Rainer Zube: Schnittmengen

 
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Rainer Zube: Schnittmengen
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
E-Book
ISBN-13
9783898417631

Informationen zum Buch

Seiten
232

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Eine Hand tastete nach der Kehle, die andere wischte ihre schützend ausgestreckten Arme beiseite.

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Handlungsort

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Miriam ist eine Frau mit vielen Gesichtern: Morgens nüchterne Mathematikerin, begeistert sie nachmittags in der Fußgängerzone Menschen für das vegane Leben und befreit nachts Tiere. In ihrem Privatleben tobt dagegen ein Dauersturm, und nur ihr Therapeut weiß, wie sehr sie damit ringt, endlich ins Gleichgewicht zu kommen. Dabei kennt Miriam ihr größtes Problem noch nicht einmal: Ihr Leben ist in Gefahr, und das gleich mehrfach. Aus verschiedenen Richtungen vereinigen sich die Lebensläufe von fünf Männern in einem Punkt: Miriam soll sterben. Wer von ihnen wird zuerst zuschlagen? Der Schweinemäster? Der Rocker? Der Arzt? Der Katzenmörder? Oder vielleicht der Analytiker?

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Nichts für Menschen, die Friede-Freude-veganen-Eierkuchen erleben wollen

Miriam Langners Herz schlägt gleichermaßen für die Mathematik wie für die Tiere. Tagsüber studiert sie oder verteilt vegane Flyer in der Stadt, nachts bricht sie mit anderen TierrechtlerInnen in Ställe ein, um Tiere zu befreien. Damit macht sie sich nicht sehr beliebt und schließlich ist sogar ihr Leben in Gefahr. Fünf Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, streben nach Miriams Tod.

Rainer Zube betreibt eine philosophische Praxis in der Immanuel-Kant-Straße in Göttingen. Viel ist nicht zu finden über ihn, aber dass ihm das Thema Tierrechte wichtig ist, konnte man schon an seinem ersten Buch "Eiweiß" sehen. In "Schnittmengen" bringt er nun eine weitere Komponente auf den Tisch, mit der er sich offensichtlich auskennt: Die Philosophie. In klugen Dialogen führt der Autor sein umfangreiches Personal vor und das macht er mit so viel Feinschliff, dass man gerne Anteil an dieser Art philosophischer Argumentation hat.

Trotzdem: Das Personal in Rainer Zubes "Schnittmengen" kann zeitweise überfordern. Vor allem, weil die Personen trotz der Kürze des Buches mehrdimensional gezeichnet werden. Alle haben sie ihre Eigenheiten und eine prägende Vergangenheit, die unweigerlich zur Eskalation in der Zukunft führt.

Was als anspruchsvoller und rätselhafter Thriller begann, endet mit einem "Philosophen-Ende". Offen, ja fast etwas halbherzig, werden die LeserInnen vor den Kopf geschlagen. Man hängt in der Luft und erhält viel Raum zur Interpretation - falls man es überhaupt deuten kann. Doch gerade dieses halbherzige Ende passt nicht zu den hohen Erwartungen, die Zube während des gesamten Buches geschürt hat. Vielleicht ist es aber eine Geschichte, die man mindestens zweimal lesen sollte, damit sie sich noch vollständiger entfalten kann.

Nichts für Menschen, die Friede-Freude-veganen-Eierkuchen erleben wollen. Hirnschmalz und ein offener Horizont sind hier unverzichtbar.

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