Nele Neuhaus: Im Wald

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Nele Neuhaus: Im Wald
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783550080555

Informationen zum Buch

Seiten
560

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ich will das nicht tun.

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Handlungsort

Region
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Handlungsorte
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Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten. Liegt ein Fluch über dem Dorf?

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Schwer zu durchschauen, aber absolut fesselnd

Inhalt:
Oliver von Bodenstein will ein Sabbatjahr einlegen, um sich um seine kleine Tochter Sophia zu kümmern und mal von der Ermittlungsarbeit abschalten zu können. Ausgerechnet sein letzter Fall betrifft ihn ganz persönlich. So hängt die offizielle Ermittlungsarbeit zu großen Teilen an Pia Sander, ehemals Kirchhoff.

Meine Meinung:
Sehr schön fand ich gleich die Karten vorne im Buch, womit man ein gutes Bild davon bekommt, in welchem Umfeld sich die Geschichte abspielt. Es folgt ein zweiseitiges Personenverzeichnis. Das hat mich schon mal stutzig gemacht. Das sind extrem viele involvierte Personen für einen Kriminalroman, und so kam es dann auch, dass ich öfter mal kleine Probleme hatte, den ein oder anderen richtig einzuordnen. Viele sind ehemalige Schulkameraden von Oliver von Bodenstein bzw. deren Familienangehörige, davon wieder einige miteinander verheiratet oder verschwägert, zum Teil auch schon wieder geschieden. So sind die Beziehungen der Personen untereinander nur mit viel Konzentration nachzuvollziehen, denn man will ja den Lesefluss nicht ständig durch Nachschlagen unterbrechen. Dies erschwert die Suche nach dem Täter für den Leser allerdings ziemlich. Aber auch die Polizei hat offensichtlich ihre Probleme damit und tappt lange Zeit im Dunkeln.

Nele Neuhaus gelingt es auf jeden Fall mit Leichtigkeit, einen auf die falsche Fährte zu locken. Manchmal geschieht das allerdings, indem sie einfach eine Tatsache aus dem Hut zaubert, mit der niemand rechnen konnte. Wer nun hinter den ganzen Taten steckt, bleibt bis zum Schluss ein Rätsel. Trotzdem kann man im Nachhinein sagen, wenn man die Indizien als solche erkannt hätte, hätte man früher draufkommen können. Aber die Fakten waren einfach zu gut getarnt.

Der Schreibstil ist, wie von Nele Neuhaus gewohnt, sehr flüssig und lebendig. Viele Dialoge sorgen für ein Schmunzeln, vor allem wenn Pias Exmann, der Gerichtspathologe Henning Kirchhoff, mitmischt. Auch der neue Kollege Tariq Omari sorgt für frischen Wind im K11.

„Im Wald“ ist zwar schon der 8. Teil dieser Reihe. Man kann ihn aber unabhängig von den anderen Bänden lesen. Der Fall ist abgeschlossen. Interaktionen zwischen den regelmäßig beteiligten Personen werden nebenbei eingeflochten, sodass man alle nötigen Infos hat.

Fazit:
Dieser Kriminalroman grenzt mit seinen vielen Toten schon fast an einen Thriller, Spannung ist auch genügend vorhanden. Wer sich nicht von einer Unmenge an beteiligten Personen abschrecken lässt, sollte dieses Buch nicht verpassen.

Die Reihe:
1. Eine unbeliebte Frau
2. Mordsfreunde
3. Tiefe Wunden
4. Schneewittchen muss sterben
5. Wer Wind sät
6. Böser Wolf
7. Die Lebenden und die Toten
8. Im Wald

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Was geschah in Ruppertshain

Als Kommissar Oliver von Bodenstein mitten in der Nacht zu einem Brand auf einem Campingplatz gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass sein letzter Fall vor seiner selbst verordneten Auszeit wohl auch sein persönlichster wird. Der abgebrannte Wohnwagen hält auch noch eine Überraschung bereit, denn die Ermittler finden eine Leiche. Die Spuren führen ausgerechnet nach Ruppertshain, der Ort, in dem Bodenstein aufgewachsen ist. Hier kennt jeder jeden und es scheint, als gäbe es hier einige Geheimnisse. War der Brand wirklich, wie zunächst vermutet wurde, Brandstiftung? Als kurz darauf weitere Morde geschehen, wird den Ermittlern klar, dass schnellstmöglich etwas geschehen muss. Doch
Bodenstein ist zu tief in diesen Fall verwurzelt und selbst Pia Sander, Bodensteins langjährige Kollegin, hegt Zweifel, dass er hier unvoreingenommen ermitteln kann. Denn es gibt Zusammenhänge, die in die Vergangenheit führen, ins Jahr 1972, als Bodensteins bester Freund spurlos verschwand.
Meine Meinung:
Bei Im Wald handelt es sich bereits um den achten Band der Taunus-Krimi-Reihe aus der Feder von Nele Neuhaus und ich habe jeden einzelnen Fall regelrecht inhaliert. Bei jedem neuen Krimi mit Bodenstein/Sander (früher Kirchhoff) hat man das Gefühl alte Bekannte wieder zu treffen, da man einfach schon viele ihrer Ecken und Kanten kennt. Das ist hier bei diesem Buch auch recht wichtig, dass man bereits vorgekommene Person an Hand des Namens zuordnen kann, denn es prasseln hier unglaublich viele Personen auf den Leser ein, die bisher nicht bekannt waren und ich persönlich musste schon ab und zu innehalten, um zu überlegen, wer denn da gerade auftauchte. Allerdings gibt es auch eine Personenliste gleich am Anfang des Buches, die es mir zum Glück ermöglichte, immer mal wieder nachzuschauen, in welchem Verhältnis die Personen nun zueinander stehen. Also alles sehr viele Verstrickungen und Verwicklungen, aber so glaubwürdig, dass Ruppertshain ein richtiges Gesicht bekam und ich mir auch durchaus vorstellen konnte, dass es genau so auch in diesem kleinen Ort zugehen kann. Was mich ebenso beeindrucken konnte, ist, dass Nele Neuhaus hier zu keiner Zeit ihren roten Faden verliert und das trotz des riesigen Personenaufkommens alles zusammengeführt wird. Das ist schon eine Kunst, hier nicht selbst den Überblick zu verlieren. Der Schreibstil der Autorin ist schon etwas besonderes, denn sie entwickelt einen ganz besonderen Sog, ist flüssig und verständlich. Ausserdem schafft sie es nicht nur ihre Kapitel mit kleinen, gemeinen Cliffhangern zu beenden, sondern allein ihre Abschnitte innerhalb eines Kapitels enden jedes Mal damit. Das ist für mich ja immer ein regelrechter Zwang, dann weiterzulesen, denn ich hoffe ja schnell die Antworten zu finden und so fliegen selbst über 500 Seiten nur so beim Lesen. Natürlich hält das auch den Spannungsbogen konstant hoch und bei gewissen Ereignissen wird dieser immer wieder gesteigert. Die Charaktere, bzw. die Ermittler der Taunus-Krimi-Reihe, sind für mich einfach gute alte Bekannte geworden, Bodenstein und Sander sind einfach sehr glaubwürdige Personen und sie haben ihre Ecken und Kanten. Das hier ist allerdings Bodensteins persönlichster Fall und ich musste schon höllisch aufpassen, denn es geht hier natürlich um unendlich viele Verwandschafts- Bekanntschafts- und Freundschaftsverhältnisse in Ruppertshain, die auch sehr ausführlich dargestellt sind. Das mag dem ein oder andere langatmig vorkommen und auch ich musste mich das ein oder andere Mal zusammenreißen, um konzentriert am Ball zu bleiben und nicht meinen eigenen roten Faden im Kopf folgen zu können. Da ich selber aber in einem eher kleineren Ort aufgewachsen bin, ist das alles schon sehr nah an der Realität geschrieben und durchaus denkbar, dass sich das alles genau so in Ruppertshain abgespielt hat. Das Ende des Falls konnte ich mir dann ein wenig so denken, aber trotzdem habe ich beim Lesen des Buches immer mal wieder hin- und hergeschwenkt in Gedanken, was denn da nun wirklich passiert ist.
Mein Fazit:
Letzendlich hat mir auch der achte Fall der Reihe sehr gut gefallen. Die Ermittler und auch ein Teil ihrer Familien sind für mich, wie schon erwähnt, einfach gute Bekannte und ich freue mich immer wieder, von ihnen zu lesen. Auch wenn dieser Fall wieder für sich alleine steht, möchte ich allerdings abraten, diesen Krimi als ersten aus der Reihe zu lesen, denn sonst hat man einfach viel zu viel mit diesen Personenkolonnen zu kämpfen. Es ist einfach Bodensteins persönlichster Fall und genauso ist dieser auch aufgebaut. Ansonsten besticht das Buch einfach mit Neuhaus' unglaublichen Erzählstil, der mich immer wieder aufs neue in seinen Bann schlägt. Gerne empfehle ich auch diesen Krimi an alle Liebhaber der Reihe weiter.

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Im Wald, da sind nicht nur die Räuber

Nein,I im Wald rund um Ruppertshain in Hessen gibt es noch was wesentlich Furchterregenderes: einen Mörder, der offenbar seit über 40 Jahren sein Unwesen treibt. Und da er sich offensichtlich in seinem Inkognito bedroht fühlt, ist - so scheint es - in seiner Umgebung niemand mehr sicher. Alles beginnt mit einem Brand auf einem Campingplatz, bei dem ein Mann ums Leben kommt. Doch es bleibt nicht bei dem einen Toten - wer wusste zuviel? Und was gibt es für eine Verbindung zu überaus tragischen Ereignissen, die mehr als vierzig Jahre zurückliegen. Was ich als besonderen Garant für Spannung empfand, war der Umstand, dass Oliver von Bodenstein in diesem Fall zu seinen Wurzeln zurückkehren muss, denn er ist dort aufgewachsen, zusammen mit allen, die in den aktuellen Fall verwickelt sind. Und für ihn waren die Ereignisse von 1972 besonders einschneidend, verschwand doch damals sein bester Freund.

Wer Wind sät": eine weitere Perle in der Taunus-Reihe der unnachahmlichen Nele Neuhaus. Die Serie um die Kommissarin Pia Sander und ihren Chef Oliver von Bodenstein hat mit herkömmlichen deutschen Regionalkrimis à la Manfred Bomm und Regine Kölpin nichts zu tun und kann mit den skandinavischen Krimiserien von Autorinnen wie Helene Tursten und Anne Holt sowie mit angelsächischen Vorbildern wie Marcia Muller locker konkurrieren - der neue Band reiht sich vielversprechend in diese Serie ein, und kann aus meiner Sicht von der Spannung her absolut mit den Glanzlichtern der Serie "Tiefe Wunden" und "Schneewittchen muss sterben" mithalten. Was aus meiner Sicht nicht unbedingt nötig war: Pia Sander wird ein wenig zu oft von einer extrem unsympathischen Seite gezeigt. Und zudem brechen einfach zu viele Erzählstränge jäh ab.

Dennoch: Nele Neuhaus schreibt packend und fesselnd und zeigt vor allem Oliver von Bodenstein von seiner sensiblen Seite: dadurch, dass sie tief in seine Vergangenheit taucht, kehrt sie sein Innerstes zu außen. Weniges ist, wie es scheint - es tun sich wahre Abgründe und die seltsamsten Verbindungen auf. Was mich ein kleines bisschen störte, ist, dass die Entwicklungen in seinem Privatleben, die der Leser nun ja bereits seit acht Bänden verfolgen darf, sich teilweise als widersprüchlich erweisen - das ist mir ein wenig zu extrem. Aber gerade das macht auch den Reiz dieses auch innerhalb der Reihe ungewöhnlich emotionalen und aufwühlenden Falles aus. Am Ende steht von Bodenstein vor einer Auszeit - ich hoffe sehr, dass er wieder in seinen Job zurückkehrt, denn aus meiner Sicht steht und fällt die Reihe mit ihm ebenso wie mit Pia Sander.

Diese Serie ist ein absolutes Muss für alle Freunde und Freundinnen hochkarätigerdeutscher Krimis mit Spannungsgarantie wie der Reihe um den auch in räumlicher Nähe - nämlich in Frankfurt - angesiedelten Hauptkommissar Marthaler von Jan Seghers. Man kann "Im Wald" sicher isoliert von den anderen Krimis dieser Reihe lesen, doch wird es nur wenige geben, die sich nach dem Genuss dieser Lektüre nicht auch die vorherigen Bände gönnen möchten.

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Ein dorf schweigt

Auf einem abgelegenen Campingplatz im Wald brennt ein Wohnwagen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander gehen zunächst von Brandstiftung aus, denn in letzter Zeit gab es einige Brände. Doch dann müssen sie wegen Mordes ermitteln, denn es gab einen Toten bei dem Wohnwagenbrand. Dann wird eine totkranke Frau im Hospiz ermordet. Oliver kannte die Frau schon, als er noch Kind war. Entsprechend betroffen ist er. Damals ist sein bester Freund Arthur mit seinem zahmen Fuchs spurlos verschwunden. Alle gingen von Mord aus, aber Arthur wurde nie gefunden. Dafür gab es einen Verdächtigen, der einen Suizid versuchte und seitdem behindert ist. Dafür, dass er schuldig war, gab es keinen Beweis.
So führen die neuen Ermittlungen Oliver von Bodenstein geradewegs in seine Vergangenheit und bald wird klar, dass die Fälle zusammenhängen. Doch die Bewohner des Dorfes wollen nicht an alten Geschichten rühren. Dann wird auch noch der Dorfpfarrer getötet.
Dies ist mein erstes Buch von Nele Neuhaus. Ich kenne die Ermittler Oliver von Bodenstein und Pia Sander nur aus den Filmen und damit war das Bild der beiden vorgegeben.
Der Schreibstil ist wirklich angenehm flüssig zu lesen. Es ist allerdings nicht ganz einfach, die vielen Personen auseinander zu halten. Es gibt zwar eine Liste im Buch, aber ich möchte nicht ständig durch Nachschlagen in meinem Lesefluss gebremst werden. Von Anfang an ist die Spannung aufgebaut und bleibt bis zum Schluss erhalten.
Die Ermittlungsarbeit verläuft recht zäh und ist auch nicht einfach, da viel Persönliches in die Sache mit hineinspielt. Von Bodenstein kennt alle Beteiligten und seine Emotionen machen es ihm nicht leicht.
Die Bewohner von Ruppertshain sind sehr vielschichtig dargestellt. Jeder hat so seine Probleme. Als ihnen klar wird, dass der Mörder aus ihren eigenen Reihen stammen muss, macht sich Misstrauen breit. Es ist immer wieder faszinierend , wie eingeschworene Gemeinschaften ihre Geheimnisse zu wahren versuchen.
Mir blieb auch bis zum Ende verborgen, wer der Täter ist, denn immer wieder hat ich jemand anderen im Verdacht.
Ein spannender Krimi mit Taunus-Atmosphäre.

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