Patricia Macdonald: Ein Akt der Grausamkeit

Patricia Macdonald: Ein Akt der Grausamkeit

 
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Patricia Macdonald: Ein Akt der Grausamkeit
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
I see you
ET (Original)
2014
ISBN-13
9783492307574

Informationen zum Buch

Seiten
400

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Fahlgraues Zwielicht strömte durch die schmierigen Fensterscheiben des Restoration House herein und malte wässrige Muster auf das abgenützte Linoleum.

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Hannah, Adam und die kleine Sydney haben es geschafft, sich unter neuen Namen in Philadelphia ein zweites Leben aufzubauen. Doch die hart erarbeitete Sicherheit gerät ins Wanken, als durch einen Zufall das Medieninteresse an der Familie geweckt wird und die Gesichter der drei, die nie wieder auffindbar sein wollten, in allen Zeitungen auftauchen. Denn Hannah und ihre Familie teilen ein grausames Geheimnis, das nun ein weiteres Mal droht, ihr Leben in einen Alptraum zu verwandeln. Und ihr größter Feind ist jemand, den sie am meisten lieben …

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Die Grausamkeit zwischen den Zeilen

Hannah und Adam haben sich gemeinsam mit der kleinen Sydney in Philadelphia ein neues Leben mit einer neuen Identität aufgebaut. Als jedoch die Medien eher zufällig auf die Familie aufmerksam werden, ist es mit der Sicherheit vorbei. Die Gefahr, vor der sie flohen, wartet schon darauf, sie zu finden und zur Strecke zu bringen.

"Ein Akt der Grausamkeit" beleuchtet einen ganz besonders erschütternden Fall von Kindesmissbrauch. Dabei geht Patricia Macdonald sehr behutsam vor und verzichtet vollständig darauf, Missbrauchsszenen zu beschreiben. Das schützt die Leserinnen aber nicht vor erschütternden Gedanken, die sich bei dem Thema automatisch einfinden.

Die Autorin wechselt geschickt zwischen Rückblenden und der Gegenwart und so erschließt sich erst langsam das umfassende und schier unfassbare Bild des Ganzen. Warum und vor wem mussten Hannah und Adam fliehen? Während wir diesem Rätsel nachgehen, lernen wir das Ehepaar als liebende, wenn auch nicht immer perfekte Eltern kennen. Es gibt wie in jeder Familie Meinungsverschiedenheiten und Rangeleien. Hannah kümmert sich um ihre Mutter, eine sehr resolute und herrische Frau und schnell erkennt man, dass Hannahs Kindheit nicht einfach gewesen sein muss. Über Adam erfährt man weniger. Schließlich ist da noch Lisa, die hübsche Tochter in den Zwanzigern. Sie studiert Medizin und sieht sich am Anfang des Buches mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert.

Die Leserinnen erleben die Geschichte aus der Sicht Hannahs mit all' den Höhen und Tiefen, der Verletzlichkeit einer Tochter, Mutter, Großmutter. Dem Auf und Ab in einer Beziehung, die schon einige Härteproben überstehen musste.

Worauf die Handlung hinaus läuft, ist zwar schon nach kurzer Zeit zu erraten, aber trotzdem versteht es die Autorin, die Spannung und das Lesevergnügen durch ihren kurzweiligen Sprachstil und eine ungewohnte Idee aufrecht zu erhalten.

In diesem Psychothriller spritzt wenig Blut. Die Grausamkeit sitzt in zwischen den Zeilen in unseren Köpfen. Das Ende fand ich zu konstruiert. Es endet, wie es Ende soll, damit wir in Ruhe weiter schlafen können. Es endet bequem, aber nicht so, dass wir uns daran reiben können.

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Düster und solide

Hannah und Adam haben sich auf dem College kennengelernt und verliebt. Sie haben nicht nur sehr jung geheiratet, sondern sind auch ebenso früh Eltern geworden. Ein perfektes Leben? Ja, es scheint so. Tochter Lisa ist hochbegabt und wird ebenso jung Mutter. Doch im Vergleich zu ihren Eltern ist sie unangepasster und schweigt beispielsweise beharrlich über den Vater ihres Kindes. Während sie Medizin studiert, kümmern sich Hannah und Adam um ihre Enkeltochter Sydney.

Doch Hannah, Adam und Sydney müssen in Philadelphia untertauchen, was ihnen unter falschem Namen auch gelingt. Doch dann geschieht das, was man in einer solchen Situation unbedingt vermeiden sollte: nach einer Rettungstat tauchen Fotos der Familie in der Presse auf und sie müssen fürchten, entdeckt zu werden...

Der Klappentext klingt nach einem Albtraum, aber ich muss gestehen, dass mich vor allem Geschichten rund um Zeugenschutzprogramme ziemlich interessieren. Im ersten Moment klingt es faszinierend, sein altes Leben wie eine alte Haut abzustreifen und in eine neue Haut zu schlüpfen - aber natürlich ist das Unsinn, denn vermutlich finden es die allerwenigsten Menschen auch nur im Entferntesten angenehm, derart abtauchen zu müssen. Aber ich finde solche Konstrukte per se spannend - folglich musste ich "Ein Akt der Grausamkeit" unbedingt lesen.

Die Geschichte entpuppte sich nicht nur als thematisch schockierend und mit einem authentischen Personal versehen, sondern leider auch als stellenweise langatmig und ab und an ziemlich vorhersehbar.
Vor allem die familiären Bindungen fand ich sehr gut ausgelotet: Die harmonische, zwanzigjährige Ehe von Hannah und Adam; Hannah, der sowohl ihre Tochter Lisa als auch ihre Enkelin sehr am Herzen liegen... Sie ist der Dreh- und Angelpunkt, da aus ihrem Blickwinkel erzählt wird, wie es zum Abtauchen der Familie aus Tennessee in Philadelphia kam.
Wenn man das ein oder andere 'Verfransen" der Autorin mal beiseite schiebt, liest sich dieser psychologische Thriller zügig und hat durchaus das Potential mit seinem düsteren Thema seine Leserschaft noch über die Lektüre hinaus zu beschäftigen.

Fazit: Solider Psychothriller.

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Spannende & schockierende Handlung

Klappentext:
„Hannah, Adam und die kleine Sydney haben es geschafft, sich unter neuen Namen in Philadelphia ein zweites Leben aufzubauen. Doch die hart erarbeitete Sicherheit gerät ins Wanken, als durch einen Zufall das Medieninteresse an der Familie geweckt wird und die Gesichter der drei, die nie wieder auffindbar sein wollten, in allen Zeitungen auftauchen. Denn Hannah und ihre Familie teilen ein grausames Geheimnis, das nun ein weiteres Mal droht, ihr Leben in einen Alptraum zu verwandeln. Und ihr größter Feind ist jemand, den sie am meisten lieben …“

Meine Meinung:
Auf dem Cover sieht man eine Person, die mit einem Kind an der Hand durch die Dunkelheit läuft. Der Hintergrund ist schwarz und teils ist es nebelig, sodass nur die Umrisse erkennbar sind. Mir gefällt es sehr gut, denn es spiegelt durch die überwiegend düsteren Farben die Stimmung der Handlung wider. Ebenfalls ist dies eine Szene, die im Buch vorkommt.
Die Themen, die hier angesprochen werden, sind für mich an Grausamkeit kaum zu überbieten. Im Mittelpunkt steht das Thema Kindesmisshandlungen bzw. Kindesmissbrauch. Ich persönlich kann keinerlei Verständnis für Menschen aufbringen, die sich an Kindern vergehen oder ihre Aggressionen an ihnen ausleben. In diesem Buch gibt es noch eine Besonderheit, die das Fass absolut zum Überlaufen bringt, näher mag ich jetzt nicht darauf eingehen, sonst würde ich womöglich zuviel verraten. Wir begleiten hier Hannah und Adam durch ihr Leben. Sie sind seit über zwanzig Jahren verheiratet und kennen einander unglaublich gut, sie lieben und achten auch die Schwächen des Partners. Ich habe ihre Ehe als recht harmonisch empfunden, die Auseinandersetzungen oder Meinungsverschiedenheiten, die es gibt, sind absolut authentisch. Hannah ist eine sehr hilfsbereite, liebevolle Mutter und Großmutter. Ihre Enkelin liebt sie über alles und unternimmt viel mit ihr, sie verbringen viel Zeit miteinander. Ihre Tochter Lisa, die sehr jung Mutter geworden ist, unterstützt Hannah, wo sie nur kann. Adam ist ein ruhiger, ebenfalls sympathischer Mensch, der an mancher Stelle, seine Tochter noch ein wenig bevormundet, weil er in ihr immer noch das „kleine Mädchen“ sieht. Er ist engagiert, aber auch ein vorsichtiger Mann. Auch die weiteren Charaktere sind allesamt interessant und authentisch gestaltet worden.
Die Handlung wird aus Hannahs Sicht, in der dritten Person, geschildert. Trotz der Tatsache, dass ich keine Mutter bin, konnte ich Hannahs Handeln und ihre Gedanken, die sie sich macht, sehr gut nachvollziehen. Patricia MacDonald versteht es, behutsam und sensibel auf schwierige gesellschaftliche Themen einzugehen. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Spannung wird langsam aber sehr kontinuierlich gesteigert, leider waren ein paar Entwicklungen in der Geschichte ein wenig vorhersehbar. Das Buch hat mich aber dennoch gefesselt und das Ende hat mich definitiv überrascht. Erzählt wird „Ein Akt der Grausamkeit“ auf zwei verschiedenen Zeitebenen, die ich aber durchgängig auseinanderhalten konnte. Der Schreibstil der Autorin ist stets flüssig und bildhaft gehalten, sodass ich mir wirklich gut mir die Szenen vor Augen zu halten.

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Dein Kind braucht dich…

Der Klappentext des Thrillers sprach mich direkt an und da ich von der Autorin bisher noch kein Buch gelesen hatte, begann ich unvoreingenommen mit der Lektüre.

In der Geschichte geht es um das Dreiergespann Sydney, Hannah und Adam, die sich auf der Flucht befinden. Unter anderem Namen ist es ihnen gelungen nach allem ein sicheres Leben zu führen. Doch dann sorgt ein Ereignis dafür, dass ihre Sicherheit in Gefahr ist. Wird der Alptraum denn niemals enden?

Der Hauptteil der Geschichte dreht sich darum wie es überhaupt dazu kam, dass Hannah gemeinsam mit ihrer Familie flüchten musste. Das wird wirklich sehr intensiv aus Hannahs Sicht beschrieben. Ich konnte mich hier sehr gut in sie einfühlen. Zunächst beginnt die Handlung gemächlich mit den Schilderungen des Alltagslebens mit der hochbegabten Tochter Lisa, eh die ersten Komplikationen auftauchen.

Man spürt bei Hannah sehr intensiv wie wichtig ihr Lisa ist und dass sie alles tut, um ihrem Kind zu helfen. Teilweise hatte das zwar etwas Gluckenhaftes, aber in der heutigen Zeit ist das durchaus nichts Seltenes. Die dargestellte Familie wirkte auf mich sehr real und aus dem Leben gegriffen. Während man Hannah sehr nahe kommt, bleiben die anderen Charaktere eher blass und unscheinbar.

Spannend fand ich die Einblicke in die Gerichtsverhandlungen, was mich ein wenig an alte John Grisham Fälle denken ließ. Zudem war auch sehr glaubhaft dargestellt wie die Presse mit solchen Fällen umgeht und eine Familie regelrecht zerreißen kann mit ihren Artikeln.

Die Offenbarungen, die nach und nach raus kommen, gerade was mit Hannahs Tochter Lisa los ist, die haben mich mehr als nur geschockt. Teilweise las ich mit offenem Mund und mir schoss immer wieder ein „Was? Wie bitte?“ durch den Kopf. Ich will hier nicht zu viel verraten, das muss man wirklich selbst gelesen haben.

Fazit: Ein solider Thriller, der mir ein paar ordentliche Schauer über die Haut gejagt hat. Nicht perfekt, aber dennoch lesenswert. Von mir gibt es daher eine Leseempfehlung!

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Ein Akt der Grausamkeit

Hannah, Adam und die kleine Sydney haben es geschafft, sich unter neuen Namen in Philadelphia ein zweites Leben aufzubauen. Doch die hart erarbeitete Sicherheit gerät ins Wanken, als durch einen Zufall das Medieninteresse an der Familie geweckt wird und die Gesichter der drei, die nie wieder auffindbar sein wollten, in allen Zeitungen auftauchen. Denn Hannah und ihre Familie teilen ein grausames Geheimnis, das nun ein weiteres Mal droht, ihr Leben in einen Alptraum zu verwandeln. Und ihr größter Feind ist jemand, den sie am meisten lieben …


Ich bin etwas zwiegespalten, da mir die Geschichte an sich doch eigentlich recht gut gefallen hat. Problem nur: Es gab einige Stellen, die einfach zu lang erzählt wurden und so eine Langatmigkeit geschaffen haben.
Dennoch wurde eine spannende Story erzählt und Charaktere geschaffen, die auf den ersten Blick authentisch waren und man hinterher doch sagen konnte: "Es ist nicht alles so, wie es scheint". Die Protagonisten machen eine Entwicklung durch, die psychologisch hoch interesant ist.
Auch der Schreibstil war sehr angenehm und flott zu lesen, sodass man diesen Thriller, der allerdings zumindest von Anfang bis zum Mittelteil mehr Drama als Thriller ist, gut und schnell runterlesen konnte.
Es wird aus mehreren Zeitebenen erzählt, was mir gut gefallen hat. Zunächst wird aus der der Gegenwart berichtet, um dann die Ereignisse aus der Vergangenheit aufzurollen. Das Ende der Story spielt schließlich wieder im Hier und Jetzt und entspricht dann auch den Vorstellungen eines Thrillers.


Fazit: Gute Idee und spannend umgesetzt - leider mit einigen Längen.

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