Nora Luttmer: Dunkelkinder

 
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Nora Luttmer: Dunkelkinder
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783426521939

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Es war still.

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Handlungsort

Stadt
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Bald zwei Jahre ist es her, dass auf einer Lichtung im Raakmoor im Norden Hamburgs die Leiche eines vietnamesischen Jungen entdeckt wurde. Bis heute konnte das Kind nicht identifiziert werden, es ist ein »Geist«, ein "Geisterkind", illegal und ohne Angehörige in Deutschland, nirgendwo gemeldet, von niemandem vermisst. Doch nun werden an derselben Stelle zwei Männerleichen gefunden. Die junge Kommissarin Mia Paulsen setzt alles daran, beide Verbrechen aufzuklären. Die Kommissarin ahnt nicht, dass sie in ein Hornissennest sticht und weitere Kinder in Gefahr bringt, als sie einer Spur zu einem alten, nur scheinbar verlassenen Hochbunker mitten in Hamburg folgt.

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Ein toller Krimi mit einem wichtigen Thema

Mia Paulsen ist zurück in ihrer Heimatstadt Hamburg. Zu sehr hat der jungen Kriminalkommissarin ihr letzter Fall in Berlin zugesetzt, deshalb hat sie sich zu diesem Schritt entschlossen. Doch ihr erster Arbeitstag ernüchtert sie schon noch wenigen Minuten, nachdem sie erstmals ihrem neuen Vorgesetzten begegnet. Kurz darauf findet sie sich in einem Büro in der Größe einer Abstellkammer wieder - mit einem Stapel alter, noch ungelöster Fallakten auf dem Tisch. Weitestgehend von anderen Kolleg*innen isoliert, macht sie sich auf ins Raakmoor, wo zwei Jahre zuvor ein toter Junge aufgefunden wurde. Bis heute ist das asiatische Opfer weder identifiziert noch als vermisst gemeldet - quasi ein „Geisterkind“…
Doch kaum ist Mia am damaligen Auffundort angekommen, bricht sie ein und entdeckt auf diesem Wege zwei weitere Leichen. Sie setzt ab sofort alles daran, die beiden Fälle aufzuklären, denn sie ist überzeugt, dass es einen Zusammenhang gibt. Dabei muss sie gegen den Widerstand ihres Vorgesetzten ankämpfen und ahnt zudem nicht im Entferntesten, dass sie mit ihren Emittlungen weitere Kinder in große Gefahr bringt…

Nora Luttmer hat mit Mia eine kantige Hauptfigur geschaffen, die mich vor allem mit ihrem Biss überzeugen konnte. Auch die Tatsache, dass sie an den Reaktionen ihrer Kolleg*innen durchaus mal zu knabbern hat, fand ich sehr glaubhaft und hat sie mir noch einen Tick sympathischer gemacht als sie es eh schon war. Mia hat ihre Überzeugungen und kann durchaus auch dafür einstehen - auch wenn sie manchmal aufstecken muss.

Gefallen hat mir aber auch die Wahl der Autorin, die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen. Dabei kommen verschiedenste Figuren - schuldig wie unschuldig - zu Wort und bereichern somit die Handlung. Dabei ist man als Leser*in im Vorteil, da man einen Teil der Zusammenhänge kennt und somit die Ermittlerarbeit Mias im Fokus steht. Was keinenfalls bedeuten soll, dass die Spannung sich in Grenzen hält, denn das Gegenteil ist der Fall - es ist ein Wettlauf mit der Zeit und genau dies erzeugt einen wirklich guten Lesesog.

Der Kern des Krimis, die Menschen, auf denen der Fall basiert, haben mich wirklich sprachlos gemacht. Ich muss gestehen, dass ich zwar von Menschenhandel und sklavenähnlichen Lebensbedingungen von Illegalen weiß, aber die hier beschriebenen, durchweg glaubhaften Zustände haben mich stellenweise dennoch sprachlos gemacht. Ein extrem wichtiges Thema, dem sich Nora Luttmer hier in Form eines Krimis gewidmet hat. Sehr lesenswert!

Mia und die Hansestadt Hamburg haben reichlich Potential, deshalb hoffe ich sehr, dass wir noch einiges von der sympathischen Ermittlerin zu lesen bekommen.

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Moderne Sklaverei

Die Kommissarin Mia Paulsen hatte in Berlin einen Fall aufzuklären, bei dem ein kleines Mädchen starb. Die Sache lässt sie nicht los und sie kommt zurück nach Hamburg. Dort erlebt sie eine böse Überraschung, denn ihr neuer Vorgesetzter ist ausgerechnet ihr ehemaliger Freund Jens Bordasch. Er will Mia aufs Abstellgleis stellen und lässt sie alte ungelöste Fälle bearbeiten. Bei einer dieser Akten wird Mia aufmerksam. Vor circa zwei Jahren wurde im Raakmoor eine Kinderleiche gefunden. Als sie sich den Fundort anschauen will, entdeckt sie zufällig zwei weitere Leichen. Mia sieht einen Zusammenhang, aber ihr Vorgesetzter will davon nichts wissen. Sie ermittelt trotz der Widerstände weiter und ahnt nicht, was für ein Sumpf hinter dieser Geschichte steckt.
Die Autorin erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, was diese Geschichte sehr eindringlich macht.
Mia ist eine sympathische Frau, der die Vergangenheit noch in den Knochen steckt. Sie will Abstand gewinnen und gerät ausgerechnet in die Abteilung von Bordasch, der alles tut, um ihr das Leben schwer zu machen. Ihm gefällt es, seine Macht auszuspielen. Obwohl so hin und wieder ein Misstrauen aufflackert, ist Mia doch ziemlich gutgläubig und lässt sich an der Nase herumführen. Aber sie gibt nicht auf. Im privaten Bereich will Mia aufgrund ihrer Erfahrungen niemanden mehr an sich heranlassen, aber der Rechtsmediziner Axel Hallberg gibt nicht auf und unterstützt sie.
Mir hat auch Luka gut gefallen, der seinen Vater bei einem Einsatz verloren hat und mit diesem Verlust nicht fertig wird. Ausgerechnet er, der sich so zurückgezogen hat, spielt in diesem Fall eine Rolle, denn er entdeckt auf dem Hochbunker gegenüber von seinem Zuhause einen Jungen, der wie ein Geist auftaucht.
Diese Sache mit den Geisterkindern fand ich sehr bedrückend und schockierend zugleich. Wie unbarmherzig können Menschen sein. Aber ich möchte nicht zu viel verraten.
Das Ende ist schlüssig und realistisch, auch wenn es mich nicht zufriedenstellen kann.
Ein sehr packender und spannender Thriller, den ich nur empfehlen kann.

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