Michael Kobr, Volker Klüpfel: Rauhnacht

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Michael Kobr, Volker Klüpfel: Rauhnacht
Verlag
ET (D)
2009
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783492259903

Informationen zum Buch

Seiten
368

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
In sich zusammengesunken sog Kluftinger die feuchtwarme Luft in seine Lungen.

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Eigentlich sollte es für die Kluftingers ein erholsamer Kurzurlaub werden, auch wenn das Ehepaar Langhammer mit von der Partie ist: ein Winterwochenende in einem schönen Allgäuer Berghotel samt einem Live-Kriminalspiel. Doch aus dem Spiel wird blutiger Ernst, als ein Hotelgast unfreiwillig das Zeitliche segnet. Kluftinger steht vor einem Rätsel: Die Leiche befindet sich in einem von innen verschlossenen Raum. Und über Nacht löst ein Schneesturm höchste Lawinenwarnstufe aus und schneidet das Hotel von der Außenwelt ab...

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Hercule Poirot im Allgäu

Die Ehepaare Kluftinger und Langhammer werden von der ehemaligen Skiläuferin und Olympiasiegerin Julia König zu einem Krimiwochenende in deren neu eröffnetem Hotel eingeladen. Am ersten Abend wird jedoch einer der Hotelgäste tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden, es scheint sich um einen Selbstmord zu handeln. Ziemlich schnell findet Kluftinger jedoch Hinweise, die auf einen Mord hindeuten. Dummerweise tobt draußen ein Schneesturm, so daß Kluftis Kollegen nicht zum Hotel kommen können und Kluftinger nichts anderes übrig bleibt, als zusammen mit seinem unbeliebten Nachbarn Dr. Langhammer zu ermitteln.

Als „Rauhnächte“ werden die Nächte zwischen Weihnachten und Hlg. Drei König beschrieben, in denen nach alter Überlieferung die Dämonen und Seelen der Verstorbenen unterwegs sind. Klar, daß ich dieses Buch dann um das Neujahr lesen mußte. Was mir an den Kluftinger-Roman gut gefällt: die Autoren haben sich bisher für jeden Band etwas Neues einfallen lassen, diesmal ist die Handlung an den „Mord im Orientexpress“ angelehnt – welch ein Zufall, daß Kluftinger an dem Krimiwochenende sowieso die Rolle des Hercule Poirot einnehmen soll.

Dementsprechend gibt es bald eine Menge Verdächtige und Mordmotive, die die Ermittlungen nicht gerade erleichtern. Aber dem Kluftinger mit seiner Spürnase kann niemand so schnell etwas vormachen. Zusätzliche Würze bekommt die Handlung dadurch, daß Kluftinger gezwungen ist, mit Dr. Langhammer zusammenzuarbeiten: die Beiden schenken sich nichts und ihre Kabbeleien haben mir öfters ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. Aber wenn dann Not am Mann ist, können sie sich auch zusammenraufen, z.B. bei dem nächtlichen Fressgelage in der Hotelküche.

Mir hat die Idee für diesen Kluftinger und seine Umsetzung wieder sehr gut gefallen.

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Kommissar Kluftinger und seine Erika sind über Silvester zu einem Krimiwochenende in einem Allgäuer Berghotel eingeladen. Die Begeisterung hält sich bei Klufti allerdings in Grenzen, da auch Langhammers mit von der Partie sind. Auf den selbstherrlichen Arzt hätte er gut verzichten können.

Der nervige Doktor wird aber bald Kluftingers geringstes Problem sein, denn noch bevor das Kriminalspiel richtig beginnen kann, wird einer der Teilnehmer tot aufgefunden, aus Spaß wird blutiger Ernst. Gut, dass mit Klufti ein Fachmann anwesend ist, der erste Ermittlungen aufnehmen kann - er wird auch vorerst der einzige Profiermittler bleiben müssen, denn draußen tobt ein Schneesturm, das Hotel ist völlig von der Außenwelt abgeschnitten. In Langhammer hat er einen übereifrigen, selbsternannten Assistenten, der manchmal allerdings eher schadet als nützt ...

Kluftinger zuerst in der Rolle des Hercule Poirot und dann in einem klassischen "Locked-Room-Mystery" à la Christie - eine interessante Variante, nach dem internationalen Terrorismus in "Laienspiel" gehen die beiden Autoren wieder neue Wege mit dem Allgäuer Kult-Grantler.

Der Kriminalfall an sich ist recht spannend, aber nicht weltbewegend, dafür macht Klufti auch in seinem fünften Fall einfach Spaß. Als bodenständiger Mensch kennt er sich natürlich nicht in der Welt der Vier-Sterne-Hotels aus, zudem ist sein Intimfeind Langhammer mit von der Partie. Und nicht nur die beiden Autoren zünden ein Feuerwerk von Ideen, sondern es kommt auch zu einem denkwürdigen Kracher-Showdown am Silvesterabend. Hier und da waren die Gags ein bisschen sehr dick aufgetragen, aber bei allem Klamauk bleiben sie insgesamt doch so schön glaubwürdig und lebensnah, dass man gerade deshalb über und mit Klufti lacht.

Etwas Abzug gibt es für den in meinen Augen nicht so gelungenen Schluss, und ein wenig fehlte mir dann doch auch die Polizeirevieratmosphäre, schließlich kennt man Hefele, Maier, Lodenbacher und Konsorten nach vier Büchern ja auch schon ganz gut.

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Ein Fall für Kommissar Kluftinger, ein Kult-Kommissar, wie ich gehört habe. Dementsprechent gespannt war ich, was es mit diesem Allgäuer Original auf sich hat. Tatsächlich wurden die Erwartungen nicht enttäuscht. Dabei beginnt das Buch eher mit einem missmutigen Unterton. Kluftinger wurde zu einem Krimi-Wochenende in das Hotel der ehemailgen Ski-Olympiasiegerin Julia König eingeladen, wo die Gäste einen fiktiven Mordfall klären sollen. Alleine schon die Anfahrt gerät zur Tortour, denn der begleitende Doktor Langhammer und dessen Frau haben ein Faible für kindischen Zeitvertreib. Einzig die Aussicht auf die herrliche Bergkulisse kann Kluftinger versöhnen.



Doch wie sollte es anders sein: Aus dem Spiel wird Ernst. Während der Präsentation des Krimispiels fällt das Licht aus und einer der Teilnehmer erscheint nicht auf Stichwort zu seinem Auftritt. Von der Hotelchefin um Hilfe gebeten, finden Kluftinger und Langhammer den Banker Carlo Weiß leblos auf seinem Zimmer. Widerwillig übernimmt Kluftinger die Ermittlungen, denn alles scheint sich gegen ihn verschworden zu haben: Das Hotel ist von der Umwelt abgeschnitten und noch dazu stürzt sich Langhammer mit ungestümem Feuereifer auf die "Assistenzstelle" beim Kommissar. Kluftinger stößt auf einige Gäste, die mit Carlo Weiß eine Rechnung offen hatten.




Ich hatte ein Buch in der Hand, für das sich die Vernachlässigung sämtlicher Pflichten gelohnt hat ;-) und das für eine ganze Menge Lacher gesorgt hat. Doktor Langhammer hält sich für ein verkanntes Krimialer-Genie und präsentiert Kluftinger unverzichtbare Utensilien zur Verbrecherhatz: Pulver und Pinsel für die Begutachtung von Fingerabdrücken, Pinsel und gar eine Pfeife mit Sherlock Holmes-Mütze - aus einem Detektivkoffer für Kinder, den ihm die Mutter zugesteckt hat. Darüber hinaus nimmt er seine Aufgabe derart Ernst, dass er seinen selbstgewählten Chef richtig in Schwerigkeiten bringt. Bei Kluftinger reicht es fast für eine Ohnmacht, bei mir gab's überstrapazierte Lachmuskeln. Der Fall selbst allerdings ist zwar gewitzt, aber Eingies konnte man doch immer wieder vorausahnen. In diesem Fall störte das mein Lesevergnügen aber nicht, denn man darf Kluftinger ganz offensichtlich nicht als Kommissar mit potenziell echten Vorbildern nehmen - so hoffe ich jedenfalls ;-).




Dem Autorenduo Klüpfel / Kobr ist eine kleine Hommage an den klassischen Krimi gelungen, der schon früh immer wieder auf Locked Room Mysteries baute. Daher gab es hin und wieder Szenen, die mich an andere Krimis erinnerten. Mir hat dieses Schema enorm gut gefallen, weil es so gar nicht wie eine Kopie wirkte, sondern dank des einmaligen Ermittler-Gespanns sehr eigenständig daher kam. Kluftinger als Grantler und Sparfuchs, der sich im Hotel erst einmal großzügig die Shampoo-Fläschchen für Zuhause einsteckt und Doktor Langhammer, der mit einem mächtigen Jeep (ohne Allradantrieb!), einem Haufen Gepäck, etwas Mangel an Einfühlungsvermögen und einem Zuviel an Fantasie aufkreuzt.
Ganz besonders gefallen hat mir die Weltfremdheit des Kommissars, der nur mit großer Hilfe ins Internet kommt und nicht einmal über Hotel-Buffets zum Frühstück Bescheid weiß. Wer mit Humor gewürzt über solche ulkigen Typen lesen mag, scheint mit Kluftinger sein Los gezogen zu haben.

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Lange habe ich auf das neue Kluftinger-Abenteuer gewartet, und ich wurde nicht enttäuscht.

In diesem Buch ist Kluftinger wieder in Bestform. Wie er sein Hotelzimmer inspiziert und dabei sofort alle Hotelartikel einheimst, wie er das Frühstücksbuffet abräumt, wie er mit seinem Kollegen chattet oder wie er seine erste Massage erlebt – das ist einfach köstlich. Die Autoren machen Kluftinger bei seinen Aktionen niemals lächerlich, man nimmt es der Figur einfach ab, dass sie so ist, denn Kluftinger agiert mit großer Selbstverständlichkeit und lässt keinen Fettnapf aus, egal ob es sich um die Behandlung einer Leiche oder um sein Lieblingsgericht Kässpatzen handelt.

Parallelen zu Agatha Christies Romanen sind hier durchaus erwünscht. Schon der Plot „Mord in einem eingeschneiten Hotel“ lässt an „Mord im Orient-Express“ denken und das ist nicht die einzige Ähnlichkeit. Kluftinger darf beim Mörderspiel die Rolle des Hercule Poirot übernehmen, eine Rolle, in der er sich überraschend wohl fühlt. Mit Doktor Langhammer, der sich als Dr. Watson berufen fühlt, erhält er auch einen passenden Partner, auch wenn Kluftinger davon gar nicht begeistert ist. Doch Langhammer lässt sich nicht abschütteln und gemeinsam gehen sie auf Spurensuche. Dabei bleibt kein Auge trocken. Und auch die große Schlussszene "Aufklärung im Kreis aller Verdächtigen" ist eine Hommage an Agatha Christie.

Dass die eigentliche Krimihandlung etwas dünn ist, macht überhaupt nichts aus, denn wer liest einen Kluftinger-Krimi schon wegen der Handlung? Es genügt, dass sie originell, in sich geschlossen und logisch ist und einen perfekten Hintergrund gibt für Kluftingers Aktionen.

Die Hauptpersonen sind Kluftinger, seine Frau Erika und das Ehepaar Langhammer, Bekannte aus seinem Wohnort Altusried, mit denen Kluftinger zusammen angereist ist. Diese vier Personen sind sehr gut charakterisiert, wobei es in Bezug auf die Kluftingers sicher hilft, wenn man die vier vorangegangenen Romane auch gelesen hat. Von den Langhammers hat der Ehemann Martin einen größeren Anteil an der Handlung und wird auch entsprechend deutlicher charakterisiert, und zwar als genaues Gegenteil von Kluftinger. Das macht die beiden dann auch zu einem spannenden und witzigen Ermittlerpaar. Die Konkurrenz zwischen Kluftinger und Doktor Langhammer treibt beide zu seltsamen Taten, sehr zum Spaß des Lesers, z. B. beim Silvesterfeuerwerk:

Na, dann wollen wir doch mal sehen, wer hier den Größten hat, dachte sich Kluftinger.

Wie dieser Böller zündet, kann man sich denken ... Die weiteren Nebenfiguren sind weniger tief charakterisiert, aber das ist kein Manko, denn jede Figur erfüllt ihren Zweck und ist für sich genommen glaubwürdig.

Vom Stil her lässt sich das Buch leicht und flüssig lesen, ich hatte es in kurzer Zeit durch. Unterhaltung vom Allerfeinsten!

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Eingeschneit

„Rauhnacht“ ist der erste Krimi aus den Federn des Autorenduos Klüpfel/Kobr, den ich mir zu Gemüte geführt habe. Da mir die Sticheleien zwischen Kluftinger und seinem „Freund“ Dr. Langhammer auf der Hinreise ins gemeinsame Wochenende als Gäste eines neu eröffneten Wellnesshotels bereits etwas zuviel des Guten waren, habe ich zum Hörbuch gegriffen, das in der Bücherei im Regal lag. Es handelt sich um eine gekürzte Version, bei der natürlich einige Szenen fehlen, die dem Buch die beliebte „Klufti“-Atmosphäre verleihen. Dem Verständnis des Plots tat das aber keinen Abbruch. Das Hörbuch ist von den Autoren selber gelesen, die Stimmen sind abwechslungsreich auf die verschiedenen Personen verteilt, was meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist.

Ein Mord geschieht im eingeschneiten, von der Umwelt abgeschnittenen Hotel und Kluftinger bleibt nichts Anderes übrig, als gemeinsam mit Dr. Langhammer als Assistenten, die Ermittlungen in die Hand zu nehmen. Der Täter muss sich unter den Gästen oder den Angestellten des Hotels befinden. Obwohl für mich relativ schnell klar war, wer für die Tat in Frage kommt, hat mich die Detektivarbeit durch unerwartete Wendungen und Kluftis liebenswerte „Granteligkeit“ gut unterhalten. Der Krimi bei mir auch die Lust geweckt, wieder mal nach einem Klassiker von Agatha Christie oder von Conan Doyle zu greifen.

Ein passendes Hörbuch für winterliche Auto- oder Zugfahrten, aber nicht unbedingt ein Spitzenkrimi. Ich vergebe für diesen Krimi 2,5 Sterne und für die gute Hörbucheinspielung noch einen halben extra, ergibt 3 von 5 Sternen.

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