Maximilian Steinbeis: Pascolini

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Maximilian Steinbeis: Pascolini
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783351032968

Informationen zum Buch

Seiten
251

Sonstiges

Erster Satz
Ich bin Camilla Friedmann von der Kanzlei Friedmann Huhn Kapellenberger.

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Matthias Pascolini treibt die Ettengruber Polizei zur Verzweiflung, denn der junge Gauner ist einfach nicht zu fassen. In dem Provinznest kämpfen mit wachsender Be-geisterung Katholiken gegen Protestanten, Traditionalisten gegen Freigeister, Tennisvereinsmitglieder gegen die Herren vom Fußballklub. Je härter die Staats-gewalt zuschlägt, desto mehr wird Pascolini zum Volkshelden. Als sich dann auch noch die Politik einmischt, geraten die Ettengruber an die Grenzen eines Bürgerkrieges.

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Selten habe ich mich mit einem Buch so schwer getan wie mit "Pascolini". An sich ist die Idee ja nicht schlecht, einen bayerischen Volkshelden zu erfinden und durch ihn und seine Taten einen verschwörerischen Blick auf die bayerischen Befindlichkeiten zu richten, sogar ein paar schwarzhumorige Bosheiten über das rustikale Volk aus dem Süden loszuwerden.

Leider ist bei der Umsetzung ein Roman herausgekommen, der mir das Lesen dann doch sehr verleidet hat. Einen roten Handlungsfaden, der sich durch das Buch zieht, habe ich gänzlich vermisst. Stattdessen wurde ich mit einem verwirrenden und unüberschaubaren Aufgebot an Figuren, Zeitsprüngen und Themen konfrontiert, die für mich kaum zusammenpassten.

Den Rahmen für die Handlung bildet die Geschichte der Ich-Erzählerin Camilla Friedmann; ob in manchen Abschnitten auch noch ein zweiter, neutraler Erzähler mit im Spiel war, bliebt für mich bis zum Ende offen. Camilla Friedmann erzählt ihre eigene Geschichte und die des Pascolini, widerlegt dabei das fiktive Werk eines gewissen Freiherrn von Ergoldsbach, der die offizielle Biographie des Volkshelden Pascolini verfasste - natürlich ganz anders als es in Wirklichkeit war. Schon diese Konstellation bringt doch einige Komplikationen beim Lesen und auch Längen mit ins Spiel.

Die Hauptfigure Pascolini oder der "Hias" selbst wird am Anfang etwas näher beleuchtet, verliert sich aber zusehends in verwirrenden Zeitsprüngen und oberflächlichen Schilderungen seiner neuesten Schandtaten. Gerade hier hätte die Handlung für mich durchaus etwas tiefer gehen dürfen, denn schliesslich sollte es genau um diese Figur gehen. Ein interessanter Aspekt war für mich, dass Pascolini gar nicht so sehr als tragischer und verkannter Volkshled im Sinne eines Robin Hood oder eines Andreas Hofer angelegt ist, sondern als echt kriminelles und unmoralisches Subjekt, das sich meiner Antipathie von der ersten Seite an sicher sein durfte.

Leider verliert sich seine Spur in zahlreichen Nebenkriegsschauplätzen, zum Beispiel in politischen Ränkespielen der aufstrebenden Politikergeneration, dann wieder den pubertären Entwicklungsstadien der Camilla Friedmann, dem mysteriösen Abgeleiten eines gestandenes Polizisten in die Unterwelt, und , ja, ab und zu fand auch Pascolini ganz nebenbei wieder mal Erwähnung. Dazwischen macht uns der Autor mit bayerischen Bräuchen und Gepflogenheiten vertraut, beleuchtet das Phänomen des Föhn ebenso wie den Unterschied zwischen Bayern und Tirolern und lässt uns die Kluft zwischen Katholiken und Protestanten erahnen. Mit einem Wort, ein Riesen-"Durchanand".

Dazu kommt noch, dass in dieser Geschichte oft sehr beiläufig und lakonisch erzählt Menschen sterben, wie wenn es eine Selbstverständlichkeit wäre - damit bin ich nun überhaupt nicht gut zurechtgekommen. Hier hat sich dann doch recht schnell das Gefühl der Oberflächlichkeit bei mir eingestellt und nicht mehr verlassen; das betrifft sowohl die Figurenzeichnung als auch die irgendwie sinnlos erscheinende Anordnung der Handlungsfäden, die allesamt im Sande verlaufen, ohne einen Nachhall bei mir auszulösen.

Mein Lesefluss wurde durch diese Erzählweise empfindlich gestört, weniger durch den geschliffenen und ausgefeilten Sprachstil, der mir an sich gut gefallen hätte. Aber irgendwie konnte ich mich angesichts der geschilderten Leseprobleme auch nicht so recht am Sprachstil freuen.

Nun, das Buch wurde von der Kritik hoch gelobt und sogar mit Thomas Mann verglichen - also muss doch irgendjemand aus der Welt der Literaturkritik ein Qualitätsmerkmal für sich entdeckt haben. Ich als ganz gewöhliche Leserin und doch mit einem gewissen Maß an Experimentierlust ausgestattet, habe leider aus dieser Lektüre keinen Gewinn für mich ziehen können.

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