Bettina Belitz: Linna singt

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Bettina Belitz: Linna singt

Autor

Biografie & Bibliografie von
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783839001394

Informationen zum Buch

Seiten
508

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Schlagworte

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Handlungsort

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Seit fünf Jahren hat Linna sie nicht mehr gesehen: Maggie, Simon, Jules und Falk, die ehemaligen Mitglieder ihrer Band. Nun treffen sie sich in einer Hütte in den Bergen wieder, um für einen Auftritt zu proben. Linna hatte eigentlich keinen Grund, Maggies Einladung zu folgen, denn was die anderen nicht wissen: Seit damals hat sie keinen Ton gesungen. Doch etwas treibt sie an, sich ihrem alten Leben zu stellen: die Erinnerung an eine Nacht mit Falk, dem Gitarristen. Linna muss sagen, was vor fünf Jahren unausgesprochen blieb, und sie muss hören, ob Falk eine Antwort hat. Bald beginnt die von Anfang an gespannte Atmosphäre zu kippen: Was als zwangloses Wiedersehen geplant war, wird zum zermürbenden Psychospiel, bei dem Linna immer mehr als Lügnerin dasteht. Sie gerät in einen Strudel aus Verdächtigungen, Abhängigkeiten und tragischen Missverständnissen, der sie schließlich zwingt, die Erinnerung an vergangenen Schmerz zuzulassen. Denn dort liegt der Schlüssel zu allem: der Grund dafür, dass Linna nicht mehr singt.

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Linna singt

Linna singt. Oder doch nicht? Das ist genau die Frage, um die es sich hier dreht. Denn Linna hat seit der Auflösung ihrer Band vor fünf Jahren nicht mehr gesungen. Und auch mit den ehemaligen Bandkollegen hat sie keinen Kontakt mehr. Trotzdem lässt sie sich auf ein Probenwochenende auf einer abgelegenen Berghütte in Österreich ein. Dort werden zahlreiche Konflikte aufgearbeitet und die Situation steht mehr als einmal kurz vor der Eskalation.

Von "Splitterherz" war ich ja so genervt, dass ich von Bettina Belitz erst mal nichts mehr lesen wollte. "Linna singt" schien ganz was anderes zu sein, weshalb ich es dann doch nochmal mit der Autorin versucht habe. Leider ist Linna allerdings sowas wie Ellie 2.0, etwas älter und dafür doppelt so nervig. Eine Hauptperson muss natürlich nicht immer sympathisch sein, ein konsistentes Verhalten erwarte ich aber trotzdem. Und genau das fehlt Linna. Ich bin aus ihr einfach nicht schlau geworden, mehr als einmal konnte ich ihre Entscheidungen oder Gedanken nicht nachvollziehen.

Leider sind auch die anderen Bandmitglieder nicht besser. Jedem einzelnen von ihnen wird ein Problem, eine schlimme Vergangenheit angedichtet, wodurch jegliches verrückte Verhalten gerechtfertigt werden kann. Teilweise war die Freakshow, die die Bandmitglieder abziehen, schwer zu ertragen. Ich konnte kaum nachvollziehen, dass diese Personen zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit Freunde - oder zumindest so etwas ähnliches - gewesen sein sollten.

Trotz aller Kritikpunkte fand ich das Buch unheimlich spannend. Wenn man einmal angefangen hat, kann man es kaum noch aus der Hand legen. Ich hatte ganz andere Erwartungen an die Geschichte und musste dann unbedingt erfahren, in welche Richtung es geht und wie sich die Situation zwischen Linna und ihren Bandmitgliedern entwickelt. Am Ende war ich dann aber doch etwas enttäuscht, weil ich mir eine spektakulärere Auflösung gewünscht hätte. Dank intensiver Diskussionen in der Leserunde sind allerdings viele richtige Vermutungen schon weit vor dem Ende des Buches aufgetaucht, weshalb einige Überraschungen nicht mehr überraschend kamen.

Insgesamt fand ich die Idee und die Geschichte ganz spannend, die Handlungsweise der Personen aber nicht immer konsistent und nachvollziehbar. Einiges wurde mir auch zu sehr aufgebauscht und in den Vordergrund gerückt, obwohl es dann am Ende eher in die Kategorie "Viel Lärm um Nichts" fiel.

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Sperrige Hauptfigur und enttäuschende Handlung


Die Band "Linna singt" hat sich seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Damals hat Linna, die Sängerin, die Band aufgelöst und seit damals keinen Kontakt mehr zu ihren ehemaligen Band-Mitstreitern gehabt und auch nicht mehr gesungen. Überraschenderweise erhält sie eine Einladung, dass die Band sich wieder zusammenfindet, um noch einen großen Auftritt in ihrer Heimatstadt Speyer hinzulegen. Dafür treffen sich alle fünf Band-Mitglieder, um eine Woche gemeinsam zu proben. Was sich als harmloses Treffen fünf ehemaliger Freunde anlässt, mutiert bald zu einem Alptraum, in dem bald jeder verdächtig ist und keiner mehr dem anderen traut.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Linna geschrieben, was mir das Lesen schon erheblich erschwert hat. Linna ist eine sehr sperrige und über weite Teile auch furchtbar unsympathische Figur, mit der ich mich bis zum Ende nicht wirklich anfreunden konnte. In kleinen Auszügen erhält der Leser Einblicke in ihre Jugend, die nicht leicht war, jedoch auch nicht so schwer, um einfach alle ihre Wesenszüge erklären zu können.

Da alles aus Sicht von Linna erzählt wird, bekommt man von den anderen Mitgliedern nur langsam bzw. sehr verschwommen ein Bild und bis zum Ende blieben mir viele der Figuren eher fremd. Anstrengend fand ich dabei, dass jede der Personen unbedingt sein schweres seelisches Päckchen zu tragen hat und viele dieser "schweren Lasten", für mich eher sehr künstlich wirkten. Oft hatte ich das Gefühl, dass jetzt mit Gewalt jedem der Figuren noch ein schlimmes Los zuteil werden muss, damit man irgendwie die Handlung erklären kann.

Die Musik stellt einen wichtigen Bestandteil in Linnas Leben dar und zu Beginn fand ich es noch ganz schön, dass sie bei vielen Begebenheiten an ein bestimmtes Lied denken musste. Im Laufe des Buches wurde jedoch auch dieser Punkt für mich einfach überstrapaziert und ich habe die ganzen Lied-Hinweise teilweise nur noch überflogen. Die Idee Gefühle und Erinnerungen mit bestimmten Liedern zu kombinieren, finde ich sehr gut, aber sie hätte viel sparsamer eingesetzt werden müssen, so dass noch eine Aussagekraft erhalten bleibt. So wurde es nur anstrengend - mal wieder - über einen Song zu lesen.

Das Buch baut sich auf wie ein Psycho-Thriller und ich erwartete einen großen Knall am Ende. Der Schluss gestaltete sich jedoch komplett unspektakulär und hinterließ bei mir einen bitteren Nachgeschmack. Konnte mich schon die Handlung vorher aufgrund vieler Ungereimtheiten und überzogener "Altlasten" nicht wirklich überzeugen, war ich am Ende richtig enttäuscht und verstehe bis heute nicht, wie man ein Buch so lapidar und nichtssagend enden lassen kann. Davon abgesehen, dass viele Sachen einfach nicht geklärt werden, Linna bis zum Ende komplett sperrig und unsympathisch bleibt, gestaltet sich auch die Auflösung schon fast lächerlich, dass ich mich wirklich fragen musste, was dieses Buch mir damit jetzt eigentlich näher bringen wollte.

Die Hauptfigur wird für mich bis zum Ende nicht erwachsen und auch die teilweise doch erschreckenden Vorfälle, werden schon fast unter den Teppich gekehrt. Leider muss ich sagen, dass dieses Buch für mich ein großer Leseflopp in diesem Jahr ist und ich noch gerade so, einen Punkt für die doch gute Idee vergebe. Leider wurde in meinen Augen das gesamte Potenzial verschenkt.

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Starker Psychothriller mit schwachem Ende

Vielen Lesern dürfte Bettina Belitz von ihrer Splitterherz-Trilogie bekannt sein. Wer bei „Linna singt“ ebenfalls Jugendfantasy erwartet, muss sich eines Besseren belehren lassen. Die Autorin hat sich hier in ein anderes Genre gewagt. Das Buch lässt sich eher als unblutiger Psychothriller einordnen und richtet sich auch nicht an Jugendliche, sondern mehr an Erwachsene. Auch die Protagonisten sind junge Erwachsene zwischen 19 und 25 Jahren.

Inhalt:
Vor fünf Jahren hat Linna ihren Freunden den Rücken gekehrt und damit die Auflösung der gemeinsamen Band bewirkt. Seitdem hat sie nichts mehr von ihnen gehört. Doch nun hat Maggie ein Angebot für einen Auftritt bekommen. So trommelt sie die ehemaligen Bandmitglieder zu einer Probenwoche in einer Hütte in den Bergen zusammen. Während die anderen über die Zeit den Kontakt zueinander aufrechterhalten haben, stößt Linna nun als Außenseiterin zu der Gruppe. Schnell wird klar, dass sich alle in diesen fünf Jahren stark verändert haben, dass aber auch noch alte Rechnungen offen sind. Schon bald wird das Zusammenleben in der Hütte zur Zerreißprobe.

Meine Meinung:
Von der ersten Seite an hat mich das Buch gepackt, obwohl ich anfangs meine Schwierigkeiten mit der Protagonistin Linna hatte. Sie erscheint zunächst so unsympathisch, dass ich nicht viel mit ihr anfangen konnte. Zum Glück ändert sich das nach einigen Kapiteln und man lernt Linna ein bisschen zu verstehen. Es gibt Geheimnisse in ihrem Leben, von denen die anderen nichts wissen und auch nichts wissen sollen.

Frau Belitz greift auf einen bewährten Plot zurück: Die Band wird in den Bergen eingeschneit, ohne Kontakt zur Außenwelt, während vor allem Linna, aber auch teilweise die anderen, einem gewissen Psychoterror ausgesetzt sind. Leider hatte ich schon früh den richtigen Verdacht, was den Täter oder die Täterin angeht. Trotzdem hat es die Autorin geschafft, mich durch den Aufbau einer unheilverkündenden Atmosphäre zu fesseln. Öfter habe ich mich dabei erwischt, wie ich beim Lesen den Atem angehalten habe.

Leider konnte ich das Verhalten der Protagonisten nicht immer nachvollziehen. Es wirkte zum Teil sehr unrealistisch und unlogisch. Außerdem war der Schluss dann etwas enttäuschend. Nach einem so spannenden Buch hätte ich zum Ende hin noch einen richtigen Knaller erwartet, doch der kam nicht. Die ganze Spannung verpuffte einfach. Die Auflösung der Motive fand ich relativ schwach. Schade!

Fazit:
Packender Psychothriller mit etwas unbefriedigendem Ende

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Linna singt nicht mehr

Fünf Jahre ist es her, seit Linna die Mitglieder ihrer damaligen Band zum letzten Mal gesehen hat. Nach der Auflösung von „Linna singt“ hatten sie keinen Kontakt mehr. Doch nun trommelt Maggie sie alle wieder zusammen, für einen gemeinsamen Auftritt. Linna will erst nicht mitmachen, doch ohne ihren Gesang ist die Band nicht dieselbe. Und irgendwie will sie es auch, denn sie hat seit damals keinen Ton mehr gesungen. Also lässt sie sich überreden, zu Proben mit auf eine Berghütte zu fahren. Durch einen Schneesturm vom Rest der Welt abgetrennt, entwickelt sich das Probenwochenende jedoch völlig anders als erwartet und verläuft in eine erschreckende Richtung. Irgendjemand der Anwesenden scheint es auf Linna abgesehen zu haben – oder kommt ihr das nur so vor? Auf jeden Fall gibt es in der Gruppe so viele Geheimnisse und unausgesprochene Bitterkeiten, dass bald nicht mehr klar ist, wem sie noch trauen kann.

Keine Ahnung, was ich bei diesem Buch erwartet hatte. Nach der Splitterherz-Trilogie, die mich eigentlich nur im ersten Band wirklich begeistert hatte, war ich neugierig, was Bettina Belitz nun geschrieben hat. Kein Fantasy. Keine übernatürlichen Wesen. Stattdessen eine Psychothriller in der klassischen Konstellation: überschaubare Anzahl an Figuren, eine eingeschneite Berghütte, somit keine Möglichkeit zur Flucht oder Kommunikation mit dem Rest der Welt, dafür jede Menge Geheimnisse, alter Groll, Eifersüchteleien, unerfüllte Liebesgeschichten… Gerade am Anfang hatte ich keine Ahnung, worauf das alles hinauslaufen soll und wer hier die Fäden zieht. Letzteres konnte man sich zwar irgendwann denken, trotzdem habe ich immer gezittert, dass noch etwas Unerwartetes nachkommt, das war schon ganz geschickt gemacht. In der Aufklärung fiel mir dann allerdings einiges ein wenig unglaubwürdig aus und ganz gegen Ende wurde es mir schließlich etwas zu kitschig.

Obwohl es hier um eine Band geht, und daher wohl zu erwarten war, dass Musik eine wichtige Rolle in dem Buch spielen wird, fand ich die gehäufte Erwähnung von Liedtiteln und Interpreten auf Dauer recht anstrengend. Gerade wenn man die Songs nicht kennt und auch keine Lust hat, neben dem Lesen ständig auf Youtube zu suchen, erschließt sich meiner Meinung nach oft die Bedeutung des jeweiligen Titels für die handelnden Personen nicht. Ich muss gestehen, dass ich über solche Absätze dann eher hinweggelesen habe, hier wäre ein bisschen weniger vielleicht mehr gewesen.

Insgesamt hat das Buch über weite Strecken einen regelrechten Lese-Sog entwickelt, auch wenn für mich das Handeln der Figuren, insbesondere von Linna, oft nicht ganz nachvollziehbar war. Gegen Ende flachte die Geschichte dann leider ab, das war sehr schade, ich hätte mir hier einen mehr zum Rest des Buches passenden Abschluss gewünscht!

Von mir gibt’s daher knappe 4 Punkte.

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(Aktualisiert: 14 September 2012)
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Eigentlich richtig spannend aber bei genauerer Betrachtung fehlt etwas

Wenn man einmal angefangen hat, wird es sehr schwer wieder auf zu hören. Der Roman ist sehr spannend geschrieben, eine Stärke von "Linna singt". Allerdings lässt die Autorin sich an einigen Stellen zu viel Zeit und hält sich mit Nebensächlichkeiten auf. Vor allem das ständige Erwähnen irgendwelcher, mehr oder weniger Indiepopmusiklieder nervt irgendwann, und auch der letzte Leser hat schließlich begriffen das die Autorin ein Vorwissen in dieser Richtung hat... Zwar haben die Lieder vor allem textlich zu Teil mit der Handlung zu tun, aber selbst ich habe genervt aufgegeben, jeden Song bei youtube zu Suchen und Mike Oldfield - dessen Liedertitel die Kapitelübershriften bilden - mag ich seither noch weniger...

Linna selbst ist keine Figur die ich mochte. Das ist für mich aber ehrlich gesagt kein so wichtiges Kriterium für einen guten Roman. Ich mag sperrige Figuren und Frau Belitz Figur Elli aus der Splitterherz-reihe ist ja auch nicht grade ein Sonnenschein. Da man aber nur ihre Sicht auf die Handlung kennt, weil der Roman in der Ich Perspektive geschrieben ist, kann es allerdings passieren dass, man irgendwann gerne mal einfach eine Sichtweise auf Linna hätte. Denn Linna kritisiert und rümpft die Nase über ihre alten Freunde, ohne sich selbst dabei zu reflektieren. Das bei einer über 20 jährigen wirkte auf mich schnell unreif und ich muss sagen das Linna für mich so oder so eher wie ein Teenager wirkte. Die anderen Figuren hatten ebenfalls ihre Päcckhen zu tragen, was mir hi und da doch etwas zu konstruiert vorkam. Zu Mal ich Figuren wie Simon (ein Mitglied der Band) irgendwie fehl am Platz und überflüssig fand.

Das klingt nun so negativ dass, ich doch noch mal auf positive Aspekte eingehen möchte, weil sonst vielleicht der Eindruck entsteht, der Roman wäre ein Flop. Das ist er dann doch nicht geworden, auch wenn ich nach jedem Lesen eines Abschnitts (in einer Leserunde) gemerkt habe, wie Vieles sich relativiert und ich es bei näherer Betrachtung nicht mehr so gut fand.
Denn vor allem die aufgeladene Stimmung zwischen den Figuren und die Angst, die sich in der Hütte aufgrund der Vorkommnisse langsam aufbaut, das ist eine der großen Stärken des Romans. Sie ist regelrecht spürbar und man wartet auf den großen Knall. Jede Bewegung und jedes Wort könnten das Fass zum Überlaufen bringen. Das hat mich schon beeindruckt, das man so Schreiben kann, das diese Stimmung sich auch auf mich, als Leser überträgt. Linnas Gefühle gegenüber ihren alten Freunden, in bestimmten Situationen, waren für mich überzeugend, auch wenn ich finde dass, sie sich selbst als erwachsener betrachtet als sie eigentlich ist.

Leider blieb das Ende für mich enttäuschend. Wo war der große Knall den ich mit Spannung erwartet habe? Das Ende ist für mich zu gefällig geraten und sorgt bei mir auch für den größten Abzug.
Beim Lesen selbst ist der Roman richtig spannend und sorgt für Atemlosigkeit. Doch nach und nach hat sich vieles relativiert und die Konstruktion der ganzen Geschichte konnte mich dann nicht mehr gänzlich überzeugen. Da waren zum einen doch ein paar nervige Klischees, dann eine vollkommen unrealistisches Ende was eine bestimmte Figur angeht und eben die Auflösung des Ganzen überhaupt. Der Roman hat einfach bestimmte Schwächen über die ich nicht ganz hinwegsehen kann, obwohl ich ihn wohl trotzdem besser bewerte, als man vielleicht bei meiner Kritik erwarten könnte. Aber das liegt sicher daran dass, es ein paar wirklich tolle - wenn auch für viele sicher eklige - Szenen gab, die mir total gut gefallen haben und eben diese Spannung. Irgendwie mochte ich den Roman Stellenweise sehr gerne. An andren Stellen eher weniger.
Sehr passend ist übrigens das Cover gestaltet das mir sehr gut gefällt, vor allem auch seit ich den Roman gelesen habe.

Ich habe länger über eine Bewerbung nach gedacht weil ich es nicht ganz einfach fand. Denn wie erwähnt ein rihtiger Flop ist Linna singt eigentlich nicht. Es fehlen für mich persönlich nur ein paar Punkte die ihn zu einem richtig tollen Roman machen würden. Ich werde wohl bei Frau Belitz Romanen in Zukunft sehr vorsichtig sein.

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Zwiegespaltene Emfindungen

Die Geschichte:
Die Geschichte beginnt ruhig an dem Punkt, an dem Linna überlegt, ob sie der Einladung von Maggie folgen soll und nach fünf Jahren, ohne jeglichen Kontakt ihre alte Band treffen und mit ihnen proben möchte. Und das obwohl sie seitdem nicht mehr gesungen hat. Man begleitet sie bei der Entscheidung und folgt ihrem Weg, erst in Jules Haus (einer der Bandmitglieder) und dann in eine einsame Berghütte. Maggie, Jules, Simon, Falk und Linna waren einmal die Band "Linna singt". Zusammen mit Tobi, der ihnen früher bei den Auftritten geholfen hat, wollen sie eigentlich proben. Doch dann kommt alles anders. Die sechs werden auf der Hütte eingeschneit, fernab von anderen Menschen und irgendjemand scheint es auf Linna abgesehen zu haben.

Ich bin bei diesem Buch mehr als zwiegespalten, wie ich es bewerten soll. Beim Lesen war ich dermaßen gefesselt und in die Welt des Buches vertieft. Es war hochspannend, dramatisch und atemberaubend. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht.
Es gibt wirklich sehr viele dramatische Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet habe.
Es ist über einen sehr langen Zeitraum ein so großer Spannungsbogen vorhanden, dass ich beim Lesen ganz elektrisiert war. Außerdem gewinnt man einen guten Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele.
Doch wenn ich das Buch aus der Hand gelegt und mehr darüber nachgedacht habe, sind mir sehr viele Kritikpunkte aufgefallen. Diese habe ich beim Lesen wirklich nicht gemerkt und das macht es mir so schwer das Buch zu bewerten.

Mein größter Kritikpunkt ist wohl, dass die ganze Handlung bei näherem Betrachten zu aufgesetzt, zu übertrieben, zu sehr dramatisiert und damit unrealistisch dargestellt ist. Es gibt so viele nicht nachvollziehbare Handlungen der Protagonisten und unrealistischen Vorkommnisse, wie z.B. dass Linna auf der Hütte bleibt, obwohl es anscheinend jemand auf sie abgesehen hat. Dabei hat sie doch teilweise richtig Angst. Dazu kommt, dass das Ende einfach enttäuschend ist. Nach der ganzen Dramatik und Spannung wirkt das Ende eher lasch und langweilig und passt irgendwie gar nicht zum Rest. Dadurch wirkt das Ende eher erzwungen und als wenn Bettina Belitz keine Idee mehr für einen grandiosen Abschluss hatte. Das hat mich bitter enttäuscht.

Da für Linna die Musik sehr wichtig ist, werden immer wieder Lieder und Bands erwähnt um die Geschehnisse zu untermalen. Außerdem beginnt jedes Kapitel mit einem Songtitel eines Liedes von Mike Oldfield. Mike Oldfield ist Linnas Lieblingssänger und sie verbindet immer sehr viel mit den Liedern. Dieser Aspekt hat mir recht gut gefallen, weil die Lieder oft sehr passend gewählt sind.

Die Protagonisten:
Die Protagonisten sind hier eine Sache für sich. Fünf Jugendliche haben zusammen Musik gemacht. Sehen sich nach fünf Jahren wieder und jeder scheint eine dunkle Vergangenheit, ein psychisches Trauma oder sonstige Probleme zu haben. Das wirkt doch sehr überzogen und passt wieder zu dem Punkt, dass hier alles übertrieben dramatisiert wurde. Viele Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar und teils sehr verstörend.
Dabei bleiben einige Protagonisten dennoch blass und unnahbar, wie z.B. Simon über den man nicht viel erfährt.

Linna ist auch ein Fall für sich. Sie ist ganz und gar keine einfache Protagonistin. Einerseits ist sie für andere unnahbar, fühlt sich schnell angegriffen, sieht aber auf ihre ehemaligen Freunde herab und kritisiert sie insgeheim. Sie liebt Konfrontationen und ist oft bissig und gereizt. Kritik kann sie gar nicht gut vertragen, ist sich aber auch ihrer Schönheit bewusst.
Andererseits hatte sie eine recht schwere Kindheit, was einen Teil ihres Verhaltens noch erklären mag, aber dennoch ist sie wirklich keine sympathische Hauptprotagonistin. Was ich hier aber positiv erwähnen möchte, ist, dass sie auch aus den normalen Schema der Protagonisten, die oft sympathisch und langweilig sind, heraussticht, was sehr erfrischend ist. Und obwohl ich so manches mal meine Probleme mit ihrer Art und ihrem Verhalten hatte, habe ich permanent mit ihr mitgefiebert.
Gut hat mir dann aber auch die Entwicklung von Linna gefallen, denn sie findet nach und nach zu sich und kommt mit sich ins Reine.

Der Schreibstil:
Der Schreibstil ist, wie man an meiner bisherigen Rezension sieht, wohl das beste an dem Buch. Er ist packend, dramatisch, atemberaubend und elektrisierend. Am liebsten möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Dabei ist der Schreibstil einfach gehalten und man kann das Buch sehr zügig lesen.

Die Geschehnisse sind aus Linnas Sicht verfasst (Ich-Perspektive), was einerseits sehr positiv ist, weil man dann hinter Linnas Fassade blicken kann, andererseits hätte ich mir aber des Öfteren einen Perspektivwechsel gewünscht, da man so die Handlungen der anderen Protagonisten nur sehr schwer nachvollziehen kann.

Das Cover/der Buchtitel:
Das Cover finde ich sehr gut, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht mit der Handlung in Verbindung bringen würde. Aber es passt aus zwei Gründen. Es zeigt eine Schneekugel, was zu dem eingeschneit sein passt und es zeigt Schneewittchen. Schneewittchen passt dazu, weil Linna von Falk so genannt wurde.
Der Titel passt sowieso, weil so die Band hieß.

Fazit:
Ich bin bei dem Buch sehr zwiegespalten, da es viele Kritikpunkte für mich gibt. Da diese mir beim Lesen, aber nicht aufgefallen sind und ich sehr gefesselt war, vergebe ich dennoch eine gute Bewertung, auch wenn es mir hier nicht so ganz leicht fällt.

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