Susanne Goga: Mord in Babelsberg

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Susanne Goga: Mord in Babelsberg
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783423214865

Informationen zum Buch

Seiten
320

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
"So etwas wie diesen Wagen hat es noch nie gegeben", sagte Kriminalrat Ernst Gennat begeistert und beugte seinen massigen Körper über den großen Tisch im Besprechungszimmer der Inspektion A.

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Handlungsort

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Berlin 1926. Im Hof einer eleganten Wohnanlage in Kreuzberg wird die Leiche einer Frau entdeckt, die mit einer Scherbe aus rotem Glas erstochen wurde. Kommissar Leo Wechsler muss am Tatort erkennen, dass es sich bei der Toten um seine ehemalige Geliebte Marlen Dornow handelt, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Er erzählt niemandem von seiner Verbindung zu der Toten, auch nicht seiner Frau Clara, sondern stürzt sich verbissen in die Ermittlungen. Wie sich herausstellt, hatte Marlen sich von wohlhabenden Männern aushalten lassen, zuletzt von einem Politiker, der ein enger Mitarbeiter des Außenministers Gustav Stresemann ist. Kurze Zeit später gibt es einen zweiten Toten: Viktor König, der gefeierte Filmregisseur, wurde ebenfalls mit einer roten Glasscherbe erstochen …

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Der 4. Fall von Leo Wechsler

Inhalt
Berlin im Jahr 1926. Kommissar Leo Wechsler steht kurz vor seiner Beförderung und ist mittlerweile mit Clara glücklich verheiratet, als ein Mordfall ihn etwas aus seinem Gleichgewicht bringt. Die elegant gekleidete Frau, die im Hof einer teuren Wohnanlage erstochen vorgefunden wird, ist nämlich eine frühere Bekannte, die er einige Jahre nicht mehr gesehen hat. Eigentlich müsste er den Fall abgeben, aber er setzt alles daran, den Mord aufzuklären, denn das glaubt er der Toten schuldig zu sein.

Der Lebenswandel der Toten, die sich ihren Unterhalt offensichtlich von reichen und bedeutenden Männern finanzieren ließ, führt zu dem ersten Tatverdächtigen. Doch dann geschieht ein weiterer Mord, der zwar von der Tatwaffe her eine Verbindung zeigt, aber in eine ganz andere Richtung führt, nämlich in die Filmbranche. Wie passen die beiden Morde zusammen?

Gleichzeitig ist in einer Klinik eine junge Frau unter Beobachtung, die dem behandelnden Arzt große Sorgen bereitet, da sie völlig in sich gekehrt und unansprechbar ist. Etwas Schreckliches muss ihr passiert sein und Dr. Hartung weiß sich keinen Rat mehr.


Meine Meinung
Dies ist mittlerweile der 4. Fall des sympathischen Berliner Kommissars, doch auch ohne Vorkenntnisse ist der Krimi gut zu lesen. Ich empfehle trotzdem, die Reihe von vorne zu beginnen, um das Privatleben des einst allein erziehenden Kriminalkommissars und seiner großen Liebe Clara verfolgen zu können. Diese Nebengeschichte wird dabei ganz unaufdringlich und besonders liebevoll in die jeweiligen Kriminalfälle eingebettet. Zudem sind nicht nur die Entwicklungen der Figuren interessant, sondern auch die historischen Ereignisse der damaligen Zeit. Wie schon in den anderen Büchern, versteht es die Autorin auch hier sehr gut, dem Leser ein Gefühl für die Atmosphäre der Zwanziger Jahre zu vermitteln. Ob politische Einwirkungen, gesellschaftlicher Alltag und Probleme, kulturelle Ereignisse oder auch die ermittlungstechnischen Erneuerungen zur Spurensicherung: man wird ganz nebenbei in die damalige Zeit hineinversetzt. Besonderer Schwerpunkt ist in diesem Krimi dabei die aufstrebende Filmbranche. Man spürt bei den beschriebenen Filmpremieren die Aufregung und Begeisterung der Menschen über die neuen Möglichkeiten. Mir gefällt immer wieder sehr gut, dass man neben einer spannenden Geschichte auch viele interessante historische Dinge erfährt.

Neben Leo und seiner Frau, lernt man nun auch sein Ermittlungs-Team immer besser kennen und gerade um den jüdischen Kollegen Sonnenschein mache ich mir jetzt schon Sorgen. Denn da wir als Leser schon wissen, was auf die Menschen in ein paar Jahren zukommt, ließ mich das manchmal schlucken. Es fällt einem einfach sehr leicht, die Charaktere ins Herz zu schließen, denn die Figuren sind alle wieder sehr lebendig und warmherzig beschrieben. Neben der spürbaren Geborgenheit, die Leos Familie ausstrahlt, lassen einen aber auch die Kälte und Grausamkeit anderer frösteln.

Der Fal selbst ist spannend bis zum Schluss, denn auch wenn ich irgendwann gegen Ende eine Ahnung hatte, war für mich das ganze Ausmaß der Tat immer noch eine schockierende Überraschung. Für mich war der Spannungsbogen immer weit oben, denn die Ermittlungen von Leo und seinen sympathischen Kollegen, ließen immer neue Puzzleteile auftauchen und auch die verschiedenen Schauplätze und Figuren boten immer wieder Grund für neue Spekulationen und Verdächtigungen. So konnte ich bis zum Ende sehr gut miträtseln. Ich freue mich jetzt schon auf einen neuen Fall für Leo Wechsler und sein Team!

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Berlin im Jahre 1926

Berlin, 1926. Der neue, vierte Fall ist etwas besonderes für Leo Wechsler: er kannte die Tote, die da in einem gut situierten Innenhof Kreuzbergs blutüberströmt aufgefunden wird. Während sein Chef Ernst Gennat ungewöhnlicherweise außerhalb Berlins in einem grausigen Fall ermittelt, stürzt sich der Kommissar sehr engagiert auf den Fall - allerdings ohne seine Kollegen Robert Walther und den jungen Sonnenschein darüber zu informieren, dass es sich bei der toten Marlene Dornow um seine ehemalige Geliebte handelt. Doch nicht nur dass, auch seiner Frau Clara, der er sonst allabendlich von seinen Fällen berichtet, verschweigt er das nicht ganz unerhebliche Detail…
Was Leo schon vor Jahren wusste, bestätigt sich rasch: Marlene Dornow hat sich von betuchten Männern aushalten lassen, darunter auch von einem bekannten Politiker der Weimarar Republik. Doch als kurz darauf eine zweite Leiche entdeckt wird, ist ein Zusammenhang nicht so schnell zu erkennen, auch wenn die Mordwaffe die gleiche ist. Denn das Opfer ist dieses Mal Viktor König, ein angesagter und aktuell sehr erfolgreicher Stummfilm-Regisseur…

Sofort war ich im Geschehen, denn auch die Vorgänger von "Mord in Babelsberg" habe ich nur zu gerne gelesen. Erfreut musste ich feststellen, dass sich alle Figuren weiter entwickelt haben und das auch durchaus erfreulich: Leo ist nun mit Clara glücklich verheiratet und die kleine Patchwork-Familie ist sehr gut zusammen gewachsen. Gerade dieser Anteil über das Privatleben des Ermittlers gefällt mir wieder einmal außergewöhnlich gut, denn auch wenn es ein wichtigerer Aspekt ist als in so manch anderem Krimi, so finde ich, dass er sehr zur Authentizität der Geschichte und vor allem auch zum Tiefgang der Personen beiträgt. Besonders wichtig ist dabei, dass mit Clara auch ein besonderes Augenmerk auf die Situation der Frauen der damaligen Zeit gelegt wird und Leos Frau eben deutlich mehr ist als 'bloß' Ehefrau und Versorgerin. Sie ist ihrer Zeit (glaubhaft) voraus und ich schätze ihren Blick auf viele Dinge sehr - und natürlich Leo, der ihr ihren Freiraum lässt - im Gegensatz zu den meisten anderen Ehemännern der 20er Jahre.
Aber nicht nur das Private ist spannend, sondern natürlich auch der Fall an sich. Lange tappte ich im Dunkeln, wer als Täter in Frage kommt und warum. Bei der akribischen Ermittlung des Täters sowie bei der Auflösung habe ich einiges Wissenswertes gelernt, was ich überhaupt nicht wusste. Aber auch kleine Details, die immer wieder auftauchen, wie beispielsweise das Mies van der Rohe-Haus des zweiten Mordopfers, sind in die Geschichte eingebettet und haben mir Spaß gemacht, denn sie sind so etwas wie der Lokalkolorit der Geschichte und tragen ungemein zur Atmosphäre bei, wenn - in besagtem Beispiel - die Ermittler das Gesehene bewerten oder gar diskutieren.
Die Zeiten sind alles in allem also deutlich rosiger als in den Vorgängerbänden als die Inflation ein riesiges Problem darstellte. Und so finden sich die drei Kollegen sogar auf den ein oder anderen Abendausflug mit kleinen, heiteren Szenen zusammen…
Alles in allem ein sehr gelungener Krimi, der nicht nur einen Fall behandelt, sondern eine echte Geschichte ist. Es geht nicht nur um den Plot, sondern um die Atmosphäre, historische Fakten und das Miteinander der sympathischen Figuren, die sich stetig entwickeln und nicht nur notwenige Staffage für einen blutigen Mord sind. Die Autorin Susanne Goga wird hoffentlich noch lange am Ball bleiben und die Leo (und Clara)-Fans weiter versorgen!

Kurzum: Eine echte Perle bei den historischen Krimis - wieder einmal. Unbedingte Leseempfehlung!

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Leo Wechsler in seinem vierten Fall

Berlin 1926: eine junge Frau wird vor ihrer eleganten Wohnung erstochen aufgefunden, die Tatwaffe ist ein Stück rotes Glas. Das Opfer war bekannt, daß sie sich ihren Lebensstil durch reiche Männer finanzieren läßt, könnte in dieser Richtung das Mordmotiv liegen? Kommissar Leo Wechsler recherchiert zusammen mit seinen Kollegen zwar in diese Richtung, aber sie kommen nicht wirklich vorwärts bei ihren Ermittlungen, als die Spur in die Berliner Filmindustrie zu weisen scheint.

Ich habe bisher von den Leo Wechsler-Krimis nur den dritten und nun den vierten Band gelesen und hatte keine Probleme, der Handlung zu folgen. Da mir beide Bücher sehr gut gefallen haben, stehen die ersten beiden Bände bereits in meinem Bücherregal und warten darauf, gelesen zu werden.

Die Autorin schafft es mühelos, das Berlin der Weimarer Republik aufleben zu lassen. Während im dritten Band die Auswirkungen der zwischenzeitlichen Inflation zu spüren war, geht es vielen Menschen 1926 finanziell wieder besser. Die Filmindustrie erfährt einen Höhenrausch, Regisseure und Schauspieler träumen von Hollywood.

Die Handlung war wieder spannend und nachvollziehbar beschrieben, und auch wenn ich eine Ahnung hatte, wie die Auflösung aussehen könnte, hat mich das endgültige Ende überrascht und schockiert. Bis zur Hälfte des Buches teilt sich das Buch in zwei Handlungsstränge: einmal sehen wir den Kriminalbeamten bei ihren Ermittlungen über die Schulter, der zweite Strang befasst sich mit dem Arzt einer Nervenheilanstalt, der sich bemüht, herauszufinden, warum seine junge Patientin Johanna Gerber so apathisch und lebensabweisend ist, seit sie vor kurzem als Notfall eingeliefert wurde.

Die Charaktere konnten mich ebenfalls wieder überzeugen, mit Leo Wechsler und seinen beiden engsten Kollegen Robert Walther und Jakob Sonnenschein hat Susanne Goga ein sehr sympathisches und effektives Ermittlerteam geschaffen. Leo ist inzwischen mit Clara verheiratet und die Beiden führen eine harmonische Ehe auf einer guten Vertrauensbasis. Leider setzt Leo das Vertrauen etwas aufs Spiel, als er Clara verheimlicht, daß er das Mordopfer Marlene Dornow von früher her kennt. Da Clara kurz vorher erfahren hat, daß sie keine Kinder bekommen kann, führt sein Verhalten zu Mißverständnissen, die er hätte vermeiden können.
Sehr schön finde ich immer wieder, daß wir bei den einzelnen Figuren etwas von ihrem Hintergrund und ihrer Vergangenheit erfahren, das macht sie lebendiger und vielschichtiger.

Der Leser erfährt viel Wissenswertes über die damals wachsende Berliner Filmindustrie und die Atmosphäre bei der Premiere des neuesten Films des bekannten Regisseur Viktor König ist so lebendig beschrieben, als wäre man dabei gewesen.

Ich freue mich auf weitere Fälle für Leo und seine Kollegen und auf die Zeitreise in das Berlin der 1920er-Jahre.

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Mein erstes Rendezvous mit Leo Wechsler…

"Mord in Babelsberg" ist zwar bereits der vierte Fall von Kommissar Leo Wechsler, aber mein erster, den ich über ihn gelesen habe.

Die Autorin entführt uns in das Jahr 1926, Leo Wechsler ist glücklich verheiratet und unser Berliner Kommissar hat einen kniffeligen Mordfall zu lösen. Eine junge Schauspielerin wurde um Mitternacht mit einer roten Glasscherbe auf offener Straße getötet und keiner kann sich erklären wieso. Kurze Zeit später stirbt eine weitere Person, ist eventuell ein Serientäter am Werk? Und was ist eigentlich mit Leo los, der sich seit dem Anblick der Toten komisch verhält?

Ich kannte bisher nicht einen Leo Wechsler Fall, habe mich aber sofort gut in die Geschichte einfinden können. Ich hatte nicht zwingend das Gefühl, dass ich die Vorgängerromane hätte kennen müssen, um alles zu verstehen. Klar wird Bezug zu seinen älteren Fällen genommen, aber soweit erklärt, dass man keine Wissenslücken hat.

Mir hat an dem Kriminalroman besonders das Setting gefallen, denn einen Krimi, der zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg angesiedelt ist, findet man ja doch eher selten. Susanne Goga gelingt es dabei sehr gut die Aufbruchsstimmung der damaligen Zeit, der sogenannten goldenen Zwanziger, einzufangen.

Gut ausgearbeitet empfand ich auch die Charaktere, denn selbst in den einen oder anderen Nebencharakter konnte man sich hineinversetzen und dessen Handeln verstehen.

Ich habe bis zuletzt gerätselt, wer denn nun der Täter war. Erst auf den letzten Seiten erfährt der Leser alles, was ich bei Frau Gogas Büchern immer besonders mag. Das Ende der Geschichte gefiel mir sehr gut, war nachvollziehbar und schlüssig.

Zudem lässt die Autorin auch das Thema Liebe nicht zu kurz kommen. Die Beziehung zwischen Ehefrau Clara und Leo ist authentisch geschildert und bewegte mich als Leser.

Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin nun neugierig auf weitere Leo Fälle geworden. Wer Volker Kutschers "Gereon Rath" mag, der wird Leo Wechsler lieben. Uneingeschränkt zu empfehlen!

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(Aktualisiert: 03 März 2014)
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Krimi mit sympathischem Ermittler

Inhalt

Mit „Mord im Babelsberg“ hat Susanne Goga ihre Serie um den sympathischen Kriminalpolizisten Leo Wechsler um einen 4. Band erweitert. Leo ist inzwischen mit der Bibliothekarin Clara glücklich verheiratet. Ein verstörender Todesfall bringt Leo beinahe aus dem Gleichgewicht. Eine junge Frau wurde brutal ermordet, indem ihr die Kehle mit einer Glasscherbe aufgeschnitten wurde. Kurze Zeit später wird eine sehr prominente Person aus Babelsberg auf die gleiche Weise getötet. Leo Wechsler ermittelt mit seinen Kollegen Walther und Sonnenschein. Die Aufklärungen führen sie ins Filmgeschäft der 20er Jahre.


Meine Meinung

Ich habe mich sehr schnell in Leos kleiner, überschaubarer Welt zurecht gefunden. Leo ist ein pflichtbewusster Polizist und liebevoller Ehemann und Familienvater. Auch sein Kollege Walther ist verliebt und Sonnenschein gar verlobt. Man erfährt so einiges aus dem Privatleben der Ermittler, was den Krimi auf angenehme Weise auflockert und einem das Lebensgefühl der 20er Jahre anschaulich aufzeigt.

Der Kriminalfall ist in sich schlüssig und nachvollziehbar dargestellt. Das Umfeld, in dem die Morde stattfinden, fand ich sehr interessant. Zahlreiche historische Details verleihen dem Krimi auf leichte und lockere Weise an Glaubwürdigkeit.

Da sich das Buch sprachlich sehr flüssig und angenehm lesen lässt, konnte ich richtig gut eintauchen und habe das Buch innerhalb weniger Tage ausgelesen. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, die auch historisch sehr interessant werden könnte. Da das Buch im Jahr 1926 spielt nähert man sich mit großen Schritten der Zeit des Nationalsozialismus, was bestimmt wieder sehr spannend und auch berührend sein wird.


Mein Fazit

Wer sich für die Zeit der Weimarer Republik in Berlin etwas erwärmen kann und gerne Krimis mit solider Ermittlungsarbeit liest, wird mit Leo sicher Freude haben. Von mir erhält das Buch eine Leseempfehlung mit 4,5 Sternen.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
(Aktualisiert: 04 März 2014)
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Atmosphärisch und spannend!

Susanne Goga lässt in ihrem Kriminalroman die schillernden 20er Jahre auferstehen und Leo Wechsler muss seinen 4. Fall lösen. Ich kannte Leo bisher nicht, aber es ist mir trotzdem nicht schwer gefallen, in seinem Umfeld anzukommen. Die familiären Hintergründe werden auch für Neulinge wie mich sehr gut erklärt. Es dauert auch nicht lange, da wird Leo zu einem Mordfall gerufen und er kann mit seinen Ermittlungen beginnen. Auch hier merke ich sofort, in welcher Zeit ich mich befinde, die elektronischen Möglichkeiten der heutigen Zeit gibt es noch nicht. Alles läuft ein bisschen gemächlicher ab und ich kann Leo und seinen Kollegen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Besonders gut gefallen hat mir der cineastische Hintergrund. Einer der Figuren ist ein erfolgreicher Filmemacher und ich durfte einen Blick hinter die Kulissen werfen und Gast auf einer Premierenfeier sein. Nicht nur diese Stimmung hat Susanne Goga sehr gut eingefangen. So nach und nach führt sie immer neue Personen ein, deren Rolle nicht von vorneherein klar ist. So habe ich viel Raum zum Spekulieren und erst ganz am Ende löst sich alles auf. So soll es sein! Der Spannungsbogen lässt nicht nach. Zwischendurch werde ich auch noch mit wunderschönen Satzkreationen wie: „Sie wandte sich ab und kniff die Augen zu, um die Tränen einzusperren.“ verwöhnt. Auch ein Kriminalroman darf ein bisschen Poesie verströmen!

Leo ist ein sehr einfühlsamer und „menschlicher“ Ermittler, der mir schon nach kurzer Zeit sympathisch war. Aber auch alle anderen „Rollen“ waren sehr gut besetzt mit äußerst interessanten Charakteren. Das Ende ließ mir ein bisschen zu viel Raum für eigene Interpretationen, aber das schmälert den Lesegenuss nicht wirklich, den mir dieser Kriminalroman bereitet hat.

Sehr viel Atmosphäre und Lokalkolorit zeichnen diesen flüssig und spannend erzählten Kriminalroman aus!

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