Kristina Ohlsson: Papierjunge

 
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Kristina Ohlsson: Papierjunge
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Davidsstjärnor
ET (Original)
2013
ISBN-13
9783809026402

Informationen zum Buch

Seiten
576

Sonstiges

Originalsprache
schwedisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Die Angst kam mit der Dunkelheit.

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In der Nacht erwacht er zum Leben, erwählt ein Kind und verschwindet mit seinem Opfer in der Dunkelheit. Der Papierjunge. Eigentlich glaubt niemand an die jüdische Sagengestalt – bis an einem eiskalten Wintertag in Stockholm eine Erzieherin vor den Augen von Schülern und Eltern erschossen wird. Als wenig später zwei Kinder verschwinden, fragen sich die Ermittler Fredrika Bergman und Alex Recht, ob der Junge aus der Legende etwas mit den Vorfällen zu tun haben könnte. Die Ermittlungen führen Fredrika nach Israel, wo sie mit einem grausamen Verbrechen aus der Vergangenheit konfrontiert wird ...

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Alle Spuren führen nach Israel

Inhalt:
Am helllichten Tag wird mitten in Stockholm eine junge Erzieherin vor einer jüdischen Schule erschossen. Kurz darauf verschwinden zwei zehnjährige Jungen, die dieselbe Schule besuchen, und werden am nächsten Tag tot aufgefunden. Hängen die beiden Fälle zusammen? Alexander Recht und Fredrika Bergman ermitteln.

Meine Meinung:
Aus dieser Reihe habe ich bisher „Aschenputtel“ und „Himmelschlüssel“ gelesen, wobei ich „Himmelschlüssel“ besser fand. Und mit „Papierjunge“ ist Kristina Ohlsson noch einmal eine Steigerung gelungen. Trotz kleiner Mängel war mir dieser Thriller 5 Sterne wert.

Von der ersten Seite an ist die Handlung sehr spannend. Gibt es doch schon bald drei Mordopfer, und ein weiteres Kind ist verschwunden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, um dieses Kind zu finden. Die Eltern der Ermordeten und Verschwundenen sind der Polizei keine große Hilfe, sie verbergen ganz offensichtlich etwas.

Eine Besonderheit im Aufbau des Romans besteht darin, dass in der Zeit hin und her gesprungen wird. Dabei wird in mehreren Fragmenten der Schluss vorweggenommen, wo es noch einmal zu einer Tragödie kommt, ohne dass man gleich weiß, wen es treffen wird.

In „Himmelschlüssel“ hat mich das Auftauchen von Eden Lundell und Efraim Kiel gestört. Das war für mich für die dortige Handlung nicht notwendig bzw. sogar ein bisschen störend. In „Papierjunge“ wird nun klar, dass diese beiden Personen im letzten Band schon eingeführt wurden, um im jetzigen ihre ganze Tragweite zu entfalten. Sie spielen hier eine sehr große Rolle. Man muss den Vorgängerband aber nicht kennen – das Wichtigste wird hier noch einmal wiederholt, sodass man die Figuren auch ohne Vorkenntnisse verstehen kann.

Alex und Fredrika arbeiten als eingeschweißtes Team zusammen, wenn sie auch nicht wirklich die großartigen Ermittler abgeben, als die sie immer dargestellt werden. Dafür gehen sie für meinen Geschmack einfach zu planlos vor – aber sie sind eben auch nur Menschen. Auch Peder Rydh, der früher zu Alex Rechts Team gehörte, ist wieder mit von der Partie. Zwar steht er nicht im Dienst der Polizei, denn ihm wurde ja gekündigt, aber er hat gerade den Job des Sicherheitsbeauftragten der betreffenden Schule übernommen, sodass er eine gewisse Einsicht in die Dinge hat.

Nun komme ich zu den kleinen Mängeln, die ich oben erwähnte. Die Autorin wiederholt immer wieder manche Dinge, als hätte sie vergessen, dass sie das hundert Seiten zuvor schon geschrieben hat. Außerdem fand ich es nicht unbedingt befriedigend, dass zwar der Fall am Ende gelöst ist, die Ermittler die Zusammenhänge aber nicht wirklich erfasst haben. Nur der Leser wird darüber aufgeklärt.

Fazit:
Alles in Allem ein spannendes Lesevergnügen, auch ohne Vorkenntnisse der Reihe zu genießen.

Die Reihe:
1. Aschenputtel
2. Tausendschön
3. Sterntaler
4. Himmelschlüssel
5. Papierjunge

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Komplex und rasant

"Papierjunge" ist der fünfte Fall um die Fahndungsspezialistin Frederika Bergman und ihren Kollegen Alex Recht. Wobei ich gleich zu Anfang gestehe, dass ich von den Vorgängern der Autorin bereits gehört habe, aber noch nie einen gelesen habe. In diesem Fall hat mich vor allem die Verbindung nach Israel neugierig gemacht und gegen skandinavische Krimis habe ich selbstverständlich auch nichts einzuwenden! Auch wenn es sicherlich nicht verkehrt ist, wenn man die ersten vier Bände kennt, da sich die wiederkehrenden Figuren entwickeln, kann ich nicht sagen, dass ich etwas vermisst habe - zumal die Autorin mit Hinweisen auf die bisherige Zusammenarbeit der beiden Ermittler erahnen lässt, was die beiden schon alles erlebt haben. Daher würde ich sagen, dass sich "Papierjunge" auch sehr gut ohne Kenntnis der Reihe lesen lässt.

In Stockholm wird am helllichten Tag eine junge Lehrerin vor den Augen mehrerer Zeugen erschossen und wenig später verschwinden zwei Kinder, die tags darauf ebenfalls tot sind. Hängen diese Fälle zusammen? Die einzige Verbindung scheint zu sein, dass die Opfer allesamt Mitglieder einer jüdischen Gemeinde waren. Also ein Fall von Antisemitismus? Frederika und Alex übernehmen den Fall...

Von Beginn an hat mich dieses Buch in seinen Sog gezogen und mich sowohl aufgrund der persönlichen Seiten der Figuren, die die Autorin mit einfließen lässt, als auch der ungewöhnlichen Erzählweise angesprochen. Unterteilt ist der Krimi in Tage, die durchaus auch Wiederholungen der Geschehnisse mit sich bringen - allerdings werden diese dann aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Klingt auf den ersten Blick vielleicht langatmig, aber ich empfand diese Art und Weise eher als Stilmittel, dass mich unterschiedliche Beweggründe oder Gefühle und Überlegungen nicht nur erahnen lässt. Sicherlich nichts, was ein/e Schriftsteller/in ausreizen sollte, aber hier kann ich Kristina Ohlsson absolut keinen Vorwurf machen.

Der Fall an sich ist spannend und teilweise auch ganz schön knifflig. Die Angehörigen der Opfer sind nicht sonderlich auskunftsfreudig und immer wieder begegnet den Ermittlern eine alte jüdische Sage um einen Papierjungen. Dieser soll Kinder erführen und ermorden... gibt es also tatsächlich einen Zusammenhang? Frederika macht sich schließlich nach Israel auf, um der Lösung möglicherweise etwas näher zu kommen.
Als noch ein drittes Kind verschwindet, steigert sich die Spannung noch einen Tick...

Für mich ist "Papierjunge" ein sehr gut gelungener Krimi, der nicht nur den Fokus auf kleinteilige, realistische Polizeiarbeit, die Persönlichkeiten der Ermittler und eine beeindruckende Verknüpfung der einzelnen Fäden legt. Mir hat auch der Ausflug nach Israel und die Rätsel um eine jüdische Sagengestalt wirklich gut gefallen! Ganz nebenbei vergisst die Autorin hier keinesfalls die Spannungskurve, zieht ab und an noch einmal an und legt ein unerwartetes Ende vor.

Fazit: Rasant, komplex und mit einem ungewöhnlichen Stil, der nicht nur beim Lesen hilfreich ist, sondern auch noch den Blick weitet. Ein klasse Krimi!

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Ein neuer Fall für Fredrika…

Ich habe bisher noch kein einziges Buch der Autorin gelesen und so ist dieser Fall mit Fredrika mein Erster. Die Vorgänger sind mir absolut unbekannt und so begann ich ohne große Erwartungen mit der Lektüre.

In der Geschichte geht es darum, dass Bergman und ihr Kollege Recht den Mord einer Erzieherin aufklären müssen und wenig später verschwinden auch noch zwei Kinder. Hängen die Fälle irgendwie miteinander zusammen? Der einzige, gemeinsame Nenner ist, dass die drei jüdischen Glaubens sind. Wer steckt nur hinter der Tat?

Obwohl ich keinen der Vorgänger kenne, konnte ich unproblematisch in die Geschichte eintauchen. Durch kurze Andeutungen und Rückblenden bekommt man als Leser schnell ein Gefühl für die Zusammenhänge. Auch wenn dieser Schwedenkrimi erst einmal ruhig anfängt, kommt sehr bald Spannung auf, die einen fesselt. Ich denke mal, dass man die einzelnen Fälle auch gut getrennt voneinander lesen kann, ich hatte zumindest nicht das Gefühl, dass mir etwas an Wissen fehlt.

Gut gefallen hat mir, dass die Autorin nicht nur den Fokus auf den Fall legt, sondern auch die Protagonisten eine wichtige Rolle, allen voran die Ermittler, spielen. Ich mag es, wenn man aus dem Privatleben der Polizisten etwas erfährt, denn dadurch sind mir diese näher.

Der Fall wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, so dass man irgendwie intensiver in dem Fall abtauchen kann, weil man durch die Perspektivwahl viel mehr Informationen erhält als wenn es nur aus der Sicht eines Einzelnen geschrieben wäre.

Spannend war auch die Sage über den Papierjungen, solche Geschichten, die immer einen Funken Wahrheit in sich haben, gibt es ja auch in Deutschland.

Der Kriminalfall ist durchaus schlüssig aufgebaut und gibt dem Leser Gelegenheit selber mit raten zu können.

Das Ende war dann die Krönung und hat mich letztendlich davon überzeugt, dass ich auch in Zukunft beruhigt bei den Büchern von Frau Ohlsson zugreifen kann.

Fazit: Ein spannender Fall, der mich gefangen nehmen konnte. Guter Schwedenkrimi, den ich gern weiterempfehle.

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