Oliver Bottini: Im weissen Kreis

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Oliver Bottini: Im weissen Kreis
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783832196998

Informationen zum Buch

Seiten
304

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Sie fuhren die übliche Strecke, in die Südstadt hinein, hielten hier und da, wechselten ein paar Worte mit den Leuten, "unseren Leuten", wie Timo immer sagte, "unsere Straßen, unsere Leute", sprachen über Fußball, als wäre alles wie immer.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Pistolen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Besorgt geht Bonì der Sache nach, um ein mögliches Gewaltverbrechen zu verhindern. Bald findet sie den Eigentümer des Autos, mit dem der Käufer die Waffen abgeholt hat. Der besitzt für den fraglichen Abend jedoch ein wasserdichtes Alibi. Der Fahrer war ein anderer – Ricky Janisch, Neonazi und Mitglied der rechtsextremen »Brigade Südwest«. Louise Bonì und ihr Team beginnen, Janisch zu observieren, und stoßen auf weitere Mittelsmänner, die alle der rechten Szene angehören. Je tiefer sie graben, desto erschreckender wird das Szenario: Haben sie es mit einem weitverzweigten Neonazi-Netzwerk zu tun? Und wie sollen sie ein Attentat verhindern, wenn ihr Gegner ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint und sie noch nicht einmal das Ziel kennen? Da stößt Louise auf das »perfekte Opfer«. Aber vielleicht ist es schon zu spät …

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Spannung mit einem brisanten, realistischen Hintergrund

Hauptkommissarin Louise Bonì erhält in ihrem sechsten Fall von einem Kollegen, der als verdeckter Ermittler arbeitet, den Hinweis, dass ein Mann zwei Pistolen im kriminellen russischen Milieu erstanden hat. Demnächst steht die Fußballweltmeisterschaft an und so folgt Bonì der Spur der beiden Waffen, um einen möglichen Anschlag oder ein anderes Verbrechen zu verhindern. Einigermaßen überrascht muss sie feststellen, dass sie bei ihren Nachforschungen wiederholt auf rechtes Gedankengut stößt: nicht nur der Besitzer des Wagens, mit dem die Schusswaffen aus Baden-Baden abgeholt wurden, ist ein alter Nazi, sondern auch der Fahrer des Autos am fraglichen Abend ist als Neonazi aktiv. Bei der folgenden Observierung stellt sich die Frage, wie tief andere Teile der rechten Szene in den Pistolenkauf verstrickt ist und was hier geplant wird...

Bonì ist gewohnt engagiert, was die Suche nach dem Plan, der hinter dem Waffenkauf steckt, und einem möglichen Opfer angeht. Dabei geht sie bisweilen etwas ruppig vor und man merkt auch sonst recht schnell, dass sie kein einfacher Mensch ist. Sie verarbeitet noch den Verlust ihres ehemaligen Vorgesetzten Bermann und ist eigentlich noch nicht reif für dessen Nachfolger, den 'zugereisten' Leif Enders, der erstaunlich dicht an seiner Ermittlerin ist und sie ab und an bei Befragungen begleitet. Doch die beiden harmonieren recht gut - und Bonì kommt auch so zu ihren riskanten Alleingängen. Die Hauptkommissarin hat ihre Alkoholsucht im Griff, nun wäre es noch wünschenswert, dass sich ihr Privatleben etwas zu ihren Gunsten ordnet.

Oliver Bottini hat mit "Im weißen Kreis" einen brandaktuellen, sehr gut recherchierten Krimi vorgelegt, der die ein oder andere deutlich erkennbare Parallele zur jüngeren deutschen Geschichte aufweist. Sei es der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn, die sogenannten 'Dönermorde', bei denen die einseitigen Ermittlungen noch heute äußerst beschämend sind oder aber auch etwas länger zurückliegende rassistische Forschungen, deren Zeugen noch heute in einigen deutschen Universitäten zu finden sind...

So steht für mich auch nicht die vielleicht etwas sperrige Hauptfigur im Vordergrund, sondern die Handlung an sich, die deutlich macht, wie unrühmlich der deutsche Staat (bzw. einige seiner Behörden) auf den Terror der NSU reagiert hat. Zudem zeigt der Autor hier sehr gekonnt das rechte Netzwerk, dass nicht nur aus offensichtlichen Parteien und ihren Organisationen besteht, sondern auch aus Freien Kameradschaften, Autonomen Nationalisten, einem Ableger des US-amerikanischen Ku-Klux-Klans, etc. Hier haben mich auch die vielen Details, die Oliver Bottini einbaut - wie beispielsweise die Tendenz der Autonomen Nationalisten, sich optisch den Antifas anzupassen - überzeugt, da sie deutlich machen, dass der Autor viel Ahnung von der Materie hat.

Auch die Sprache Oliver Bottinis hat mich beeindruckt. Eher ungewöhnlich, diese kurzen, reduzierten Sätze, die so treffsicher erzählen - aber für mich haben sie alles transportiert, was ich für einen intelligenten, politischen und packenden Roman benötige und somit war ich schon nach wenigen Seiten überzeugt. Dabei vernachlässigt der Autor den Spannungsbogen keinen Augenblick und findet einen realistischen wie beängstigenden Schlusspunkt.

Für mich eine Leseempfehlung, weil dieses Buch so viel mehr als nur ein richtig guter Krimi ist. Manche Spannungsromane können mit den richtigen kritischen Fragen mehr bewirken als eine einzelne Nachrichtensendung - "Im weißen Kreis" ist genau so ein Beispiel. Weshalb ich dem Autor und seinem Werk eine große Leserschaft wünsche!

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Im weißen Kreis

Inhaltsangabe:

Ein illegales Waffengeschäft ruft die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì auf den Plan. Ist etwa ein Anschlag geplant? Bonìs Ermittlungen führen in die Neonazi-Szene – und auch schnell in eine Sackgasse. Doch dann taucht Ludwig Kabangu auf – aus Ruanda stammend und in einer heiklen Mission unterwegs. Könnte er das Ziel des Anschlags sein? Louise und ihre Kollegen bekommen bald zu spüren, dass in diesem Fall die Fäden von sehr weit oben gezogen werden ...

„Im weißen Kreis“ ist der 6. Band um Louise Bonì.

Meine Meinung zum Buch:

Mit „Im weißen Kreis“ hat Oliver Bottini einen weiteren packenden Krimi mit sehr aktuellen Bezügen geschrieben.

Die Geschichte ist spannend aufgebaut: ein kurzer Prolog erleichtert den Einstieg und stellt das erste Rätsel des kommenden Falles. Die folgende Ermittlungsarbeit von Louise Bonì wirkt sehr authentisch und ich hatte das Gefühl, dass die alltägliche Polizeiarbeit genauso ablaufen könnte. Doch es geht nicht nur um die großen Fische, auch bei den „kleinen“ Ermittlungstätigkeiten wird das Lesen nicht langweilig, die Spannung hält sich die ganze Zeit auf einem hohen Niveau. Die Auflösung erscheint mir glaubwürdig und ich habe das Ende der Geschichte als rund empfunden. Natürlich bleiben ein paar Fragen offen – aber so ist es nun mal im wahren Leben auch.

Louise Bonì ist eine interessante Figur, der ich gerne durch die Geschichte gefolgt bin. Da dies schon der sechste Band der Reihe ist, hat sie schon einiges erlebt und trägt ihr Päckchen mit sich, aber gerade das macht sie spannend. Ich mag es, wenn Figuren nicht ganz so glatt sind, sondern ein paar Ecken und Macken haben.

Auch Bonìs Kolleginnen und Kollegen sind gut charakterisiert, ich konnte sie mir immer gut vorstellen und sie auch später noch wiedererkennen. Genauso ging es mir bei den „Bösen“ in der Geschichte – und ich fand es beeindruckend, wie das unterschwellig Böse auch in scheinbar einfachen Dialogen durchschimmern konnte. Das war wirklich großartig gemacht – ein paar Figuren machten mir Gänsehaut.

Sprachlich ist das Buch sehr prägnant, die Sätze sind eher kurz, aber das passt ganz genau zu der Geschichte und den Charakteren.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es hat mich gefesselt und ich werde auch nach dem Ende noch eine Weile über die Geschichte nachdenken müssen. Das Buch lässt den Leser nicht so einfach los.

Mein Fazit: Buchtipp!

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Bedrückend beeindruckend

Durch ihren früheren Kollegen Kilian, der jetzt als verdeckter Ermittler im Milieu der Russenmafia ermittelt, erfährt Louise Boní von zwei verkauften Waffen, einer Tokarev und einer Makarow. Diese sollen von der rechten Szene gekauft worden sein und für einen Anschlag verwendet werden. Janisch, derjenige, der die Waffen abgeholt hat, gerät sofort in Louise Bonís Fokus, doch er ist nur einer der äußersten Zipfel eines rechten Netzes. Die Szene scheint weitläufig und grobmaschig, so dass keiner so richtig zu erwischen ist und die Spur von einem zum nächsten führt. Gleichzeitig versucht sie herauszufinden, wer das Ziel ist, um demjenigen Schutz zu gewähren. Doch als Louise Boní immer weiter vordringt, wird sie plötzlich zurück gepfiffen. Von oben kommt die Anweisung, doch Boní denkt gar nicht dran, das Ziel, einen Afrikaner names Kabangu, aus den Augen zu lassen.

Ich hatte das Glück, das Buch in einer Leserunde gemeinsam mit dem Autor zu lesen und so konnte nicht nur das Buch mit seiner Eindrücklichkeit beeindrucken, sondern auch der Autor mit detaillierten Zusatzinformationen, die einen schlucken lassen. Die rechte Szene scheint bei mir hier so weit entfernt, so unwirklich. Doch der Krimi macht einem bewusst, dass dies ein Trugschluss ist. Rechte Gedanken sind so schnell gedacht und in der „richtigen“ Gruppe geäußert, wird man gleich gefestigt und findet Gleichgesinnte. So spinnt sich ein feines Netz über das Land, in welchem dem rechten Gut Boden und Nahrung geliefert wird. Dabei sind viele „nur“ kleine Leute. Mitmacher, Befehlsausführer, Menschen, die Kleinigkeiten erledigen. Die Drahtzieher sieht man kaum und wenn, kommt keiner an sie ran. Jeder weiß nur ein Stückchen und man findet kaum Verbindung zu den anderen oder gar zu den Bossen am Ende der Nahrungskette. Zusätzlich scheint es in der rechten Szene ein Gemeinschaftsgefühl zu geben – da arbeiten Organisationen zusammen für den „guten“ Zweck, solange der Grundgedanke stimmt und man sich rechts einig ist. Ein erschreckendes Bild.

Ich spreche von einem feinen Netz, doch auch der Ausdruck „brauner Sumpf“ trifft es gut, durch den sich Louise Boní hier wühlen muss. Doch zum Glück ist es Boní, denn viele andere Ermittler hätten sich an diesem Fall kaputt gestoßen. Doch Louise Boní ist eine eigenwillige Ermittlerin. Eine Einzelkämpferin. Störrisch und getrieben, verbissen und todesmutig. Es ist ihr egal, was ihre Chefs von ihr denken, es ist ihr egal, was diese anweisen. Boní denkt und handelt, aber nicht wie andere es möchten oder erwarten. Sie verfolgt ihr Ziel beharrlich. Beziehungen liegen ihr auch nicht so, da widmet sie ihr Leben lieber ihrem Job. Sie ist geradlinig, direkt und unverfroren. Eine Protagonistin, die einen staunend und bewundernd zurücklässt, von der man mehr lesen möchte.

Der Schreibstil von Oliver Bottini ist kurz gehalten und erzählt wirklich nur das nötigste. Der Minimalismus ist spiegelt sich also nicht nur in seiner Hauptfigur sondern auch in seinem Stil. Die Ermittlung selbst hat mich am Ende sprachlos zurück gelassen. Das Ende ist unbefriedigend. Aber es ist keinesfalls schlecht, versteht mich nicht falsch. Es ist realistisch und bedrückend, es regt die Gedanken an und man grübelt noch Tage nach, warum. Aber diese Aufgewühltheit, die einen den ganzen Krimi über begleitet, die bleibt einem noch danach erhalten. Man kann nicht glauben, dass es so endet. Wieso nur? Das kann doch nicht das Ende sein, oder? Man ist fassungslos. Ich bin fassungslos.

Nun möchte ich noch empfehlen, die Lousie Boní Reihe unbedingt in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Ich habe jetzt mit diesem Band begonnen, weil es normalerweise bei einer Krimireihe nichts ausmacht, mitten drin einzusteigen, doch diesmal war das recht schwierig. Das Buch wimmelt von Louise Geistern aus der Vergangenheit und ich fand es schade, dass mir die Informationen, wer da alles rumgeistert, zum Teil gefehlt haben. Also auf jeden Fall mit „Mord im Zeichen des Zen“ beginnen. Und zwar jetzt und sofort, falls ihr es noch nicht kennt. Und dann bis zu „Im weissen Kreis“ durchlesen.

Fazit:
Beeindruckend – vom ersten bis zum letzten Buchstaben, von der Hauptfigur Louise Boní bis zum gewählten Thema. Ein Krimi, der nachdenkt und nachdenken lässt. Absolut empfehlenswert.

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Im weißen Kreis

Louise Boni wird von einem ehemaligen Kollegen, der nun undercover ist, auf ein illegales Waffengeschäft aufmerksam gemacht. Alles deutet darauf hin, dass die rechte Szene eine Mord plant. Nun gilt es herauszufinden, wer das Ziel ist. Es stellt sich heraus, dass Ludwig Kabangu aus Ruanda das Opfer sein könnte. Er ist in Deutschland, um die Knochen des Großvaters seiner Frau nach Afrika zu holen. Diese wurde während der Kolonialzeit Anfang des 20. Jahrhunderts nach Deutschland gebracht, um daran Forschungen zu betreiben.

Obwohl es nicht unbedingt erforderlich ist, die Vorgängerbände des Buches „Der weiße Kreis“ zu lesen, wäre es dennoch sinnvoll gewesen, diese Bände zu kennen. Einiges hätte sich vielleicht eher erschlossen beziehungsweise wäre deutlicher geworden.

Louise Boni ist eine Vollblutpolizistin, daher kennt sie keinen Feierabend und geht mutig, manches Mal sogar leichtsinnig in die Ermittlungen. Sie verlässt sich oft auf ihr Bauchgefühl und lässt Anordnungen oder Befehle außer Acht. Bei Befragungen geht sie oft sehr ruppig vor und auch bei Kollegen ist nicht sonderlich rücksichtsvoll. Auch in ihrem Privatleben gibt es einige Baustellen, Ihre Alkoholsucht hat sie zwar überwunden, aber mangelnde soziale Kontakte machen ihr zu schaffen.

Louise will einen Mord auf alle Fälle verhindern. Daher übernimmt sie auch einige Male selbst die Überwachung von Kabangu, der es der Polizei wirklich nicht leicht macht. Bei den Ermittlungen kommen immer mehr radikale Gruppierungen ins Spiel, so dass man leicht den Überblick verlieren konnte. Aber auch andere Sicherheitsbehörden torpedieren die Ermittlungen.

Ganz nebenbei erfuhr man auch noch einiges über den Völkermord in Ruanda.

Dieser anspruchsvolle Krimi präsentiert interessante und komplexe Charaktere. Das undurchsichtige Umfeld ist sehr realistisch geschildert. Dieses Buch kommt ohne reißerische Action aus und ist trotzdem sehr spannend.

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Im weißen Kreis

Louise Boni wird von einem Undercover-Beamten auf eine Waffenlieferung aufmerksam gemacht, die in der rechten Szene für einen Mord gebraucht werden soll. Wer ist in Gefahr? Viele Anschlagsziele kommen in Frage und es gilt schnellstens herauszufinden, wer in Gefahr ist, um den Mord zu verhindern.

Louise Boni ermittelt und das mit Leib und Seele. Sie arbeitet Tag und Nacht, ohne Pause, schläft selbst im Hotelzimmer der zu schützenden Person. Um Anordnungen oder Befehle kümmert sie sich nicht. Ihre Art wie sie mit ihren Mitmenschen umgeht, wie sie sich um alles schert, hat mich manchmal genervt.

"Im weißen Kreis" ist kein klassischer Kriminalroman. Es gibt keine Mordermittlungen, sondern präventive Ermittlungen. Louise möchte um jeden Preis verhindern, dass die gelieferten Waffen zum Einsatz kommen.

Interessant fand ich die vielen detaillierten Recherchen über die rechtsextreme Szene und ihre Beschützer, die V-Männern und die verschiedenen Instanzen der Polizei, die ihre Arbeit machen wollen, ohne dass der Rest der Polizei darüber Bescheid weiß. Realistisch war die Vertuschung der Gefahr an oberster Stelle, das Leugnen, dass es eine organisierte rechte Szene überhaupt gibt. Auch über die Hutu und die Tutsi habe ich manches gelernt.

"Im weißen Kreis" ist ein sehr ruhiger Krimi, der allerdings recht schwer verdaulich ist, sowohl vom Inhalt als auch vom Schreibstil her. Ständig muss man aufmerksam lesen, um im kompakten, abgehackten Schreibstil nichts zu verpassen und die vielen Personen nicht durcheinander zu werfen. Die Geschichte habe ich gerne gelesen, ich fand das Buch gut, nur so richtig mitreißen konnte es mich nicht. Empfehlen kann ich es jedem, der gerne anspruchsvolle Bücher liest, die nicht in das klassische Schema von Kriminalromanen fallen.

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