Christiane Geldmacher: Love@Miriam

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Love@Miriam
(Aktualisiert: 13 Februar 2013)
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INHALT

Der 30jährige Harry ist unfähig, die Trennung von seiner großen Liebe Miriam zu akzeptieren. Er hat sich in den Kopf gesetzt, sie um jeden Preis zurückzuerobern, denn er ist überzeugt davon, dass nur er allein sie glücklich machen kann. Seit er bei Facebook ist, hat er die Möglichkeit wieder an Miriams Leben teilzuhaben. Nun muss Harry hautnah miterleben, wie sie sich mit ihrem neuen Freund Ben ein Leben ohne ihn aufbaut und wird immer mehr zu einem besessenen Stalker. Statt sich in der Realität einen Freundeskreis aufzubauen, lebt er in der Facebook-Community und sammelt dort auf der verzweifelten Suche nach mehr Aufmerksamkeit Freunde. Je mehr er versucht sich wieder in Miriams Leben zu drängen, desto mehr verliert er den Bezug zur Realität und seine Obsession treibt ihn schließlich zu einer unglaublichen Tat.

MEINE MEINUNG
Wie der Titel „Love@Miriam" schon nahe legt, bewegen wir uns in diesem Roman in der modernen Welt der Social Media.
Der Roman ist fast durchgängig aus der spannenden Perspektive des Protagonisten Harry in einer Art Tagebuchform geschrieben, der eMails und Facebook-Kommentare eingeschoben sind. Doch die Autorin macht es uns mit Harry nicht leicht, da wir gezwungen sind, uns mit der Erzähl- und Sichtweise eines Stalkers und Täters auseinanderzusetzen.

Die Figur Harrys, die ich anfangs noch als armselige Existenz etwas belächelt und bemitleidet habe, wurde mir in seiner selbstverliebten, egozentrischen Art schließlich durchweg unsympathisch. Sehr gekonnt hat die Autorin Harrys Entwicklung von einem „Normalo“ zu einem psychischen labilen und gestörten Menschen aufgezeigt. Je länger wir ihn bei seinen Aktivitäten begleiten, die ziemlich kranke Züge annehmen, und an seinen oft gespaltenen, wirren Gedanken teilhaben, desto deutlicher erleben wir seine beängstigende Veränderung und seinen Realitätsverlust mit. Gerade die Beschreibung von Harrys Charakterveränderung fand ich sehr faszinierend und besonders gelungen. Die Autorin bedient sich in ihrem Buch eines für die Social Media typischen Jargons und einer passenden Ausdrucksweise. Man merkt, dass sie sich bestens in dieser Welt auskennt und lässt ihre Figuren sehr lebensnah agieren. Auch die kurzen Tagebucheinträge sind in einem recht simplen, teils abgehackten und sogar gehetzt wirkenden Stil geschrieben. Dieser Schreibstil wirkt sehr authentisch auf mich, ist aber für anspruchsvollere Leser teilweise schon sehr anstrengend zu lesen.

Auch für die eigentlich liebenswürdig und nett angelegten Nebenfiguren konnte ich leider nicht viele Sympathien aufbringen, da ich sie durch Harrys irgendwie verdrehten Blickwinkel erlebte und wahrnahm. Selbst die ermittelnden Kommissare erscheinen mir als Zerrbilder und wirkten in ihrem Handeln phasenweise unglaubwürdig und unrealistisch. Das Ende des Buchs stellt an den Leser nochmals eine große Herausforderung, denn heimlich hatte man schon auf einen klassischen Krimischluss mit einem aufgeklärten Mord und einem dingfest gemachten Täter gehofft, der seine gerechte Strafe bekommt. Doch diesen Gefallen tut uns die Autorin nicht und dies ist meiner Ansicht nach auch sehr geschickt gewählt. Auch ich verspürte im ersten Moment eine gewisse Enttäuschung und empfand insbesondere den Epilog als äußerst unangebracht. Mit ihrem Schluss bringt uns die Autorin dazu, viele der letzten Passagen des Romans noch einmal zu analysieren und zu hinterfragen.

Letztlich erlaubt uns die Autorin verschiedene Interpretationsmöglichkeiten des Endes. Auf alle Fälle regt sie uns zum Nachdenken über viele, auch unbequeme Fragestellungen an, die weit über die Handlung des Romans hinausgehen und sich an unser eigenes Verhalten richten und an das Bild, das wir von unseren Mitmenschen haben.

FAZIT
Love@Miriam ist ein Roman, der uns für die möglichen Gefahren sensibilisieren möchte, die uns im Umgang mit den Social Media und den darin aktiven Menschen begegnen können. Darüber hinaus ist er ein sehr fesselndes Portrait eines psychisch labilen Menschen, der sich zu einem gnadenlosen Online-Stalker entwickelt.
B
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Love@Miriam
Gesamtbewertung 
 
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2.0
Mit „Love@Miriam“ hatte ich so meine Probleme:

Zuerst einmal ist da der Stil: die abgehackten, kurzen (Tagebuch-) Postings von Harry, in dem der Großteil der Geschichte geschrieben ist, passen zu dem Thema Facebook - aber leider nicht zu meinen Lesevorlieben. Der Stil machte es mir schwer, in die Geschichte hineinzukommen und hat mich eher genervt als Neugier und Spannung zu erzeugen. Bei den längeren Abschnitten war das anders - aber leider gibt es nur sehr wenige davon in dem Buch.

Mit den Personen wurde ich nicht richtig warm: Harry und seine Facebook-"Freunde“ benehmen sich, als wären sie Anfang 20 und nicht Anfang 30. Davon abgesehen war Harry zwar überzeugend dargestellt in seinem Wahn, die anderen Personen konnte ich allerdings oftmals in ihrem Verhalten nicht verstehen. Ob es nun die unfähigen Polizisten sind oder Miriam - manchmal fand ich ihre Verhaltensweisen fast surreal.

Auch das Ende fand ich unbefriedigend (näher darauf kann ich hier nicht eingehen, da ich sonst spoilern würde).

[u]Mein Fazit:[/u]

In sich mag das Buch stimmig sein, nur war es kein Buch für mich. Ob das wohl daran liegt, dass ich nicht bei Facebook bin? ;)

[u]Zur Leserunde:[/u]

Trotz meiner Kritik fand ich die Leserunde sehr interessant. Vielen Dank an die Autorin Christiane Geldmacher für ihre ausführlichen Postings! Dadurch habe ich vieles besser verstanden.

Vielen Dank für das Buch an den Bookspot Verlag.

Und, wie immer, vielen Dank an meine Mitleserinnen. Das gemeinsame Lesen war wieder klasse! :)
B
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Liebe ist tödlich.
Gesamtbewertung 
 
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4.0
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2.0
Zum Inhalt:

Harry Weingarten trauert seiner Ex-Freundin hinterher und möchte sie gern wieder zurück, leider ist sie wieder vergeben und möchte von Harry nichts mehr wissen. Doch das stellt für Harry kein Hindernis dar und versucht mit allen Mitteln, seine Angebetete zurückzuerobern.

Meine Meinung

Ich finde das Buch ansich gut gelungen, der Leser erlebt hier den "Verfall" Harry mit, also wie er sich sich in seinen Wahn hineinsteigert, Miriam von sich zu überzeugen und sein privates und berufliches Umfeld massiv vernachlässigt. Und das Ende ist auch sehr offen gestaltet, also es bietet viel Spielraum und Ansatz zum Weiterdenken.

Woran ich jedoch etwas aufgestoße bin, sind die Umgangsprache und die Anglizismen und der Soziale-Netzwerke-Umgangston, der mich im realen Leben auch nervt. Das ist also kein Problem rein auf das Buch bezogen. Wobei ich sagen muss, dass ich kein Facebook-Nutzer mehr bin, aber ich finde, die Entwicklung, diese Sprache nimmt, ist schon bedenklich.

Auch die Ermittlungsarbeit gleicht einer Arbeit von Dilettanten bzw. Hobbydetektiven, also deren Arbeit lässt ein wenig an Ernsthaftigkeit vermissen. Ich dachte mir auch, dass es vielleicht kein Wunder ist, dass das Buch so ausgegangen ist, wie es geendet ist. Aber das Ende ist so gewollt und finde es auch gut und möchte es mit diesem Kritikpunkt nicht schlechtreden. Wobei die meisten Figuren nur Randfiguren sind, denn der Fokus liegt auf Harry, also könnte man sogar ein Auge zudrücken ;)

Mein Fazit:

Im Großen und Ganzen ist Christiane Geldmacher ein gutes Buch gelungen. Ich finde die Idee, die Handlung um Facebook (es könnte auch jedes andere soziale Netzwerk sein, aber Facebook ist eines der bekanntesten Netzwerke) gut umgesetzt, auch die Sprache passt gut dazu (obwohl sie nicht gerade meinen Geschmack trifft, aber nichtsdestotrotz passt sie hervorragend in diesen Rahmen.
T
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interessant, aber diesen Epilog hätts nicht gebraucht
Gesamtbewertung 
 
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Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
3.0
Sprache & Stil 
 
3.0
zum Inhalt:
Schon seit der Schulzeit kennen sich Harry und Miriam und sie lieben sich immer noch. Das sieht zumindest Harry so, denn er will nicht wahrhaben, dass Miriam sich bereits vor einiger Zeit von ihm getrennt hat. Miriam hat jetzt Ben, aber Harry will nur Miriam. Via Facebook kann Harry die Beiden gut im Auge behalten und weiß über alles, was sie tun Bescheid. …

meine Meinung:
Die kurze Einführung der Personen vorab find ich richtig gut. So hat man sofort einen kleinen Überblick über die Personen und, ihr Alter. Zumal ich mich insbesondere hinsichtlich ihres Alters ohne diese Übersicht mächtig getäuscht hätte. Nur vom Lesen der Handlung her, hätte ich sie doch um einiges jünger geschätzt.

Total faszinierend fand ich, dass dieses Buch komplett aus Sicht des Täters und nicht aus Opfersicht dargestellt wird.
Auch die Einblicke die man in das "Mysterium" Facebook bekommt fand ich sehr interessant.
Der Schreibstil ist sehr ungewöhnlich zu lesen, denn er besteht zum großen Teil aus kurzen abgehackten Sätzen, bzw. Halbsätzen. Die lockere Sprache passt allerdings gut zum Facebook-Thema

Dennoch konnte ich mich persönlich nicht so hundertprozentig mit diesen nicht ganz vollständigen Sätzen anfreunden, da mich das schon in meinem Alltag immer stört, wenn ich irgendwo jemanden in halben oder unvollständigen Sätzen reden höre.
Bedingt durch die im Buch geschaffene Situation zog sich diese Art des Schreibens durch das ganze Buch und nach einer Weile hatte ich mich auch einigermaßen daran gewöhnt, auch wenn es immer noch nicht meinen Vorstellungen von gut lesbarem Text entsprach.

Harry ist insgesamt sehr negativ eingestellt und hat manchmal arg verworrene Gedankengänge.

Ganz klar, Harry polarisiert. Dieser Mann ist einfach nur total unsympathisch. Er ist dermaßen krank im Kopf, dass einem als Leser ständig im Kopf herum geht, dass den endlich mal jemand wegsperren sollte.

Miriams Sichtweise bekommt der Leser Zwischendrin auch kurz präsentiert, als sie Harry ihre Einschätzung der Dinge schreibt und ihn bttet, sie endlich in Ruhe zu lassen.

Es gibt zudem noch einige Nebencharaktere, die alle sehr verschieden, aber dennoch recht klar dargestellt sind. Auch diese werden nur aus Harrys Sicht gekennzeichnet, sind aber im Gegensatz zu Harry selbst ganz sympathisch.

Hin und wieder gab es Situationen, die mir ein Schmunzeln abrangen.

Das Ende an sich ist sehr offen, was ich gar nicht verkehrt fand, da es mir viel Raum für Spekulationen über mögliche Szenarien ließ, die ich mir erschaffen konnte. Leider wurde dieser Effekt durch den darauffolgenden Epilog wieder zunichte gemacht, denn dieser suggerierte mir einen Ausgang der Geschichte, den ich als Leserin weder nachvollziehen, noch verstehen kann und den ich mir nicht mal annähernd gewünscht oder als möglich vorgestellt hätte. Von allen möglichen Szenarien, ist gerade das, was mir am aller wenigsten gefällt und das hat mir das Ende dann letztlich doch wieder verhagelt. Schade, denn ohne diesen Epilog wäre das Buch richtig gut gewesen.

Fazit:
Ein ungewöhnlicher Facebook-Thriller, der sehr guten Einblick in den Kopf eines Täters gibt. Die Umsetzung konnte mich insbesondere auch aufgrund des für mich unpassenden Epilogs nicht ganz überzeugen.
A
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Love@Miriam
Gesamtbewertung 
 
2.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
2.0
Charaktere 
 
3.0
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3.0
Das Buch teilt sich für mich in 2 sehr unterschiedliche Hälften, die auch ungefähr der Hälfte der Seiten entsprechen. Die erste hat mir sehr gut gefallen, die zweite nicht mehr.
Die kurze Vorstellung der Hauptpersonen samt Altersangabe am Anfang war sehr hilfreich für mich, da ich sonst Harry und Miriam auf höchstens Anfang 20 geschätzt hätte. Der flapsige Jugendjargon, gespickt mit englischen Ausdrücken, ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber temporeich, kurzweilig und amüsant zu lesen. Die Handlung erschließt sich größtenteils durch die Facebook-Aktivitäten der Protagonisten - man ist gleich mitten im Geschehen. Als angenehm empfinde ich nach dieser "Daumen-Action" die kurzen Phasen mit mehr erzählendem Text. Zum Beispiel die Treffen mit seiner Mutter und die Beziehung zum verstorbenen Vater. Schmunzeln kann man auch ab und zu über ironische, eingestreute Gags.

Ungefähr ab der Mitte des Buches wechselt die Form weg von den Facebookpostings, zu fast nur noch Tagebucheinträgen und E-Mail-Verkehr. Allerdings fand ich diese Kapitel aber eher langweilig. Man hat teil an der immer verdrehteren Wahrnehmung von Harry, die schon an Wahnsinn grenzt und an seiner fortschreitetenden Depression.

Die Darstellung der ermittelnden Polizisten ist sehr lächerlich. Durch ihre hilflosen und holperigen Ermittlungstaktiken wirken sie nur wie Abziehbilder von Kommissaren. Ich glaube nicht, daß echte Polizisten sich dazu hergeben, mit offensichtlichen Tätern, Fernsehen zu schauen und das FB-Profil der Mordkommission hat auch schon wieder was von Mediensatire.

Stellenweise dachte ich, daß durch verschiedene Hinweise und "Spuren" die angelegt wurden, noch etwas Bewegung in die Handlung kommt, aber darauf wartet man vergebens. Nebenpersonen werden zwar erwähnt, spielen aber für den Fortgang der Story leider keine weitere Rolle.
Insgesamt finde ich den Roman/Krimi unbefriedigend.
C
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