Mark Billingham: Zeit zum Sterben

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Mark Billingham: Zeit zum Sterben
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
Time of Death
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783453419513

Informationen zum Buch

Seiten
560

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Er sitzt in dem einzigen einigermaßen annehmbaren Café, trinkt Tee und zupft an einem Muffin herum, als er das Auto auf der gegenüberliegenden Seite entdeckt.

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In einem einsamen Landstrich Englands werden zwei Schülerinnen als vermisst gemeldet – die Bewohner von Warwickshire sind erschüttert. Als der Familienvater Stephen Bates verdächtigt wird, beginnt die Presse eine gnadenlose Hetzkampagne. Dann wird im Wald eine verweste Leiche gefunden. Doch wo ist das andere Mädchen? Der legendäre Ermittler Tom Thorne und seine Partnerin Helen wollen die Wahrheit – wie schrecklich sie auch sein mag.

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Volltreffer

Mark Billingham wird schon seit geraumer Zeit als der britische Spannungsautor gehandelt - vor allem von namhaften Kollegen wir Lee Child, Karin Slaughter oder Linwood Barclay. Alles drei Autoren, die ich sehr schätze und denen ich auch Glauben schenke - zurecht, soviel darf ich schon einmal vorwegschicken. Hierzulande ist der Autor noch nicht annähernd so bekannt, wie es sein Können verdient hätte...

"Zeit zu Sterben" ist der 13. Teil der Serie um den DI Tom Thorne - doch Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Ermittler Tom Thorne macht mit seiner Freundin Helen einen längst überfälligen Kurzurlaub in den Cotswolds, im Herzen Englands. Doch die Überzeugungsarbeit Helens, ihrem Partner Erholung durch ländliches Leben näherzubringen, wird jäh unterbrochen, als sie in den Nachrichten eine Frau erkennt: in ihrem Heimatdorf sind zwei Mädchen verschwunden und dank zügiger Zeugenaussagen gibt es mit Stephen Bates einen Verdächtigen - den Ehemann von Helens alter Schuldfreundin Linda.
Helen, die ebenfalls Polizistin ist, drängt darauf, Linda zu unterstützen und überzeugt deshalb Tom nach Polesford in Warwickshire zu fahren. Während sie dort Linda und ihren Kindern - denen die Verhaftung Stephens und der öffentliche Druck stark zu schaffen macht - unter die Arme greift, vertreibt sich Tom die Zeit anfangs in örtlichen Pubs. Helen macht es ihm allerdings auch nicht leicht, denn sie behandelt ihren Freund mürrisch, beinahe abweisend. Doch warum? Und warum ist es ihr nach zwanzig Jahren so immens wichtig, einer Schulfreundin, welche davon auch mindestens ziemlich überrascht ist, derart zu helfen? Ähnlich wie der Ermittler Thorne tappt der Leser lange im Dunkeln...

Doch Stück für Stück setzt Thorne die Puzzleteile zusammen und bekommt von seinem engen Freund, dem exzentrischen Pathologen Phil Hendricks ausgezeichnete Hilfe. Nach dem Auffinden der ersten Leiche wird schon bald klar, dass hier jemand sehr geschickt manipuliert, so dass die Beweise hinsichtlich Stephen Bates' Schuld beinahe erdrückend sind...

Besonders die Erzählweise hat mir ausgesprochen gut gefallen, denn zusätzlich zum neutralen Blickwinkel gibt es immer wieder kleine Einschübe, die aus der Perspektive des Täters und auch des Opfers geschildert werden. Gerade letzteres ist - ebenso wie die Einblicke in die pathologische Arbeit Phils - nicht einfach zu verkraften, aber es zeigt das Können des Autors, der so die Geschichte vielschichtiger macht und packend hält.

Überhaupt gibt es an diesem Spannungsroman nichts zu kritisieren, denn mich haben sowohl die Charaktere, die nicht weichgespült waren, als auch die flüssige Lesart und der Thrill komplett überzeugt. Wenn man das Haar in der Suppe suchen wollte, könnte man sich über das Klischee, dass der städtische Ermittler der tölpelhaften Provinzpolizei auf die Sprünge helfen muss, wundern. Ich kann darüber nur schmunzeln - ebenso wie über den Humor Billinghams, den er trotz Thriller hin und wieder aufblitzen lässt.

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Tom Thorne's 13. Fall - sehr überzeugend!

Polizist Tom Thorne macht mit Helen ein paar Tage Urlaub auf dem Land und eigentlich könnte alles ganz friedlich sein. Sie wollen dem Lärm und dem Stress Londons und ihrer Arbeit entfliehen. Die beiden fangen gerade an, das ruhige Landleben zu geniessen, als sie aus den Nachrichten davon erfahren, dass von zwei vermissten Mädchen eines tot aufgefunden wurde. Und die Polizei präsentiert auch bereits einen Verdächtigen: Es handelt sich dabei um Stephen Bates, dem Ehemann von Helens früher sehr guter Freundin Linda. Sofort will Helen zu Linda, um diese zu unterstützen. Und auch Tom hält nichts mehr in dem beschaulichen Nest, so dass er zusammen mit Helen aufbricht und somit unversehens in neuen Ermittlungen steckt. Denn das zweite Mädchen ist weiterhin vermisst – wo ist die Kleine? Und ist wirklich Stephen Bates der Täter? Oder läuft dieser noch unbehelligt frei herum?
Bei „Zeit zu Sterben“ handelt es sich bereits um den 13. Fall mit Polizist Tom Thorne, jedoch kann das Buch auch sehr gut ohne Vorkenntnisse eines oder mehrerer Bände gelesen werden. Man hat nie das Gefühl, dass man als Leser etwas verpasst hat bzw. nicht erfährt, was wichtig für die Geschichte wäre. Das finde ich sehr angenehm.
Die Story ist von Beginn an interessant und mitreissend, die Spannung bleibt über das gesamte Buch hinweg auf einem hohen Niveau, was vor all auch einigen Drehungen und Wendungen zu verdanken ist. Auch die Erzählung aus den Perspektiven verschiedener Beteiligter ist sehr interessant, so dass der Leser das Gefühl hat, viel näher an der Geschichte dran zu sein.
Neben der Spannung streut Mark Billingham ab und zu auch ein wenig britischen Humor ein, was die Sache zusätzlich auflockert.
Auch die einzelnen Charaktere sind realistisch gezeichnet, wirken weder zu aufgesetzt, noch zu nett oder unglaubwürdig. Die geschilderten Personen machen einen absolut überzeugenden Eindruck, ohne jemals gekünstelt zu wirken.
Ein absolut gelungener Thriller, der jedem, der manche oder alle Vorgängerbände noch nicht kennt, Lust aufs Weiterlesen macht!

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Mit vielen Augen: Zeit zum Sterben - Mark Billingham

Ach, Krimiserien. Es ist eine ewige Krux damit. Ständig werden neue Krimireihen begonnen und es gibt schon andere, die jährlich, manchmal sogar halbjährlich weitere Teile auf den Markt werfen. Fängt man Serien von vorne an? Bei einem Krimi ist es ja mitunter nicht so tragisch, wenn man mal einen Teil herauszieht und noch keinen der Vorgänger kennt. Manchmal aber schon. Diese Überlegungen entfallen allerdings völlig, wenn man total uninformiert zu einem Buch greift, es liest und dann erst am Ende, in der Kurzbeschreibung über den Autor, feststellt, dass es sich um eine Serie handelt. Und man gerade Band 13 gelesen hat – auch wenn nicht alle ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht wurden. Bei „Zeit zum Sterben“ ist mir das überhaupt nicht aufgefallen. Ja, es gab Stellen, in denen ein Bezug zu vorigen Fällen hergestellt wurde – jedenfalls vermute ich das – doch die waren für die Krimihandlung in diesem Teil unerheblich. Also warum nicht einfach manchmal den Sprung ins kalte Wasser wagen und mittendrin in einer Reihe anfangen?

Tom Thorne, Ermittler bei der Polizei in London, ist mit Helen Weeks, auch Polizistin, in Urlaub. Das Leben kann schön sein – allerdings bloß nicht zu viel wandern. Als dann die Nachrichten berichten, dass ein Verdächtiger im Fall der beiden kurz nacheinander verschwundenen Teenagermädchen Jessica Toms und Poppy Johnston verhaftet wurden, ist Helen erschüttert. Die Frau des Verhafteten, Stephen Bates, ist ihre frühere beste Freundin Linda. Sofort entschließt sich Helen, zu Linda zu fahren und ihr beizustehen – ob mit Tom oder ohne. Doch Tom kommt mit und kann seine Spürnase auch nicht ganz raushalten, natürlich zum Missfallen der ortsansässigen Polizei.

Die alles entscheidende Frage ist, ob Stephen Bates der Täter ist. Das erste Mädchen wird kurze Zeit später notdürftig im Wald verscharrt gefunden, doch wo ist Poppy? Bates hüllt sich in Schweigen – schweigt er, weil er der Täter ist oder eben weil er es nicht ist und somit einfach nicht weiß? Diese Frage garantiert eine kontinuierliche, leise Spannung, ganz ohne reißerische Action und weitere Entführungen oder Leichen. Die Ermittlung bzw. die Suche nach dem bzw. die Bestätigung des Täters ist nicht neu oder aufregend, entführte Mädchen gibt es in Kriminalromanen ja leider zuhauf. Interessant wird das Buch durch die Sichtweisen der verschiedenen Personen im Umkreis der Ermittlungen und des Verhafteten.

Durch Helen Weeks ist man dabei, wenn Linda Bates ihren Mann vehement verteidigt und von seiner Unschuld überzeugt ist. Aber auch, wenn sie ihre pubertierende Tochter Charli fragt, ob Stephen wohl jemals Hand an sie gelegt hat. Auch die beiden Kinder, Charli und Danny, machen sich die unterschiedlichsten Gedanken, meiden Facebook, nörgeln über den Verlust ihrer elektronischen Geräte und fragen sich, welche Freunde wohl hinter ihnen stehen. Tom Thorne schnüffelt ja nun in dem Fall und so ist er zumindest hin und wieder bei den Ermittlungen dabei, auch wenn er dafür ständig Rüffel kassiert. Auch das Dorf macht er unsicher, lauscht auf Gerüchte und stößt auf die Geschichte eines vermissten Ferkels. Auch die Presse, die wie die Aasgeier, das Bates Haus, aber auch das Dorf umkreisen, ist Segen und Fluch zugleich.

Diese Betrachtung des Falles und des Verhafteten von allen Seiten erzeugt einen Sog, dem man gerne weiter folgt und sich in die Tiefen des Krimis ziehen lässt. Auch wenn der Krimi mit über 500 Seiten äußerst dick ist, war er mir an keiner Stelle zu viel und ich habe ihn immer mit Spannung gelesen, auch wenn der Entführungsfall nur alte Muster wiederholt. Das Kaleidoskop der Figuren sowie die Frage, ob Stephen Bates nun der Täter ist oder nicht, halten den Leser, also zumindest mich, in Bann.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi, der sich weniger durch den Kriminalfall trägt, als durch die verschiedenen Perspektiven um die Ermittlung und den Verhafteten herum.

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