Roland Spranger: Kriegsgebiete

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Roland Spranger: Kriegsgebiete
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783937357546

Informationen zum Buch

Seiten
224

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Serpentine für Serpentine tasteten sich die drei Mowag Eagle talwärts.

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Handlungsort

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Schwer traumatisiert kehrt Daniel aus seinem Afghanistan-Einsatz zurück in die Heimat, in der er sich nicht mehr zurechtfindet. Seine Ehe geht in die Brüche, seine Frau Melanie zieht mit der gemeinsamen Tochter zu ihrem neuen Freund. Daniels Leben hat einen absoluten Tiefpunkt erreicht.

Da geschehen in seinem Umfeld mehrere grausame Morde. Von der Polizei als Täter verdächtigt, beginnt er auf eigene Faust zu recherchieren, wer hinter den Verbrechen steckt. Oder ist er tatsächlich der Mörder? Ist er wirklich so schizophren, dass ein Teil seiner Persönlichkeit Verbrechen begeht, an die sich der andere Teil nicht erinnern kann? 

Autoren-Bewertungen

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(Aktualisiert: 22 März 2013)
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Der Krieg in mir

Der Prolog beginnt mit einem Rückblick: Die Schilderung eines Einsatzes deutscher Soldaten in Afghanistan. Am Einsatz beteiligt ist auch Daniel, der Protagonist dieses Romans. Ein Jahr später sieht Daniels Leben ganz anders aus. Er ist zurück in Deutschland, seine Frau hat ihn verlassen und die Tochter mitgenommen, sie leben mit einem anderen Mann zusammen. Daniel hat sein Leben nicht im Griff. Er ist in psychotherapeutischer Behandlung, weil er nicht schlafen kann, sich nicht gerne in Räumen aufhält, sich verfolgt fühlt und irgendwie wohl einfach nicht mehr richtig funktioniert.

Daniels Leben ist durch strikte Regeln geprägt. Als er bei einer seiner Joggingtouren dienstags eine Frauenleiche in einem Teich findet, gerät er sehr schnell in das Visier der Ermittler, die nach dem Täter suchen. Viele Hinweise deuten auf Daniel, aber ist er wirklich der Täter? Daniel selbst versucht sich an der Lösung des Falles, aber das ist gar nicht so leicht, wenn man kaum Freunde und auch die eigene Persönlichkeit nicht wirklich im Griff hat.

Der Autor Roland Spranger entführt uns in ein schreckliches Kriegsszenario und führt uns vor Augen, wie schwierig es nicht nur für die Soldaten selbst ist das Erlebte zu verarbeiten, sondern auch für deren Familien. In diese Problematik arbeitet er einen spannungsgeladenen Thriller ein, der überraschende Wendungen bereithält und auch den Leser häufig an seinen ursprünglichen Vermutungen zweifeln lässt.

Für seine Geschichte hat der Autor sehr kurze prägnante Sätze gewählt, die die Grausamkeit des Krieges und die wahnwitzige Situation in der sich Daniel anschließend befindet, ganz genau auf den Punkt bringen. Ohne viele Effekte, einfach nur durch grausame Realität, entsteht eine grandiose Geschichte, die lange nachwirkt.

Ein Thriller, der Angst macht und die Augen öffnet.

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(Aktualisiert: 03 Mai 2013)
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Ein Buch, das man nicht mehr weglegt

Das Buch ist komplett aus der Sicht des traumatisierten Soldaten Daniels geschrieben, Randfiguren bleiben teilweise schemenhaft, was mich hier allerdings kaum stört, sondern Raum für eigene Spekulationen läßt.

Sehr gelungen finde ich die Beschreibung der Person Daniels: häufig wirkt er eigentlich ganz normal und überlegt, und dann bricht wieder diese Aggression bei ihm durch, die nicht ohne ist. Und auch diese Erinnerungslücken, die er ab und an hat. Insgesamt wirkt er ziemlich unberechenbar. Gleichzeitig kann er tieftraurig und sarkastisch sein. Außerdem leidet er an einem Verfolgungswahn, der seine Wurzeln in den traumatischen Ereignissen in Afghanistan hat: hinter harmlosen Dingen vermutet er immer wieder Winkelzüge der Taliban. Aber dennoch ist mir Daniel nicht unsympathisch und auch bis auf wenige Situationen, nicht fremd.
Die kurzen Sätze, in denen der Roman geschrieben ist, passen daher sehr gut zu Daniels innerer Zerrissenheit.

Neben Daniel hat mir sein Freund Maik sehr gut gefallen, der immer auf der Suche nach dem passenden Soundtrack für die jeweilige Situation ist.

Die Handlung ist sehr spannend - trotz der ruhigeren Mitte - und hat mich mit einigen Wendungen überrascht, mit denen ich so gar nicht gerechnet habe. Ebenso finde ich den Schluß sehr gelungen und passend für den ganzen Thriller. Schade ist lediglich, daß das Buch so schnell zu Ende ist.

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Kriegsgebiet Deutschland

Der Prolog startet mit dem Einsatz von Daniel Schramm in Afghanistan. Er und sein Team sind auf dem Weg, einen Arzt von einer Hilfsmission abzuholen. Eigentlich ein Routineeinsatz, doch dann geht alles schief.

Zurück in Deutschland, nach einem recht harten Schnitt in der Geschichte, ist Daniel immer noch schwer gezeichnet von den Vorfällen. Er hat sich sein Leben auf recht eigenartige Weise organisiert, jeder Tag hat einen festen Ablauf. Er wohnt in seinem Garten, denn die Enge des Hauses erträgt er nicht mehr. Seine Frau hat ihn verlassen und die gemeinsame Tochter darf er nur unter Betreuung sehen. Halt geben ihm sein Kriegskamerad Timo, mit dem er jeden Abend telefoniert, sein Kumpel Maik und sein Therapeut.

Doch das mühsam erkämpfte fragile Gleichgewicht wird erneut gestört, als er eine Frauenleiche in einem Teich findet. Für die Polizei ist er aufgrund seines instabilen Geisteszustands und seines teilweise recht bizarren Verhaltens eher ein Verdächtiger als ein Zeuge.

Und ganz sicher ist sich Daniel selbst nicht – hat er vielleicht wirklich irgendwas mit dem Tod der Frau zu tun?

Das Buch macht es dem Leser anfangs nicht so ganz leicht. An die Schreibweise mit vielen kurzen, eher abgehackten Sätzen, muss man sich ein bisschen gewöhnen. Wenn einem dies gelungen ist, fand ich gerade diese Art der Formulierung sehr passend zu Daniel und seinen Gedanken und Gefühlen. Obwohl man als „Normalmensch“ ein derartiges Trauma sicher kaum nachempfinden kann, ist man als Leser ganz dicht dabei. Gegen Ende packt der Autor dann einige Überraschungen aus, aber es bleibt alles stimmig. Für mich war es daher ein absolut spannendes Buch!

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Spannend bis zum Schluss!

Roland Spranger entführt uns in die düstere und beklemmende Welt von Daniel. Die Beschreibung Daniels jetzigen Leben und die Einblicke in seine Seele zeigen uns das wahre Gesicht des Krieges das lange nachhalt. Mit welchen Qualen sich die Soldaten auch noch lange nach dem Krieg herumschlagen und welche Auswirkungen das auf die Familie und das nähere Umfeld hat.

Die Beschreibungen der Umgebung, der Gerüche und der Gefühle sind dem Autoren sehr gut gelungen. Ich habe oft das Gefühl gehabt mit Daniel durch den Wald zu laufen.

Bei der Suche nach dem Täter wurde ich immer wieder auf falsche Fährten geführt. Das Buch ist voller Überraschungen aber nichts ist an den Haaren herbeigezogen. Die Geschichte ist in sich stimmig und hat mich bis zum Ende gefesselt.

Während des Buches wird immer wieder auf verschiedene Musiktitel Bezug genommen, viele Titel waren mir Unbekannt aber ich freue mich, dass ich dadurch neue Interpreten gefunden habe die sich lohnen gehört zu werden.

Während des Verlaufs der Geschichte nimmt der Spannungsbogen stetig zu, so das ich zuletzt das Gefühl hatte ich kann das Buch jetzt nicht aus der Hand legen ohne zu wissen wie diese Geschichte ausgeht.
Mir war es ein vergnügen dieses Buch zu lesen und ich werde nach weiteren Geschichten von Roland Spranger ausschau halten.

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Mehr als ein spannender Thriller

Der Bundeswehr-Hauptfeldwebel Daniel Schramm gerät während seines ISAF-Einsatzes in Afghanistan in einen Hinterhalt, bei dem einige seiner Leute ums Leben kommen. Schwer traumatisiert versucht er, sein altes Leben in Bayern wieder aufzunehmen. Er besucht einen Psychotherapeuten, hält mühsam Kontakt zur Frau, die ausgezogen ist und einen neuen Partner hat, und Tochter Lea, zum Kameraden Timo und dem musikliebenden Freund Maik.
Sein Haus hat Daniel verwüstet, er lebt im Garten, da er sich dort besser fühlt. Daniels Woche ist genau geregelt mit einem festen Programm. Eines Dienstags beim Joggen findet er eine Frauenleiche, sein Einsatzmesser ist verschwunden und Daniel gerät in den Kreis der Verdächtigen. Er selbst weiß nicht mehr, wem er trauen kann – nicht einmal sich selbst… oder hat es jemand auf Daniel abgesehen und will ihm den Mord unterschieben?

„Kriegsgebiete“ ist kein normaler Krimi oder Thriller, sondern eher ein "Gesamtkunstwerk" mit Elementen von Krimi, Thriller, Psychostudie und Sozialkritik und Musik etc., die toll eingewoben werden. Der Autor führt den Leser quasi mit kurzen „Kameraschwenks“ durch die Szenen, die Geschichte liest sich spannend und flüssig, oftmals sind – trotz der bedrückenden Thematik – humorvolle Szenen eingebaut. Neben der fesselnden Geschichte wird für mich deutlich, welche Folgen für einen Menschen und sein Umfeld ein Kriegseinsatz hat. Ich kann „Kriegsgebiete“ sehr empfehlen – als ein Buch, das mehr ist als ein spannender Thriller!

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Eine rasante Achterbahn ...

Zum Inhalt wurde bereits genug gesagt, daher zum Buch insgesamt: Wer einen 08/15-Thriller erwartet, ist bei „Kriegsgebiete“ vielleicht nicht ganz richtig. Wer sich jedoch auf den ungewöhnlichen Stil mit teilweise extrem kurzen Sätzen, der perfekt zu dem ebenso ungewöhnlichen Protagonisten Daniel passt, einlässt, dem steht eine spannende Achterbahnfahrt mit einem furiosen Finale bevor.

Der Leser verfolgt Daniels Suche nach der Wahrheit und erhält teilweise erschreckende Einblicke in das Gefühlsleben eines traumatisierten Soldaten. Immer, wenn man glaubt, den Täter entlarvt zu haben, kommt die nächste überraschende Wendung, die einen mit etlichen Fragezeichen weiterlesen lässt.

Der Stil, der von dem Autor in einer Leserunde passenderweise als „Wackelkamera“ bezeichnet wurde, ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Ebenso bleiben einige Fragen offen, weil Daniels Perspektive nicht verlassen wird. Neben einem Anfang, der den Leser mitreißt, und dem bereits angesprochenen Showdown, der keinerlei Wünsche offen lässt, gibt es im Mittelteil einen kleinen Durchhänger in Bezug auf die Spannung. Insgesamt dennoch ein spannendes Lesevergnügen, das viel zu schnell zu Ende ist.

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