfen.

Dass eines Tages der Chef der Blutbank vor den Augen seiner Fahrerkollegen erschossen wird, gleich zusammen mit seiner Freundin, lässt Brenner kalt. Nicht aber seinen Chef. Der ergreift die Gelegenheit beim Schopf und will den ehemaligen Detektiv dazu benutzen, ein bisschen herumzuschnüffeln. Der Chef von der Blutbank und der Chef vom Rettungsbund waren Brüder - es wäre also eine hervorragende Gelegenheit, ausgerechnet jetzt nachzuforschen, krumme Dinger aufzudecken und die alte Vormachtsstellung wieder herzustellen. Brenner macht sich blauäugig auf die Suche und bei der Konkurrenz so richtig unbeliebt.

Wie bei anderen Brenner-Krimis auch vergeht hier eine Menge Zeit, bis alles geklärt ist. Der Mord am Blutbank-Chef spielt im Alltag der Kreuzretter und bei Brenners Schnüffelei zunächst gar keine Rolle; erst nach und nach wird klar, ob es da überhaupt einen Zusammenhang gibt. Brenner fährt weiter Einsätze und wagt sich todesmutig in die Stammkneipe der Rettungsbündler. Die Kollegen saufen und flirten, reißen blöde Witze und erst der Tod des Kollegen Groß reißt sie aus dem Hocker.

Dass Brenner den Fall löst, ist zwar klar, aber mal wieder Zufall. Irgendwann findet er einen Puzzlestein hier, dann einen dort, ohne aber zu wissen, dass er, der gar nicht ermittelt, wichtige Puzzlesteine für alles in den Händen hält. Und so schwappt die Erkenntnis wie ein Eimer kaltes Wasser über ihn herein, als plötzlich ein falscher Rettungswagen ausrückt. Brenner sorgt für Blechschaden und Aufklärung, benötigt letztendlich aber einen neuen Job.

Der eigentliche Star des Buchs ist aber nicht der Brenner, weit gefehlt. Der Star eines jeden Brenner-Krimis ist die Sprache. Kostprobe gefällig? "Jetzt rote Ampel verboten. Ist der Bimbo natürlich erst recht bei Rot über die Kreuzung gefahren. Weil das ist ein bisschen ein Protest von den Rettungsfahrern gewesen. Gegen den Gesetzgeber. [...] Rein praktisch natürlich wieder eine andere Sache. Weil da war die Ningnong noch nicht einmal richtig auf dem Asphalt gelandet, ist der Bimbo Groß schon bei Rot über die nächste Kreuzung gezwitschert." Ein Glück, dass ein paar Verben dabei sind, was der Erzähler sonst ganz gerne auslässt. Der Erzähler hockt sich quasi neben den Leser, greift sich ein Glaserl Wein und legt los. Am besten nimmt man sich auch ein Glaserl und hört zu.

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