Nicole Braun: Heimläuten

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Nicole Braun: Heimläuten
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783839218600

Informationen zum Buch

Seiten
310

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Handlungsort

Region
Kontinent
Handlungsorte
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1964: Kaum aus den USA in sein nordhessisches Heimatdorf Wickenrode zurückgekehrt, stolpert der jüdische Arzt Edgar Brix über eine Leiche. Erinnerungen an einen ungeklärten Mord aus dem Jahr 1938 werden wach. Gemeinsam mit dem pensionierten Bergmann Albrecht Schneider gerät er in eine Geschichte hinein, die sie nicht nur in Konflikt mit den ermittelnden Behörden bringen wird. Der Ernst der Lage wird ihnen erst klar, als ein weiterer Mord geschieht. Und dann verschwindet auch noch Albrecht Schneider spurlos.

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Wickenrode, in der Nähe von Kassel, in den 60ern.

Edgar Brix kehrt in die hessische Heimat zurück - in das Dorf, das die gesamte Familie gerade noch rechtzeitig hinter sich lassen konnte, um in die Vereinigten Staaten zu emigrieren. Brix, der in den USA ein gute Ausbildung zum Arzt durchlaufen hat, wird die lange leer stehende Praxis seines Vaters wiedereröffnen - nachdem die jüdische Familie den von den Nazis zwangsenteigneten Besitz nach Jahrzehnten nach Jahrzehnten wieder zurückerlangt hat.
Doch kaum ist er wieder in Wickenrode, wird er mit einem Mord konfrontiert, der stark einen Fall aus dem Jahre 1938 erinnert. Gemeinsam mit Albrecht Schneider, der sich noch gut an gen letzten Mord in Wickenrode erinnern kann, macht sich Brix an die Aufklärung des Geschehens. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem bislang ungeklärten Tat aus der Nazizeit und der aktuellen 1964?

Drei Dinge waren für mich schon relativ schnell klar: Das ziemlich ungewöhnliche Ermittlerteam hat mich auf Anhieb gepackt - sowohl der ältere Schneider, einer der wenigen, der nicht einfach mit den Nazis mitgelaufen ist, als auch der jüngere Brix, für den die Folgen seiner Entscheidung, nach Deutschland zu kommen, nicht immer ganz einfach sind. Beide haben Ecken und Kanten, aber sie ergänzen sich richtig gut und sind einfach grundsympathisch. Zudem scheint Schneider praktischerweise mehr über den zurückliegenden Fall zu wissen...
Ein weiterer sehr positiver Punkt dieses Krimis ist, dass die Autorin Nicole Braun nicht nur ein wirklich gutes Händchen für Ihr Spürnasen-Duo hat, sondern auch für die Atmosphäre. Ich konnte die Anfeindungen, die den Brix' in den 30er Jahren entgegengeschlagen haben, ebenso gut "greifen" wie die Überlegungen des Sohnes zu dem, wie der Vater wohl zu seine Entscheidung zum Umzug gestanden hätte - aber auch die Konflikte, die knapp dreißig Jahre später entstehen, sind gut eingefangen und tragen zur Erhöhung der Spannung bei; vor allem, als dann auch noch Albrecht Schneider verschwindet...
Leider gibt es aber auch ein Manko für mich, denn für mich ist Lokalkolorit zwar passend, aber dass dies in so viel Dialekt mündet, hat mir das Lesen doch erschwert. Für einen (Nord-)Hessen sicherlich gar kein Problem, aber für mich war das hier etwas zu viel, da sich Regionalkrimis trotzdem flüssig lesen lassen sollten - und sich in meinen Augen sowieso nicht nur über den Dialekt definieren.

Fazit: Dabei bleiben und sich an einem tollen Ermittlerteam, einer guten Atmosphäre und einem spannenden Fall erfreuen!

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Leichen pflastern den Weg

So scheint es zumindest: der junge jüdische Arzt Edgar Brix kehrt 1964 aus dem Exil in sein Heimatdorf Wickenrode zurück, um dort die Praxis seines Vaters zu übernehmen, die jahrelang leer stand. Und stolpert förmlich über eine Leiche - und über deren Finder, den ehemaligen Steiger und Landwirt Albrecht Schneider, einen der wenigen Aufrechten in dem Dorf, die sich nicht auf die Seite der Nazis geschlagen haben - weiß er noch von seinem Vater, dem es gelungen war, mit der ganzen Familie in die Vereinigten Staaten zu fliehen. Und Albrecht Schneider war auch da, als es früher Mal - 1938 - eine Leiche gab, einen Mordfall, der nie aufgeklärt wurde. Zusammen beginnen die beiden, den Vorfällen nachzugehen - hat etwa das eine mit dem anderen zu tun und wenn ja, wie?

Schwer fiel mir der Einstieg in diesen Krimi, sperrig, nicht immer eloquent die Sprache und dann immer diese Passagen im Dialekt! Muss aus meiner Sicht auch in einem Regionalkrimi nicht unbedingt sein, ein paar Redewendungen da und dort in der heimischen Einfärbung reichen ganz und gar aus.

Aber gut, dass ich durchgehalten habe, denn der Autorin Nicole Braun ist mit dem Duo Brix und Schneider ein absolutes Ermittler-Dreamteam gelungen! Charismatische, vielschichtige Typen, beide mit Vergangenheit und - wie ich hoffe - auch mit Zukunft, auch wenn Albrecht Schneider bereits 70 ist. Dennoch, es gibt andere alte Protagonisten wie Dr. Siri oder den 0070-Agenten James Gerald in der Reihe von Marlies Ferber, die über viele Bände hinweg ermitteln. Das erhoffe ich mir auch von diesen beiden "Jungs", die ich rasch in mein Herz geschlossen habe.

Dazu hat die Historikerin Nicole Braun großartig recherchiert, wodurch der Krimi trotz einiger Startschwierigkeiten durchaus atmosphärisch wird. Daher ein heißer Tipp von mir - bloß nicht die Flinte ins Korn werfen - Dran bleiben ist hier angesagt - man wird mit einer spannungsreichen Geschichte belohnt!

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Die Vergangenheit ist noch nicht vorbei

In dem kleinen Ort Wickenrode ist Karl Wagner 1938 mit der Axt hinter seinem Schwiegersohn Johann her. Albrecht Schneider sorgt dafür, dass Johann nichts geschieht und lässt ihn bei sich auf der Küchenbank schlafen. Am frühen Morgen entdeckt Schneider einen Toten vor seiner Türe. Es ist Wagner mit der Axt im Kopf. Karl sorgt dafür, dass Johann flieht, denn ihm ist klar, was sonst geschehen wird.
Edgar Brix kehrt 1964 nach Wickenrode zurück, um die lange leerstehende Praxis seines Vaters zu übernehmen. Der jüdischen Familie Brix war gerade noch die Flucht in die USA gelungen. Ihr Besitz wurde von den Nazis enteignet und nun nach so vielen Jahren rückübereignet. Ihm ist bewusst, dass sein Vater die Rückkehr nicht gutgeheißen hätte. Etwa ein halbes Jahr später, wird er vom Schäfer Nathan Gunkel zu einem Toten am Waldrand gerufen. Es erinnert einiges an den ungeklärten Mord von 1938.
Brix macht sich mit Albrecht Schneider daran, dien Todesfällen nachzuspüren.
Es ist nicht immer ganz einfach, dieses Buch zu lesen, denn viele Dialekt stört den Redefluss.
Gut gefallen haben mir dagegen die beiden Ermittler. Der Vater von Brix wurde bereits 1938 angefeindet, weil er Jude war. Sein Sohn ist natürlich durch die Situation und die Flucht geprägt. Aber dadurch hat er auch eine gute Ausbildung in USA genossen. Ihm ist bewusst, dass sein Vater die Rückkehr nicht gutgeheißen hat. So richtig wohl fühlt sich Edgar in dieser altertümlichen Landarztpraxis auch nicht. Der Landwirt Albrecht Schneider ist inzwischen 70 Jahre alt. Während der Nazizeit hat er sich nicht auf die Seite der Nazis geschlagen wie die meisten anderen. Auch weiß er wohl mehr über den Mordfall von 1938 als die meisten. Doch haben die beiden Mordfälle etwas miteinander zu tun?
Obwohl die Geschichte ruhig erzählt wird, hat sie mich durch die besondere Atmosphäre gefangen genommen und es wird dann auch immer spannender.
Ein interessanter und spannender Krimi.

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