Anne Chaplet: Nichts als die Wahrheit

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Anne Chaplet: Nichts als die Wahrheit
Verlag
ET (D)
2000
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442450282

Informationen zum Buch

Seiten
349

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
Sie nahmen zu fünft Kurs auf ihn.

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Politthriller im Spannungsfeld zwischen deutscher Provinz und Berlin: Wenn Bundestagsabgeordnete von Kirchtürmen stürzen, steckt oft mehr dahinter als ein simpler Selbstmord. Staatsanwältin Karen Stark ermittelt jedenfalls in alle Richtungen. In der Zwischenzeit macht sich Anne Burau, die Nachfolgerin des Abgeordneten, an die Arbeit und ist über die politischen Gepflogenheiten des Ermordeten mehr als irritiert...

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Eigentlich könnte man Anne Burau beneiden: Nach einer Art Schaffespause als Politikerin wird sie zur Nachrückerin für einen tödlich verunglückten Kollegen doch noch nach Berlin berufen. Aber die Vorzeichen sind ungünstg; der Vorgänger starb tragisch und man darf sich fragen, ob es tatsächlich Selbstmord war. Der Empfang in der Partei ist frostig, die Journalisten begrüßen sie mit einem wenig erfreulichen Artikel und die Sekretärin schaltet auf Boykott. Zugleich wird auf Bunges Todesfall die Frankfurter Staatsanwältin Karen Stark angesetzt, die ganz selbstverständlich nach einer Verbindung zwischen Bunge und seiner Nachrückerin sucht; denn wer von einem Verschwinden profitiert, kann durchaus am Verschwinden Schuld sein...

Anne stolpert ganz schön unbeholfen in ihr neues Berliner Leben. Die Startschwierigkeiten im Parlament sind nur das Eine; das Andere ist das nagende Gefühl, dass Bunge kein ganz so harmloser Abgeordneter war, wie es scheint. Verunsichert ist sie auch vom Verschwinden Peter Zettels, einem Journalisten, mit dem sie zu Bonner Zeiten eine Affäre hatte und von dem sie sich insgeheim ein bisschen Schützenhilfe erhofft hatte. Während sie sich um dessen Hund kümmert, passieren ihr kleine Merkwürdigkeiten und im Büro tauchen seltsame Grundriss-Zeichnungen auf.

Alexander Bunge löst eigentlich nur zum Teil einen Krimi aus; zu einem erklecklichen Teil ist das Buch einfach die Geschichte von Annes beruflichem Neueinstieg. Da steckt die Trennung vom Hof drin, der nun von der Tochter bewirtschaftet wird, die Trennung von Freunden, die ganz andere Lebensziele haben und Annes Wünsche nur bedingt nachvollziehen können. Die Vergangenheit holt sie ein und Anne wird mit Dingen konfrontiert, die sie längst hinter sich geglaubt hat.

Verschiedene Erzählstränge laufen parallel zueinander ab und hin und wieder kreuzen sich verschiedene Wege. Doch obwohl auf jeweils unterschiedliche Weise kleine Puzzlesteinchen auftauchen, bleiben die genauen Zusammenhänge lange im Dunkeln. Irgendwie stimmten die Schlussfogerungen schon, die gerade Anne und Karen ziehen, aber sie sind eben noch nicht alles. Am Ende gibt es eine Wahrheit, die sich der Leser zusammen stellen kann. Es dürfte die sein, die am nächsten an den Tatsachen dran ist. Aber es tauchen noch zwei weitere Versionen auf, die so an die Öffentlichkeit gehen, beinahe an die Öffentlichkeit gegangen wären und die beide genauso erfolgreich und glaubhaft werden könnten. Was die Wahrheit ist, ist nur eine Möglichkeit von vielen und Chaplets Buch gibt verschiedene Antworten darauf, was Wahrheit alles sein kann - je nachdem, wer sich damit befasst.

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Anne Burau, gleichermaßen Biobäuerin in Klein Roda wie auch Angebetete von Paul Bremer, hat Glück im Unglück: Als der Bundestagsabgeordnete Alexander Bunge sich nach der Zeitungsmeldung, er sei ein Päderast, zu Tode stürzt, rückt sie in den Bundestag nach. Ab sofort ist sie im Bauausschuss tätig, wie auch schon ihr Vorgänger. Doch ob dies wirklich Glück ist, bezweifelt die unsichere junge Frau bald. Nicht nur von ihren Kollegen und der Sekretärin wird sie angefeindet, nein, auch Klein Roda vermisst Anne Burau - vor allem, wenn sie sich ganz besonders einsam fühlt in der Großstadt Berlin. Die deutsche Vergangenheit holt sie ein und bald muss sie um ihr eigenes Leben fürchten.

Eigentlich mag ich politische Krimis nicht sonderlich, aber dieses Mal konnte mich Anne Chaplet fast überzeugen. Nur "fast" aus dem einfachen Grund, dass die Autorin sehr viele verschiedene Motive in ihrem Buch miteinander verknüpft und es so etwas konstruiert ausfällt. So werden Korruption im Bundestag genauso wie verlogener Journalismus mit der deutschen Vergangenheit und einsamen Frauen in Großstädten in einen Topf geworfen. Doch Anne Chaplet verpackt ihre Klischees einfach nett und vor allem die Spannung kommt dieses Mal nicht zu kurz.

Die Auflösung ließ auch ein kleines bißchen zu wünschen übrig. War das Buch zuerst fließend zu lesen, tauchte da plötzlich ein riesiger Einschnitt im Erzählfluß auf und ich war eine Seiten lang nur verwirrt - dies gab sich aber zum Glück wieder. Wer sich nun fragt, wo denn Paul Bremer bei der ganzen Angelegenheit geblieben ist, der wird ihn zwar auch hin und wieder finden, allerdings wird dies in völlig belanglosen Szenen geschehen, die eigentlich nichts mit der Handlung selbst zu tun haben. Ganz im Gegensatz zu Karen Starks Rolle, die als Frankfurter Staatsanwältin zur Lösung des Falles Alexander Bunge in Berlin beiträgt.

Also erneut ein sehr netter deutscher Krimi, bei dem man merkt, dass sich die Autorin von Buch zu Buch steigert.

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