Rebekka Pax: Wie sie uns ansehen

Rebekka Pax: Wie sie uns ansehen

 
4.3
 
5.0 (5)
555   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Rebekka Pax: Wie sie uns ansehen
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783736301597

Informationen zum Buch

Seiten
320

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die Männer im Fernsehen machen mir Angst.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Stadt
Kontinent
Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Die Tote sah aus wie Schneewittchen. Ihr langes Haar war schwarz wie Ebenholz, doch nicht glatt und seidig, sondern zerzaust, mit Blättern und kleinen Zweigen darin. Derjenige, der sie hierhergebracht hatte, war nicht sehr vorsichtig mit ihr umgegangen. Er hatte ihre Schönheit nicht gesehen. Ihre Haut war blass, als sei dies nicht die richtige Farbe für sie. Gebräunt und lebendig warm sollte sie sein ... Woran das Mädchen gestorben war, legte schon der erste Blick nahe. An ihrem schlanken Hals fanden sich Würgemale. Gequetschte Haut, bläuliche Hämatome. Ihre Augen waren weit aufgerissen, doch die dunklen Iriden hatten schon ihren Glanz verloren. Was sie in ihrem kurzen Leben wohl alles gesehen und erlebt hatte?

Karte

Move Map
Start/Ziel tauschen

Autoren-Bewertungen

1 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (1)
Charaktere 
 
4.0  (1)
Sprache & Stil 
 
4.0  (1)
Gesamtbewertung 
 
4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Kriminalroman mit topaktueller Thematik

Ein junges Mädchen wird erwürgt aufgefunden, offensichtlich ein Mord. Besonders brisant wird der tragische Fall dadurch, dass Majida aus Syrien stammt und in der nahe gelegenen Flüchtlingsunterkunft gelebt hat. Ist der Mord rassistisch bedingt, macht hier jemand Jagd auf Flüchtlinge? Ein Alptraum für die Ermittler!

Cornelia Arents und ihr Team ermitteln in der Flüchtlingsunterkunft und der Umgebung. Man begegnet ihnen mit Misstrauen, zu oft wurden diese Menschen von der Polizei enttäuscht und im Stich gelassen. Zum Glück gibt es den freiwilligen Helfer Faris Aydin, der ihnen als Übersetzer zur Seite steht.
Als Cornelia erfährt, dass Majida Tagebuch geführt hat, bittet sie Faris, darin nachzuforschen, ob es Hinweise auf den Täter gibt. Durch Majidas Tagebuch erleben Cornelia und wir als Leser die schreckliche Geschichte des Mädchens nach, die so typisch für viele tausende ist, von der Zerstörung ihres Zuhauses, der Ermordung von Angehörigen, der langen und furchtbaren Flucht bis hin in die vermeintliche Sicherheit der Bochumer Flüchtlingsunterkunft.

Dies ist der dritte Fall für Cornelia Arents. Nachdem mir der erste Band gut gefallen hatte, der zweite aber weniger, war ich gespannt auf diesen dritten Teil der Reihe.

Die Autorin greift hier ein aktuelles Thema auf und hat mich damit sehr berührt. Ihre Schilderungen der Menschen und ihrer Reaktionen wirken so authentisch, genauso erlebt man es ja tagtäglich, zum Glück nicht nur die schlimmen Reaktionen, sondern auch die, die Hoffnung auf ein gemeinsames Miteinander machen!

Der Kriminalfall steht hier regelrecht im Hintergrund vor dem aktuellen politischen und menschlichen Drama, wenn auch natürlich ständig die Frage nach dem Motiv über den Ermittlungen schwebt.

Gut gefallen hat mir auch die persönliche Entwicklung von Cornelia. Man kann diesen Band aber auch gut ohne Vorkenntnisse und unabhängig der beiden Vorgänger lesen.

Insgesamt ein spannender Krimi, der von der Thematik her nicht aktueller sein könnte und dadurch ganz besonders fesselt!


War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

5 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (5)
Charaktere 
 
5.0  (5)
Sprache & Stil 
 
5.0  (5)
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Cornelia Arents‘ emotionalster Fall…

Nach den beiden Fällen "Lokes Mond" und "Spiegelseele" wollte ich auf jeden Fall wissen wie es mit der Kriminalkommissarin Cornelia Arents weiter geht. Voller Vorfreude begann ich mit der Lektüre, die mich immens begeistern konnte.

Dieses Mal hat es Conny mit einem ganz perfiden Fall zu tun, denn ein Flüchtlingsmädchen wurde ermordet. Steckt wirklich Fremdenfeindlichkeit dahinter? Conny begibt sich auf Spurensuche und stößt auf ein Schicksal, dass tief berührt.

Das Besondere an diesem Fall ist wohl, dass im Vordergrund das Schicksal von Flüchtlingen aus Syrien steht, was nicht nur top aktuell ist, sondern auch tief bewegt. Jedes Kapitel beginnt mit den Tagebucheinträgen des Flüchtlingsmädchens Majida. Was sie alles erlebt hat auf ihrer Flucht, ist wirklich sehr emotional und bedrückt den Leser. Das Geschilderte fühlt sich wirklich real an, hier hat die Autorin offenbar sehr gut recherchiert.

In der Gegenwart ermittelt unsere Conny und wird dabei auch mit den Umständen in Flüchtlingsheimen konfrontiert. Zudem muss sie miterleben, wie die Menschen dort rechter Gewalt aus der Nachbarschaft und fremdenfeindlichen Äußerungen ausgesetzt sind, was für mich teilweise schwer erträglich war.

Conny war mir ja bereits in den ersten beiden Bänden äußerst sympathisch. In diesem Fall kommt ein neuer Charakter dazu, der des Dr. Faris Aydin, ebenfalls Syrer und Arzt. Er unterstützt Cornelia und das Anbändeln der beiden hat mir gut gefallen. Ich hoffe, dass in zukünftigen Fällen Faris dann auch wieder mit dabei ist.

Die Fallermittlungen sind spannend und die Ergebnisse erschreckend. Wie verrückt muss man sein, um so etwas zu tun? Wirklich interessant, was sich Frau Pax da ausgedacht hat und gleichzeitig so lebensnah und realistisch.

Der Fall kann gewiss auch ohne Vorkenntnisse der anderen gelesen werden, aber ich finde, dann verpasst man etwas.

Fazit: Für mich der bisher stärkste Fall der Reihe. Wenn das Niveau jetzt so bleibt, dann bin ich Cornelia Arents treu ergeben. Klasse!

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Angekommen, aber nicht aufgenommen

Ein Radfahrer findet im Gebüsch ein junges Mädchen, welches erwürgt wurde. Kriminalkommissarin Cornelia Arents, die mit diesem Fall betraut ist, bekommt schnell heraus, wer das Mädchen ist, denn ihre Handtasche liegt in der Nähe. . Die Aufenthaltskarte wurde vor nicht einmal einem Jahr auf Majida Esber aus Syrien, 16 Jahre, ausgestellt. Das legt nahe, dass es sich um eine fremdenfeindliche Tat handeln könnte.
Cornelia lernt bei ihren Ermittlungen den syrischen Arzt Dr. Faris Aydin kennen, der als freiwilliger Dolmetscher die Flüchtlinge unterstützt. Sie erfährt, dass einerseits eine Initiative den Menschen im Flüchtlingsheim helfen will, dass aber auch in der Nachbarschaft einige Leute der Meinung sind, die Flüchtlinge gehörten nicht dorthin. Bei einem Brandanschlag konnte von den Bewohnern der Unterkunft durch beherztes Eingreifen Schlimmeres vermieden werden. Die Menschen in dem Flüchtlingsheim sind besorgt und ängstlich.
Unterbrochen wird diese Geschichte immer wieder von Tagebucheinträgen, in denen Majida berichtet, wie es ihr ergangen ist. Sie schreibt darüber, wie der Krieg in Syrien gewütet hat und wie ihr kleiner Bruder und ihr Vater starben. Wir erfahren von der Flucht, die voller Gefahren ist und bei der sie noch einen Cousin und einen Onkel verliert. Aber auch ihre Gefühle nach der Ankunft in Deutschland werden sehr gut dargestellt. Es ist so bedrückend, diese Tagebucheinträge zu lesen und noch einmal deutlich gemacht zu bekommen, was diese Menschen erdulden mussten.
Dieses Buch ist der dritte Band, in dem Cornelia Arents ermittelt. Es ist nicht unbedingt erforderlich, die Vorgängerbände zu kennen.
Bei ihren Ermittlungen trifft Cornelia auf Menschen, die dagegen sind und das auch lautstark kundtun, dass Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind, hier ein sicheres Leben finden. Es ist für die Kommissarin gar nicht einfach, in solchen Momenten ruhig zu bleiben. Glücklicherweise gibt es auch die Anderen - die, welche helfen wollen. Dazu gehört auch Dr. Faris Aydin, der in Syrien helfen wollte und den das Grauen, das er dort erlebt hat, nicht loslässt. Auch er bekommt den Hass der Leute spüren.
Cornelia, die die Vorfälle aus der Vergangenheit auch noch nicht überwunden hat, fühlt sich zu dem attraktiven Faris hingezogen. Aber ihr Fall geht vor.
Die Geschichte ist eindringlich und sehr real dargestellt. Vor allem Majidas Tagebuch führt einem vor Augen, wie fürchterlich der Krieg ist und wie traumatisch für die Menschen.
Ein überzeugender Krimi, der zum Nachdenken anregt.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Das Ende einer Flucht

Ein Radfahrer schlägt sich in die Büsche um seine Blase zu entleeren und macht eine schreckliche Entdeckung. Im Gebüsch liegt die Leiche eines jungen Mädchens.

Als Kominalkommissarin Cornelia Arents am Fundort eingetroffen ist, fallen ihr und ihrem Kollegen auf den ersten Blick die Würgemale am Hals der Toten auf. Da bei der Leiche eine Handtasche gefunden wird, die sowohl ein Portemonnaie mit Kleingeld, als auch Ausweispapiere enthält, kann ein Raubmord weitestgehend ausgeschlossen werden. Die elektronische Aufenthaltskarte wurde vor einem Dreivierteljahr ausgestellt. Diese weist die Tote als Majida Esber aus, 16 Jahre alt, Heimatland: Syrien.

Cornelia Arents befürchtet, dass dieser Mord einen fremdenfeindlichen Hintergrund haben könnte.

„Wie sie uns ansehen“ ist der 3. Band in der die Ermittlerin Cornelia Arents die Hauptrolle spielt. Das Buch kann, wie die Vorgänger auch, problemlos als Einzelband gelesen werden.

Meiner Meinung nach handelt es sich hier deutlich um den stärksten Teil der Trilogie. Möglicherweise bin ich jedoch voreingenommen, da mich das Thema in diesem Buch emotional sehr berührt. Wer sich mit der Thematik um Flucht und Flüchtlinge nicht identifizieren kann, könnte hier eventuell den falschen Krimi in der Hand haben.

Einerseits habe ich Nerven aus Drahtseilen, mich bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Andererseits bin ich ein emotionales Weichei und Dinge, die mir zu Herzen gehen, treiben mir auch schnell das Wasser in die Augen. Dass ich bei einem Kriminalroman weinen muss, ist mir vor diesem Buch noch nicht passiert.

Das Buch beginnt mit einem Tagebucheintrag. Majida beschreibt ihre Gedanken zu etwas, das sie im TV gesehen hat. Es hat mit dem aktuell vorherrschenden Krieg in Syrien, den Dschihadisten und dem IS zu tun. Majida kennt die Einstellung ihres Vaters und wünscht sich in ihrem Tagebucheintrag, dass er seine Gedanken niemals offen aussprechen wird. Ihm würde sofort der Kopf abgehackt werden.

„Vater sagt, ein Mensch, der für seinen Glauben töten will, hat seinen Gott verloren.“

Da Majida tot in einem deutschen Gebüsch gefunden wird, wird dem Leser sehr schnell klar, dass dieser Tagebucheintrag aus der Vergangenheit stammen muss, denn zwischen ihrem Leben in Syrien und ihrem Tod in Deutschland liegen einige Monate.

Durch die immer wieder eingeschobenen Einträge aus Majidas Tagebuch bekommt der Leser Einblicke in die nahe Vergangenheit. Die Gründe, warum Majida und ihre Familie aus Syrien fliehen, die gefährliche und anstrengende Flucht selbst und die Ankunft und das Leben in Deutschland. All das wird von Rebekka Pax sehr bewegend erzählt, es hat mich wirklich tief berührt.

"Wie sie uns ansehen, mit ihren kalten Blicken. Als wären wir keine Menschen, sondern Dinge. Dinge, die sie anekeln."

Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich mit der Gegenwart und den Ermittlungen von Cornelia Arents und ihrem Team, den Tod der 16jährigen aufzuklären. Ihre Arbeit führt Cornelia zu Majidas Mutter und Tante im Flüchtlingsheim und zu den Anwohnern direkt neben diesem Flüchtlingsheim.

Es ist sicherlich nicht einfach in einem Milieu zu ermitteln, das einem menschlich total zuwider ist. Im Rahmen der Ermittlungen muss Cornelia sich auch mit Menschen mit überaus rechter Gesinnung auseinandersetzen.

Das Tagebuch von Majida ist natürlich auf arabisch geschrieben und Majidas Verwandte sprechen auch noch kein Deutsch, Cornelia ist auf Hilfe angewiesen. Sie lernt Dr. Faris Aydin kennen, einen jungen syrischen Arzt, der sich aufgrund seiner guten Sprachkenntnisse gerne als Dolmetscher zur Verfügung stellt. Durch seine Tätigkeit rutscht er jedoch auch in den Fokus der rechtsradikalen Nachbarschaft.

Faris wird als überaus attraktiver und netter junger Mann beschrieben und ich kann verstehen, dass es zwischen Cornelia und Faris leicht zu knistern beginnt. Ihr Kollege Robin, der viele Jahre auch ihr Lebenspartner war, hat in Cornelias Leben endlich keine Bedeutung mehr. Es gefällt mir gut, dass Cornelia hier einen neuen Weg einschlägt.

Gemeinsam mit ihren Kollegen und Faris Aydin gelingt es Cornelia, den Tathintergrund zu ermitteln und den Täter dingfest zu machen, bevor weitere Menschen durch ihn zu Schaden kommen.

Das Ende des Buches stellt meiner Meinung nach den perfekten Abschluss für diese Geschichte dar – die eigentlich nicht wirklich eine Geschichte ist, sondern das Schicksal von Millionen von Menschen beschreibt.

Wer sich den aktuellen Nachrichten nicht verschließt, der weiß, dass Majidas fiktive Geschichte seit Jahren für viele Flüchtlinge bittere Realität ist. Seit 2015 spaltet dieses Thema unsere Gesellschaft und sorgt für Diskussionen und Streit, selbst zwischen bisher guten Freunden.

Diese Menschen flüchten vor Krieg und Tod und möchten bei uns in Deutschland nur eines: In Sicherheit sein. Sie nehmen es lieber in Kauf auf der Flucht zu sterben als wehr- und chancenlos in einem sinnlosen Krieg. Hier angekommen wirft man ihnen vor Schmarotzer zu sein und nur unser Geld zu wollen ….. wer sich ernsthaft mit diesen Menschen befasst, dem wird sehr schnell klar, dass es eben nicht so ist. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, muss man jedoch seine Angst vor dem Unbekannten über Bord werfen und zulassen, dass diese Menschen sich einem nähern dürfen – nicht körperlich sondern emotional - denn dann wird eine Umarmung zu einer Freundschaftsgeste und nicht zu einer sexuellen Belästigung.

Eine 5-Sterne-Bewertung wird dem Buch nicht gerecht, es hat so viel mehr verdient.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Cornelia Arents' Ermittlungen im brauen Sumpf.

Zum Inhalt:

"Die Tote sah aus wie Schneewittchen. Ihr langes Haar war schwarz wie Ebenholz, doch nicht glatt und seidig, sondern zerzaust, mit Blättern und kleinen Zweigen darin. Derjenige, der sie hierhergebracht hatte, war nicht sehr vorsichtig mit ihr umgegangen. Er hatte ihre Schönheit nicht gesehen. Ihre Haut war blass, als sei dies nicht die richtige Farbe für sie. Gebräunt und lebendig warm sollte sie sein ... Woran das Mädchen gestorben war, legte schon der erste Blick nahe. An ihrem schlanken Hals fanden sich Würgemale. Gequetschte Haut, bläuliche Hämatome. Ihre Augen waren weit aufgerissen, doch die dunklen Iriden hatten schon ihren Glanz verloren. Was sie in ihrem kurzen Leben wohl alles gesehen und erlebt hatte?"

Meine Meinung:

In Cornelia Arents' neuestem Fall wird es sehr politisch und Rebekka Pax greift ein aktuelles Thema auf, was so ziemlich jeden betrifft. Ich finde, Rebekka hat es sehr gut umgesetzt und uns Lesern die Zuständen nochmals vor Augen geführt und uns gezeigt, was die Flüchtlinge auszustehen haben und ihre Odyssee in den Flüchtlingsheimen oft noch lange nicht vorbei ist.

Die Figuren waren wieder alle sehr gut getroffen und der Stil war auch wieder flüssig, so dass man nicht ins Stocken gekommen ist. Auch die Rückblicke, die in Form von Majidas Tagebucheindrücken geschrieben sind, sind gut eingesetzt und vermitteln durch ihre gewählte Form einen Einblick in die Welt der Flüchtlinge, die sich auf einen langen und beschwerlichen Weg machen.

Mit Faris Aydin wurde Cornelia Arents ein interessanter und sympathischer Mann an die Seite gestellt, der mich von Beginn an überzeugt hat, auch wenn ihn andere Figuren im Roman ins schlechte Licht rücken wollten.
Leider wurde es in diesem Buch auch sehr emotional, den es ging um den Mord an ein Flüchtlingsmädchen, was eigentlich hoffte, hier in Deutschland endlich in Sicherheit vor den schrecklichen Zuständen in ihrer Heimat zu sein. Doch leider war ihr diese Sicherheit nicht vergönnt.

Alles in allem ein spannender, hochaktueller Krimi, der an Qualität nichts verloren hat. Rebekka, bitte mehr davon!

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Mord aus Fremdenhass?

Inhalt:
Ein Radfahrer findet im Gebüsch die Leiche eines jungen Mädchens. Es handelt sich um die sechzehnjährige Majida, ein syrisches Mädchen aus dem nahe gelegenen Flüchtlingsheim.
Cornelia Arents und ihr Team nehmen die Ermittlungen auf. Dabei bekommen sie es einerseits mit Rechtsradikalen zu tun, andererseits mit "ganz normalen Bürgern", die einen Hass auf die Flüchtlinge haben. Ist Fremdenfeindlichkeit das Motiv für den Mord an Majida?
Hilfe bekommen die Ermittler von Faris Aydin, der zunächst als Übersetzer fungiert, im Lauf der Geschichte aber immer mehr ins Geschehen und in Cornelias Privatleben involviert wird.

Meine Meinung:
Rebekka Pax wagt sich an ein aktuelles und sehr brisantes Thema heran. Es gelingt ihr hervorragend, zu der Flüchtlings-Problematik einen unterhaltsamen Roman zu schreiben, der aber auch gewaltig zum Nachdenken anregt.
Im Mittelpunkt steht Majida, das Mordopfer. Über ihr kurzes Lebes informiert die uns durch Auszüge aus ihrem Tagebuch, die sich mit der aktuellen Geschichte der Mordermittlung abwechseln. Diese Passagen haben mich sehr mitgenommen. Es wird deutlich, was diese armen Menschen, die bei uns von so manchen Mitbürgern als "Schmarotzer" oder "potentielle Kriminelle" abgestempelt werden, mitgemacht haben, bevor sie in Deutschland angekommen sind. Die Flucht, die Majida in ihrem Tagebuch beschreibt, hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Es ist so realistisch, genau so ist es bestimmt für viele Familien abgelaufen.
Fast noch mehr geschockt hat mich die Ablehnung, die die Flüchtlinge hier erfahren. Froh, endlich in Sicherheit zu sein, erleben sie, dass sie alles andere als willkommen sind ("Wie sie uns ansehen, mit ihren kalten Blicken. Als wären wir keine Menschen, sondern Dinge. Dinge, die sie anekeln")
Der Grund dafür sieht Majida darin, dass die Angst vor dem, was man nicht kennt, Hass hervorruft. Leider stimmt der Umkehrschluss nicht, dass der Hass vergeht, wenn das Fremde vertraut wird.
Das Ende des Buches vermittelt einen leichten Hoffnungsschimmer, dass doch bei einigen Mitbürgern die Ablehnung in Akzeptanz übergeht.

Fazit:
Ein unterhaltsames, aufrüttelndes, unbedingt empfehlenswertes Buch. 5 Sterne!

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue