Manuela Martini: Outback

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Manuela Martini: Outback
ET (D)
2002
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783404148219

Informationen zum Buch

Seiten
415

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
Die Erde ist rot und heiß.

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In einem verschlafenen Nest im Westen Queenslands, Australien, entdecken Bauarbeiter eine halbverweste Leiche ohne Kopf. Handelt es sich um ein weiteres Opfer des Serienkillers, dem schon mehrere Frauen zum Opfer gefallen sind? Der Brisbaner Detective Sergeant Shane O`Connor soll ermitteln. Keine leichte Aufgabe, wenn Aboriginemythen die Untersuchungen erschweren - und ein Spitzenpolitiker, ein angesehener Farmer und der alte Dorfpolizist alles tun, um ein Verbrechen zu decken.

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Outback wird aus mehreren Perspektiven geschildert. Da ist zum einen der Ermittler Shane O’Connor, der vom Serienkiller-Fall in der großen Stadt (Brisbane) abgezogen wird, nachdem er sich besoffen in einer Kneipe geprügelt hat, und in ein Nest im Hinterland geschickt wird, um den Mord an einer frisch aufgefundenen Leiche zu untersuchen, die immerhin genauso kopflos ist wie die Serienkiller-Opfer. Die andere Hauptfigur ist der junge Andy, der die letzten Jahre auf dem Opalfeld seines Vaters verbracht hat, allerdings reichlich erfolglos. Zufällig ebenfalls in Coocooloora gestrandet, freundet er sich mit einem Brüderpaar an, die auf eine Karriere als Kleinkriminelle hinarbeiten. Die dritte Seite bildet der Aborigine Moodroo der zwischen der modernen Welt und den alten Stammestraditionen gefangen ist und dessen Gedankenwelt das ganze Buch hindurch eher fremd bleibt.

Shane entspricht in gewisser Weise schon dem Klischee des gescheiterten Ermittlers: geschieden ohne Kontakt zur Tochter, keine Freunde, Alkoholiker oder auf dem beste Weg dahin, voll beruflichem Ehrgeiz, aber aufgrund der anderen Punkte nicht so erfolgreich, wie er es sich wünscht. Trotzdem ist das Buch längst nicht so deprimierend wie es bei den depressiven skandinavischen Ermittlern so gerne der Fall ist, Shane zieht den Leser nicht in seinen Sumpf herunter, sondern zeigt, vom Leser gespannt verfolgt, immer wieder Ansätze sein Leben doch wieder in den Griff zu bekommen. Der Fall ist, auch durch die verschiedenen Perspektiven, sehr schön vielschichtig mit vielen unterschiedlichen Fährten und als Leser schwankt man sehr lange zwischen den einzelnen Verdächtigen.

Sehr interessant war es, etwas über die immer noch vorhandene und bis vor kurzem staatliche sanktionierte Diskriminierung der australischen Ureinwohner zu erfahren. Mir war nicht bewusst, wie stark die Unterdrückung der Aborigines bis vor kurzem noch war und welch starke rassistische Vorurteile in Australien grassieren. Trotzdem ging die Krimihandlung nicht in den Nebensächlichkeiten unter, sondern blieb schon das Zentrum des Buchs.

Kein Buch, bei dem ich dem nächsten Band um den Ermittler direkt hinterher jagen werde, aber wenn mir Teil 2 über den Weg läuft, werde ich ihn bestimmt lesen.

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Halb Australien ist in Aufruhr, denn ein Serienmörder hat es auf Frauen abgesehen und die Polizei tappt noch immer im Dunkeln. Nun wird im Outback, im kleinen Städchen Coocooloora, noch eine männliche Leiche gefunden, die - von kleinen Abweichungen abgesehen - dem Schema des Serienmörders folgt und das Opfer mit einer Axt geköpft wurde. Da sich Detective Seargeant Shane O'Conner im Privatleben vor kurzer Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, wird er von Brisbane nach Coocooloora strafversetzt, um dort weiterzuermitteln. Dabei werden ihm nicht nur von Dorfpolizist Paddy Steine in den Weg geworfen. Er muss sich auch mit einem örtlichen Politiker und einem reichen Farmer anlegen.

Detective Sergeant Shane O`Connor ist der australische Kurt Wallander, wenn die Stimmung in "Outback" auch nicht gar so düster wirkt. Der eigentlich sympathische Detective plagt sich mit familiären Problemen herum, sucht im Alkohol Vergessen, macht Fehler, verliebt sich immer wieder in die falschen Frauen - ist also durch und durch menschlich. Also mal einer dieser problembeladenen Detectives? Ja und nein, denn O'Connors Probleme existieren nicht nur, der Leser wird an sie herangeführt und kann nachvollziehen, was in Shane vorgeht und warum er so handelt wie er es gerade tut. Das hat nichts damit zu tun, dass man ihn nicht gerne mal kräftig durchschütteln würde.

Die übrigen Protagonisten werden von der Hauptperson fast an die Wand gespielt und oft hätte ich mir mehr von dem suchenden Buschmann Moodroo gewünscht. Auch er ist ein Mann, der Flucht im Alkohol sucht und man merkt schnell, dass man einen Aborigine oder auch einen Indianer nicht mit einem Weißen vergleichen kann - Moodroo wird gezwungen, sich dem Leben der Weißen anzupassen, soll in einem normalen Haus wohnen, womöglich noch einer geregelten Arbeit nachgehen, Ordnung halten, Geschirr spülen. Was bleibt ihn noch außer dem Alkohol in seiner Welt? Seine Probleme kann er mit dem Alkohol nicht lösen, aber er macht seine Situation so für sich erträglicher. Wie sollte er seine Probleme lösen können? Sein Stamm ist ausgelöscht, er muss sich an die Weißen anpassen... was hat er noch? Für mich ist Moodroo die wohl tragischste Person des Romans.

Der Stil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und fordert die volle Aufmerksamkeit beim Lesen. Die schnellen Personenwechsel, die kurzen Kapitel und vor allem die zahlreichen Insiderinformationen über die Geschichte Australiens, die Aborigines und deren Kultur und die Konflikte zwischen Schwarz und Weiß verstärken diesen Eindruck noch. Obwohl das zentrale Thema der Mord an einem Unbekannten ist, nehmen gerade diese Konfliktbeschreibungen einen sehr großen Raum ein. Die Geschichte Australiens, die für die Weißen erst vor ca. 200 Jahren begann, überraschte mich und unter den Aborigines gibt es deutliche Parallelen zu den heute in Reservaten lebenden Indianern - die Schatten ihrer selbst sind, trinken, randalieren, arbeitslos und verzweifelt sind. Diese Selbstaufgabe hat nichts mit Dummheit zu tun und auch in "Outback" merken wir schnell, dass es den "Edlen Wilden" schon lange nicht mehr gibt. Stilistisch sehr interessant löst die Autorin die Unterschiede der einzelnen Kapitel. Gerade bei der Schilderung aus Moodroos Sicht wirkt die Andersartigkeit des Textes. Auch die Beschreibung von Australiens Outback ist Manuela Martini sehr stimmungsvoll gelungen und man spürt den Staub und die Hitze auf der Haut.

Der Kriminalfall wird mit jeder Seite spannender und bietet am Ende eine große Überraschung. Schon lange habe ich keinen so stimmigen Krimi mehr gelesen, bei dem ich so lange mit den Ermittlern im Dunkeln tappte. Die Auflösung ließ mich dann aber doch etwas zwiespältig zurück, denn obwohl ich vom tatsächlichen Täter überrumpelt wurde, entspricht er doch sehr dem Serienmörderklischee. Was nach dem Lesen bleibt, ist ein zufriedenes Gefühl mit einem bitteren Nachgeschmack: Ich hätte nie vermutet, dass der Rassismus in Australien noch so ausgeprägte Formen hat und dass zum Beispiel bis vor einigen Jahren noch Mischlingskinder den meist schwarzen Müttern weggenommen wurden, um die Farbe "herauszuzüchten". "Outback" ist kein Buch, das sich schnell weglesen lässt, sondern eines, das Mitdenken fordert und auf das man sich einlassen muss.

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