Christiane Güth: Lübecker Blut

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Christiane Güth: Lübecker Blut
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783548286198

Informationen zum Buch

Seiten
288

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
"Hast du deine Tabletten wieder nicht genommen?"

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Handlungsort

Handlungsorte
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Gerade mal fünf Minuten ist die junge Kanadierin Jette Eiden in Lübeck, als sie Zeugin eines Verbrechens wird: Eine Buchhändlerin wird im Bahnhof erschossen. Die erste Begegnung mit ihrem deutschen Großvater verläuft deshalb anders als gedacht. Denn Kurt ist Polizist. Ein Haudegen, von dem sogar Schimanski noch etwas lernen könnte. Die neugierige Zeugin und der knorrige Ermittler werden zum Team wider Willen. Sehr zum Missfallen von Kurts jungem Vorgesetzten Goran, der Kurt am liebsten gleich in Rente schicken würde - wäre da nicht Jette ...

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Eine tote Buchhändlerin in Lübeck...

Jette ist noch nicht allzu lange volljährig, da reist sie von ihrem Zuhause in Kanada nach Lübeck. Ihre Eltern stammen aus der Hansestadt, haben sich aber schon vor der Geburt ihrer Tochter nach Nordamerika aufgemacht. Jette möchte ihren Großvater, einen altgedienten Polizisten, kennenlernen, den sie nicht kennt, da ihrer Mutter all die Jahre keinen Kontakt zu ihm wünschte. Doch mit ihrer unbekümmerten und ziemlich spontanen Art überrumpelt sie ihren Gramp komplett: der ahnte nichts von den - zugegeben sehr kurzfristigen - Planungen seiner Enkeltochter und die will nun immerhin gleich bei dem Witwer einziehen!
Und nicht nur das: Kurt Eiden ist nicht nur das Gegenteil von spontan, sondern auch ein knurriger, alter Haudegen, der gerade ordentlich an seiner Degradierung durch einen jungen Vorgesetzten zu knabbern hat. Und mit Jette kommen auch die längst verdrängten Emotionen zu seiner Familie nach oben…
Aber nicht nur Kurt erlebt mit dem Auftauchen seiner Enkelin eine Überraschung, auch Jette selbst kommt mit einem Paukenschlag in Lübeck an: während sie am Bahnhof auf das erste Zusammentreffen mit ihrem Großvater wartet und sich dabei die Zeit in einer Bahnhofsbuchhandlung vertreibt, wird sie Zeugin eines Mordes. Direkt vor ihren Augen wird die Buchhändlerin, die ihr eben noch ein kleines Büchlein für Lübeck empfohlen hat, erschossen.
Doch nachdem Jette den ersten Schock überwunden hat, bleibt vor allen Dingen Neugier. Wer hat der sympathischen Buchhändlerin nur so etwas antun können? Nachdem Jette ihre Aussage bei der Polizei gemacht hat, gerät sie schon in die nächsten Schwierigkeiten: sie findet den Ermittler Goran sympathisch. Ausgerechnet Goran - der neue Chef Kurts, den dieser auf den Tod nicht ausstehen kann! Da ihr Großvater nicht in die Ermittlungen um den Mordfall am Lübecker Bahnhof einbezogen wird, bildet er rasch seine eigene Truppe, mit der er den Fall klären kann. Doch während er unbestritten kriminalistisches Talent besitzt, kann man das vom Rest der 'Ermittlergruppe' nicht behaupten: da wären sein Nachbar Erwin, der nicht nur beim eigenen Rasen übereifrige Tendenzen hat, der Kioskbesitzer Fritz, der auch die Lübecker Unterwelt - oder zumindest die, die bei ihm einkauft, kennt und Inge-Britt, die resolute Sekretärin des Polizeipräsidenten, die schon immer eine Schwäche für Kurt Eider hatte. Dieser illustren Runde schließt sich also auch Jette an, auch wenn vor allem ihr Großvater eher skeptisch ist, da er sie als ziemlich disziplinlos erachtet. Aber gut, alle zur Verfügung stehenden Kräfte werden eingebunden und so beginnt die Truppe zu ermitteln…

Einen Krimi, der in Lübeck spielt, muss ich einfach lesen - immerhin kenne ich die Hansestadt einigermaßen gut. Und als gelernte Buchhändlerin hat mich natürlich auch das Schicksal der Bahnhofsbuchhändlerin neugierig gemacht... ;) Und was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht! Vor allem die Figuren haben mir sehr gut gefallen - allen voran Jette, Kurt und Inge-Britt! Sicher, vor allem Kurt ist nicht wirklich sympathisch - an manchen Stellen wollte ich ihn am liebsten mal kräftig schütteln -, aber ich fand vor allem den alten Haudegen sehr glaubhaft, wie er da in seinem Bürocontainer auf dem Abstellgleis seine Zeit fristet. Zum Glück hat er Inge-Britt an seiner Seite, die ihn nicht nur manches Mal zu trösten versucht, sondern auch immer wieder wichtige Ermittlungserkenntnisse beschaffen kann. Aber auch Jette hat mir gut gefallen, denn sie bildet einen ziemlichen Kontrast zu ihrem Gramp, der aber durchaus glaubhaft ist. Auch wenn ich nicht all ihre Aktionen gutheißen kann, so kann ich zumindest meist ihre Beweggründe verstehen…
Außer den Figuren hat mir auch der Krimi an sich gut gefallen. Sicher, er ist kein rasender Pageturner, aber die Spannung ist gut und lässt genügend Raum für eigene Spekulationen. Zudem gibt es noch ein weiteres Rätsel in "Lübecker Blut", denn schon bald erfährt man, dass Jette vielleicht doch nicht so ganz von sich alleine darauf kam, Kanada zu verlassen…
Die Beziehung Kurts zu seiner Enkelin hat reichlich Zündstoff und auch das ist ein sehr interessanter Teil des Buches. Auch aus diesem Grund würde ich mich sehr freuen, wenn es eine Fortsetzung geben würde, denn die beiden, ihr Verhältnis zueinander und die Vergangenheit der Familie Eider haben in meinen Augen noch reichlich Potential.

Fazit: Ein flüssig zu lesender Krimi, der vor allem aufgrund seiner - teils sehr kauzigen - Figuren Spaß macht und neben guter Spannung auch mit reichlich Humor aufwartet. ich würde mich auf weitere Krimis rund um Kurt und Jette freuen!

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Ein leichter und humorvoller Krimi

Inhalt
Die junge Kanadierin Jette kommt überstürzt und ohne Vorwarnung nach Lübeck, um bei ihrem bisher unbekannten Großvater Kurt Unterschlupf zu finden. Der ist nicht besonders erfreut darüber, holt Jettes Erscheinen doch Emotionen wieder hoch, die er bisher erfolgreich unterdrückt hatte. Jettes Ankunft bringt allerdings noch ganz andere Turbulenzen, denn kaum hat sie den Fuß auf Lübecker Boden, genauer in eine Bahnhofsbuchhandlung gesetzt, wird sie Zeuge eines Mordes.

Kurt ist Polizist und hat gerade mit seiner Degradierung zu kämpfen und ganz besonders damit, dass sein ehemaliger junger Kollege Goran nun sein Vorgesetzter ist. Goran sähe Kurt am liebsten in Rente und entsprechend gespannt ist das Verhältnis zwischen den beiden. Der Mordfall bringt Jette zwischen die Fronten, denn sie findet Goran eigentlich ganz sympathisch, auch wenn er alles versucht, ihrem Großvater zu schaden, während Kurt alles daran setzt, den Fall noch vor seinem jungen Vorgesetzten zu lösen. Weil ihm dafür die polizeilichen Mittel fehlen, bildet er seine persönliche Ermittlergruppe, die neben ihm und seiner Enkelin noch aus der Polizeisekretärin Inge-Britt, seinem übereifrigen Nachbarn Erwin und seinem Freund, dem Kioskbesitzer Fritz, besteht. Gemeinsam beginnen sie zu ermitteln ...

Meine Meinung
Die Stärke dieses Krimis liegt für mich besonders in den so lebendig geschilderten Figuren, ganz besonders in der zusammengewürfelten Ermittlertruppe. Als Polizist hat Kurt Eider das kriminalistische Können, auch Polizeisekretärin Inge-Britt hat eine gute Spürnase und zudem noch die Möglichkeit, an interne Informationen zu kommen. Und vor allem hat sie ganz viel Herz. Aber gerade auch die Laien im Team sind nicht zu unterschätzen, denn als Kioskbesitzer bekommt Fritz so einiges mit und Erwin, der sich sonst nur um seinen perfekten Garten kümmern muss, läuft zur Hochform auf und schießt dabei nicht nur einmal übers Ziel hinaus, als er den Detektiv in sich erweckt. Es machte mir riesigen Spaß, die Ermittlungen und die Zusammenkünfte der Truppe zu verfolgen.

Der Krimi selbst war zwar recht spannend und man konnte schön rätseln und spekulieren, aber er war für mich nicht die Hauptsache. Irgendwie wirkte er manchmal sogar eher nebensächlich und löste sich fast wie von selbst auf. Das hat mich aber nicht gestört, denn die Handlung war trotzdem für mich nie langweilig, sondern sehr unterhaltend bis hin zum rasanten Ende.

Einen Teil der Spannung verdankt der Krimi auch der Nebengeschichte um Jette und Kurt. Zum einen haben die beiden einen schlechten Start und man fiebert mit ihnen mit, wie und ob sie sich wohl zusammenraufen. Zum anderen hat Jette aus Kanada selbst noch ein Geheimnis um ihre Person mitgebracht, denn natürlich hat ihr überstürzter Aufbruch nach Deutschland einen Grund. Die gespannte Beziehung zwischen den beiden bot also einigen Zündstoff neben den Ermittlungen.

Mir hat der Krimi Spaß gemacht. Er ist eine leichte, humorvolle und unterhaltsame Lektüre mit sympathischen und lebendigen Figuren. Ganz besonders witzig fand ich auch die Idee, das Mordopfer immer mal wieder aus dem Off zu Wort kommen zu lassen. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen, auch weil einige Fragen zu Kurts und Jettes Familiengeschichte hier leider noch offen geblieben sind.

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Wenn der Opa mit der Enkelin

Warum sitzt Kurt in einer Baracke und knurrt? Wieso kommt Jette plötzlich aus Kanada? Warum wird die Buchhändlerin mitten in einem engagierten Verkaufsgespräch erschossen?
Auch die Erschossene selbst ist sehr verwundert. Sie schaut dem Treiben nach ihrer Ermordung zu. Ohne einzugreifen kommentiert sie immer wieder die Situation in ihrem Buchladen.
Nein, das ist keine Geistergeschichte und wir erleben auch keine Horrorszenarien. Aber der Mord im Buchladen ist schon das Herzstück der kriminalistischen Handlung. Dazu gibt es ein buntes Gemisch an Charakteren:
Jette, ein etwas naives, leicht verzogenes junges Mädchen, welches aus Kanada nach Deutschland kommt und sich bei ihrem bisher unbekannten Opa einquartiert. Der Leser erlebt Lübeck somit aus der Sicht einer Kanadierin.
Kurt, der Opa von Jette. Ein Kriminalist mit Leidenschaft, der sich aber durch Schicksalsschläge eine dicke, sehr raue Schale zugelegt hat.
Sylke, die ermordete Buchhändlerin, die den Ermittlern neugierig über die Schulter schaut.
Goran, ein arroganter Polizist und Vorgesetzter von Kurt.
Inge-Britt, die Sekretärin des Chefs der örtlichen Polizei. Eine Frau mit viel Herz und ebenso viel Verstand.
Fritz, ein Imbissbudenbesitzer, der heimisch geworden ist, wo er nie bleiben wollte, und der Ruhe und Menschenkenntnis einbringt.
Schließlich Erwin – der Nachbar mit einem absolut gepflegten Garten. Jemand, der bereit ist, vollen Einsatz zu geben, solange dies ausreichend gewürdigt wird.
Diese Personen in ihren Interaktionen zu erleben hat viel Spaß gemacht. Die Spannung der Handlung kam für mich weniger aus dem Fall selbst als durch die Entwicklung der Figuren.
Sicher liegt in diesem Personalfundus noch ein großes Potenzial, womit eventuell noch ein weiter Fall für den Leser interessant wäre. Das ist vor allem auch wünschenswert, weil einige Fragen und Probleme nicht wirklich besprochen wurden, da sie nicht zur unmittelbaren Handlung gehören.
Die Einschübe durch den Geist der Buchhändlerin hat mich zu Beginn verwirrt, dann fand ich diesen kleinen Griff in eine andere Schublade sehr gelungen.
Fazit:
Ein netter Krimi, der interessante Charaktere in guter Krimi-Art einen Fall lösen lässt. Spannung, Humor und ein besonderer Showdown sind die Würze, die Lesespaß garantieren.

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