Ulrich Woelk: Pfingstopfer

 
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Ulrich Woelk: Pfingstopfer
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783423260480

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Als der Pfingsttag anbrach, waren wieder alle am selben Ort zusammen.

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Handlungsort

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Ein bizarrer Mord: Im Garten eines freikirchlichen Gemeindehauses wird die Leiche einer Prostituierten gefunden. In ihrem Schädel findet sich ein Zettel mit einer religiösen Botschaft: »Die Wahrheit wird euch frei machen.« Als der Kriminalbeamte Anton Glauberg vom Tatort nach Hause kommt, sitzt überraschendseine ehemalige Kollegin Paula Reinhardt vor der Tür. Reinhardt war vor Jahren selbst wegen Mordes verurteilt worden – jetzt ist sie auf Bewährung wieder frei. Glauberg nimmt Paula mit auf seine Ermittlungen, die ihn bald zu einem Forscher am Max-Planck-Institut für Neurobiologie führen.Dieser hatte aus wissenschaftlicher Perspektive Gott für tot erklärt – und damit die Vertreter der Freikirche gegen sich aufgebracht.

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Pfingstopfer

Die Leiche einer Frau, die im Garten einer freikirchlichen Gemeinde aufgefunden wird, stellt den Ermittler Anton Glauberg vor große Herausforderungen. Bei der kahlrasierten Frau, deren Körper regelrecht zur Schau gestellt wurde, handelt es sich um eine Prostituierte. Besteht zwischen ihr und der freikirchlichen Religionsgemeinschaft eine Verbindung? Oder warum wird die Leiche genau dort gefunden? Und was hat es mit dem Zettel auf sich, den man in ihrem Kopf findet, der vom Täter geöffnet und wieder verschlossen wurde?

Anton Glauberg muss sich bei seinen Ermittlungen aber nicht nur mit Religion, sondern auch mit Naturwissenschaft auseinandersetzen und das obwohl er selbst von Religion nicht viel hält und wohl auch sonstigen extremen Thesen skeptisch gegenüber steht.

Zusätzlich muss sich der Ermittler auch mit seinen eigenen Problemen auseinandersetzen. So besucht er regelmäßig seine von ihm getrennt lebende Frau Sylvia, die sich nach einem Selbstmordversuch in der Klinik befindet und muss sich den Problemen seines pubertierenden Sohnes Felix stellen. Damit ist Glauberg insgesamt etwas überfordert was ihn zwar menschlich, aber auch angreifbar macht. Als plötzlich und unerwartet Paula Reinhardt bei Anton Glauberg auftaucht, wird dieser in einen Strudel von Gefühlen hineingezogen mit denen er überhaupt nicht umgehen kann. Gefühle will er auch nicht zulassen, denn Paula Reinhardts Vergangenheit ist mit der von Anton verknüpft und das nicht gerade im positivem Sinne.

„Pfingstopfer“ setzt sich mit Religion und Naturwissenschaft und damit auch mit der Suche der Menschen nach den Gründen ihrer Existenz und nach einem Halt für ihr Leben auseinander. Es geht um die Frage woran wir glauben und welcher Weg der richtige für uns ist.

Ulrich Woelks neuer Roman baut auf das Geschehen des Romans „Die letzte Vorstellung“ auf. Es ist ein Kriminalroman, der lange nachwirkt und nachdenklich stimmt.

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Glaube vs Wissenschaft

Im Garten eines freikirchlichen Gemeindehauses wird eine Leiche entdeckt. Es ist die Leiche einer Prostituierten. Man hat ihr die Haare abrasiert und den Schädel geöffnet. In ihrem Kopf findet die Polizei einen Zettel mit einer religiösen Botschaft. Wer hat die Frau getötet und warum musste sie sterben?
Die Hinweise führen den Kriminalbeamte Anton Glauberg zwischen die Fronten, wo auf der einen Seite ein Prediger der christlichen Freikirche und auf der anderen Seite ein Wissenschaftler stehen. So stehen sich der Glaube an Gott und das wortwörtliche Befolgen der Bibel und wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Hirnforschung gegenüber. Professor Reiters These „Gott ist T.O.T.“ erbost die Gläubigen der Freikirchen, allen voran den Prediger und Führer Halik, der sich gut in Szene zu setzen weiß. Doch ist das ein Motiv für den Mord?
Dem Autor gelingt es wunderbar die kontroversen Argumente sachlich zu präsentieren ohne Stellung zu beziehen. Dafür wird der Leser angeregt, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Jeder muss für sich entscheiden, was ihm Orientierung in seinem Leben gibt, welche Entscheidungen er trifft und ob sein Handeln ethisch vertretbar ist. Dieses nicht einfache Thema ist gut mit der Krimihandlung verwoben.
Der Schreibstil ist klar und flüssig. Von Anfang an zieht einen die Geschichte in den Bann. Kommissar Anton Glauberg ist ein Mensch, der schon lange seine Probleme mit sich herumschleppt und dem es nicht gelingt sich davon frei zu machen. Seine Schwächen machen ihn menschlich. Er wünscht sich sehnlichst eine heile Beziehung und doch ist es ihm nicht möglich, die richtigen Worte zu finden, wenn es darum geht, Nähe zu anderen Menschen zuzulassen. Er ist hilflos, wenn sich seine Exfrau mit Depressionen herumschlägt. Auch bei seinem Sohn Felix gelingt es ihm nicht, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, so dass schwierige Situationen gemeinsam gelöst werden können. Als Paula Reinhard, eine ehemalige BKA-Mitarbeiterin und Mörderin, bei Anton auftaucht, fühlt er sich hingezogen und kann doch keine Beziehung aufbauen. Dabei ist er durchaus mitfühlend, wenn er dem Kollegen Spiller den Rücken freihalten will, damit der sich um seine todkranke Frau kümmern kann. Nicht immer verhält er sich wie ein Polizist und handelt manchmal auch gegen die Richtlinien.
Paula Reinhard ist eine interessante Person, die eine schwierige Vergangenheit hat, was immer wieder zu Gewaltausbrüchen führt.
Mich hat diese überzeugende Geschichte gut unterhalten, aber auch nachdenklich zurückgelassen.

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